MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Wasser schützen, Spritzmittel sparen

Diesen Hackstriegel hat die Stadt Rottenburg zusammen mit dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Rottenburger Gruppe angeschafft.

Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz präsentiert Ergebnis des Hackstriegeleinsatzes

Rottenburg. Um in SachenTrinkwasserschutz voranzukommen, sind auch die Landwirte gefragt – der Meinung ist die Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz. Eine Möglichkeit, die Herbizidbelastung im Grundwasser zu reduzieren, ist, weniger Spritzmittel zu verwenden. Eine Alternative zu den Unkrautvernichtungsmitteln ist das Hackstriegeln. Heuer wurde aufrund 70 Hektar im Bereich um Rottenburg der Hackstriegel eingesetzt. Damit konnten 20 bis 100 Prozent Herbizide eingespart werden, wie die Arbeitsgemeinschaft Trinkwasserschutz im Rahmen eines Pressegesprächs mitteilte. >> Mehr

Quellenhinweis: Rottenburger Anzeiger vom 29. Nov. 2017 / Autorin: Anna Kolbinger

Ausstellung zum „Tatort Garten“

Bestes Marktwetter mit Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad: Der Michaelimarkt war sehr gut besucht. Zahlreiche Besucher schlenderten durch die Verkaufsstände, informierten sich beim „Tag der Regionen“ am Kapellenplatz sowie beim Tag der offenen Tür im Ärztehaus und dem Seniorengerechten Wohnen.

Michaelimarkt mit Flohmarkt und „Tag der Regionen“ waren am Sonntag gut besucht

Rottenburg. Sonnenstrahlen und Temperaturen um 20 Grad erfreuten die Besucher des Michaelimarktes am Sonntag ebenso wie die Fieranten. Großes Interesse weckten der Tag der offenen Tür im Ärztehaus Rottenburg und im Seniorengerechten Wohnen im ehemaligenZiegeleigelände.Gut angenommen wurde aber auch der „Tag der Regionen“ amKapellenplatz, der von der Ortsgruppe Rottenburg des Bundes Naturschutz organisiert wurde. Eine Ausstellung zum „Tatort Garten“ beschäftigte sich mit dem Trend, Vorgärten in „Steinwüsten“ zu verwandeln. >> Mehr

Quellenhinweis: Rottenburger Anzeiger vom 26.09.2017

Zugpferde wieder im Trend

Gerne lassen sich die Kinder von den Süddeutschen Kaltblütern Max und Moritz ziehen. (Foto: Anna Kolbinger)

Arbeitstiere werden für therapeutisches Reiten, Voltigieren und Kutschfahrten eingesetzt

Rottenburg. Waren Zugpferde über Jahrtausende in der Landwirtschaft nicht wegzudenken und in vielen Betrieben zu finden, ist die Zahl der Kaltblüter mit der Erfindung des Traktors stark zurück gegangen. Die braven Pferde werden nun wieder entdeckt, erzählt Franz Gumplinger, der selber zwei Süddeutsche Kaltblüter besitzt. Vor allem in Entwicklungsländern solle wieder verstärkt auf Zugtiere in der Landwirtschaft gesetzt werden. Aber auch hierzulande werden die Eigenschaften der Kaltblüter beim Voltigieren, therapeutischen Reiten und beim Fahren mit der Kutsche geschätzt. >> Mehr

Quellenhinweis: Rottenburger Anzeiger vom 26. August 2017

Auf den Spuren eines „Urbayers“

Fasziniert waren die Kinder vom präparierten Biber und begutachteten seine
beeindruckend scharfen Zähne. (Foto: Anna Kolbinger)

Ferienprogramm: Biberexkursion des Bundes Naturschutz zu Biotopen am Otterbach

Rottenburg. Als waschechter „Urbayer“ hat er schon vor 15 Millionen Jahren den Lauf von Bächen und Flüssen mitgestaltet: der Biber. Er sorgt mit seinen Dämmen für einen artenreichen Lebensraum und trägt zum Hochwasserschutz bei –und macht damit eine aufwendige künstliche Renaturierung eines Gewässers praktisch überflüssig. Welch weiteren Nutzen, aber auch Probleme die Nager mit sich bringen, erfuhren die Kinder bei einer Biberexkursion am Freitag zu den Biotopen am Otterbach, die im Rahmen des Ferienprogramms stattfand. >> Mehr

Quelle: Rottenburger Anzeiger vom 28. August 2017

Quelllebensraum kennen und schützen lernen

Exkursion der Offenen Ganztagsschule am Krumbach

Rottenburg. Nach Erledigung der Hausaufgaben bietet die offene Ganztagsschule der Mittelschule Rottenburg-Hohenthann  eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung am Nachmittag an, wobei  die Schüler ihrer Neigung nach, selbst aussuchen  können was unternommen wird. Um den Kindern die  Auswirkungen der  Naturkreisläufe rund ums Wasser auf das eigene Leben nahe zu bringen, führte  die Leiterin der Ganztagsschule, Dipl. Soz. Päd. Edith Ammer-Huck eine von der Teamleiterin Christina Maily organisierte, gut zweistündige Wanderung  in Kooperation mit der Bund Naturschutz (BN) Kreisgruppe Landshut zum Krumbach.

Zu Fuß ging es, vom überwiegend verrohrten und begradigten Bereich des Krumbaches, an sumpfigen Schilfflächen entlang  bis zum Quelltümpel, nahe den Brunnenstuben der früheren Wasserversorgung Rottenburgs. Zum Trinken kann das Wasser der Quellen und oberflächennahen Brunnen erst wieder verwendet werden, wenn aus der Umgebung keine gesundheitsschädlichen Stoffe mehr von oben einsickern, erklärte Franz Gumplinger als Vorsitzender der BN Ortsgruppe Rottenburg . Mädchen und Buben konnten das stellenweise von Menschhand gestörte Zusammenspiel der heimischen Tier- und Pflanzenwelt am Fließ- und Stillgewässer direkt kennen lernen, ohne elektronische Medien nutzen zu müssen. Zum  Anfassen, Fühlen und Riechen der Pflanzen ließ Christina Maily am Rand einer Feuchtwiese bei Station 5  des Natur- und Kulturerlebnispfades halt machen, um  die Aussage der Bilder und Texte auf Tafel, körperlich erlebbar zu machen.

Am Quelltümpel des Krumbach konnte der Amphibienexperte Herbert Parusel verschiedene Wassertiere einfangen und so das Interesse der Kinder wecken. „Ihr sollt den besonderen Wert des Wassers und das Leben drum herum kennen und schützen lernen“,  betonte Parusel. In Deutschland gebe es zwanzig Amphibienarten, man nenne sie auch Lurche und unterscheide Frosch- und Schwanzlurche. Der Referent ging auf die Biologie und Lebensweise einzelner Lurche ein und erklärte die Unterscheide der Frösche, Kröten und Unken, sowie der Molche und Salamander. Staunend beobachteten die Exkursionsteilnehmer in einem Aquarium verschiedene Wassertiere, Grasfroschkaulquappen, Teich- und Bergmolche. Auch Libellenlarven, Ruderwanzen, Rückenschwimmer und Wasserläufer tummelten sich im gläsernen Becken. Der Taumelkäfer hat zwei Augen über und zwei Augen unter dem Wasser, hieß es. Parusel bedauerte, dass die Artenvielfalt in den Flusstälern stark zurückgegangen sei.

Zum Schluss klärte der Experte auf, dass Amphibien besondere Tiere seien, es gebe sie bereits seit 300 Millionen Jahren. Sie seien streng geschützt und dürfen nicht aus ihrem Lebensraum entnommen werden. Auch nicht ihre Kaulquappen und ihre Eier. Die Tiere würden einen, ihnen fremden Gartenteich meist nicht annehmen oder sogar sterben, wenn der Lebensraum nicht passe.

Vogelnistkästen für das Schulgelände

Rottenburg. Mitglieder des Bund Naturschutz, des Bayerischen Jagdverbands und Schüler der Offenen Ganztagsschule an der Mittelschule Rottenburg-Hohenthann trafen sich, um Nistkästen für Singvögel im Schulgelände anzubringen.Die Aktion wurde im Rahmen des Freizeitprogramms von der Leiterin, Diplom-Sozialpädagogin Edith Ammer-Huck, und Teamleiterin Christina Maily angeboten. DerLandwirt und Jäger Sebastian Haindl hat 40 Nistkästen gebaut,von denen sich jeder Schüler „seinen Nistkasten“ aussuchen und mit seinem Namen versehen konnte. Bevor es daran ging, die geeigneten Bäume und Sträucher zur Anbringung der Kästen auszuwählen, erzählte Franz Gumplinger den Schülern Wissenswertes über das Brutverhalten heimischer Singvögel. DieSchüler nahmen selbst den Akkuschrauber in die Hand, um die Kästen zu befestigen. Im Herbst werden die Nistkästen kontrolliert, ob Vögel die Brutplätze angenommen haben und jeder Kasten wird gesäubert und von Ungeziefer befreit

Quelle: Landshuter Zeitung vom 7. Juni 2017

Gespinnstmotten nicht Prozessionsspinner

Rottenburg. Aufmerksame Beobachter wundern sich über manche, von weißen Schleiern überzogene Hecken und Bäume auf öffentlichen Gemeindeflächen entlang des Radlweges am Lauterbach und Otterbach. Betroffen sind meist Faulbaum und Pfaffenhütchen nicht aber Eichen, Erlen oder Pappeln. Aufgeschreckt von einem Fernsehbericht über dieses Naturphänomen, meldeten sich einige um ihre Gesundheit und den Bestand der Bäume besorgte Passanten, bei der Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe Rottenburg. Auf Anfrage gibt Paul Riederer von der Kreisgruppe Landshut Entwarnung. „Es handelt sich hier um die Faulbaum-Gespinstmotte“. Die Raupen umwebendie Bäume mit weißlichen Gespinsten, auf denen sie sich bewegen. Sie fressen die Bäume oft kahl. „Das schadet den Bäumen nicht“, betont Riederer. Für den Menschen seien die Raupen nicht gefährlich. Der Fernsehbericht habe sich wohl mit dem Eichen-Prozessionsspinnern befasst. Dessen Raupen leben in Gespinst-Nestern auf Eichen. Nachts ziehen sie in Reihen (prozessionsartig) zum Fressen aus und können enorme Kahlfraßschäden an Eichen verursachen. Die Raupen tragen lange, leicht brüchige Borsten, dieauf der Haut Ekzeme hervorrufen.

