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Immer weniger Wandergesellen

Zu viel Aufwand für nur 30 gerettete Amphibien in diesem Jahr: Der Bund Naturschutz gibt seinen Further Kröten-Zaun auf. Welche Probleme für den Rückgang sorgen.

Darüber berichtete die Landshuter Zeitung ausführlich.


Die Kirchenwiese in Unterneuhausen

Einmal Wildnis wagen - auch mitten im Dorf

Die Landshuter Zeitung berichetete am 7.5.2022


Achtung Gärtnerinnen und Landwirte – Schmetterlinge brauchen Eure Hilfe

Ob im Garten oder auf den Feldrainen - sie sind schon wieder überall kräftig gewachsen, die Brennnesseln. Da möchte man gleich zur Sense greifen oder das Mulchgerät startklar machen. Aber halt, war da nicht was…..? Unsere Schmetterlinge, heißt es, werden immer weniger und etliche sind sogar vom Aussterben bedroht. Sollte man es sich da nicht zweimal überlegen, ob man die Brennnesseln wirklich beseitigt?

Zahlreiche Tagfalterarten, etwa das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs, sind für ihre Entwicklung auf die Brennnessel angewiesen. Denn ihre Raupen ernähren sich ausschließlich von ihr. Die Entwicklung vom Ei über die Puppe bis zum fertigen Schmetterling kann -je nach Witterung- bis zu 4 Monaten dauern.  

Deshalb ist es wichtig, dass Brennnesseln so lange stehen bleiben, damit die Schmetterlinge in ihrem jeweiligen Entwicklungsstadium (Ei, Raupe, Puppe) nicht durch Mähen oder Mulchen getötet werden.  

Denn dann gibt es schon im nächsten Jahr wieder mehr Schmetterlinge bei uns!


Amphibien bleiben aus

Seit 1998 hat die Ortsgruppe Holledauer Eck im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Furth alljährlich im zeitigen Frühjahr Amphibienschutzzäune aufgebaut und meist über fünf bis sechs 6 Wochen hinweg täglich zweimal betreut. An verschiedenen Stellen mit starker Wanderung von Erdkröten, verschiedenen Molchen und Grasfröschen fanden sich stets genug Mitglieder, die die Tiere aus den an Straßen entlang in die Erde eingelassenen Eimern zu bergen, über die todbringenden Straßen zu tragen und in die nahe gelegenen Laichgewässer zu setzen. Das Staatliche Bauamt hatte sich vor 20 Jahren beim Ausbau der B299 nördlich von Oberneuhausen sogar dazu bewegen lassen, zwei Amphibiendurchlässe unter dem Straßendamm einzubauen.

Egal, ob in Unterneuhausen oder Furth, personelle Engpässe bei der Betreuung der Amphibienschutzzäune gab es nie. Allerdings bemerkte die Ortsgruppe seit den Schutzaktionen 2011/2012 einen stetigen Rückgang der Anzahl der zuwandernden Tiere. Zunächst wurden die Molche immer weniger, dann die Frösche.  Dann wurde deutlich, dass auch die Anzahl der wandernden Erdkröten rasant zurückgeht. Die in Unterneuhausen an verschiedenen Straßen eingerichteten Schutzzäune wurden nach und nach aufgegeben. Nun ist es auch in Furth an der Schatzhofener Straße so weit: Heuer wurden nur wenige Kröten- und Froschexemplare am dortigen Zaun eingesammelt. Dies bedeutet, dass der mit der Rettung der Amphibien vor dem Straßentod verbundene Aufwand nicht mehr vertretbar erscheint.

Die Ursachen für das Ausbleiben der Amphibien sind vielschichtig: Klimaerwärmung, extreme Trockenheit in den letzten Jahren, Zerstörung von Feuchtgebieten, erhöhte UV-Strahlung, Hautkontakt mit Pestiziden und Gülle auf den Feldern im Frühjahr, Gefahr durch Befahren der Felder mit schweren Maschinen, Verunreinigung, Verbauung und Überdüngung der Laichgewässer, Krankheitserreger wie Ranavirus oder Chytridpilze,  gepflasterte und geschotterte Gärten, und und und.

