MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Projekt Lebensturm der Ortsgruppe Oberes Binatal/Rottquelle nun abgeschlossen

Das Bild zeigt Hans Winter und Monika Schmidt von der Ortsgruppe sowie Herrn Bacher von der VR-Bank Vilsbiburg bei der Spendenübergabe.
Lebensturm

Auf Initiative der OG Oberes Binatal wurde in der Gemeinde Bodenkirchen das Projekt Lebensturm gestartet, an dem sich sämtliche im Gemeindegebiet ansässigen Landschafts-und Gartenbauvereine beteiligten.In den verschiedenen Ortsteilen wurden jeweils Lebenstürme aufgestellt, die alle nach dem gleichen Prinzip, aber sehr individuell in der Ausführung gestaltet wurden. Von der VR-Bank Vilsbiburg erhielt die Ortsgruppe eine Spende von 500 Euro. Damit wurden jetzt noch Infotafeln erstellt, für jeden Turm eine. So kann man an jedem Turm sehen, wo die jeweils anderen stehen und wie sie gestaltet sind. Die Ortsgruppe freut sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Naturfreunden in der Gemeinde und hofft auf weitere gemeinsame Projekte.

Arbeitsintensive Biotoppflege

Schweißtreibend war das Abrechen des Mähgutes per Hand durch Mitglieder der BN-Ortsgruppe
Schwierig waren die Mäharbeiten mit einer Motorsense am steilen Bahndamm bei Hilling
Sogar eine Blindschleiche wurde während der Biotoppflegearbeiten entdeckt

Bund-Naturschutz-Ortsgruppe „Oberes Bintal/Rottquelle“ mähte steilen Bahndamm zum Erhalt der reichen Flora

Bodenkirchen/Hilling. Zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung eines artenreichen Blumenbestandes am Bahndamm der Strecke Landshut-Mühldorf bei Hilling, Gemeinde Bodenkirchen, führte die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe „Oberes Binatal/Rottquelle“ nach Absprache mit der Südostbayernbahn eine arbeitsaufwändige Pflegemaßnahme durch. Bei dem hauptsächlich sehr steilen Gelände handelt es sich um wertvolle Trocken- und Magerstandorte mit reicher Flora, unter anderem Königskerze, Flockenblume, Wilde Möhre und Glockenblume. Aber auch viele Insektenarten wie Schmetterlinge und Wildbienen sowie wärmeliebende Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen haben hier ihren Lebens- und Nahrungsraum.

Nachdem an dem Bahngelände in letzter Zeit keine Pflegemaßnahmen mehr durchgeführt wurden, drohte die Gefahr des Verschwindens der artenreichen Flora. Das war für die BN-Ortsgruppe „Oberes Binatal/Rottquelle“ mit ihrem Vorsitzenden Hans Winter Grund genug, auf drei größeren Flächen entlang des Bahndammes den vorhandenen, bereits verfilzten Altgrasbestand von einem Biobauern mähen zu lassen. Wegen der Steilheit und der Unebenheit des Geländes musste der Großteil dieser sehr schwierigen Arbeit mit einer Motorsense durchgeführt werden. Nur die ebenen Flächen am Dammfuß konnten mit dem Traktor gemäht werden. Das Abrechen per Hand wurde dann von Mitgliedern der BN-Ortsgruppe übernommen. Eine zusätzliche zweite mosaikartige Mahd, so Winter, werde im Herbst erfolgen, um die vorhandenen Trocken- und Magerstandorte als Biotoptrittsteine für eine reiche Flora und Fauna zu verbessern und zu sichern. Die Pflegemaßnahmen werden von der Regierung von Niederbayern gefördert.

Ablehnende Haltung zur B 15 neu

Flughafentangente als Alternative empfohlen

Wurmsham. Auch die Gemeinde lehnt eine Planung und den Bau der B 15 neu durch ihr Gebiet ab. Ein Antrag der Bürgerinitiative gegen die B 15 neu fand im Gemeinderat eine deutliche Mehrheit.