Quelle: Landshuter Zeitung vom 2. Juni 2017

Neues Winterquartier für Fledermäuse?

In den Kellerräumen wurde früher Bier und Wein gelagert. Da Temperatur und Feuchtigkeit konstant bleiben, waren die
Lebensmittel lange haltbar. (Foto: ak)

Kellergewölbe der alten Brauerei „Zur Post“ erhalten: Möglichkeiten wurden diskutiert
Von Anna Kolbinger


Rottenburg. Die Gewölbe, die zur alten Brauerei „Zur Post“ in der Pfarrstraße gehören, zu erhalten, ist
seit Jahren das Anliegen des Fördervereins Heimat- und Handwerksmuseum. Um die Möglichkeiten
diesbezüglich zu besprechen, trafen sich die Eigentümer der Gebäude über dem Keller, Mitarbeiter
des Landratsamts Landshut und des Landesamts für Denkmalpflege und Mitglieder des Vereins. Eine
mögliche Lösung wäre, die Erhaltung des Gewölbesystems über Fördermittel aus dem „Leader-Programm“ zu finanzieren und für Fledermäuse zugänglich zu machen, dann würde sich der Bund Naturschutz ebenfalls an den Kosten beteiligen. >> Mehr

Quellenhinweis: Landshuter Zeitung vom 27. Mai 2017

„Ohne Hilfe hätten sie keine Chance“

Franz Gumplinger baut einen Krötenzaun auf, um die Tiere zu dem Tunnel zu leiten, so dass sie nicht von Autos erfasst
werden.

Bund Naturschutz-Ortsgruppe zieht Fazit nach Krötenwanderung – Population sinkt stetig

Rottenburg. Die Zahl der Amphibien sinke in den vergangenen Jahren bedenklich, erklären die
Mitglieder der Bund Naturschutz-Ortsgruppe. Neben Autos, die die Tiere überfahren, tragen aber auch
die Landwirtschaft und natürliche Feinde wie Enten, Fische und Libellen zu diesem Rückgang der Arten
bei. >> Mehr

Quelle: Rottenburger Anzeiger vom 01. Mai 2017

Striegeln statt Spritzen

Mechanische Unkrautbekämfpung: Landwirte stellen Versuchsergebnisse vor

Rottenburg 27.07.2015. Im zweiten Jahr in Folge führten engagierte Landwirte den Versuch, Hackstriegeln statt
Spritzen, durch. Am Montag tauschten sich die teilnehmenden Landwirte, Vertreter des Wasserzweckverbands, des Bund Naturschutz und des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie interessierte Bürger über die Ergebnisse
aus.

An dem Versuch nahmen Gerhard Patzinger, Stranz, Anton Lorenzer aus Münster und die Familie Wimmer, Steinbach teil. Volker Kahlert aus Niedereulenbach, der beim ersten
Versuch voriges Jahr dabei war, betreute das Projekt. Auf Getreideund Maisfeldern setzten die Teilnehmer die mechanische Methode des Hackstriegelns und des Harkens ein. Bei der Informationsfahrt berichteten sie von zufriedenstellenden Ergebnissen.  >> Mehr

Quellenhinweis: Bericht von Judith Heinrich, Rottenburger Anzeiger, vom 30. Juli 2015

Überschwemmungsschutz und Lebensraum für Steinkrebse

Bund Naturschutz unterstützt Gemeinde bei Otterbach-Renaturierung

Rottenburg. Im Rahmen des momentan laufenden Radwegebaus von Rottenburg nach Inkofen, werden auch umfangreiche Maßnahmen zum Überschwemmungsschutz, durch die Schaffung großzügiger Retentionsräume, durchgeführt. Entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie soll sich der  bisher  parallel zur Staatsstraße fast schnurgerade verlaufende  Otterbach künftig in wieder naturnah, in weiten Bögen durch die Talaue schlängeln dürfen. Vor dem Verfüllen einiger Abschnitte des alten Bachlaufes konnten freiwillige Helfer der Bund-Naturschutz (BN) Ortsgruppe Rottenburg – dank der guten Absprache mit dem Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Helmut Naneder sowie mit Bürgermeister Alfred Holzner - die Umsiedlung zahlreicher junger Steinkrebse, Fische und Frösche sowie eines Ringelnatternnestes und einer Blindschleiche, in neu geschaffene Lebensräume am renaturierten Bachbett, bewerkstelligen. „Bemerkenswert einfühlsam“, schob der Baggerführer (Bild) nach und nach den Schlamm des Otterbach Flussabwärts in Richtung Unterotterbach vor sich her, (Bild) so dass er quasi mit der entstehenden "Flutwelle", das Wasser samt Kleinlebewesen vom alten ins neue Gerinne "schwappen" ließ, lobte Franz Gumplinger als Vorsitzender BN-Ortsgruppe die Arbeiten.

Besonders in Zeiten der so genannten Flurbereinigungen des vergangenen Jahrhunderts, wurden viele Bäche wie der Otterbach begradigt, verrohrt und verunstaltet. Lebendige, artenreiche, muntere Gewässer wurden zu eintönigen Ableitungssystemen degradiert. Ziel war damals, die Gewinnung von Flächen und die schnellere Ableitung von Wasser. Als negative Folgen habe sich – so Gumplinger -  ein rasanter Anstieg der Hochwasserwahrscheinlichkeit an den Unterläufen der Flüsse, ein deutlicher Verlust der Selbstreinigungsfähigkeit der Gewässer sowie ein dramatischer Verlust der Artenvielfalt und die „ungebremste Banalisierung der Landschaft“ gezeigt.

Diese Fehlentwicklungen zu korrigieren, sei das Ziel der Bachrenaturierungen entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Aus naturfern verbauten Gewässern sollen wieder naturnahe Bäche werden, die Raum bieten für Leben und die Landschaft aufwerten. Dabei gebe es für die zuständige Gemeinde eine Vielzahl wasserrechtlicher und ingenieurtechnischer Details zu beachten. Die Bachrenaturierung hat nach Gumplingers Auffassung zum Ziel, den Gewässerzustand zu erreichen, der sich ohne Einwirken des Menschen auf natürliche Weise eingestellt hätte. Wie schon in der Vergangenheit mit einer ganzen Menge mit seinen Aktiven, will der Bund-Naturschutz als anerkannter Verband, die Gemeinde als offiziell Verantwortliche, bei weiteren Maßnahmen aktiv unterstützen.

So haben wir die Energiewende nicht gewollt

Der Bäumetod machte auch vor dem Wegkreuz bei Oberhatzkofen nicht Halt:

Drei Linden schmücken das Wegkreuz - Foto: Archiv Hastreiter, um 1990
Schmucklos steht das Kreuz auf einer Verkehrsinsel - Foto: Franz Gumplinger, 2015

Bei Klick auf die Fotos werden diese vergrößert dargestellt.

Der Baum- und Heckentod ging heuer mehr denn je um

Rottenburg 06.04.2015. Täuscht der Eindruck oder wurden in den letzten Monaten mehr denn je zuvor Hecken und Bäume gefällt, um sie zu Hackschnitzeln zu verarbeiten? Mit dieser Fragestellung  wurde in den letzten Wochen von Bürgen bei der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Rottenburg angerufen und auf das Verschwinden einiger Feldhecken sowie das Fällen landschaftsprägender Bäume aufmerksam gemacht. wie zuletzt beim Wegkreuz nahe von Oberhatzkofen aufmerksam gemacht, berichtet der BN-Ortsvorsitzende Franz Gumplinger. In einer  zunehmend ausgeräumten und von Maismonokulturen geprägten Feldflur wirke es sich sehr negativ auf die heimische Artenvielfalt aus, wenn unsachgemäße „Heckenpflegearbeiten“, teiweise noch dazu während der schon beginnenden Brutzeit, durchführt und wenn große alte Bäume gefällt werden, stellt auch Paul Riederer, stellvertretender Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Landshut, fest.

Als wichtige Teile eines vernetzten, stabilen Ökosystems seien alte Bäume und Heckenstrukturen Teil eines stabilen Ökosystems und somit auch der menschlichen Lebensgrundlage, betont Gumplinger.  Alte Feldhecken, die  weißen Blüten der Schlehen im beginnenden Frühjahr, mit Beeren, Hagebutten und buntem Laub im Herbst erfreuten das Auge des Erholungssuchenden. Entlang von Wegen und Feldern seien sie eine farbenprächtige Bereicherung der Landschaft. Als heimische Brutvögel seien der seltene Neuntöter, die Dorngrasmücke und der Feldsperling im dichten Astgewirr der Hecke zu beobachten. Beklagt wird der Verlust wertvoller Lebensräume, in welchen seit Jahren die Goldammer ihre Singwarte und Feldhasen ein Tagversteck fanden, ebenso wie Igel und viele Amphibien.