Ganz zu schweigen vom Rückgang des Nahrungsmittels Nr. 1 der Amphbien, nämlich der Insekten (seit etwa 40 Jahren )um 75 % von deren Biomasse. Oder der Tatsache, dass selbst kleine Strässchen heute wegen der zunehmenden Größe aller Fahrzeuge immer breiter ausgebaut werden, die Tiere deshalb  länger zur Überquerung brauchen und die höhere Geschwindigkeit der Fahrzeuge noch mehr Amphibien in den Tod reißt.

Seit 2020 weiß man darüber hinaus aufgrund von Forschungen der University  of Washington (s. Bericht vom 7.12.2020 in der Süddeutschen Zeitung „Tödliches Gummi“ ), dass ein Antioxidationsmittel aus dem Gummi von Autoreifen in Verbindung mit z.B. Ozon ein für Fische tödliches Gift bildet. Dieses gelangt nachweislich in  Gewässer. 1 mg des Stoffes in einem Kubikmeter Wasser kann die Zahl junger Fische auf die Hälfte reduzieren. Es liegt nicht fern zu vermuten, dass solche Gifte auch für Amphibien schädlich sein könnten.

Alles in Allem: Aktuell sind bereits 10 von 19 Amphibienarten in Bayern vom Aussterben bedroht oder stehen auf der Vorwarnliste zur Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Dies macht auch vor dem Landkreis Landshut trotz aller Schutzbemühungen des BN nicht Halt. Die Bedeutung des Verschwindens dieser Tierarten, die in früheren Zeiten große Massen von Fliegen und Mücken vertilgten, wird immer klarer…

Lesen Sie mehr dazu unter https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien


Das kurze Leben dreier schöner Linden

Im Jahr 2004 pflanzte die Ortsgruppe Holledauer Eck nach langer Suche um einen geeigneten Platz drei schöne Winterlinden auf dem Grundstück der Zweigstelle der Raiffeisenbank Pfeffenhausen in Unterneuhausen. Von Anfang an war klar, dass die Linden das „Schicksal“ des Gartens teilen würden und der BN keinen Einfluss mehr auf ihr Wohl und Wehe haben würde. Leider kam es nun Ende Januar zur Fällung der Linden - das Grundstück wurde wohl veräußert. Aber nicht nur das: Das gesamte Grundstück, welches einige Tausend Quadratmeter groß ist, wurde von jeglichem Baum- und Strauchbewuchs befreit. Zwar wurde in der erlaubten Zeit gefällt. Jedoch sind leider nicht einmal die randständigen Gehölze oder die wertvollen Bäume erhalten geblieben. Da die Gemeinde Weihmichl keine Baumschutzverordnung erlassen hat und an dieser Stelle auch sonst keine Vorgaben für den Erhalt von Bäumen bestehen, kräht quasi kein Hahn nach dem verloren gegangenen Grün. Derzeit liegen die abgeschnittenen Gehölze am Boden und warten auf den Abtransport. Für die Natur sind sie verloren und die Vogelwelt muss halt nun schauen, wo sie bleibt, d.h. künftig nisten wird. Da die Bäume sämtlich noch nicht sehr alt waren, dürften keine Baumhöhlen für Höhlenbrüter oder Fledermäuse vorhanden gewesen sein. Auch der örtliche Imker muss sich einen neuen Standort für seine Bienenkästen suchen.  Blühen wird hier so schnell nichts mehr.

Es ist bedauerlich, wie heutzutage trotz Insekten- und Vogelsterben, Klimakatastrophe und Trockenheit mit Bäumen und Sträuchern umgegangen wird. Die Ortsgruppe hat herausgefunden, dass ein verpflanzbarer Baum in der Größe der drei gefällten Linden etwa 2.500 EUR ^kosten würde. Somit ist der Schaden für die Natur -auch unter diesem Aspekt betrachtet- erheblich und die damalige Investition der Ortsgruppe von hunderten von Euro ist für die Natur verloren. Ob neue, sichere Standorte für weitere Pflanzungen gefunden werden können, ist derzeit noch unbekannt.


