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Fledermäuse – die nächtlichen Jäger

Vortrag und abendliche Exkursion für Erwachsene und Kinder

Auch heuer führten die Fledermausexperten Martin Leiter und Marion und Christian Winkler interessierte Teilnehmer der abendlichen Exkursion „Die Nacht der Fledermäuse“ am 17.9.2021 in Mitterwöhr die Isar entlang zum Isarspitz, um fliegende Fledermäuse zu sehen und zu hören. Der Exkursion, die die BUND Naturschutz Kreisgruppe organisiert hatte, war ein Lichtbilder-Vortrag vorausgegangen, um über die Biologie und Vorkommen dieser faszinierenden Tiere zu berichten. Viele Eltern waren mit ihren Kindern gekommen.

Circa tausend Fledertierarten gebe es weltweit, sagte Leitner. Sie sind in Fledermausarten und Flederhundarten zu unterscheiden. In Deutschland seien über 20 Fledermausarten heimisch. Sie haben sehr aussagekräftige Namen, so gebe es in Stadt und Landkreis Landshut beispielsweise die Fransenfledermaus, Nord-, Zweifarb- und Zwergfledermaus. Nachgewiesen wurden unter anderem auch der Große und Kleine Abendsegler, das Braune und Graue Langohr.

Fledermäuse sind nicht verwandt mit Mäusen, sondern gehören zur Ordnung der Fledertiere. Es gibt diese Säugetiere in unveränderter Form bereits seit 50 Millionen Jahren auf der Erde, erklärten die Experten den aufmerksamen Zuhörern.

Wiederum unterscheide man die Tiere in „Hausfledermäuse“ und „Waldfledermäuse“. Die Hausfledermäuse leben gerne in Dachböden, hinter Wandverkleidungen, Fensterläden oder Windbrettern, aber auch in Mauerspalten und in schmalen Fledermauskästen. Die Wimperfledermaus lebt beispielsweise frei im Dachboden hängend, das Graue Langohr versteckt im Dachboden, wie in Balkenlöchern und Spalten.

Waldfledermäuse haben ihre Quartiere in Baumhöhlen in Parks und Wald, in Stammrissen oder hinter abstehender Rinde. Sie gehen gerne auch in Fledermaus- und Vogelnistkästen. Sie haben so seltene Namen wie Bechstein-, Wasser- oder Rauhautfledermaus.

Da Fledermäuse im Sommer ihre Jungen aufziehen, brauchen sie über den Winter ein ruhiges und temperaturstabiles Quartier, wo sie ungestört schlafen können. Geeignet seien dafür Felshöhlen, Bergwerkstollen oder Keller. Manche Arten überwintern auch in Mauerspalten oder Holzstapeln. Vor der Renovierung von Gebäuden, Fällen von Bäumen oder Abtragen von Holzstapeln sollte besonders auf eventuell vorkommende Fledermäuse geachtet werden, betonten die Experten.

Eine ganz besondere Fledermausart ist die Hufeisennase. Sie hatte seit den 1950er Jahren massive Bestandseinbrüche. Lange Zeit gab es von der Kleinen Hufeisennase nur noch eine Kolonie im Dachboden auf Schloss Herrenchiemsee. Die Bestände haben sich wieder leicht erholt. Von der Großen Hufeisennase, die schon als verschwunden galt, fand man 1992 eine Wochenstube (Weibchenkolonie mit Jungen) in Hohenburg in der Oberpfalz in einem verfallenden Gebäude. Das Gebäude wurde daraufhin aufgekauft und entsprechend renoviert. Der Bestand erholt sich seitdem wieder und es gab dort heuer wieder 340 Erwachsene und 135 junge Tiere, teilten die Experten mit.

Im Anschluss an den Vortrag begaben sich die Anwesenden zu den nächtlichen Jägern an den Isarspitz. Mit Taschenlampen ausgerüstet konnten sie die dicht über der Wasseroberfläche jagenden Wasserfledermäuse erkennen. Leitner und Winklers machten die Ultraschallgeräusche, mit denen Fledermäuse in der Nacht ihre Beute (Insekten) jagen, mit sogenannten Detektoren als lautes knatterndes Geräusch hörbar.


Schnell und lautlos durch die Nacht

LANDSHUT, 05.09.2016: So manch schaurige Geschichte rankt sich um die nachtaktiven Fledermäuse. Aber dass keine davon wahr ist, darüber hat der Bund Naturschutz am Freitag, 2. September 2016, bei der „Nacht der Fledermäuse“ im Bootshaus des Rudervereins informiert. Viele Familien und Interessierte waren gekommen, um mehr zu erfahren, zuerst bei einer Diaschau und anschließend draußen in der Natur.