Über das neuerdings gebräuchliche Schlegeln und das Verarbeiten gewachsener Feldhecken zu Hackschnitzeln haben Bürger aus Oberhatzkofen, Niedereulenbach, Steinbach, Unterlauterbach und anderen Ortsteilen ihrem Unmut Luft verschafft: „So haben wir die Energiewende nicht gewollt“.

Das überraschende Fällen der großen Linden am Wegkreuz nahe Oberhatzkofen, haben Passanten als besonders schmerzlich empfunden, hängen doch viele schöne Erinnerungen an den mächtigen Bäumen, erinnert Franz Gumplinger.  Man habe angeblich festgestellt, dass einer der Bäume brandig gewesen sei. Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht haben sich die Verantwortlichen zum Handeln veranlasst gesehen und gleich beide Linden gefällt, „weil ein großer Baum allein auch nicht schön ausgesehen hätte“, hieß es.  Auf BN-Nachfrage bei der Gemeindeverwaltung wurde von dieser zugesagt, dass bei dem Wegkreuz wieder Bäume gepflanzt werden sollen. Der BN wird dies beobachten.

Eine Kohlmeise flatterte ...

...zur Überraschung einer Familie im Rottenburger Ortsteil Schlamberg - am Freitag durchs geöffnete Fenster in die Wohnung. Der quicklebendige Vogel interessierte sich für die Blumen, für die Müslidose und für die Zeitung am Brotzeittisch, (Bild Anhang) setzte sich auf Gardinenstangen und auf Menschenköpfe, pickte an Ohren und am Handy beim Telefonieren. So schwirrte der äußerst zutrauliche Gast mit seinem nummerierten Metallring am Beinchen, eine Nachmittag lang durch die Wohnung, bis er schließlich wieder auf den alten Wahlnussbaum am Haus zurück flog. „Wer hat eine Meise - mit einem derart ungewöhnlichen Verhalten – in der Umgebung beobachtet“? Als größte und am weitesten verbreitete Meisenart in Europa, hält sich die Kohlmeise gern in Laubmischwäldern und Gärten mit alten Bäumen auf. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit kommt sie in fast allen Lebensräumen vor, in denen sie Höhlen zum Nisten und Insekten oder Samen und Nussfrüchte findet. Geschützte Wildtier- und Vogelarten wie die Meisen dürfen auf keinen Fall gefangen und in der Wohnung gehalten werden!

„Terra Preta“ – die schwarze Revolution aus dem Regenwald

Dipl.-Chem. Monika Völkl

Vortragsabend über nachhaltige Humuswirtschaft von BUND Naturschutz und Gartenbauverein

Rottenburg. Über die Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten einer nachhaltigen Humuswirtschaft mit „Terra Preta“, referierte Dipl. Chem. Monika Völkl im Rahmen eines Informationsabends des Rottenburger Gartenbauvereins und der Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe. „Terra Petra heißt „schwarze Erde“, erklärte die Referentin eingangs und beschrieb die Entdeckung der „schwarzen Erde“ im Amazonas-„Eldorado“. Im nährstoffarmen Urwaldboden fanden Bodenkundler fleckenweise die geheimnisvolle, fruchtbare, schwarze Erde „Terra Preta“, die Tonscherben, Holzkohle, Knochen und weitere organische Bestandteile enthält, die Rückschlüsse auf größere menschliche Besiedlungen zulassen. Offensichtlich hatten die Ureinwohner große Tongefäße zum Abfallsammeln im Boden eingegraben. Hinein kamen Essensreste, Fischgräten, Fäkalien und Holzkohle, Bäume wurden ins Gefäß gepflanzt, die Wurzeln zersprengten es. Im Schatten dieser Schirmbäume wurden weitere Kulturpflanzen angebaut. Charakteristisch für die schwarze Erde ist die langanhaltende Fruchtbarkeit. Im Prinzip könne dieses 2000 Jahre alte Bodenexperiment jeder umweltbewusste Gartenbesitzer mit viel Geduld nachahmen, ohne Chemie und ohne chemischen Dünger. Der Boden bleibe lange fruchtbar und stabil, Holzkohle sei wesentlicher Bestandteil. Bei der Holzkohleherstellung bleibe Kohle bleibt übrig, nicht Asche. Das Kohlenstoffgerüst wirke wie ein Schwamm, der Nährstoffe sammelt, Mikroorganismen und Milchsäuren fördere. Der Kohleschwamm halte Nitrate und viele andere anorganische und organische Verbindungen fest und vermindere Auswaschungen von Nährstoffen. Die „Terra Preta“ Mikrobiologie sei wesentlich aktiver als ein normaler Mutterboden. Organische Abfälle wie Hühnermist und Küchenabfälle müsse man Zeit geben zum Vererden, es könne einige Jahre dauern, bis die Terra Preta Erde ihre volle Wirkung entfaltet. Es gelte, Kohle mit organischen Abfällen zu mischen. Kohle könne geringe Mengen Schwermetalle, wie z.B. Blei und Cadmium fest binden, so dass diese zunächst keinen weiteren Schaden anrichten. Effektive Mikroorganismen enthalten eine Mischung vieler verschiedener Bakterien und Pilzen, mit deren Hilfe Fäulnisprozesse vermieden bzw. verringert werden können, so die Referentin. Beim Ansetzen des Terra Preta Kompostes leistet ein Gartenhäcksler gute Dienste, der Kompostierprozeß verläuft mit zerkleinertem Material wesentlich schneller. Bis zu 10 % Kohle und 5 % Gesteinsmehl würden in den Häcksler gegeben und so untergemischt.  Durch das Gießen des Kompoststapels mit effektiven Mikroorganismen fördert Völkl die Fermentierung. Gewürzkräuter würden mit eingebracht und es werde mindestens ein Jahr gewartet, ohne Umsetzen. Wer sofort fertige Schwarzerde haben möchte, kann diese als Fertigprodukt beim Biohof Butz erwerben. Holzkohle entsteht als Nebenprodukt in Holzvergaser-Blockheizkraftwerken, auch gibt es bereits moderne Pyrolyseanlagen, die aus Pflanzenfaserabfällen Kohle herstellen, aber auch beim Löschen von Lagerfeuern und Grillfeuern kann man kleine Mengen Holzkohle „ernten“. Man dürfe nicht großflächig Wälder abholzen, um Holzkohle zu gewinnen. Der wirtschaftliche Faktor in der heutigen Landwirtschaft lasse das Thema dort zwar schwierig erscheinen, einige Idealisten unter den Landwirten probierten aber bereits effektive Mikroorganismen und die Holzkohleanwendung im Festmist und in der Gülle aus. Profitieren würden neben dem unbedingt notwendigen Humusaufbau, auch der Schutz des Wasserhaushaltes und der Klimaschutz. Grundsätzlich müsse im Sinne einer nachhaltigen Humuswirtschaft noch viel mehr geforscht werden. Ein positives Beispiel sei die neuartige „Terra Preta“ Komposttoilette im Bahnhof Hamburg.Im voll besetzten Bürgersaal warben Anna-Maria Littmann, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauverein und Franz Gumplinger Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Rottenburg bei den Freizeitgärtnern dafür, weiterhin gut zusammen zu arbeiten und zu experimentieren.

Wasser- und Luftbelastung stoppen!

Wie in anderen Region Bayerns wird das Landschaftsbild auch westlich Pattendorf bis unmittelbar an die Trinkwasserbrunnen heran von ausgedehnten Maisfeldern geprägt. Die landwirtschaftlichen Flächen reichen nach Meinung des Bund Naturschutz nicht aus, um die großen Düngermengen zu verkraften, die aus landwirtschaftlichen Betrieben mit und ohne Viehhaltung und aus Biogasanlagen in den Boden eingebracht werden.

Bund Naturschutz fordert besseren Schutz für die Gewässer vor Nitratbelastung

Rottenburg 12.10.2014. Das Landschaftsbild werde derzeit überwiegend geprägt „von Maisfeldern soweit das Auge reicht“. Bayerns landwirtschaftliche Flächen reichen nicht aus, um die großen Düngermengen zu verkraften, die aus landwirtschaftlichen Betrieben mit und ohne Viehhaltung und aus Biogasanlagen anfallen. Wie in anderen Regionen, schlagen auch im Landkreis Landshut die Trinkwasserversorger Alarm, weil die Nitratbelastungen kontinuierlich steigen und in immer mehr Trinkwasserbrunnen über den empfohlenen Vorsorgegrenzwerten liegen, stellt der Bund Naturschutz (BN) fest.

Die Europäische Union hat im Juli 2014 die zweite Stufe eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland eingeleitet, weil die Nitratrichtlinie der EU unzureichend umgesetzt werde. Um den angedrohten Strafzahlungen zu entgehen, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium jetzt eine Novelle der Düngeverordnung vorgelegt. Der Bund Naturschutz hält den vorgelegten Entwurf jedoch für unzureichend und fordert vom CSU-Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmid und Agrarminister Helmut Brunner, sich für massive Verbesserungen im Sinne des Natur- und Verbraucherschutzes einzusetzen. Der BN fordert eine Dünge-Gesetzgebung, welche die Trinkwasserbelastung mit Nitrat und Phosphat aus landwirtschaftlicher Tierhaltung und Düngung wirksam begrenzt, und auch die Ammoniak- und Lachgasemissionen in die Atmosphäre reduziert, betont Paul Riederer, der stellvertretende Vorsitzende der BN- Kreisgruppe Landshut.