Begleiter für drei Linden in Furth

An der Ecke Neuhauser-/Hofmarkstraße in Furth pflanzten Mitglieder der Ortsgruppe Holledauer Eck des BUND Naturschutz auf einem Grundstück  der Gemeinde am Ortsrand-wie mit dieser vereinbart- eine kleine Hecke aus heimischen Wildsträuchern (auf dem Bild leider nicht gut erkennbar). Diese rundet die bereits im Frühjahr 2021 auf demselben Grundstück vorgenommene Pflanzung von drei Winterlinden ab.  Zuvor waren bereits Blumenzwiebeln für Frühlingsblüher auf der Fläche gesteckt worden. Nun wurde die öffentliche Fläche, auf der die Gemeinde Furth bereits eine Blumenwiese angelegt hatte, durch den BUND Naturschutz zu einer kleinen Naturoase aufgewertet. Die Anwohner können sich hoffentlich bald über den Duft von Linden- und Holunderblüten und das Summen von Bienen und Hummeln freuen!


Neue Hecke aus autochthonem Pflanzgut

Mitglieder der Ortsgruppe Holledauer Eck des BUND Naturschutz machten sich Mitte November 2021 ans Werk, um zwischen Unterneuhausen und Furth auf einem Weg begleitenden Grundstück  der Gemeinde mit deren Einverständnis eine Feldhecke zu pflanzen. Das autochthone Pflanzgut wurde von der Ortsgruppe aus eigenen Mitteln bei einer nahen Baumschule erworben.

Die ökologischen Vorteile von Hecken sind wissenschaftlich belegt: Sie wirken Wind abschwächend, schützen Böden vor Trockenheit,  fördern das Bodenleben in benachbarten Feldern und erhöhen die Artenvielfalt in der Feldflur. Dies war für die Ortsgruppe Holledauer Eck Grund genug, Spaten und Hacken zur Hand zu nehmen und die Sträucher (Holunder, Hundsrose, Schneeball, Pfaffenhütchen etc.) bei idealen Bodenverhältnissen zu setzen.  Die Hecke wird in der Umgebung vorhandene Gehölzstrukturen ergänzen und so den Lebensraum für so manche gefährdete Tierart verbessern. 


Drei Linden für Furth

22. April 2021. Die Ortsgruppe Holledauer Eck des BUND Naturschutz pflanzte  am Ortseingang von Furth drei Winterlinden. Dort liegt eine von der Gemeinde angelegte Blumenwiese, welche eine Ergänzung zu dem  nahe gelegenen Renaturierungsbereich am nördlichen Ortsrand darstellt. Was seit geraumer Zeit mit der Gemeinde Furth vereinbart war, wurde nun anlässlich des Internationalen Tags des Baumes vom BUND Naturschutz in die Tat umgesetzt.

Die Linden spenden Schatten, produzieren Sauerstoff und sind - europaweit betrachtet - ein Lebensraum für sage und schreibe 71 Großschmetterlingsarten. Besonders auffallend ist dabei der Lindenschwärmer. Linden sind außerdem eine äußerst beliebte Bienenweide.  Heimische Vögel profitieren von ihren Nussfrüchten. Für uns Menschen liefert die Linde den schmackhaften und heilsamen Lindenblütentee.

Die Ortsgruppe möchte mit dieser Pflanzaktion einen Beitrag leisten für den Klima- und Insektenschutz vor Ort und hat daher etwas tiefer als sonst in die eigene Tasche gegriffen. Die Ortsgruppe wird auf demselben Grundstück in Absprache mit der Gemeinde die Lindenpflanzung durch eine lockere Hecke aus heimischen Sträuchern ergänzen.


Licht „killt“ Insekten - helfen Sie mit, dies zu verhindern!

Die Nacht wird  weltweit immer heller. Jedes Jahr um etwa 2 %, wie die Wissenschaft ermittelt hat. Wir Menschen mögen es halt nicht dunkel, wir haben Angst vor vermeintlichen nächtlichen Gefahren. Aber machen uns nicht klar, was wir mit häufig überflüssigen Beleuchtungen anrichten.