Martin Leitner sowie Christian und Marion Winkler kümmern sich im Raum Landshut um Fledermäuse. Mit vielen Fotos und Geschichten über ihre Erlebnisse mit den Tierchen informierten sie über deren Leben und Gewohnheiten. Allein im Raum Landshut sind 16 verschiedene Arten nachgewiesen, bundesweit 25 und weltweit sogar rund 1000. Einen Aha-Effekt unter den Besuchern löste die Größe von Fledermäusen aus. Nicht größer als ein Sahnebonbon ist die Kleinste hier lebende Fledermaus. Sie wiegt nur zwischen vier und acht Gramm. Die Große Mausohrfledermaus bringt es dagegen bei 40 Zentimetern Spannweite auf 40 Gramm Körpergewicht. Die andere Überraschung war, dass „Pflegekinder“ sich zu sehr zutraulichen Haustieren entwickeln und den Komfort der Vollpension genießen können. Doch am Ende ging es für jeden Pflegling wieder zurück in die Natur. Selbst eine Ausreißerin aus dem Mittelmeerraum konnte nach verschiedenen Fehlversuchen wieder in Italien in die Freiheit entlassen werden.

Auch wenn Fledermäuse an unterschiedlichsten Stellen gefunden wurden, ob im Pferdestall oder hinter dem Heiligenbild eines Bauernhauses oder gar in der Berufsschule vor dem Umbau: Sie gehören zu den gefährdeten Tierarten und sind gesetzlich geschützt. Fledermäuse werden grundsätzlich nach Haus- und Wald-Fledermäusen unterschieden. Während sich die einen kleinste Ritzen und Spalten am Haus und im Dachboden suchen, lieben die anderen Baumhöhlen oder Verstecke hinter Baumrinden. Alle nehmen aber auch angebotene Fledermausbretter oder Nistkästen an. Fledermäuse wandern zwischen Sommer- und Winterquartier und brauchen vor allem eine Wochenstube. Ganze Kolonien von Weibchen ziehen ihren Nachwuchs dort auf. Männchen sind unerwünscht. Diese sind sowieso im Sommer meist Einzelgänger, nur wenige Arten bilden eigene Kolonien.

Nach vielen Bildern von Langohr-, Mops- oder Fransenfledermäusen wollte man die Tiere doch in natura sehen. Gerade die Kinder waren mit Feuereifer dabei und wollten alles über die Fledermäuse wissen. Mit Taschenlampen und Detektoren ausgerüstet, ging es entlang der Isar hinunter zum Isarspitz. Zuerst hörte man nur das Anschlagen des Detektors, denn Fledermausgeräusche sind in Frequenzbereichen, die das menschliche Ohr nicht mehr wahrnimmt. Doch zunehmend sah man die blitzschnellen Jäger. Gezielt gesetzte Lichtkegel lockten Insekten an und machten das Durchhuschen der verschiedenen Fledermausarten sichtbar. Sehen könnten Fledermäuse schon, aber mit ihrem ausgeprägten Echolotsystem sind sie für die Jagd im Dunkeln bestens ausgerüstet und vor natürlichen Fressfeinden besser geschützt.

Quellenhinweis: Text -bau- Landshuter Zeitung, 5. September 2016


Die „Nacht der Fledermäuse“ begeisterte große und kleine Naturfreunde

Landshut 29.08.2014. Über das Leben und Vorkommen von heimischen Fledermäusen referierten bei einem Lichtbildervortrag die Fledermauskundler Martin Leitner und Christian Winkler im Bootshaus des Landshuter Rudervereins in Mitterwöhr. Bei Einbruch der Dunkelheit be­gann die „Nacht der Fledermäuse“ mit der Exkursion zum „Isarspitz“ (Zusammenfluss der Großen und Kleinen Isar), wo die Referenten fliegende Fledermäuse mit Spezialgeräten orteten und auf sie aufmerksam machten. Im Lichtkegel der zahlreichen Taschenlampen waren die Jäger der Nacht – meist Große Abendsegler – trotz ihres schnellen Flugs auch deutlich zu sehen.  >> Mehr


Besuch beim Großen Mausohr

BN-Veranstaltung gab Einblicke in das Leben der Fledermäuse  

Einblicke in das Leben und Vorkommen heimischer Fledermäuse bekamen die Naturinteressierten, die am 22. Juli 2011 ins Gasthaus Hagn in Rainertshausen gekommen waren. Hier hatte die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und die BN-Ortsgruppe Pfeffenhausen im Rahmen ihrer Umweltbildungsreihe „Natur erleben und schützen“ einen Lichtbildervortrag und anschließend eine Nachtexkursion zur Kirche organisiert. Die Fledermauskundler Martin Leitner und Christian Winkler waren die Referenten und Exkursionsleiter.