Wesentlich sei, dass endlich die Tierbestände an die Fläche angepasst werden, so dass die anfallende Gülle sinnvoll für den Pflanzenwuchs zur Verfügung steht und nicht die Umwelt belastet, ergänzt Franz Gumplinger als Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Rottenburg. Der vorgelegte Entwurf sei unzureichend, denn die Nährstoffströme sollen weiterhin nur äußerst lückenhaft dokumentiert werden müssen, hohe Verlustanrechnungen seien möglich, die dann als Stickstoffeintrag in der Umwelt landen, und Ausnahmeregelungen für hohe Düngermengen würden weiterhin erlaubt. Eine Hauptforderung des Bund Naturschutz sei deshalb die verpflichtende Bilanzierung aller Nährstoffströme für landwirtschaftliche Betriebe und für Biogasanalgenbetreiber, die webbasiert an eine autorisierte Stelle gemeldet werden müsse. Ziel der EU-Nitratrichtlinie sei es, die aus landwirtschaftlichen Quellen verursachte Gewässerverunreinigung mit Nitrat zu reduzieren.

Stickstoff, der nicht für das Pflanzenwachstum benötigt oder im Boden zum Humusaufbau festgelegt werde, landet als Nitrat im Oberflächenwasser und versickert ins Grundwasser, erinnert Paul Riederer. Das Trinkwasser soll aber möglichst gering mit Nitrat belastet sein, um gesundheitliche Folgeschäden durch Nitratrückstände zu vermeiden. Hohe Nitratmengen im menschlichen Körper seien nach Aussagen von Medizinern schädlich, da sie zu Nitrit umgewandelt werden können und dieses den Sauerstofftransport im Blut hemmen kann. Bei Kleinkindern könne dies zur Blausucht führen.

Ein Teil des Stickstoffs gelange als Ammoniakgas in die Atmosphäre, so Gumplinger, und trägt zur Versauerung und Stickstoffanreicherung der Niederschläge bei. Die Landwirtschaft sei in Deutschland für 95 Prozent aller Ammoniakemissionen verantwortlich, im Wesentlichen verursacht durch die industrielle Viehhaltung mit ihren Ausscheidungen, wie beispielsweise Gülle. Die Stärke der Geruchsbelastung nach Gülleausbringung sei ein Indikator für die Menge des entweichenden Ammoniaks. Weitere Umweltschäden entstünden auch durch die Umwandlung der Stickstoffüberschüsse in Lachgas, einem gefährlichen Treibhausgas, das 300 Mal klimaschädlicher wirke als Kohlendioxid, berichtet Gumplinger.

Bürger machen mobil gegen TTIP und CETA

Rottenburg.Mit einer Unterschriftensammlung machte die Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe Rottenburg am Samstag, den 11. Oktober 2014 gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA mit USA und Kanada mobil. „TTIP und CETA sind ein Anschlag auf die Demokratie“ hieß es bei einer Unterschriftenaktion am Wochenmarkt, .ebenso wie an über 3.500 Orten in ganz Deutschland.

 „Während die EU-Kommission hinter verschlossenen Türen TTIP und CETA verhandelt, wehren sich heute die Bürger auf Europas Straßen gegen die Handelsabkommen. Mit einer Million Unterschriften wollen wir dafür sorgen, dass unsere Demokratie nicht ausgehöhlt und die Macht der Konzerne nicht weiter gestärkt wird“, erklärte Franz Gumplinger der als Vorsitzender der BN-Ortsgruppe die Unterschriftensammlung in Rottenburg organisierte, den Wochenmarktbesuchern. „TTIP und CETA drohen den Handlungsspielraum der Politik massiv einzuschränken – auch hier in Rottenburg. Gemeinden könnten privatisierte Wasserversorger, Krankenhäuser, Kultureinrichtungen wie Musikschulen, Volkshochschulen und wichtige weitere Aufgaben der Daseinsvorsorge kaum mehr in öffentliche Hand zurückgeführt wereden. Über konzernnahe Schiedsgerichte drohten zudem Verbote von Fracking, Regeln zum Umweltschutz oder Gesetze zum Mindestlohn ausgehebelt zu werden“, so Gumplinger.

Die Unterschriftensammlung findet im Rahmen eines europaweiten Aktionstags statt. Über 250 Organisationen aus ganz Europa wollen durch eine selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative mehr als eine Million Unterschriften zusammenbekommen. Sie fordern die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen auf, die Verhandlungen zum TTIP-Abkommen mit den USA abzubrechen, und das CETA-Abkommen mit Kanada nicht zu ratifizieren.

Bis zum 18.10.2014 können noch Unterschriftslisten beim Bund Naturschutz unter Telefon 08781 3935 angefordert werden.

Unabhängigkeit durch intelligente Solarstromspeicher

Rottenburg. Eine Antwort auf die Diskussionen um den Bau großer Stromtrassen und den weiteren Betrieb klimaschädlicher Kohlekraftwerke, sieht der Bund- Naturschutz (BN) im konsequenten Stromsparen sowie in der dezentralen Stromerzeugung und Speicherung. Eine sichere, klimafreundliche Energieversorgung bedeute Unabhängigkeit von wenigen Großkonzernen und deren Profitinteresse, sie vermeide die Zerstörung landschaftlicher Schönheit und verhindere aufwändige Großprojekte. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich bereits durch ihre Investitionen in erneuerbaren Energien klar für eine unabhängige, dezentrale Stromversorgung entschieden. „Geld, das zur Stärkung der Region führt und den Menschen die dort leben, zukunftsorientierte Arbeitsplätze bringt“, lobte der BN- Ortsvorsitzende Franz Gumplinger beim Informationsabend im Gebäude des Batteriespeicherherstellers REM GmbH in Rottenburg zum Thema: „Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen - was bringt es, was kostet es?" Intelligente Energiespeicher können für eine autarke Stromverwertung - ohne Verluste durch länderübergreifende Transportsysteme – sorgen.

Die beiden Geschäftsführer der REM GmbH, Claus Alt und Harald Heinrich, informierten sowohl über die technischen Grundlagen von den REM Batteriespeichersystemen ELLi Home und ULLi Expert als auch über wirtschaftliche Themen wie KfW Förderung und Eigenverbrauchsregelung. Hier entstand bereits eine rege Fragerunde und die rund 50 Teilnehmer konnten anschließend bei einer Live-Demonstration des AccuSystems Einblicke in die Funktionsweise eines solchen Speichersystems gewinnen. Zum Schluss klärte Jürgen Liewald, als Besitzer eines AccuSystems ELLi Home an seiner eigenen Photovoltaikanlage die Frage, wie effektiv eine solches Speichersystem ist und was seine Beweggründe waren sich für eine solche Investition zu entscheiden. Begeistert zeigte er seine seit Jahren mitgeschriebenen Stromverbräuche und die tatsächlichen Einsparungen im Stromeinkauf.

Die Veranstaltung endete mit einer anregenden Diskussionsrunde in welcher alle aufkommenden Fragen beantwortet wurden. "Mit einer so großen Teilnehmerzahl hätten wir nicht gerechnet", so Claus Alt. "Das Interesse an AccuSystemen ist wirklich sehr hoch. Eine nachhaltige, umweltfreundliche, sichere und wirtschaftliche Energiebereitstellung ist eben ein wichtiges Thema das viele Bürger beschäftigt."

Sanfte Drohnen und große Heupferde erleben

konnten Kinder und Erwachsene im Rahmen des gemeinsamen Ferienprogramms der Rottenburger Imker mit der Bund Naturschutz Ortsgruppe. Ausgangspunkt war am Insektenhotel auf der städtischen Streuobstwiese, bei „Station 8“ des Naturerlebnispfades. Der Imker Theo Listl öffnete einen der hier aufgestellten Bienenstöcke, zog Honig- und Brutwaben heraus gab so überraschende Einblicke in das Leben der Honigbienen. Fragen der Kinder und Erwachsenen wurden beantwortet: „Wie leben Arbeiterbienen und Königin in einem Volk zusammen, wo wird der Nektar gesammelt, wie werden die Königinnen gefüttert, wie entsteht der Honig? Weitgehend unbekannt war den Kindern die Lebensweise der stachellosen Drohnen im Bienenvolk, welche sich in großer Höhe an einem Sammelplatz zusammenfinden um sich mit den Königinnen im Flug über dem Gelände paaren. Die versammelten Drohnen fliegen dabei so schnell umher, dass sie mit dem Auge kaum zu unterscheiden sind. Erst wenn man einen kleinen Stein in die Luft wirft, kann man einzelne Drohnen erkennen, die sich reflexartig auf diese vermeintliche Königin stürzen wollen. Begeistert angenommen wurde die Einladung des Imkers, zu einem „Butterbrot mit köstlichem Honig“.

Neben vielen Schmetterlingen und Bienen, haben auf der artenreichen Obstwiese auch die immer seltener werdenden Grillen und Heuschrecken einen Lebensraum gefunden. Mit dem „Großen Heupferd“ sei nicht ein „Zugpferd vor dem Heuwagen Heuwagen“ gemeint sondern die hier vorkommende, grüne Heuschrecke, machte die Bund Naturschutz(BN) Ortsgruppe bei kleinen „Entdeckungsreisen mit Pferd und Wagen“, deutlich. Weil freie Zeit immer mehr zum Luxusgut und eigene Zeit immer mehr zur Rarität wird, will der BN dazu einladen, den “Reiz der Langsamkeit” schätzen zu lernen. Mit “CO2-neutralen zwei PS”  lenkte Julia Kolbeck das Pferdegespann mit den Ferienkindern im gemächlichen Schritt oder flotten Trab um die Grünanlagen des Volksfestlatzes. Die ursprünglich geplanten Aktivitäten der „Obstbaumpaten“ im Bereich der 150 hier gepflanzten Obstbäume - insbesondere der Erziehungsschnitt an den Bäumen – wird auf das Winterhalbjahr verschoben.

