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Netzwerk Natur und Umwelt

NATURA 2000 FEIERT 25. JUBILÄUM

BN-Kreisgruppe legte Grundsteine für Schutzgebiete in der Region

Das weltweit größte Naturschutzprojekt zum Erhalt der biologischen Vielfalt, Natura 2000, feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Im Landkreis Landshut und der Stadt gibt es derzeit zehn Vogelschutz- und FFH-Gebiete, die die Natura 2000 - Richtlinien erfüllen. Einen Grundstein hierfür hat die Bund Naturschutz-Kreisgruppe gelegt, und zwar schon bevor Natura 2000 ins Leben gerufen wurde. 1982 war die BN-Kreisgruppe maßgeblich an der Ausweisung des Naturschutzgebietes „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“, die im Hinblick auf das europäische Wasservogelmonitoring international bedeutsam ist, beteiligt. „Allerdings hat es noch bis 1994 gedauert, bis auf Initiative des BN die reichlich paradoxe Wasservogeljagd in diesem Vogelschutzgebiet endgültig untersagt wurde“, erinnert sich Paul Riederer, BN-Ehrenvorsitzender. Noch früher, nämlich Ende der1960er Jahre, hatte Paul Riederer das Isarmoos bei Mettenbach und Grießenbach auf dem Radar. Durchregelmäßige Begehungen und Kartierungen wurde ihm bewusst, welchen ökologischen Wert das Gebiet hat, das damals hauptsächlich aus Wiesen, auch Streuwiesen, bestand. Insbesondere die Vogelwelt hatte es dem Landshuter Naturschützer angetan. „Neben mehreren Brachvogel-und Kiebitzpaaren brüteten dort Wiesenweihe, Sumpfohreule, Bekassine, Wachtelkönig, Wachtel, Grauammer und Wiesenpieper“, erzählt Ehrenvorsitzender Riederer. Anfang der 70er Jahre veränderte sich das Landschaftsbild. Durch den verstärkten Umbruch von Grün- zu Ackerland und die Errichtung eines Modellflugplatzes im Mettenbacher Moos im Jahr 1971 verschwanden jedoch außer Brachvogel und Kiebitz die genannten Vogelarten. Ein Grund für den BN hier aktiv zu werden. So setzten sich die Naturschützer zunächst dafür ein, dass der Modellflugplatz an einen anderen Ort im Landkreis verlegt wurde. Des Weiteren machte der BN immer wieder bei den zuständigen Behörden auf Auffüllungen mit Mineralboden im Moos aufmerksam. Mitte der 1980er Jahre machte sich die Kreisgruppe für ein umfassendes Schutzkonzept für das Mettenbacher und Grießenbacher Moos stark. „Mit der Ausweisung des Isarmooses als FFH-Gebiet wurde die BN-Forderung verwirklicht“, freut sich Paul Riederer über den Erfolg des jahrelangen Engagements. Um den Bürgern das einzigartige Ökosystem nahe zu bringen, bietet der BN ebenfalls seit 25 Jahren am 1.Mai eine naturkundliche Exkursion ins Isarmoos an. Als Naturschutzverband wird der BN bei Ausweisungen von FFH-Gebieten gehört, ist aber auch selbst Eigentümer einiger Flächen. Im FFH-Gebiet Tal der Großen Vils besitzt der BN beispielsweise ein landkreisweit bedeutsames Feuchtgebiet. Der im Jahr 2001 auf Initiative des BN von der Regierung von Niederbayern als Naturschutzgebiet ausgewiesene ehemalige Standortübungsplatz Landshut und zwei direkt an das Naturschutzgebiet anschließende, im Landkreis Landshut gelegene Landschaftsschutzgebiete stellen ein rund 500 Hektar großes BayernNetz-Natur-Projekt dar, dessen Träger die Kreisgruppe ist. 14 Hektar wertvoller Wiesenflächen hat der Naturschutzverband dort gepachtet.

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Den wenigsten Autofahrern, die vielleicht täglich auf der A92 zwischen Dingolfing und Landshut unterwegs sind, dürfte bewusst sein, dass sie an einem bedeutenden europäischen Naturschutzgebiet vorbei brausen. Das Mettenbacher und Grießenbacher Moos ist eines von zehn FFH- und Vogelschutzgebieten in der Region Landshut. Die Flächen wurden in den vergangenen25 Jahren im Rahmen des europäischen Schutzprojektes Natura 2000, dem weltweit größten Naturschutzprojekt zum Erhalt der biologischen Vielfalt, ausgewiesen. Höchste Zeit, einem dieser einzigartigen Lebensräume kurz vor Ende des Jubiläumsjahres einen Besuch abzustatten. Den Anstoß für ihren heutigen Schutzstatus gab in vielen Fällen die Bund Naturschutz-Kreisgruppe Landshut.

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Quelle: Landshuter Zeitung vom 10. November 2017 - Sandra Löw