Nach der Begrüßung durch Paul Riederer, dem stellvertretenden Kreisgruppenvorsitzenden, berichtete Martin Leitner eingangs seines Vortrags, dass seit 50 Millionen Jahren auf der Erde Fledermäuse leben. Während dieser langen Zeit hätten diese ihr allgemeines Verhalten nicht verändert. Bei vielen der 35 europäischen Arten seien Körpergröße, Fellfarbe oder Ohrform denen der Mäuse sehr ähnlich. Fledermäuse seien aber keine fliegenden Mäuse, sondern eine eigenständige Ordnung innerhalb der Säugetiere. Der größte Vertreter unter den Fledermäusen, so Leitner, ist der zur Unterordnung Flughunde gehörende fruchtfressende Kalong, der mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,70 Meter und einem Gewicht von 900 Gramm schon eine stattliche Erscheinung darstellt. Dagegen sei die auch im Landkreis Landshut vorkommende Zwergfledermaus mit einer Flügelspannweite um die 20 Zentimeter und einem Gewicht von drei bis acht Gramm das Extrem. Der Fledermauskundler informierte auch, dass in letzter Zeit südeuropäische Fledermausarten in Deutschland eingewandert seien, so die Weißrandfledermaus und die Alpenfledermaus. Eine von Martin Leitner zur Veranstaltung mitgebrachte Kleine Bartfledermaus war selbstverständlich für die anwesenden Kinder die Attraktion. Ist es doch sehr selten, eine lebende Fledermaus direkt vor Augen zu haben.

Nachdem sich in der Kirche von Rainertshausen ein für den Landkreis Landshut bedeutendes Fledermausquartier – eine sogenannte Wochenstube – des Großen Mausohrs befindet, befasste sich Christian Winkler bei seinem Vortrag insbesondere mit dieser Art. Bei der Zählung im Jahre 2010 seien auf dem Dachboden der Kirche insgesamt 385 Weibchen und Jungtiere gezählt worden. Das Große Mausohr zählt mit einer Flügelspannweite von rund 40 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 40 Gramm zu den größten heimischen Fledermausarten. Es handelt sich um eine wärmeliebende Art, die an den menschlichen Siedlungsraum gebunden sei. Als Sommerquartiere, in denen die Weibchen ihre eins bis zwei Jungen zur Welt bringen, bevorzugen sie Dachböden und Kirchtürme. Den Winter verbringen diese Fledermäuse in natürlichen Höhlen, Stollen oder Kellern, wobei Wanderungen vom Sommer- zum Winterquartier von über 100 Kilometern nicht selten seien, so Winkler.

Anschließend an die interessanten Vorträge wanderte man zur nahe gelegenen Kirche, um bei beginnender Dunkelheit den Ausflug der Fledermäuse zu beobachten. Und die Fledermausfreunde mussten nicht lange darauf warten. Ein Großes Mausohr nach dem anderen verließ den Dachboden über eine Dachluke und flog oft dicht über den Köpfen der Zuschauer hinweg. Fasziniert schauten sie den Flattertieren nach, bis sie auf ihrem Flug zur Nahrungssuche zwischen den Bäumen und Häusern verschwanden.

Wer noch mehr über das Leben, das Vorkommen und den Schutz der heimischen Fledermäuse erfahren will, für den liegen in der Geschäftsstelle der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut, Altstadt 105 (geöffnet Dienstag bis Donnerstag, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr) Info-Schriften auf. Meldungen von Fledermaus-Funden oder -Beobachtungen nimmt der Bund Naturschutz unter Telefon 0871/23748 oder 22390 entgegen.