Praktischer Artenschutz und regionale Kreislaufwirtschaft

Im Vorstand der Bund-Naturschutz Ortsgruppe Rottenburg bestätigt wurde: 1. Vorsitzender Franz Gumplinger (Bildmitte), Stellvertretender Vorsitzender Bernd-Jochen Lindner Haag (dritter von links), Kassier Bernd Haubner (fünfter von rechts), Beisitzer Johann Hirsch (vierter von links), Beisitzerin Christa Kunzmann (dritte von rechts), BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach Sturm (zweite von links) Stellvertretender BN-Kreisvorsitzender Paul Riederer, BN-Kreisgeschäftsführerin Brigitte Engelhardt

Jahresprogramm der Bund Naturschutz Ortsgruppe setzt Schwerpunkte

Rottenburg. Der praktische Natur- und Umweltschutz steht im Mittelpunk zahlreicher Aktivitäten der Bund-Naturschutz (BN)-Ortsgruppe Rottenburg im laufenden Jahr. Die, nach der Neuwahl im wesentlichen unverändert gebliebene Vorstandschaft, will sich für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt stark machen, berichtete Franz Gumplinger als Vorsitzender der BN-Ortsgruppe. So werde bereits Anfang März, auf dem gemeindeeigenen Biotopgrundstück an der Staatsstraße Rottenburg-Neufahrn, der Amphibienschutzzaun wieder hergerichtet, damit die hier wandernden Frösche, Kröten und Molche  vor dem Tod oder der Verstümmelung auf der Straße bewahrt werden. Die  „Rama dama“ Aktion solle wieder dazu genutzt werden, an einigen bekannten Stellen den dort abgelagerten Unrat einzusammeln. Beim Wochenmarkt informiert der Bund Naturschutz am 26. April über den Wert alter Kopfweiden in der Kulturlandschaft und vermittelt „Kreative Ideen zur Gestaltung mit Korbweiden“. Bernd-Jochen Lindner Haag, Stellvertretender Vorsitzender der BN-Ortsgruppe gibt  Weidenstecklinge für eine gemeindeweite Kopfweiden- Pflanzaktion kostenlos an Interessierte ab. Im Rahmen des Ferienprogramms ist auf der städtischen Streuobstwiese ein gemeinsamer Aktionstag mit den örtlichen Imkern geplant. Bei einer Fahrrad-Exkursion mit Bernd Haubner, können die Teilnehmer einige im Bereich alter Feldhecken beheimatete Tier- und Pflanzengesellschaften kennen lernen. Als Ersatz für die immer seltener anzutreffenden Standorte der Feldlerche, will Franz Kunzmann in Zusammenarbeit mit aufgeschlossenen Landwirten versuchen, so genante “Lerchenfester“ in geeigneten Getreidefeldern zu schaffen. Aktionstage zum „Tag der Regionen 2014“ plant die BN-Ortsgruppe am 25. September im Bürgersaal, am 27. September auf dem Wochenmarkt sowie am 28, September im Bürgersaal und am Kapellenplatz in Rottenburg. Das Motto lautet: „Genussvolles Essen aus der Region - ohne grüne Gentechnik“. Unsere  Bürger sollten dazu ermuntern werden, möglichst viele, unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellte Dinge aus der eigenen „Nachbarschaft “ zu kaufen und damit die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken, betonte Franz Gumplinger. Aktuell drohe aber Gefahr von überregionaler Seite. Das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) diene unter anderem dazu, dass die USA in Zukunft keine Blockaden mehr erleben, wenn es um den Export ihrer gentechnisch veränderten Lebensmittel geht. Es gehe vor allem um die Absatzinteressen der agrochemischen Industrie. Während in Deutschland jedes Jahr 10.000 Landwirtschaftliche Betriebe schließen, würden Ernährungsgüter im Umfang von über 18 Millionen Hektar importiert. Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA könnte ein weiterer Versuch sein, der Grünen Gentechnik, der Trinkwasserprivatisierung und dem hierzulande umstrittenen „Fracking“ Tür und Tor zu öffnen.

Kinder der Sternengruppe erforschen Wasserlebewesen

Rottenburg.  Aufmerksame Beobachter können im Herbst an Straßen und Wegen kleine Frösche – so genannte „Hüpferlinge“ – entdecken, wie sie vom Laichgewässer in ihre Winterquartiere wandern. Einige der jetzt Fingernagelgroßen Amphibien, wurden von Mädchen und Buben in der Sternengruppe des Kindergartens Sankt Raphael schon vom zeitigen Frühjahr an, ein Stück weit auf ihrem Lebensweg begleitet. Staunend verfolgten die Kinder, wie die Froscheier als kleine schwarze Punkte in einer „schwabbelig durchsichtigen Froschlaich-Masse“ dünne Schwänzchen bekamen und in der Frühlingssonne langsam zu zappeln begannen. Umgeben von einer Vielfalt kleinster Wassertierchen, entwickelten sich nach und nach munter umher schwimmende Kaulquappen. Unter den neugierigen Augen der Kinder wuchsen aus den Körpern der zügig heranwachsenden Kaulquappen erst filigrane Forderfüßchen und dann die kräftigeren Hinderbeine. Sobald die Schwänzchen verschwunden waren, krabbelten zarte Fröschlein ans Ufer und begannen auf den Wasserpflanzen umherzuhüpfen. Spontan verzichteten die Kinder bei sonnigem Wetter auf einen angebotenen Bus und machten sich mit ihrem Eimer, den Erzieherinnen Steffi Dreher, Sandra Wagner, Alexandra Schneider sowie Stefanie Simak auf den Fußweg in Richtung Otterbach, wo ihnen Franz Gumplinger als Vorsitzender der Bund Naturschutz Ortsgruppe einige der hier heimischen Wasserlebewesen mit eigenen Händen erforschen ließ.

Energiewende in Bürgerhand

Das bundesweite Aktionsbündnis „Tag der Regionen“stellt die Stärken der Region in den Mittelpunkt. Das Motto „Aus der Region, für die Region – schöne Welt der kurzen Wege“ betont die Verantwortung gegenüber dem wirtschaftenden Nachbarn. Das bedeutet, Waren in der Region zukaufen, in der sie hergestellt werden, oder Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe aus der Umgebung zu beauftragen. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz(BN) nimmt seit einigen Jahren mit mehreren Veranstaltungen an derAktion teil. Heuer widmete sich die Ortsgruppe dem Thema „Energiewende in Bürgerhand“. Gleichzeitig feierte sie ihr 30-jähriges Bestehen.Eine Ausstellung im Bürgersaal informierte anhand von Schautafeln über die Aktionen und die Entstehungsgeschichte der BN-Ortsgruppe...  >> Mehr

(Quellenhinweis: Artikel aus Rotenburger Anzeiger vom 24.9.2013 - mit freundlicher Genehmigung der Redakteurin Judith Heinrich.)

Mit den Füssen auf Entdeckungstour

Rottenburg. „Tasten, riechen und schmecken“, das Farbspiel verschiedener Blüten, scheinbar alltägliche Naturgeräusche wie das Vogelzwitschern, das Rauschen des Windes in den Bäumen, das Bienensummen oder das kribbelnde Gefühl beim Barfuss laufen, konnten Kinder und Erwachsene im Rahmen des Ferienprogramms der Bund Naturschutz Ortsgruppe auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände kostenlos erleben. Franz Gumplinger erläuterte eingangs, wie die Besucher mit wenigen Erklärungen auf den Hinweistafeln des Naturerlebnispfades erfahren, das Auge sieht, das Ohr hört, die Nase riecht, die Haut fühlt, die Finger tasten, der Fuß spürt,  die Hand (be-)greift, das Gehirn denkt, die Lunge atmet, der Körper schwingt mit. Die Wahrnehmung der Gesetze der eigenen Natur befähige den Menschen, in den Erscheinungen der äußeren Natur die gleiche Gesetzlichkeit wahrzunehmen, als auch zu wahren. Ohne Schuhwerk gelte es, „achtsam über weiche und harte, über raue, kühle oder warme Materialien zu gehen, sich mit geschlossenen Augen einem Kind oder Erwachsenen als Partner anzuvertrauen und seine Eindrücke und Empfindungen zu beschreiben“, betonte Gumplinger. So habe bereits Sebastian Kneipp das Barfuss gehen empfohlen, Buddhistische Mönche verzichteten einen Großteil ihres Lebens auf festes Schuhwerk, immer mehr Menschen seien in Deutschland auf den Geschmack gekommen und begeben sich an warmen Tagen auf bloßen Sohlen ins Freie. Barfuß gehen ist ein intensives Gefühlserlebnis und außerdem gesund, beschreiben Hinweistafeln die Wirkungen so genannter Fuß- Reflexzonen. Demnach müssten sich die Füße ohne schützende Schuhsohle beim Gehen ständig an die Unebenheiten im Boden anpassen. Das stärke und trainiere nicht zuletzt die Fußmuskulatur.    