Wie in mehreren anderen Gemeinden entlang der vorgesehenen Trassenführung hat sich in diesem Jahr in der Gemeinde Wurmsham eine Bürgerinitiative gegen die B 15 neu gegründet. Mit 145 Unterschriften wurde die Gemeinde aufgefordert, gegen die B 15 neu Stellung zu nehmen. Eine große verkehrspolitische Debatte blieb im Gremium aus. Viele Argumente für oder gegen diese überörtliche Straße waren bereits im Vorfeld ausgetauscht worden. In der Beratung wurde unter anderem die Beeinträchtigung der Landschaft durch diesen Straßenbau angesprochen. Im Gebiet der Gemeinde Wurmsham wird es keine Auffahrt geben, so dass die Nutzung für die Bürger mit zusätzlichen Wegen verbunden wäre. Andererseits wurde auch vorgetragen, dass eine gute Verkehrsanbindung Arbeitsplätze in der Region sichert. Einigkeit bestand darüber, dass eine B 15 neu nicht zwischen den Autobahnen enden dürfe. Weil die dazwischen liegenden, bestehenden Straßen den Verkehr nicht aufnehmen könnten.

Als Ergänzung zum beantragten Beschluss wurde angeregt, auf die Alternative der Flughafentangente Ost hinzuweisen. Hierzu gab es aber ebenfalls Bedenken, weil diese Streckenführung ab der A 92 einen langen Umweg darstellt und die Verkehrsteilnehmer mit Navigationsgeräten auf dem kürzesten Weg über bestehende Straßen gelotst werden.

Mit 10:2 Stimmen beschloss das Gremium, dass die Gemeinde Wurmsham keinen Bedarf für den Bau des Abschnittes Velden – Schwindegg der B 15 neu hat.

Deswegen beauftragte der Gemeinderat die Bürgermeisterin, bei der Autobahndirektion Südbayern die Einstellung der Planungsarbeiten für den Abschnitt Essenbach – Schwindegg zu beantragen. Außerdem fordert der Gemeinderat die Streichung dieses Planungsabschnitts aus dem Bundesverkehrswegeplan. Der Gemeinderat befürwortet ab der A 92 die alternative Anbindung zur A 94 über die Flughafentangente Ost.

(Quelle: Vilsbiburger Zeitung vom 24. September 2010)

Drei Quellen ausgeschildert

Bürgermeisterin Maria Neudecker mit Monika Schmid (von links) vor dem Rott-Quelleschild mit den Vertretern von Sparkasse und Bund Naturschutz Stefan Pecho und Hans Winter (dritter und zweiter von rechts)
Die Wasserscheide Rott und Vils wird auf einer Tafel sehr übersichtlich dargestellt

Bund Naturschutz hat die Schilder entworfen – Sparkasse hat gespendet

Wurmsham. Nun sind alle drei Quellen von Rott, Bina und Zellbach innerhalb der Gemeinde leicht zu finden. Die Wege dorthin sind jetzt gut ausgeschildert und so ist der Beginn des jeweiligen Flusses für jedermann auffindbar. Nicht nur Wegweiser führen dort hin, auch Landkarten sind aufgestellt, die die Flüsse vom Quellverlauf bis zu ihrer Mündung aufzeigen. Zusätzlich sind Pflanzen , Tiere und Insekten um die Quellen aufgezeigt, die typisch in diesen Gebieten anzutreffen sind.

Die Wegbeschreibungsschilder- und Karten wurden von der Sparkasse Landshut mit 1000 Euro gesponsert und der Bund Naturschutz (BN) hat diese Karten entworfen und ausgearbeitet. Behilflich waren dabei auch das Amt für Ländliche Entwicklung, das Vermessungsamt und das Landratsamt. Zur endgültigen Fertigstellung und Übergabe traf sich Bürgermeisterin Maria Neudecker mit Zweigstellenleiter Stefan Pecho von der Sparkasse Velden, mit Vorsitzendem Hans Winter, stellvertender Vorsitzenden Monika Schmid, Heinz Gibowski, Günter Bruns und Reinhard Lermer von der BN-Ortsgruppe Oberes Binatal-Rottquelle. Der Sparkassenleiter betonte, die Bank fördere aus dem Gewinn des PS-Sparens vorwiegend Projekte, Landschaftsschutz, Vereine, Kinderprogramme und zeichnet ehrenamtliche Helfer aus. Mit dieser Spende, so betonte Pecho, soll die heimische Landschaft besser zu erkunden und zu entdecken sein.