Regen störte Fledermäuse nicht

Bund Naturschutz organisierte „Nacht der Fledermäuse“ – Fledermausvorkommen in der Stadt

Trotz Dauerregens wurde auch heuer wieder die „Nacht der Fledermäuse“, die am Freitag, 31. August, vom Bund Naturschutz veranstaltet wurde, von zahlreichen Erwachsenen und Kindern besucht. Bei einem Vortrag im Vereinsheim des Landshuter Rudervereins auf Mitterwöhr und einer Nachtexkursion zum Isarspitz vermittelten Martin Leitner sowie Christian und Marion Winkler Wissenswertes über die heimlichen Jäger der Nacht. Die Fledermauskundler informierten in ihrem Lichtbildervortrag über das Vorkommen von Fledermausarten in Stadt und Landkreis Landshut. Von in Bayern nachgewiesenen 21 Arten konnten sie hier bisher 16 Arten feststellen, sei es durch Einzelfunde oder in sogenannten Wochenstubenquartieren. In der Stadt Landshut konnten bisher neun Arten nachgewiesen werden. Vom Großen Mausohr und der Mückenfledermaus bestehen Wochenstuben. Einzelfunde gibt es vom Kleinen Abendsegler, der Kleinen Bartfledermaus, der Nordfledermaus, der Zweifarbfledermaus, der Rauhautfledermaus und der Mopsfledermaus.  Der Große Abendsegler, eine große Fledermausart, die gerne in Baumhöhlen lebt, ist sowohl im Sommer als auch im Winter im Landshuter Hofgarten heimisch. Von allen besprochenen Arten hatte Martin Leitner Lichtbilder mitgebracht, die das unterschiedliche Aussehen dieser fliegenden Säugetiere zeigten.

Die Fledermauskundler erklärten auch die Unterschiede von Sommerquartier und Winterquartier. Die Sommerquartiere befänden sich je nach Fledermausart unter anderem auf Dachböden von Dorfkirchen, hinter Holzverkleidungen und Fensterläden von Gebäuden, in ehemaligen Spechthöhlen oder in Fledermauskästen. Die Sommerquartiere werden im Frühjahr von den Fledermausweibchen bezogen und als sogenannte Wochenstuben genutzt. Hier können dann bis zu 200 Weibchen leben, die meistens ein Junges gebären und aufziehen. In Bildern zeigten die Fledermausexperten, wie eng es oft in solchen Wochenstuben, zu denen Männchen keinen Zutritt haben, zugeht. Die Winterquartiere, die von den Fledermäusen im Herbst aufgesucht werden,  befinden sich in natürlichen Berghöhlen, Spalten, Dachböden, Baumhöhlen, Holzstapeln oder auch in Bergkellern. Interessant für die Besucher waren auch die Ausführungen zur Orientierung und Nahrungssuche der Fledermäuse. Fledermäuse senden Ultraschalllaute aus, sie fangen das zurückkehrende Echo mit den Ohren auf und nehmen dadurch die Umwelt wahr. Sie erhalten von ihrer Umwelt ein „Hörbild“. So orten sie bei ihrer Nahrungssuche im Flug auch mit Echolot fliegende Insekten, verfolgen sie dann und erfassen sie direkt mit dem Mund oder mit den wie Kescher gebrauchten Armflughäuten.

Um schließlich diese nachtaktiven Tiere im Flug zu beobachten, führte eine Wanderung entlang der Isar zum Isarspitz. Die großen und kleinen Exkursionsteilnehmer waren ausgerüstet mit Taschenlampe und die Fledermausexperten mit „Bat-Detektoren“. Solche Detektoren machen die hohen Frequenzen der Ultraschalllaute, die die fliegenden Säugetiere beim Jagen auf Insekten ausstoßen, für das menschliche Ohr hörbar. Und der Regen störte die Fledermäuse bei ihrer Beutejagd nicht. So mussten die Nachtwanderer nicht lange darauf warten, bis aus den Lautsprechern der Detektoren die typischen Laute von Fledermäusen – die Fledermausspezialisten sprachen von mehreren verschiedenen Arten –  zu hören waren. Einige Tiere konnten sogar am Nachthimmel im Flug beobachtet werden. So wurde auch heuer wieder die „Nacht der Fledermäuse“ zu einem besonderen Erlebnis für die Fledermausfreunde.

Wer noch mehr über das Leben, das Vorkommen und den Schutz heimischer Fledermäuse wissen will, für den liegen in der Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz, Altstadt 105 (geöffnet Dienstag bis Donnerstag, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr) kostenlose Info-Schriften auf. Meldungen von Fledermaus-Funden oder -Beobachtungen nimmt der Bund Naturschutz unter der Telefon-Nummer 0871/23748 oder 22390 entgegen.


