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„Tafelsilber nicht verkaufen“

Mit weißen Schirmen demonstrierten die Teilnehmer an der Kirschbaum-Pflanzung die Vision eines blühenden Kirschhaines im Prantlgarten (Foto: Peter Litvai)

Prantlgarten-Schützer pflanzten drei weitere Kirschbäume

Landshut. Unter Leitung des Initiators der Aktion „Anton Tschechow – der neue Kirschgarten im Prantlgarten“, des Landshuter Landschaftsarchitekten und Stadtplaners Helmut Wartner, wurden am Sonntag mit über 40 Gleichgesinnten drei weitere Kirschbäume im Prantlgarten gepflanzt. Das Stadtgartenamt hatte die Pflanzlöcher am Pflanzstandort bereits vorab ausgehoben, wofür sich Wartner öffentlich bedankte. Der prominenteste Spender einer der drei Kirschen sei Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer, der damit dokumentiere, dass er die Bebauung mit einer nicht-öffentlichen Nutzung dieses städtischen Filetstückes ablehnt, so Wartner. Habe Deimer in einem Begleitbrief zur Baumspende an ihn auch geschrieben: “Wir haben das Grundstück seinerzeit erworben, um es zunächst zweckfrei für eine eventuelle spätere kommunale Aufgabe vorzuhalten. Auf dieser Basis konnte am Beginn des dritten Jahrtausends eine Museumsplanung ins Auge gefasst werden, die auch das Skulpturenmuseum Fritz und Maria König und das Kreuzgang-Museum funktionell einbezog. Dabei ist bedeutend, dass vor allem die rückwärtige Bebauungslinie eingehalten und die Dachlandschaft bei einer Bebauung nicht zerstört wird.“ 

Paul Riederer, der stellvertretende Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe, freute sich als Mitinitiator der Pflanzaktion über die zahlreiche Anwesenheit von Teilnehmern mit weißen „Prantlgarten-Rettungsschirmen“, die die Vision eines blühenden Kirschhaines anstelle einer geplanten Luxuswohnbebauung symbolisieren. Es hätten sich, so Riederer, auch bereits zahlreiche weitere Spender für zusätzliche Kirschbäume bei den Initiatoren angemeldet. Abzuwarten bleibe, wie die Politik im Sommer über das Schicksal dieser wertvollen Fläche mitten in der Stadt entscheidet. Helmut Wartner hat inzwischen weitere 2000 Postkarten im Stadtgebiet verteilt, die dem Adressaten Oberbürgermeister Hans Rampf zeigen sollen, dass sich Teile der Landshuter Bürgerschaft nicht mit dem Ausverkauf des „Tafelsilbers Prantlgarten“ abfinden werden. Auch Rudolf Sturm vom Bund Naturschutz konnte bereits rund 500 Unterschriften gegen die Bebauung sammeln.            

Ein Redakteur des Bayerischen Rundfunks wird am 15. April 2014 im Kulturjournal von BR 2 über seine Eindrücke von der Kirschbaum-Pflanzung berichten.

Die erste Kirsche wird gepflanzt; die Initiatoren Paul Riederer und Helmut Wartner (von links) passen auf (Foto: Richard Kuther)
Die neue Postkarte an OB Hans Rampf: Der neue Prantlgarten soll ein Kirschgarten werden – Öffentliche Pflanzung von 3 Spenderkirschen am 6. 4. 2014 (drei rote Markierungspunkte = Pflanzort) (Gestaltung: Helmut Wartner)

Kirschbäume für den Prantlgarten

Drei Kirschbäume für den Prantlgarten. Die roten Markierungen zeigen den Pflanzort

Am Sonntag, 6. April, in Landshut wieder Baumpflanzung für die „Vision Kirschgarten statt Luxuswohnungen“

Der Initiator der „Aktion Tschechow: Der Kirschgarten“, der Landshuter Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Helmut Wartner, und der Mitinitiator Paul Riederer, stellvertretender Vorsitzender der BUND-Naturschutz-Kreisgruppe, pflanzen am Sonntag, 6. April, mit gleichgesinnten Unterstützern wieder Kirschbäume im Prantlgarten. Einer der prominenten Spender der drei Kirschbäume ist Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer. Die Bevölkerung ist zu dieser öffentlichen Pflanzaktion herzlich eingeladen. Treffen ist um 11 Uhr vor dem Skulpturenmuseum im Hofberg, Kolpingstraße/Bindergasse. Die Organisatoren wünschen sich, dass die Teilnehmer den weißen „Prantlgarten-Rettungsschirm“ oder einen anderen möglichst weißen Schirm mitbringen. Die Schirme sollen blühende Kirschbäume statt Bebauung mit Luxuswohnungen im Prantlgarten symbolisieren.