Bürgermeisterin Neudecker bedankte sich für die großzügige Spende und auch bei den Vertretern des Bundes Naturschutz für die Ausarbeitung der Tafeln, auf denen das Einzugsgebiet von Vils und Rott vermerkt sind. So beträgt die Fließstrecke von Bina und Rott 125 km bis zur Mündung in Schärding und 135 km die Strecke des Zellbaches über die Vils zur Donau in Vilshofen. Das Wassereinzugsgebiet umfasst eine Fläche von 1200 Quadratkilometern (Rott) und 1500 der Vils. Nach dieser Erschließung könne nun auch eine Erschließung von Radfahrwegen erfolgen, wie z.B. von Velden über die Drei-Quellen-Gemeinde Wurmsham nach Neumarkt-St. Veit und weiter der Rott entlang.

Quelle: Vilsbiburger Zeitung, 25. August 2010


150 Unterschriften gegen B 15 neu

Albert Lohmeier von der BI „Stop B 15 neu“ (links) und Hans Winter vom Bund Naturschutz bei der Übergabe der Unterschriftslisten an Wurmshams Bürgermeisterin Maria Neudecker

Sprecher der Bürgerinitiative und vom Bund Naturschutz brachten bei Bürgermeisterin Neudecker ihre Bedenken vor

Wurmsham/Pauluszell. Viele Bürger waren Anfang diesen Jahres der Einladung der Ortsgruppe Oberes Binatal/Rottquelle des Bund Naturschutzes Bayern gefolgt und informierten sich über den Planungsstand der Fernverkehrsstraße B 15 neu. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde die Bürgerinitiative „Stop B 15 neu“ für Pauluszell und die Gemeinde Wurmsham gegründet. Der Sprecher der Bürgerinitiative Albert Lohmeier und BN-Ortsgruppenvorsitzender Hans Winter übergaben nun eine Liste von rund 150 Unterschriften, die zwischenzeitlich bei einer Unterschriftenaktion in der Gemeinde Wurmsham gesammelt wurden, an Bürgermeisterin Maria Neudecker.

Die unterschriebenen Personen sprechen sich gegen den Bau der Straße aus. Die Bürgermeisterin versicherte, die Unterlagen an den Gemeinderat zur Abstimmung weiterzugeben. Die Abstimmung wird voraussichtlich in der ersten Sitzung des Gemeinderates im September erfolgen. Lohmeier und Winter freuten sich, dass so viele Bürgerinnen und Bürger von ihrem Mitspracherecht Gebrauch gemacht haben und sich in die ausliegenden Listen eintrugen.

Die Gemeinde Wurmsham ist somit die letzte der im Landkreis Landshut betroffenen Gemeinden, die auch von seiten des Gemeinderates eine Stellungnahme zur Planung der B 15 neu abgibt. In den Gemeinden und Städten Essenbach, Adlkofen, Geisenhausen und Vilsbiburg äußerte sich die Bürgervertretung gegen einen Bau der Straße. In Velden konnte mit einem Abstimmungsgleichstand im Gemeinderat keine eindeutige Meinung erzielt werden.

Die Bürgerinitiative Wurmsham wies darauf hin, dass nicht zuletzt auch viele besorgte Bürger befürchten, dass nach Ausbau täglich etwa 30000 Fahrzeuge durch den südlichen Landkreis fahren würden. Sicher ist auch, dass für den Bereich Velden wohl keine Autobahnauffahrt in der Planung ist. Außerdem könnten sich für so manchen Landwirt Probleme bei der Felderzufahrt ergeben, da nicht für jedes Grundstück eine separate passende Unterführung gebaut werden wird, so die beiden Vertreter der Initiative.