Die sog. Lichtverschmutzung mag uns unbedeutend vorkommen, aber für  Insekten hat sie  auch hier bei uns katastrophale Folgen. Jedes für uns so dekorative Lichtlein am Haus oder im Garten hat schwerwiegende Folgen: Im Ökotipp vom September 2020 wies die BUND Naturschutz-Ortsgruppe darauf hin, dass   in Gärten und an Hausfassaden   installierte  Beleuchtungen in hohem Maße zur Ausrottung der Insekten beitragen. Dies trifft leider auch auf Energie sparende LED- oder Solarlampen  zu. 

Mehr als  die Hälfte aller Insekten ist nachtaktiv. Sie werden durch künstliche nächtliche  Lichtquellen verwirrt, finden ihre Nahrung nicht mehr, tanzen sich um Leuchten zu Tode. 

Jedes kleine Solarlämpchen, das unseren  Garten beleuchtet oder unser Haus noch schöner erscheinen lässt, bedeutet dass viele Insekten sterben müssen. Wir danken es  den kleinen Tierchen nicht,  dass sie auch nachts Nutz- und Zierpflanzen für uns bestäuben. Die Lage ist mehr als ernst, es ist höchste Zeit, die Nacht auch im eigenen Garten wieder Nacht sein zu lassen. 

Ist Beleuchtung im Außenbereich unbedingt notwendig, sollten
- möglichst wenige Leuchten aufgestellt werden
- die Helligkeit auf ein nötiges Maß reduziert sein
- die Leuchtzeit auf den Bedarf begrenzt sein
- der Lichtschein nur auf den Boden ausgerichtet sein. 

Mit Bewegungsmeldern und Zeitschaltuhren kann eine möglichst kurze Leuchtdauer erreicht werden. Oder man verwendet einfach den guten alten Lichtschalter. Keinesfalls sollten Leuchten  die ganze Nacht brennen oder zu Dekorationszwecken verwendet werden. Die Lichtfarbe der Leuchtmittel sollten keinesfalls höher als 3000 Kelvin sein. Ist sie höher, werden Insekten angezogen und verenden.

Mit Licht im Außenraum sollte so umgegangen werden wie mit einem Wasserhahn: Wird kein Wasser benötigt, schließt man den Wasserhahn. Wird kein Licht benötigt, schaltet man es aus.

Weitere Informationen über Gartenbeleuchtungen: siehe Pressemitteilung des BUND Naturschutz

Auf der Homepage des verein-sternenpark-rhoen finden Sie umfangreiche und detaillierte Informationen zum Thema Lichtverschmutzung sowie über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf die Natur. Im Downloadbereich werden Broschüren angeboten rund um Beleuchtung wie z.B. Umweltfreundliche Außenbeleuchtung am Haus und im Garten.


„Die meisten Quellen sind mit dem Flusslauf nicht einverstanden.“ Jean Cocteau (frz. Künstler, †1963)

Dieser Satz traf wohl lange Zeit auch auf die Pfettrach im nördlichen Landkreis Landshut zu: Begradigt, unterbrochen durch Querbauwerke und bedrängt von Äckern, die bis ans Ufer reichen. Darunter litten sowohl die Wasserqualität als auch der sog. des Gewässers. So floss die Pfettrach aus der Umgebung von Pfeffenhausen seit Generationen nach Landshut zur Isar. Nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hätte der gute ökologische Zustand ursprünglich bis zum Jahr 2015 bei allen Gewässern erreicht werden sollen. Leider gelang dies auch hier nicht.

In den letzten Jahren allerdings wurde die Pfettrach im Oberlauf ökologisch durch Renaturierungsmaßnahmen in Unterneuhausen und Weihmichl aufgewertet. Mäander, Überschwemmungsflächen und an den Standort angepasste Bepflanzung tun dem Bach und seinen Ufern sichtlich gut. Und nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ im Jahr 2019 kamen endlich auf voller Länge die fünf Meter breiten Uferrandstreifen hinzu. Zwar haben noch nicht alle Bachanrainer die Randstreifen geschaffen, aber auch die Zögerer werden hoffentlich bald die neue Vorschrift im Bayrischen Naturschutzgesetz in die Realität umsetzen.