Mit Ultraschall auf Insektenjagd

Bund Naturschutz organisierte Veranstaltung zur „Nacht der Fledermäuse“

Auch heuer wieder stieß die „Nacht der Fledermäuse“ auf großes Interesse, die am 20. August vom Bund Naturschutz veranstaltet wurde. Bei einem Vortrag im Vereinsheim des Landshuter Rudervereins auf Mitterwöhr und einer Nachtexkursion zum Isarspitz vermittelten Martin Leitner und Christian Winkler Wissenswertes über die heimlichen Jäger der Nacht. Die Fledermauskundler zeigten in ihrem Lichtbildervortrag, welche Maßnahmen sie in Stadt und Landkreis Landshut in den vergangenen Jahren zum Schutz der Fledermäuse unternommen haben. Dazu zählt die Erfassung von Fledermausvorkommen und das Anbieten von „Fledermausbehausungen“ genauso wie auch die Pflege von Findlingen. So wurden zahlreiche Fledermauskästen verschiedenster Ausführungen von den Fledermausschützern vor allem in Wäldern aber auch an Gebäuden installiert. Erst vor kurzem wurden in Zusammenarbeit mit dem Gartenbauamt der Stadt Landshut an einem Gebäude im Hofgarten zwei große Fledermauskästen aufgehängt, die für bestimmte Fledermausarten natürliche Wochenstubenquartiere ersetzen sollen.

Sommer- beziehungsweise Wochenstubenquartiere befinden sich außer in Fledermauskästen je nach Fledermausart unter anderem auf Dachböden von Dorfkirchen, hinter Holzverkleidungen und Fensterläden von Gebäuden oder in ehemaligen Spechthöhlen. Die Sommerquartiere werden im Frühjahr von den Fledermausweibchen bezogen und als sogenannte Wochenstuben genutzt. Hier können dann bis zu 200 Weibchen leben, die ein bis zwei Junge gebären und aufziehen. In Bildern zeigten die Fledermausexperten, wie eng es oft in solchen Wochenstuben, zu denen Männchen keinen Zutritt haben, zugeht. Im Herbst suchen die Fledermäuse ihre Winterquartiere meist in natürlichen Berghöhlen, Spalten, Dachböden, Baumhöhlen, Holzstapeln oder auch in Bergkellern auf. Allerdings hätten Fledermäuse seit vielen Jahren durch das Dichtmachen der Gebäude und ehemaliger Bergkeller große Schwierigkeiten, sowohl natürliche Sommer- als auch Winterquartiere zu finden. Als Beitrag zur Linderung der Quartiersnot wurde auf Initiative und mit Unterstützung der Landshuter Fledermausschützer ein ehemaliger Bunker in der Nähe des Uppenborn-Kraftwerks bei Moosburg von den Stadtwerken München wieder geöffnet, mit einem Gittertor versehen und die Innenräume fledermausfreundlich zum Winterquartier umgestaltet.

Durch Feststellung von Fledermausquartieren aber auch durch Beobachtungen und Funde einzelner Tiere, konnten Leitner und Winkler von den 21 in Bayern vorkommenden Fledermausarten bisher 16 Arten in Stadt und Landkreis Landshut nachweisen. Eine von Christian Winkler zur Veranstaltung mitgebrachte Zweifarbfledermaus – sein derzeitiger Pflegling – war selbstverständlich für die zahlreichen Kinder die Attraktion. Ist es doch sehr selten, eine lebende Fledermaus direkt vor Augen zu haben. Um diese nachtaktiven Tiere im Flug zu beobachten, führte anschließend bei Mondenschein eine Wanderung entlang der Isar zum Isarspitz. Die großen und kleinen Exkursionsteilnehmer waren ausgerüstet mit Taschenlampe und die Fledermausexperten mit „Bat-Detektoren“. Solche Detektoren machen die hohen Frequenzen der Ultraschalllaute, die die fliegenden Säugetiere beim Jagen auf Insekten ausstoßen, für das menschliche Ohr hörbar. Lange mussten die Nachtwanderer nicht warten, bis aus den Lautsprechern der Detektoren die typischen Laute von Fledermäusen – die Fledermausspezialisten sprachen von drei verschiedenen Arten – zu hören waren. Mehrere Tiere zeigten sich sogar, indem sie nur knapp über den Köpfen der Exkursionsteilnehmer hinwegflogen. Beeindruckt schauten diese den Flattertieren nach, bis sie zwischen den Bäumen verschwanden. Fasziniert von dem während der „Nacht der Fledermäuse“ Gehörten und Gesehenen traten die Fledermausbeobachter erst spät wieder den Rückweg an.

Wer noch mehr über das Leben, das Vorkommen und den Schutz heimischer Fledermäuse wissen will, für den liegen in der Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz, Altstadt 105 (geöffnet Dienstag bis Donnerstag, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr) kostenlose Info-Schriften auf. Meldungen von Fledermaus-Funden oder -Beobachtungen nimmt der Bund Naturschutz unter der Telefon-Nummer 0871/23748 oder 22390 entgegen.