Ein weiteres Problem könne im Bereich der südlichen Landkreisgemeinde zum Tragen kommen. Strecken werden nur soweit gebaut wie das Geld reicht. Die Fahrzeuge, die dann die Autobahn verlassen werden, ergießen sich dann auf die Gemeinde- und kleineren Staatsstrasse, die dann eine Flut an Fahrzeugen zu bewältigen haben. All diese Faktoren gaben die Vertreter der Bürgerinitiative und des Bundes Naturschutz zu Bedenken. Die Planung des Straßenbaus liege allerdings nicht in der Hand der Kommunen oder Landkreise, sondern wird auf Bundesebene geplant. Die Trasse im südlichen Landkreis soll demnach in der nächsten Zeit in die Planung kommen. Dem zuvorkommend wollen die Bürger und Gemeinde ein Statement an den Bund geben, um die Meinungen oder Bedenken der betroffenen Menschen wiederzugeben.

(Vilsbiburger Zeitung 13. August 2010)

Blütenpracht und Artenvielfalt

Die Wiesen in Binabiburg und Großmaulberg bieten ein buntes Pflanzenspektrum
Auch für Schmetterlinge, wie den Distelfalter, sind sie wertvolle Lebensräume

BN-Ortsgruppen sichern Blumenwiesen durch extensive Pflege

Binabiburg/Vilsbiburg. An zwei Standorten entwickelte sich in den letzten Jahren eine artenreiche Blumenwiese, eine auf der Fläche rund um die Salvator-Kirche in Binabiburg und eine auf dem Grundstück von Biogärtner Degenbeck in Großmaulberg bei Vilsbiburg. Die beiden Bund-Naturschutz-Ortsgruppen „Oberes Binatal/Rottquelle“ und Vilsbiburg haben sich zusammengetan, um diese Blumenwiesen mit ihrer Blütenpracht und Artenvielfalt zu erhalten, informieren Monika Schmidt, stellvertretende Vorsitzende der Binataler Ortsgruppe, und Stefan Englbrecht, Vorsitzender der Ortsgruppe Vilsbiburg.

Jahrelang wurden die beiden Grundstücke nicht gedüngt, so dass sich seltene Blumen auf den mageren Böden entwickeln konnten. In Zusammenarbeit mit dem Dorf- und Landschaftspflegeverein Binabiburg und in Abstimmung mit der Kichenverwaltung mähen die Bund-Naturschutz-Ortsgruppen die Wiese rund um die Salvator-Kirche jetzt im Hochsommer. Dadurch haben die Pflanzen die Möglichkeit, auszusamen, im darauf folgenden Jahr wieder zu blühen und sich sogar zu vermehren. Es wachsen dort viele botanische Raritäten wie Efeublättriger Ehrenpreis, Heidenelke und Wiesenglockenblume, weiß Johanna Mooser als botanisch versierte Naturschützerin zu berichten. Auch sei der Frauenmantel, die Kleine Brunelle und die Sternmiere hier anzutreffen. Viele Blumenarten, welche charakteristisch für Trocken- und Magerrasenstandort sind, findet man ebenfalls, so etwa das Frühlings-Fingerkraut, das Echte Labkraut und der Mittlere Wegerich.

Zu den ersten Blumen, die im Frühjahr auf der Wiese rund um die Kirche blühen, gehört das rasenbildende Frühlingsfingerkraut, so Mooser. Es wird nur fünf bis 15 Zentimeter hoch. Wenn in einem heißen und trockenen Sommer die Gräser verdorrt sind, sei sie als Magerrasenpflanze immer noch grün. Außer den Mager- und Trockenrasen liebenden Blumen kommen auch zahlreiche Blumenarten der Fettwiese und anderer Standorte an der Wallfahrtskirche vor, so das Acker-Hornkraut, die Weiße Lichtnelke, Wiesenwitwenblume, Margerite, Wiesenflockenblume und der Gamander-Ehrenpreis.