Die Uferrandstreifen lassen sich, solange die Vegetation kurz ist, als interessante Wanderwege nutzen. So lernt man beim Schlendern am Bach die nahe gelegene Heimat aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Probieren Sie es aus, vielleicht begegnen ja auch Sie einem Biber oder einem Eisvogel! Das folgende Video einer Wanderung an der Pfettrach von Altdorf bachaufwärts bis zur Quelle sollen eine Anregung hierzu sein.

 


3. Preis "Der alte Baum ist unser Lebensraum"

Obersüßbach. Einer für alle und alle für einen. Einen Grund zu großer Freude hatte vor Kurzem die dritte Klasse der Grundschule Obersüßbach. Vor der ganzen Schüler- und Lehrerschaft der Schule wurde die Klasse für den dritten Preis beim landkreisweiten Wettbewerb „Der alte Baum ist unser Lebensraum“ der Bund Naturschutz-Kreisgruppe Landshut ausgezeichnet. Neben einer DVD und Stickern konnten die Schüler stolz eine Urkunde in Empfang nehmen. Die Auszeichnung wurde stellvertretend für die Jury von der ersten Vorsitzenden der Ortsgruppe „Holledauer Eck“, Frau Lisa Voit, vorgenommen.
Die Klasse hatte für den Wettbewerb passend zum Schulmotto der GS Obersüßbach „miteinander leben, lernen, lesen“ zusammen mit ihrer Lehrerin Maria Frank fächerverbindend im Heimat- und Sachunterricht und im Kunstunterricht ein Bilderbuch mit dem Namen „Einer für alle und alle für einen“ gestaltet. Hierin geht es um einen Baum, der in seinem Leben schon viel erlebt hat und zahlreichen Tieren Lebensraum gibt. Jedes Tier erzählt, warum der Baum für sein Leben so wertvoll und wichtig ist.  Eines Tages jedoch soll der Baum gefällt werden, da er zu alt ist und im Weg steht. 
Die Tiere formieren sich und bringen die Waldarbeiter mit ihrem Protest für ihren „Freund“, den Baum, doch noch zum Nachdenken. Die Holzfäller sehen schließlich von ihrem Plan, den Baum zu fällen ab und die Tiere und der Baum feiern vor lauter Freude und Erleichterung am Ende des Buches ein großes ausgelassenes Fest! 
Die Klasse hatte bei der Gestaltung des Bilderbuches sehr viel Spaß. Jedes Kind durfte sich gemäß individueller Fähigkeiten an der Gestaltung beteiligen und die Schüler beschäftigten sich so über Wochen hinweg sehr intensiv mit dem Thema „Lebensraum Baum und dessen Bedeutung“. 
Neben der Auszeichnung durch den Bund Naturschutz freuen sich die Kinder vor allem darüber, dass sie als Gemeinschaft ein so schönes Werk geschaffen haben! Der Titel des Buches „Einer für alle und alle für einen“ wurde so auch bei der gemeinsamen Gestaltung des Bilderbuches Wirklichkeit, da ein solches Werk nur entstehen kann, wenn alle tatkräftig zusammenarbeiten und zusammenhelfen.


Das Summen der Bienen darf nicht verstummen

Weihmichl. Die Deutschen lieben Honig. Deshalb ist eines der wichtigsten Nutztiere: Apis mellifera, die Honigbiene. Über sie weiß Johannes Selmansberger, Iangjähriger Imker und Naturschützer aus Vilsheim, viel Eindrucksvolles zu erzählen. Auf Einladung der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Holledauer Eck und des Imkervereins Landshut gab Selmansberger im Gasthaus Lackermeier in Edenland Einblicke in das Leben der Honigbiene. 