Der Hobbyimker Theo Listl und der Vorsitzende des örtlichen Bienenzuchtvereins Hermann Jobst organisierten in Zusammenarbeit mit der Bund- Naturschutz Ortsgruppe Rottenburg für junge Besucher mit Ihren Eltern einen unterhaltsamen Vormittag am Bienenstand auf der städtischen  Streuobstwiese. Zuerst wurden die Gewinner des Luftballonwettfliegens, das anlässlich des Imkertags stattgefunden hatte prämiert.  Bis nach Neukirchen Heiligenblut war der weiteste Flug gegangen und so konnten sich die jungen Sieger aus Pattendorf, Rohr und Hohenthann über ein kleines Präsent und eine Urkunde freuen. Anschließend gab es bei einem kniffligen Bienenrätsel weitere kleine Preise, wie etwa ein frisch abgefülltes Glas Waldhonig, für die Kinder zu gewinnen. Alle waren mit Begeisterung beim Lösen verschiedener Aufgaben dabei. Theo Listl wusste viel Interessantes über die Honigbienen zu erzählen und so war es nicht verwunderlich, dass er immer wieder Nachfragen der Kinder und Ihrer Eltern zu den verschiedenen Themen beantworten musste.   Zum Abschluss durften die Kinder direkt aus einer, dem Bienenstock entnommenen Honigwabe, naschen. Immer wieder tauchten die kleinen Finger in die  noch stockwarme Wabe ein, um dann den süßen Honig  ab zu lecken.  Sie durften auch die volle Honigwabe im Vergleich zu einer leeren Wabe selbst in der Hand halten und so manches „Ah, ist die leicht“ oder „Oh Mann, ist die aber schwer“,  war zu hören.  So endete der Besuch bei den Bienen mit vielen interessanten Erlebnissen und dem Versprechen, nächstes Jahr unbedingt wieder dabei sein zu wollen. Mit den Pferden Max und Moritz vor dem Leiterwagen gingen Kinder und Erwachsene auf der ungedüngten Streuobstwiese – beim Insektenhotel auf Station 8 des Rottenburger Naturerlebnispfades östlich der ehemaligen Kasernen - auf Entdeckungsreise zu interessanten Lebensräumen heimischer Tier- und Pflanzengesellschaften. 

Auf dem Wochenmarkt in Rottenburg

Auf dem Wochenmarkt in Rottenburg wurden am Samstag, dem 28. April 2013, einige Bündel sehr dünne, lange Weidenruten für Flechtarbeiten und außerdem kräftige Weidenstecklinge für gemeindeweite Pflanzaktionen allen Interessierten kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Rahmen ihrer praktischen Naturschutzaktion zum 30 jährigen Gründungsjubiläum, wirbt die BN-Ortsgruppe Rottenburg für den Erhalt vorhandener sowie für die Anlage neuer Kopfweidenbestände. Weiden wachsen gut an Bachläufen, die Wurzeln befestigen die Ufer und das Laub beschattet den Wasserlauf. Kopfweiden sind eine alte Kulturform, entstanden durch das Jahrhunderte lange, regelmäßige Zurückschneiden für die Korbflechterei. Die zahlreichen Schnittstellen lassen Hohlräume und einen hohen Todholzanteil entstehen. So stellen die Kopfweiden insektenreiche Biotope für viele Bewohner der ehemals vorhandenen Weichholzaue als Rückzugslebensraum dar. Ein besonders starkes Interesse zeigten die Wochenmarktbesucher an den vorgestellten Ideen zur Herstellung phantasievoller Weidengeflechte, als Gestaltungselemente für den Garten, für Flechtzäune, Weidentippisoder Weidentunnel.

Mehr Plastik als Plankton im Meer

VHS Kinder-Uni machte die „Entwicklung der Kunststoffe“ anschaulich

Rottenburg. „Schlau werden mit Spaß“, unter diesem Motto startete die Kinder-Uni der Volkshochschule Rottenburg am Donnerstag das Sommersemester. Großes Interesse zeigten 19 Mädchen und Buben am Vortrag mit der Überschrift „Plastik Planet“ beim Erforschen einer Vielzahl bunt  zusammen gewürfelter Gegenstände aus den verschiedensten Materialien. „Wie konnten unsere Vorfahren über  Jahrtausende ganz ohne die - für uns so selbstverständlichen - Kunststoffe leben“? fragte Franz Gumplinger eingangs. Als ehemaliger Leiter der Konstruktionsabteilung eines Kunststoffverarbeitenden Industriebetriebes berichtete der Referent über rasante Entwicklungen in diesem Bereich und ließ den Kindern - mehr oder weniger bekannte - Gegenstände in die Hand nehmen. Deutliche Unterschiede zeigten sich bei älteren und neueren Utensilien des täglichen Lebens, was ihre Gebrauchseigenschaften, den Herstellungsaufwand und letztlich die schadlose Endverwertbarkeit im Naturkreislauf angeht. „Dass der aufwändig in Handarbeit geflochtene Weidenkorb, der Kinderschlitten aus Holz, der Fußball aus Leder, das Küchengeschirr aus Steinzeug oder die Getränkeflasche aus Glas anders zu bewerten sind als die gleichen Gegenstände aus Plastik, insbesondere die vorgestellten Kunststoffteile, welche heutzutage immer schneller und billiger aus besonderen Kunststoffen für die Autoindustrie hergestellt werden müssen“, gab Gumplinger zu bedenken.      

Mit einer informativen Bildschirmpräsentation führte der Kunststofftechniker Stefan Zwingenberger den Kindern die „Entwicklung der Kunststoffe“ anschaulich vor Augen. Erstmalig sei bereits im Jahr 1531 die Herstellung eines so genannten „Kunststoffes“ aus Magerkäse überliefert. 1839 habe der Amerikaner Charles Goodyer begonnen, Naturkautschuk für die Gummiproduktion zu verwenden und 1856 wurde Elfenbein durch „Zelluloid“ ersetzt. Als Abfallprodukt bei der Kohlegasproduktion sei 1907 „Bakelit“ entstanden und 1913 habe man - beim Versuch, giftiges Chlorgas unschädlich zu machen - das für Bodenbeläge vielfach verwendete PVC entwickelt. Schlag auf Schlag entstanden in den Jahren 1931 Neopren, 1933 Plexiglas und schließlich 1935 Nylon als Ersatz für Naturseide. Weitgehend abgeschlossen wurde die stürmische Entwicklung neuer Kunststoffe mit den Materialien Silicon, PUR- Schaumstoff, Teflon, Styropor und Polyethylen in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, erinnerte Zwingenberger.        

Wie notwendig ein verantwortungsbewusster, sparsamerer Umgang mit den - auf Erdöl basierenden - Kunststoffen und der Verzicht auf kurzlebige Wegwerfprodukte für kommende Generationen wäre, machte Franz Gumplinger am derzeitigen Weltjahresbedarf von 280 Millionen Tonnen - umgerechnet 14 Millionen Lastwägen oder 700 000 Güterzügen - deutlich. Nach Werner Bootes preisgekröntem Dokumentarfilm "Plastic Planet" könne man damit den gesamten Erdball sechsmal in Plastikfolie einpacken. Plastik sei verantwortlich für wachsende Müllberge in Wüsten und Meeren. Kunststoffe könnten bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit einigen Zusatzstoffen das menschliche Hormonsystem schädigen. In den Weltmeeren sei heute bereits mehr Plastikmüll zu finden als Plankton.        

Im Rahmen der VHS Kinder-Uni können die Teilnehmer am 11. April mit dem Förster Peter Muck „Den Wald spielerisch erleben“.

Fledermaus im historischen Brauereikeller

Großes Mausohr ?

Am Samstag 1. Dezember 2012 gegen 17 Uhr, zeigte mir Gerhard Gumplinger in Oberotterbach eine Fledermaus unterm Dachvorsprung seiner Hauswand. An diesem Platz hatte das Tier schon den ganzen Sommer verbracht. In den letzen Tagen war die Fledermaus allerdings zeitweise abwesend. Auf telefonisches Anraten der Fledermausexpertin Frau Winkler, nahm ich die vergleichsweise große Fledermaus (bei einer örtlichen Außentemperatur von knapp 3 Grad unter dem Gefrierpunkt) von Hauswand und transportierte sie in einem Sägerauen Meisennistkasten 1,5 Kilometer weit nach Rottenburg, um sie in dem historischen Brauereikeller (direkt gegenüber unserem Museum „Binder-Pehr-Haus“) – bei gleich bleibenden ca. 8 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit, in einer Wandnische unterzubringen. Oberhalb der Kellertüren bestehen bereite Ausflugöffnungen. Es handelt sich vermutlich um ein "Großes Mausohr"

(Bartfledermäuse jagen noch bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen von plus 3 Grad, informierte mich Frau Winkler).

Wochenmarkt fördert das „Wir Gefühl“

siehe Pressebericht von Judith Popp im „Rottenburger Anzeiger“ vom 24.09.2012

„Wasser als Gesamtkörper betrachten“

siehe Pressebericht von Judith Popp im  „Rottenburger Anzeiger“ vom 22.09.2012

Keine Angst vor Hornissen

Rottenburg. Hornissen haben keinen leichten Stand. Seit Menschengedenken werden sie verfolgt und örtlich bis an den Rand der Ausrottung getrieben. Die volkstümliche Theorie, dass sieben Hornissenstiche angeblich für ein Pferd, und drei für einen Menschen tödlich sein sollten, ist inzwischen eindeutig widerlegt. Wegen des Mangels an geeigneten natürlichen Nistmöglichkeiten in alten Bäumen haben Arbeiter des städtischen Bauhofs in das „Insektenhotel“ auf der Streuobstwiese östlich Rottenburg  – neben dem Unterschlupf für wilde Bienen, Ohrwürmer und Florfliegen – auch eine spezielle Nisthilfe für Hornissen eingebaut.