Die Blumenwiese in Großmaulberg ist nicht minder reich an Pflanzen, versichert die Blumenspezialistin. Dazu gehören Wiesenknopf, Kreuzblume, Heidenelke, Wiesenbocksbart, Knäuelglockenblume und Johanniskraut. Das Johanniskraut blüht von Juni bis September und wird 30 bis 80 Zentimeter hoch. Es wächst gerne in extensiv genutzten Wiesen, an Wegrändern sowie an Wald- und Heckensäumen und ist wie viele andere Pflanzen auch eine Heilpflanze. Die rot blühende Heidenelke wird nur zehn bis 30 Zentimeter hoch, sie liebt sandige, kalkarme Böden und steht zerstreut auf der mageren Wiese.

Lang ist die Liste der dort vorkommenden Pflanzen, sie bilden reichlich Nahrung für Schmetterlinge, Wildbienen und weitere Insekten. Auch vorkommende Gräser sind wichtig, so für den Nachwuchs von Schmetterlingen wie Braunem Waldvogel, Dickkopffalter, Ochsenauge und Schachbrettfalter, bestätigt Johanna Mooser. Manche Falter haben sich auf nur eine Pflanze spezialisiert und so werden die Schmetterlinge weniger, wenn diese eine Pflanze verschwindet. Höchstens zweimal im Jahr, im Sommer und im Herbst, werde diese blumenreiche Wiese von den BN-Ortsgruppen jetzt gemäht. So könne die Artenvielfalt erhalten werden.

Eine Autobahn nach Pauluszell?

Bund Naturschutz informierte zum Planungsstand der B15 neu

Pauluszell. Wie schon in den Gemeinden Adlkofen, Geisenhausen, Vilsbiburg und Velden bewegt die Fernverkehrsstraße unter dem Namen B15 neu auch die Menschen in der Gemeinde Wurmsham. Rund 100 betroffene Bürgerinnen und Bürger aus Pauluszell, weiteren Ortsteilen der Gemeinde Wurmsham und umliegenden Gemeinden kamen am Montag auf Einladung der Ortsgruppe Oberes Binatal/Rottquelle im Bund Naturschutz in Bayern e.V. im Saal des Zellbachstüberls in Pauluszell zusammen, um sich zum Planungsstand dieser neuen Fernverbindung zu informieren.

In seiner Begrüßung hob Hans Winter, Vorsitzender der Ortsgruppe Oberes Binatal/Rottquelle die Anwesenheit aller Bürgermeister der Gemeinde Wurmsham, Bürgermeisterin Maria Neudecker und ihre Stellvertreter Jakob Limmer und Siegfried Müller hervor. Neben der Gemeinderäten Mathias Kirmeier und Peter Kraxenberger war mit Rosi Steinberger auch eine Kreisrätin anwesend. Anschließend warf der stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende des Bund Naturschutz, Paul Riederer einen Blick auf die Anfänge dieses Straßenbauvorhabens, das ursprünglich als Autobahn A93 firmierte. Da das Kind lediglich in B15 neu umgetauft, die Pläne aber nicht geändert wurden, kann man seiner Meinung nach der Wahrheit entsprechend von einer Autobahn sprechen. Den Verlauf von Saalhaupt nach Rosenheim skizzierte dann Stefan Englbrecht, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Vilsbiburg. Nachdem nun von Regensburg her kommend die ersten Teilstücke gebaut werden und das Erreichen der A92 bei Essenbach wohl feststeht, rückt die Bedrohung für den südlichen Landkreis näher. Die Straße ist aber seiner Information nach in der Region Rosenheim schon länger kein Thema mehr und auch die Politiker sprechen nur noch von einem Bau bis Schwindegg, wo die Fernstraße in die geplante A94 münden soll. Warum also viel Geld in ein fragwürdiges Teilstück stecken und damit Heimat, Ackerflächen und Natur zerstören? In der Folge erläuterte Stefan Englbrecht dann den Stand der Dinge im südlichen Landkreis. Angefangen von der Anschlussproblematik der Straße an Landshut bis hin zu den wegen der finanziellen Mittel zu erwartenden Teillösungen, die die jeweils betreffende Gemeinde im Verkehr ertrinken ließen, ging er auf zahlreiche Aspekte ein. Die Stadt Landshut fordert die B15 neu vehement als Lösung ihrer Verkehrsprobleme. Sieht man sich die Situation dort näher an, wird diese Straße wohl kaum dafür herhalten können, so Englbrecht und Riederer, da der meiste Verkehr hausgemacht ist. Sie belegten dies mit offiziellen Verkehrsmengenzählungen. Dafür würde der zusätzliche Verkehr die Gemeinden Adlkofen, Geisenhausen, Vilsbiburg, Velden, Wurmsham, Buchbach und Schwindegg mit Lärm und Dreck überhäufen. Aber gibt es Alternativen? Durchaus meinte Paul Riederer, denn sinnvolle Ortsumgehungen wie sie der Bund Naturschutz seit Jahrzehnten fordert, tragen sowohl der Erfordernissen des örtlichen wie des überörtlichen Verkehrs Rechnung. Er verwies dazu auf die Umgehung von Vilsbiburg, die so schon lange vor ihrer Umsetzung eine Forderung des Bund Naturschutz war. Eine maß- und sinnvolle Verkehrsentwicklung, wie sie der Ausbau der vorhandenen Verkehrswege im bereits dichtesten Straßennetz Europas darstelle, sei hier das Gebot ergänzte Herbert Jans, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Geisenhausen. Zudem seien bereits die Sanierungen kostspielig genug.