Die Biene hat einen Aktionsradius von bis zu 10 Kilometer, hält sich aber am liebsten im Umkreis von bis zu 1,5 Kilometer um den Bienenstock auf. Sie  verbraucht beim Fliegen etwa 100 mg Zucker pro Minute. Je weiter sie fliegen muss, um so stärker verkürzt sich ihr Leben. Ihre Leistungen sind jedoch gewaltig: 80 % der Blütenpflanzen werden von Insekten bestäubt, die Honigbiene trägt 85 % dazu bei. Auch die über 550 Arten Wildbienen in Deutschland haben bedeutenden Anteil  an der Bestäubung von Blütenpflanzen. Wird z.B. ein Drittel einer Anzahl Honigbienen durch Wildbienen ersetzt, steigt die Bestäubungsleistung an. Deren Wert beträgt pro Bienenvolk 800 bis 900 Euro.

Bienen, egal ob domestiziert oder wild, sind vielen Gefährdungen ausgesetzt. Noch im Jahr 1900 gab es in Deutschland etwa 2,6 Mio. Bienenvölker. 2012 waren es nur noch 622.000. Wohl jeder hat schon von der Varroamilbe gehört, die ganze Bienenvölker zugrunde richten kann.  Noch mehr als diese machen den Bienen Gifte, Klimaveränderung und industrielle Landwirtschaft zu schaffen. So können winzige  Mengen Pestizide Bienen im Fluge töten, aber auch chronische Wirkungen in den Insekten entfalten: Missbildungen, gestörtes Lernverhalten oder gar   Navigationsschwierigkeiten können die Folge von Vergiftungen sein. Viele Bienen finden nach dem Besuch der Blüten nicht mehr zum Bienenstock zurück. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen fanden sich im Pollen, dem „Bienenbrot“, durchschnittlich neun verschiedene Pestizide, berichtete Selmansberger.

Auch Nahrungsmangel trägt zum Bienensterben bei. Ist die Rapsblüte vorüber, wird Pollen oft knapp. Blumenwiesen, blühende Feldränder und bienenfreundliche Gärten finden Bienen heute kaum noch. Dabei muss ein Bienenvolk für ein Pfund Honig drei  Millionen Blüten besuchen.Es sei an der Zeit, die Anwendung von bienengefährlichen Pestiziden zu beenden, meint Selmansberger. Gärten und Landschaft müssten wieder natürlich blühen. Große blühende Bäume  wie etwa die Linde sind mit bis zu 2 Kilogramm Nektar pro Tag ein Eldorado für Bienen. Und der Honig braucht für seine bis zu 200 Inhaltsstoffe eine vielfältig blühende Landschaft.


Kräuterwanderung BN OG Holledauer Eck zur 1200-Jahrfeier der Ortschaft Unterneuhausen

Neuhausen feierte am 13. und 14. September sein 1200-jähriges Bestehen. Alle ortsansässigen Vereine beteiligten sich am Veranstaltungs-Programm. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz Holledauer Eck bot eine Kräuterwanderung an.Die ausgebildete Kräuterpädagogin Gaby Sterr, als mittelalterliche „Kräuterhexe“ verkleidet, wusste den Teilnehmern viel Interessantes über die Kräuter zu erzählen, die  in dem besuchten Garten wuchsen. Als Kräutergarten bot sich im Ortskern der Gemüsegarten und eine alte Hofstelle der Familie  Heidenreich an, die die Gruppe gerne willkommen hieß. Man erfuhr, dass so manches unscheinbare „Unkraut“  wie die Vogelmiere vielmehr Vitamin C enthalten  ist als jeder Salat oder manches Obst.  Und dass das Franzosenkraut, ein guter Bodenlockerer, stark eisenhaltig ist. Auch die Vorteile von Brennnessel und das Mädesüß, von vielen Gärtnern  nicht geliebt oder nicht gekannt, brachte Frau Sterr den staunenden Zuhörern näher. 

Der zu Beginn der Führung einsetzende Regen tat dem Interesse der  Teilnehmer keinen Abbruch. Und so vergingen die 1 1/2 Stunden Kräuterkunde wie im Flug.   Frau Sterr schloss mit der Anregung, wieder mehr Kräuter im eigenen Garten zuzulassen, denn deren wertvolle Inhaltsstoffe sind leider schon vielen hochgezüchteten Gemüsesorten weitgehend abhanden gekommen.Deshalb verriet Frau Sterr gern noch einige Kräuterrezepte, nach denen sie selbst immer wieder gerne Essen zubereitet.  