Bei der Pflanzung der drei Kirschbäume besteht auch die Möglichkeit, die neuen Kartenmotive zur weiteren Verteilung und Werbung für die Vision Kirschgarten im Prantlgarten zu erhalten. Diese von Helmut Wartner vorbereiteten zwei neuen Postkarten können die Unterstützer der Vision eines Kirschgartens statt einer Bebauung mit Luxuswohnungen an Oberbürgermeister Hans Rampf schicken. Das eine Kartenmotiv zeigt das Blindenmodell am Ländtorplatz mit einem Kirschgarten unter dem Motto „Jetzt merkt es jede(r) Blinde: Der neue Prantlgarten soll ein Kirschgarten werden“. Und die andere Karte bildet den Standort der Pflanzaktion außerhalb der geplanten Bebauung ab, um die Verwaltung und den Stadtrat, der ab Sommer über die künftige Nutzung des Geländes abstimmen soll, nicht unnötig in Verlegenheit zu bringen, betonen die Organisatoren der Kirschbaumpflanzung.

Aufruf an den Stadtrat der Stadt Landshut

Der Prantlgarten als Ganzes ist kein Bauland! Er soll als Bürgergarten für ALLE zu neuem Leben erweckt werden!

Der Prantlgarten ist kein Grundstück, vergleichbar mit "vergilbendem Tafelsilber in der Schublade" (OB Rampf), sondern ein Ort, der mit erheblichen staatlichen Zuschüssen und mit Unterstützung des Stadtrates der 80er Jahre dafür bestimmt wurde, "für die dicht bebaute historische Innenstadt eine öffentliche Grünfläche (zu schaffen), sowie eine Verbesserung ihrer Wohnqualität zu erreichen" (Förderbegründung der Regierung von Niederbayern, Doku 24).

Wenn sich der Stadtrat auf die derzeitige Beschlusslage für den Verkauf beruft, so möge er dabei nicht vergessen, dass er damit eine frühere mutige und in die Zukunft gerichtete Entscheidung der Stadt - nämlich eine Grundstückssicherung für die Bürger im Prantlgarten - verwirft und dabei ist, Fördergelder genommen zu haben ohne den Förderzweck zu erfüllen.

Die nachfolgenden Argumente sollen Sie, als Oberbürgermeister, Bürgermeister, Stadträtin oder Stadtrat ermutigen, den Stadtratsbeschluss aus den 80er Jahren wieder aufzugreifen, zu unterstützen und sich nicht auf die derzeitige "Beschlusslage" zu berufen. Schließlich geht es um einen Ort vielfältiger Nutzung und um die Bereicherung des Stadtlebens. Für die Bürger ist der Prantlgarten

1. ein Ort der Stadtgeschichte und Stadtidentität

Das Alte Franziskanerkloster wurde mit seinem Klostergarten - also dem heutigen Prantlgarten - 76 Jahre nach der Stadtgründung 1280 gegründet und ist noch heute durch seine Klostermauer als Einheit erkennbar. Dieses Kulturdenkmal würde mit seinen Bodendenkmälern (Körpergräber ect.) durch eine Bebauung in seiner Bedeutung zerstört.

2. ein Ort der Erholung in der Natur

In nächster Nähe, durch die Königsfelder Gasse verbunden mit der dichtbebauten Kernstadt, nimmt besonders das derzeitige Tennisplatzgrundstück eine Schlüsselstellung für die Stadtentwicklung und Naherholung ein (siehe Förderbegründung zu Punkt 1). Parkartig gestaltet als Bürgergarten stellt es eine grüne Pforte zum Hofgarten dar. Durch seine ebene Fläche wird es dem gesellschaftlichen Leben der Stadt im besonderen Maße dienen und ist somit

3. ein Ort der Begegnung

für Kinder zum Spiel, zu Treffs mit Freunden oder zur Ruhe und Besinnung alleine. Die Kernstadt soll für Familien mit Kindern auch in der Zukunft bewohnbar bleiben. Eine bauliche Verdichtung wäre eine nicht wieder gut zu machende städtebauliche Fehlentwicklung.

4. ein Ort des kulturellen Lebens

Skulpturen- und Stadtmuseum in einem Park vereint als erweiterungsfähiges Museumszentrum - ein Magnet für Groß und Klein; für Kunstausstellungen und damit auch eine gemeinsame Heimat der Künstler im Landshuter Umkreis; für große und kleine Ausstellungen.

So hat die Stadt hier einen hohen Wert zu bewahren und zu gestalten. Der zu erzielende Grundstückspreis mag hoch sein aber der Wert dieses Ortes kann nicht mit Geld oder Tafelsilber aufgewogen werden. Ist dieses Grundstück erst einmal verkauft und zur Bebauung freigegeben, geht damit ein wesentliches Stück Lebensqualität in der Innenstadt für die Bürger für immer verloren! Bringen Sie also den Mut auf, die Beschlusslage im Sinne der Bürger zur korrigieren!  >> zur Unterschriftsliste

>> Historische Bilder "Prantlgarten"