In der folgenden Diskussion gab es zahlreiche Wortmeldungen und neben den Referenten antworteten darauf auch die Vertreter der Bürgerinitiativen „Stopp B15 neu“ aus Geisenhausen und Vilsbiburg-Haarbach, Markus Thaler und Peter Ecker. Bürgermeisterin Maria Neudecker gab zu bedenken, dass die Gemeinde im Vorfeld ihren Standpunkt äußern müsse, da die Planer zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr nachfragen werden. Den Schlusspunkt unter diese Veranstaltung setzte die Gründung einer Bürgerinitiative „Stop B15 neu“ für Pauluszell und die Gemeinde Wurmsham. Unter den eingesammelten über vierzig Unterstützerunterschriften befinden sich auch die der drei Bürgermeister. Als Sprecher der Bürgerinitiative wurden Albert Lohmaier und Ulrich Hümmer gewählt nachdem sie sich bereit erklärt hatten, diese Aufgabe zu übernehmen.

Die gewählten Sprecher der Bürgerinitiative "Stop B 15 neu" aus der Gemeinde Wurmsham / Pauluszell gemeinsam mit dem stellv. Vorsitzenden der BN Kreisgruppe Landshut, Paul Riederer (3. v. r.), sowie den Vorsitzenden der BN Ortsgruppen "Oberes Vilstal", Ernst Georg Eichner (Links), "Vilsbiburg", Stephan Englbrecht (1. v. r.) und "Oberes Binatal", Hans Winter (2. v. r.)

Generationenwechsel beim Naturschutz

Aus der Jahresmitgliederversammlung der BN-Ortsgruppe „Oberes Binatal/Rottquelle“

Die Ortsgruppe „Oberes Binatal/Rottquelle“ des Bundes Naturschutz (BN) traf sich im „Spirklhof“ in Rothenwörth zur Jahresmitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstands. Dabei löste der bisherige 2. Vorsitzende Hans Winter den langjährigen 1. Vorsitzenden Heinz Gibowski ab. Gibowski wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Heinz Gibowski begrüßte zunächst die anwesenden Mitglieder. Anlässlich der Tatsache, dass er aus Altersgründen nicht mehr zu den Neuwahlen der Vorstandschaft antreten wollte, blickte er auf die 16 Jahre zurück, in denen er vier Jahre das Amt des zweiten und zwölf Jahre das des ersten Vorsitzenden in der Ortsgruppe bekleidet hatte. Die Arbeit im Naturschutz habe sich in dieser Zeit sehr verändert. Dies gelte für die Arbeit an sich genauso wie für die Kommunikation. Speziell durch das Internet habe sich hier viel getan. Gibowski plädierte nicht zuletzt vor diesem Hintergrund für einen Generationenwechsel an der Spitze des Ortsgruppenvorstands und wünschte sich auch für die Zukunft eine gute aktive Zusammenarbeit in der Ortsgruppe.