Wer gerne einmal die Kräuterküche ausprobieren möchte, findet über nachfolgenden Link einige Rezepte.


Vom Schaf zur Wolle oder Wie kommt die Milch ins Glas

Ferienprogrammausflug des Bund Naturschutz zum Biolandhof mit Schäferei

Weihmichl. Morgens um 7 Uhr früh standen 16 noch etwas verschlafene Kinder am Dorfplatz in Weihmichl bereit, um auf Einladung der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Holledauer Eck mit Lisa Voit, Birgit Nadler und zwei  hilfsbereiten Müttern zu einem Schafbauernhof in Johannesbrunn zu fahren. Kräuter-pädagogin und Öko-Landwirtin Lisa Fleischmann hatte auf ihrem zertifizierten Bioland-Bauernhof zusammen mit Bella Schäfer das Programm „Vom Schaf zur Wolle“ vorbereitet. Schon bei der Ankunft merkten die Kinder warum tierhaltende Landwirte früh aufstehen müssen: Alle Mutterschafe warteten bereits blökend darauf gemolken zu werden. Bald aber füllte warme Schafmilch die Becher. Dank der geschickten und tatkräftigen Anleitung von Lisa Fleischmann gelang es den meisten Kindern die Scheu vor dem Melken  zu überwinden und ein paar Milchspritzer im Becher landen zu lassen. Nachdem Bella Schäfer die Ernährungsbedürfnisse der Schafe mit einem Körnerquiz erklärt hatte, halfen alle beim Füttern der Schafherde, wobei auch Sturmi, der „Rasen mähende“ Haflinger nicht zu kurz kam. Für die Kinder gab eine Brotzeit mit Schaf-milchverkostung, während die langjährige Ökolandwirtin  das  Konzept ihrer Hofbewirtschaftung, größtmögliche Naturnähe erklärte. Der Hof ist als Arche Bayern - Betrieb ausgezeichnet und bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Frisch gestärkt  konnten die Kinder mit dem Wolle waschen beginnen. Zwei Schubkarrenladungen Schafwolle wurden kräftig in Wannen mit Regenwasser  durchgewalkt. Die Kinder spürten schon bald, wie anstrengend die Vorarbeit per Hand fürs Pulloverstricken ist. Schließlich bastelten alle mit der frisch gewaschenen Wolle lustige Wollschäfchen.  Mit diesen Erinnerungsstücken  an Lisas Schafhof ging`s auch schon wieder heimwärts nach Weihmichl.

Viele Eindrücke vom Besuch zeigt die Bilderstrecke von Heinrich Inkoferer unter https://www.flickr.com/photos/114961713@N07/sets/72157646497502345/


Krötenwanderzeit im Holledauer Eck

Zum Beginn der Krötenwanderzeit hat die Ortsgruppe Holledauer Eck des Bund Naturschutz auch 2014 wieder den Schutzzaun an der viel befahrenen Straße zwischen Furth und Schatzhofen errichtet. Kaum war er aufgestellt, fanden sich schon die ersten Kröten und Frösche in den  im Boden eingelassenen Eimern. Die  Ortsgruppe greift zur Anlage des Krötenzauns gern auf bewährte landwirtschaftliche Gerätschaften  zurück, wie das Foto zeigt. Mit modernem landwirtschaftlichem Gerät wäre die Anlegung des Amphibienschutzzaunes nicht möglich. Gut, dass es noch alte handgeführte Pflüge gibt!Zweimal täglich -morgens und abends nach Einbruch der Dunkelheit -wurde am Zaun von den Helfern überprüft, ob wandernde Frösche, Kröten und Molche in den Eimern darauf warteten, über die Straße zum Laichgewässer gebracht zu werden. 