Erstmals zog in diesem Jahr tatsächlich ein Hornissevolk ein. „Wo die wilden Kerle wohnen“, ist die Informationstafel der „Station 8“ des Rottenburger Naturerlebnispfades überschrieben. Im Rahmen des Kinder- und Jugendferienprogramms organisierte die Bund Naturschutz Ortsgruppe mehrere Exkursionen hierher. (Bild) Für aufmerksame Beobachter sei es faszinierend zu sehen, wie die junge  Hornissen-Königin im Mai mit der Gründung eines neuen Volkes beginnt und aus morschem Holz ihr Nest baut, informierte Franz Gumplinger, der sich im nördlichen Landkreis Landshut ehrenamtlich für den Hornissenschutz einsetzt.

Allein lege die Königin anfangs Eier in die Waben, wärme oder kühle sie, versorge die Larven mit Mücken, Fliegen und Wespen. Im Lebenszyklus eines Hornissenvolkes erbeuteten die auch als „Adler unter den Insekten“ bezeichneten Tiere eine beträchtliche Menge anderer Insekten und wirkten so als bedeutendes Regulativ im Naturhaushalt, was im Wohnumfeld des Menschen durchaus als „nützlich“ empfunden werde. Bis zum Beginn der kalten Jahreszeit im Oktober wachse das Volk im Idealfall mit 300 bis 800 Tieren so stark an, dass nur noch Drohnen und junge Königinnen für das kommende Jahr herangefüttert werden. Sobald dann die jungen Hornissenköniginnen in ihren Überwinterungs-Unterschlupf abgeflogen sind, sterben die Altvölker restlos ab, betonte Gumplinger. Weil das leere Nest von den Tieren bekanntlich kein zweites Mal benutzt wird, kann es im Winter abgenommen werden.

BN will „würdige Natur-Skulptur“ erhalten

Diese imposante jahrhundertealte Naturskulptur – eine Todholz-Eiche – will die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe vor der Zerstückelung retten

Exkursion auf dem Natur- und Kulturerlebnispfad quer durch die Stadt  

Rottenburg. Viel Lob für die Zielsetzungen des Rottenburger Natur- und Kulturerlebnispfades gab es eingangs einer Stadtexkursion der Bund- Naturschutz-Ortsgruppe Rottenburg.  Die Darstellung der früheren Kultur und Geschichte im historischen Stadtkern bei Station zehn beeindruckte ebenso wie der Zugewinn an natürlicher Vielfalt durch die Renaturierung des überwiegend begradigten Krumbaches bei Station vier. Überrascht und verärgert reagierten die Teilnehmer der Wanderung dagegen auf die „Verstümmelung der imposanten Todholz-Eiche“ und die damit verbundenen Zerstörung ihrer Aussagekraft für die Station eins am Startpunkt des Erlebnispfades.  

Eichenbäume  können 500 Jahre - unter günstigen Umständen bis zu 2000 Jahre – alt werden, ist auf der Tafel der Station eins mit der Überschrift „Eiche – Symbol der Ewigkeit“ zu lesen. Alteingesessene Gemeindebürger erinnern sich noch gut an einen besonders mächtigen Eichenbaum, der unzählige Generationen  lang beim Weiler Stein - nahe der Staatsstraße von Rottenburg nach Inkofen – stand.  Bis er im Juli 2002 bei einem Sturm umstürzte, weil sein Wurzelwerk bei Wegebauarbeiten nachhaltig geschädigt worden war. Nach der Zerlegung des 40 Tonnen schweren Kolosses, wofür zwei Männer fünf Wochen brauchten, lieferte allein die mächtige Baumkrone 40 Ster Brennholz. Ein Schwerlast-Transporter brachte den jetzt noch 25 Tonnen wiegenden Eichenstamm - mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand der Gemeinde – zum Haupteingang des Schulgebäudes an der Pater- Willhelm-Fink Straße nach Rottenburg, das zeigen Bilder und Texte sehr anschaulich.                  

Mit ungläubigem Kopfschütteln habe er vor einigen Monaten per Telefon erfahren, dass dieses imposante Natur- und Kulturdenkmal einem auswärtigen Schreiner von der Stadt unentgeltlich zur privaten Verwertung überlassen wird, informierte der BN-Ortsvorsitzende Franz Gumplinger die Teilnehmer der Wanderung. Im Gegenzug wolle der Schreiner - stellvertretend für den ganzen Baumkoloss –  eine Scheibe des Stammes „hinter Glas unter einem Dacherl“, irgendwo „gut sichtbar auch für Touristen“ aufstellen, habe dieser in Aussicht gestellt. Mit der Bitte um Unterstützung beim „Erhalt der alten Todholz-Schuleiche“ in ihrer jetzigen Form“, habe sich der Bund Naturschutz mit  einem ausführlichen Schreiben an die Schulleitung und an das Lehrerkollegium der Grund- und Mittelschule gewandt. Passanten, Schülern und Lehrern solle die Eiche als „Ewigkeitssymbol“ das „Wachsen und Vergehen in der Natur“ körperlich erlebbar zu machen, hieß es in dem Brief. Denn „Todholz ist nicht tot“! Aus dem über Jahrhunderte langsam verrottenden Eichenholz, wuchsen bereits wieder junge Bäumchen. Besonders um die Kontaktflächen zum Boden hin, bildeten sich wertvolle Lebensräume für unzählige Kleinlebewesen, besonders auch für die äußerst selten gewordenen Hirschkäfer. In dem gleich lautenden Inhalt eines weiteren Schreibens habe Gmplinger den Stadtrat dazu bewegen wollen, die geplante Umgestaltung des Schuleinganges von der nichtöffentlichen, auf die öffentliche Tagesordnung einer Stadtratsitzung zu bringen. „Leider ohne Erfolg“, bedauerte Gumplinger.  

Ein Baum in dieser Dimension werde wohl die nächsten Hundert Jahre in der Gemeinde Rottenburg nicht wieder anfallen, gab BN-Mitglied Elfriede Mirlach zu bedenken. Leider sei alles erst wertvoll, wenn es nicht mehr da ist. Der noch vorhandene Eichenstamm sei ein großartiges Monument mit Würde und gewaltiger Kraft. Sie frage sich ob es angehen kann, dass der „selbst ernannte einfühlsame Baumflüsterer“ einerseits mit recht „profitorientierten Gefühlen für Bäume“, mit seiner Riesensäge dieses Kraftzentrum zerstört und andererseits das Erstellen eines „Schaukastens mit Baumscheibe“ als Gegenleistung anbiete. Hier dränge sich förmlich ein Vergleich auf, wie der brave Bauer in der Mitte des vorigen Jahrhunderts seinen wertvollen alten Schrank gegen einen Resopalbeschichteten „Neuen“ tauschte. „Wir wollen keine Reklame durch einen Schaukasten machen, für das was wir hatten, sondern das was wir haben, so lange erhalten wie es geht “, betonte Mirlach.                                                      

Der Stamm ist auch nach Auffassung von Anna Maria Littmann, der Vorsitzenden des Vereins für Gartenbau und Landschaftspflege, „als würdige Natur-Skulptur“ – auch unter dem Stichwort „Kunst am Bau“ - für nachfolgende Generationen zu erhalten. Nicht zuletzt zum Erhalt des bei den Sägearbeiten des Schreiners frei gelegten Nestes der geschützten „Großen Waldameisen“ verlangt der Bund Naturschutz den Stopp der laufenden Arbeiten und eine grundsätzliche Information der Bürger im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates, über die Ziele der Stadt bei den Umgestaltungen vor der Schule.

„Todholz ist nicht tot“

BUND Naturschutz will „Naturkunstwerk“ erhalten

Rottenburg. Auf die Einmaligkeit und den ökologischen Wert der mehrere hundert Jahre alten „Totholz-Eiche“ am Eingang der Mittelschule in Rottenburg, macht die Bund Natur (BN) Ortsgruppe Rottenburg in einem Brief an die Lehrer und Schüler an der Pater-Wilhelm-Fink Straße aufmerksam und wirbt für deren Erhalt. Der mächtige Baum wurde vor einigen Jahren mit  Schwertransportern zur Schule gebracht, um Passanten, Schülern, Lehrern als „Ewigkeitssymbol“ das Wachsen und Vergehen in der Natur körperlich erleben zu lassen, betont der BN-Ortsvorsitzende Franz Gumplinger in dem Schreiben. „Todholz ist nicht tot“! Sehr anschaulich werde an der Station 1 des Rottenburger „Natur- und Geschichts- Erlebnispfades“ gezeigt, wie aus dem - über viele Menschengenerationen langsam verrottenden Eichenholz – bereits wieder junge Bäumchen wachsen. Die 25 Tonnen schwere Sehenswürdigkeit mit seinen zweieinhalb Metern Stammdurchmesser, sollte als einmaliges „Natur- und Geschichtsdenkmal“ in seiner jetzigen Form erhalten und nicht wie geplant, in Scheiben zersägt an Privatleute verkauft werden, betont Gumplinger.  Die natürliche Verrottung am dauerfeuchten Eichenstumpen, vor allem um die Kontaktflächen zum Boden hin, bilde wertvolle Lebensräume für unzählige Kleinlebewesen, besonders auch für die äußerst selten gewordenen Hirschkäfer, erklärt die Lehrerin und BN-Ortsvorsitzende Uschi Beran- Gebhardt aus der Nachbargemeinde Pfeffenhausen den staunenden Mädchen und Buben beim  Besuch des Rottenburger Natur- und Geschichts- Erlebnispfades.