Nach dem Kassenbericht wurde der neue Vorstand der Ortsgruppe gewählt: Die Nachfolge von Heinz Gibowski als 1. Vorsitzender tritt Hans Winter (Wurmsham) an. Er übernimmt eine Doppelfunktion, er wurde außerdem zum Schriftführer bestimmt. Als 2. Vorsitzende wurde Monika Schmidt (Aich) gewählt. Das Amt des Schatzmeisters hat in der nächsten Wahlperiode Johann Schmidt (Aich) inne, Heinz Gibowski (Binabiburg) und Georgine Lermer (Schalkham) ergänzen als Beisitzer den Vorstand.

Im Anschluss wurde Heinz Gibowski von Reinhardt Lermer geehrt. 1992 wurde die Ortsgruppe gegründet und wie viele andere Mitglieder sei der Geehrte seither dauerhaft aktiv gewesen. Schon bald nach der Gründung übernahm Heinz Gibowski von Helmut Denk das Amt des 1. Vorsitzenden. Diese Funktion verlange vorausschauendes Engagement und sei mühsam, so Lermer. Gibowski habe den ersten Vorsitz aber hervorragend ausgefüllt. Er setzte außerdem auch sein handwerkliches Talent für den Naturschutz ein, so zum Beispiel durch den Bau von Vogelnistkästen und „Insektenhotels“. Zusammen habe man in den zurückliegenden 16 Jahren über 2000 Erlen gepflanzt, aber auch viele Hecken und eine Lindenallee. Auf dem Pfarrgrund bei der Bergkirche St. Salvator konnte durch die Ortsgruppe „Oberes Binatal/Rottquelle“ ein Biotop angelegt werden. Auf der Umweltausstellung „Vilstal-Öko“ in Vilsbiburg habe man sich mehrmals mit einem Vogelhausstand und einer Vogelnistkastenwerkstatt präsentiert. Lermer bat Heinz Gibowski, weiterhin in der Ortsgruppe aktiv zu bleiben und ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. Auch seiner Ehefrau, Rita Gibowski, dankte Lermer für die Unterstützung, die sie ihrem Ehemann in seiner Aktivität für den Naturschutz gegeben habe.

Die Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Landshut, Kathy Mühlebach-Sturm und Paul Riederer, bedankten sich ebenfalls bei Heinz Gibowski für die geleistete Arbeit für den Bund Naturschutz und für den Arten-, Natur- und Landschaftsschutz und überreichten ihm eine Kachel mit dem Linden-Emblem des Bundes Naturschutz.

Die neu gewählte 2. Vorsitzende Monika Schmidt gab abschließend noch einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand des neuesten Projekts, das die Ortsgruppe in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wurmsham initiierte: Gemeinsam will man die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Rott-Quelle, der Bina-Quelle und der Zellbach-Quelle aufmerksam machen, die alle drei auf engstem Raum in der Gemeinde Wurmsham entspringen. Deshalb könne sich Wurmsham auch als die „Drei-Quellen-Gemeinde“ bezeichnen.

Reinhardt Lermer (Dritter von links), Kathy Mühlebach-Sturm (rechts) und Paul Riederer (links) ehrten Heinz Gibowski (Zweiter von rechts) für seine Verdienste um den Natur- und Umweltschutz