Die geretteten Tiere werden jährlich vom Bund Naturschutz gezählt. Ihre Anzahl blieb  dieses Jahr hinter dem Vorjahresergebnis  zurück. Als Ursache vermutet die Ortsgruppe das zu trockene Frühjahr oder unbefugte Entnahme von Tieren aus den Eimern durch Spaziergänger. Auch ein 2011 angelegter Abzugsgraben vom  Laichgewässer bis zum Further Bach könnte die Anzahl der lokal wandernden Tiere verringern. Die Ortsgruppe trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, dass  sich der Rückgang der weltweit stark gefährdeten Amphibien bei uns  nicht fortsetzt.


BUND-Naturschutz-Ortsgruppe „Holledauer Eck“

Die Ortsgruppe Holledauer Eck wurde 1993 auf Initiative u. a. von Birgit Nadler aus Weihmichl gegründet. Anlass war die drohende Abholzung mehrerer alter Eichen in Weihmichl. Die Eichen konnten damals zwar nicht gerettet werden, aber die Ortsgruppe ist auch nach über 20 Jahren noch aktiv. Das Jubiläum wurde auf der von der OG gepachteten Streuobstwiese mit einem Picknick gefeiert. Die Ortsgruppe erstreckt sich auf das Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Furth mit den Gemeinden Furth, Weihmichl und Obersüßbach. An jedem ersten Freitag im Monat trifft man sich um 20 Uhr im Pfarrheim in Unterneuhausen, um Termine und anstehende Arbeiten zu planen, zu diskutieren und Probleme im Natur- und Artenschutz zu besprechen. Dabei kommt aber auch das Ratschen und der Gedankenaustausch nicht zu kurz. Schon legendär ist das Buffet zum Jahresende, zu dem die Mitglieder leckere Speisen aus Biozutaten - viele davon vegetarisch – mitbringen. Durch das Jahr gibt es feste Aufgaben: Im Frühjahr sind es seit 15 Jahren der Amphibienschutzzaun und die Haus- und Straßensammlung, zu der vor allem die Further Schulen jährlich kräftige Unterstützung leisten. Am Donaufest des Landesverbands, jährlich an Christi Himmelfahrt veranstaltet, nehmen die Mitglieder der OG seit Anbeginn zahlreich teil. Auch zu den Mahnwachen beim AKW Ohu, Demonstrationen in München und Berlin, die der BN mitorganisierte, kamen immer wieder etliche Ortsgruppenmitglieder. Das gemeindliche Ferienprogramm für Kinder wird mit interessanten Veranstaltungen wie z. B. Bachabenteuer oder Ausstellungsbesuchen unterstützt. Vorwiegend im Herbst stehen die Pflegetermine für die Feuchtwiese und die Streuobstwiese in Unterneuhausen an. In Furth und in der Gemeinde Weihmichl nimmt die OG seit etwa 15 Jahren mit einem Stand an den Christkindlmärkten teil, wobei stets Bioessen und heiße Biomaroni angeboten werden. Als besondere Attraktion am BN-Stand an den Märkten – auch beim Biohof Butz in Viehhausen – ist das Quiz zu nennen, bei dem die Teilnehmer ihr Wissen zu einem jährlich anderen Naturthema testen und dabei etwas gewinnen können. Das Thema Gentechnik hat die OG schon seit Ende der 90er Jahre immer wieder beschäftigt, und sei es auch nur durch das Sammeln von Unterschriften. Zum Thema Agrogentechnik bot die OG vor einigen Jahren Vortragsveranstaltungen und einen Filmabend an. Dauerbrenner ist für die OG das FFH-Gebiet Bucher Graben, das z. T. im Gebiet der OG liegt. Dazu gab es bereits diverse Orts- und Behördentermine, schließlich liegt hier ein bedeutendes Bachmuschelvorkommen. Über die Jahre hat die OG auch verschiedene Baum- und Heckenpflanzungen gemacht und einen alten Löschteich in Schatzhofen auf eigene Kosten naturnah wiederherstellen lassen.

Seit 2001 ist Lisa Voit 1.Vorsitzende, Stellvertreterin ist Gaby Sterr, Schatzmeisterin Helga Schiemann und Schriftführerin Maria Spitzer.

Besonders erfreulich ist, dass seit Gründung der Ortsgruppe die sehr aktive Kindergruppe „Die frechen Biber“ von Birgit Nadler betreut wird.