Quellen mit heimatkundlicher Bedeutung

Die Geburtsstätte der Bina sind zwei benachbarte Tümpel in einem Wald bei Kamhub

BN-Vertreter besichtigten die Quellbereiche von Rott, Bina und Zellbach

Wurmsham. Die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe „Oberes Binatal/Rottquelle“ organisierte kürzlich eine Besichtigung der Quellen von Rott, Bina und Zellbach, die sich alle nicht weit von einander entfernt in der „Drei-Quellen-Gemeinde“ Wurmsham befinden. Außer den Vorstandsmitgliedern Heinz Gibowski, Hans Winter und Monika Schmidt sowie weiteren aktiven Mitgliedern von der BN-Ortsgruppe nahmen an dem Ortstermin auch die erste Vorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm, stellvertretender Vorsitzender Paul Riederer und Landschaftsplaner Berthold Riedel von der BN-Kreisgruppe Landshut teil. Zweck der Besichtigung war, sich über den Zustand der Quellen dieser drei Fließgewässer zu informieren und Maßnahmen zu überlegen, wie die Bedeutung der Quellen und der Fließgewässer von Rott, Bina und Zellbach im Bewusstsein der Bevölkerung aufgewertet werden könnte.

Erstes Ziel der Besichtigungstour war die Rottquelle bei Müllerthann. Sie tritt gut sichtbar in einem kleinen Becken zu Tage, versickert dann wieder, um einige Meter weiter ein schönes Gewässer-Wald-Biotop zu bilden. Es handelt sich hier um ein schutzwürdiges Biotop. Nach Ansicht der Naturschützer könnte man nach Rücksprache mit dem Grundstücksbesitzer den Quellbereich mit einem kleinen Holzsteg versehen, so dass einzelne Spaziergänger, aber auch Schulklassen an das Gewässer – ohne die Uferbereiche zu schädigen – herantreten und es beobachten könnten. Man könnte Geschichten um diese Quelle sammeln und sie in ein „Quellen-Fluss-Portrait“ einbinden, welches auf einer Tafel, die am Waldrand aufgestellt wird, dargestellt wird. Die „In-Wert-Setzung“ der Rottquelle könnte so mit wenig Aufwand zu einer „In-Wert-Schätzung“ führen.

Bei der Zellbachquelle in der Nähe von Manhartsstatt handelt es sich um ein Quellgebiet vermutlich in einer ehemaligen Kies- oder Lehmgrube. Heute sei der Bereich als Biotop „Feldgehölz mit Quellgehölzen“ zu bezeichnen, stellten die BN-Vertreter fest. Um dieses Quellgebiet als Biotop im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, könnte mit einer Informationstafel darauf hingewirkt werden, dass hier nicht – wie in der Vergangenheit geschehen – Müll abgeladen werden darf. Die Tafel soll auch darauf hinweisen, dass es sich hier um das Quellgebiet des Zellbaches handelt, der im Gegensatz zur Rott und Bina nach Norden fließt und in die Große Vils mündet.

Die Bina, drittes Ziel der BN-Besichtigungstour, hat ihren Ursprung in zwei benachbarten Tümpeln in einem Wald bei Kamhub. Eine feuchte Wiese, in der Gräbern zur Entwässerung gezogen wurden, grenzt an den Wald an. Bei Haunpolding vereinigen sich zwei solcher Gräben zur Bina. Diese hat sich an dieser Stelle schon tief eingegraben. Wünschenswert wäre hier, so die Naturschützer, mit beiderseitigen Uferstreifen, einer Mäandrierung, einer Solestützung und einer Erlenbepflanzung eine eigendynamische Entwicklung des kleinen Fließgewässers in Gang zu bringen, damit sich hier dann von selbst ein guter ökologischer Zustand entwickeln könne.

Die Fließgewässer von der Quelle bis zur Mündung in einen guten ökologischen Zustand zu bringen, sei nach Ansicht des Bundes Naturschutz eine Notwendigkeit, die auch mehr Rückhalt in der Öffentlichkeit verdiene. Aus diesem Grund stellten die Naturschützer am Schluss ihres Ortstermins Überlegungen an, die Quellen von Rott, Bina und Zellbach als bedeutende ökologische und heimatkundliche Orte – möglichst zusammen mit der Gemeinde – in einem Informationsblatt zu thematisieren und darzustellen sowie die Quellbereiche zu verbessern und für die Öffentlichkeit, ohne die natürlichen Gegebenheiten zu beeinträchtigen, als heimat- und naturkundliche Lernorte kenntlich und zugänglich zu machen.