"Der Biber - ein Urbayer" Zeitreise in die Vergangenheit

Rottenburg. Rund 15 Millionen Jahre lang gab es sie bereits in Bayern, bis vor etwa zehntausend Jahren die ersten Menschen in die hiesigen Lebensräume einwanderten, die Biber. In fast allen heimischen Flusstälern lebten die Biber „Castor fiber“ lange Zeit problemlos neben den menschlichen Siedlern im gleichen Lebensraum, bis sie 1867 schließlich doch ausgerottet wurden. Das erfuhren interessierte Mädchen und Buben im Rahmen einer spannenden „Zeitreise“ der VHS Kinder-Uni Rottenburg. Wie bei einer richtigen Expedition - hintereinander aufgereiht an einem langen „Sicherungsseil“ – hantelten sich die Kinder aus der Gegenwart kommend, vorsichtig zehntausend Jahre zurück in die tiefe Vergangenheit.

Fast so schnurgerade wie die parallel verlaufende Straße, stellte sich den Kindern „in der Jetztzeit“, auf dem ersten Stück der Exkursion ein tief ins Gelände eingeschnittener Bachlauf, „als armseliges Rinnsal mit einsilbigem Brenneselbewuchs“ dar. Im deutlichen Kontrast dazu, schlängelt sich der gleiche Bach einige hundert Meter weiter in sanften Windungen und bildet in einem auwaldähnlichen Bereich artenreiche Stillgewässer aus. „Die Biber haben hier mit ihren Staudämmen - wie vor tausenden Jahren - wertvolle Lebensräume für selten gewordene Libellen, Amphibien und Wasservögel entstehen lassen und so auch einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes für uns Menschen geleistet“, betonte Franz Gumplinger - der in diesem Bereich regelmäßig als ehrenamtlicher Biberberater für das Landratsamt Landshut unterwegs ist – beim Erklären eines Biberpräparates. Als reiner Vegetarier werde der Biber bis zu dreißig Kilogramm schwer und einen Meter lang, habe ein sehr dichtes Fell mit mehr als 10 000 Haaren  pro Quadratzentimeter und eine mittlere Lebenserwartung von 8 Jahren.

Die seit den siebziger Jahren mehr und mehr heimisch werdenden Biber lebten unter dem Generalverdacht, nur Probleme zu verursachen. Das sei falsch, gerne werde ihr großer Nutzen für die Wasserwirtschaft übersehen. Biberansiedlungen verzögerten den Wasserabfluss bei starkem Regen extrem. Dadurch versickerte und verdunstete bereits im Oberlauf von Bächen mehr Wasser, und Hochwasserspitzen würden gekappt, betonte Gumplinger. „In Zeiten des Klimawandels mit Extremniederschlägen brauchen wir alles, was den Wasserabfluss in der Landschaft dämpft. In trockenen Jahren hingegen profitierten Natur und Landwirte von seiner Wasserrückhaltung“.

"Gewässerschutz liegt im Argen"

Rottenburg. Die gemeindliche Umsetzung gesetzlicher Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist das diesjährige Schwerpunktthema der Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe Rottenburg. Das brisante Thema soll im Mittelpunkt eines Film-Vortrages sowie einer Ausstellung im Bürgersaal  am Donnerstag 27. September stehen, ebenso wie beim  „Tag der Regionen“ am Michaelimarkt-Sonntag 30. September 2012 im Bürgersaal und auf dem Kapellenplatz.

Der Schutz der bayerischen Gewässer ist nach Auffassung des BN eine sehr wichtige Aufgabe. Doch in Bayern liegt der Schutz der Gewässer vor Gülle- und Pestizideinträgen durch Schutzstreifen im Argen, kritisiert der BN-Ortsvorsitzende Franz Gumplinger. Als Einziges in ganz Deutschland, erlaube das „Bayerische Wassergesetz“ einen  „Sonderweg mit schweren Folgen“. Landwirte in Bayern könnten ihre Äcker bis zum Ufer nutzen und auch noch direkt am Wasser Gülle verspritzen. „Das Bundesgesetz schreibt einen Abstand von fünf Metern vor, in Bayern gilt der aber nicht“, bedauert der BN-Ortsvorsitzende. Mitglieder und Interessierte der BN Ortsgruppe Rottenburg treffen sich in diesem Zusammenhang, am Montag, den 24. Juni 2012, um 19 Uhr im Gasthaus Forstner in Gisseltshausen zum Fernsehen und Diskutieren des Beitrages  „Der dicke Hund“ im Rahmen der BR-Sendung „Unkraut“.  

Der Dicke Hund Gewässerrandstreifen Der Schutz der bayerischen Gewässer ist eine sehr wichtige Aufgabe. Doch in Bayern liegt etwas im Argen: der Schutz der Gewässer vor Gülle- und Pestizideinträgen durch Schutzstreifen. Stand: 22.06.2012 Das Bayerische Wassergesetz erlaubt etwas, das die niederbayerischen Naturschützer Paul Riederer und Franz Gumplinger entsetzt: (Foto Anhang). Landwirte in Bayern können ihre Äcker bis zum Ufer nutzen und auch noch direkt am Wasser Gülle verspritzen. Das Bundesgesetz schreibt einen Abstand von fünf Metern vor, in Bayern gilt der aber nicht. Ein Sonderweg mit Folgen Dringend nötig: Gewässerrandstreifen - Schutzzone zwischen Feld und Bach Ohne Schutzstreifen können Gülle, Pestizide und Erde ungefiltert ins Wasser laufen - und dort Schaden anrichten: Wasserinsekten wie die Köcherfliegenlarve bekommen oft nicht mehr genug Sauerstoff zum Überleben. Und Kieslaicher wie die Barben finden keine Laichplätze mehr, wenn sich zu viel Erde am Grund ablagert. Die Lücke im Gesetz bleibt Dass Gewässerrandstreifen an sich sinnvoll sind, bestreitet auch die Bayerische Staatsregierung nicht. Sie zahlt Landwirten, die freiwillig Abstand halten, sogar eine Belohnung. Doch eine Lücke im Gesetz schließen - das will sie nicht. Erst vor kurzem hat sie sich für ein "weiter wie bisher" entschieden. So können Schlamm und Pestizide auch in Zukunft Bayerns Gewässer ungehindert bedrohen. UNKRAUT findet, das ist ein Dicker Hund!   Wasserrahmenrichtlinie /  Gewässerschutz – von der Quelle bis zur Küste   Die gemeindliche Umsetzung gesetzlicher Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie - unser diesjähriges Thema –  soll im Mittelpunkt eines Film-Vortrages sowie einer Ausstellung im Bürgersaal  am Donnerstag 27. September stehen. Ebenso wie beim  „Tag der Regionen“ am Michaelimarkt-Sonntag 30. September 2012 im Bürgersaal und auf dem Kapellenplatz der Stadt Rottenburg. Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist ein Gesetzeswerk der EU mit klarem und deutlichem Auftrag: Alle unsere Gewässer – vom Grundwasser über die Flüsse und Seen bis hin zu den Küstengewässern – müssen bis 2015 einen "guten Zustand" erreichen. Darin liegt eine große Chance. Denn viele Gewässer haben eine Wiederbelebung bitter nötig. Was bedeutet dies für die Behörden und die Politik? Die Qualitätsziele lauten: 

  • ein weitgehend natürliches Vorkommen von Pflanzen und Fischen in den Gewässern;
  • die Durchgängigkeit von Bächen und Flüssen für alle Lebewesen; 
  • sanierte, naturnahe und naturbelassene Uferzonen; 
  • Schadstoffkonzentrationen innerhalb der Grenzwerte.

Zudem gilt, dass der heutige Zustand unserer Gewässer (bis auf wenige, streng geregelte Ausnahmen) ab sofort nicht mehr verschlechtert werden darf.Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein Bewirtschaf­tungs­plan erstellt, mit dessen Maßnahmen bis 2015 die Ziele der WRRL erfüllt werden sollen.   Wie wir wissen, sind in allen deutschen Bundesländern – außer bei uns in Bayern – Uferschutzstreifen, sanierte, naturnahe und naturbelassene Uferzonen gesetzlich vorgeschrieben. Dabei wäre die Umsetzung der WRRL eine der größten Chancen für den Schutz des ganzen Gewässerkörpers, von den Oberflächengewässern bis hin zum Grundwasser. In diesem Zusammenhang klagt der „Zweckverband zur Wasserversorgung Rottenburger Gruppe“ aktuell über ständig steigende Belastungen des Grundwassers mit Nitrat- und Pflanzenschutzmittel. Grenzwerte werden erreicht und überschritten. Der Brunnen in Pfeffenhausen musste bereits aufgegeben werden. Wie schon in den vergangenen Jahren, wird die BN-Ortsgruppe deshalb weiter aktiv, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wasser ist Leben“     

Damit Frösche sicher die Straße überqueren

Ein Herz für Biber und Amphibien haben (v.L.) Paul Riederer, Bürgermeister Alfred Holzner, Franz Gumplinger und Hans Wagensoner

Zwischen Rottenburg und Inkofen wurde eine Amphibienleiteinrichtung angelegt

Lesen Sie nachfolgenden Bericht von Frau Bettina Schwarz, veröffentlicht in der Landshuter Zeitung am 09. Juni 2012

Pressetermin am 05.06.2012 um 13,30 Uhr im Bereich der Amphibienleiteinrichtung an der Staatsstraße 2142 Rottenburg-Neufahrn bei Kilometer 0,5

Ein Herz für Biber und Amphibien haben (v.l.) Paul Riederer, Rottenburg's Bürgermeister Alfred Holzner, Franz Gumplinger und Hans Wagensonner

Beim Rückblick an den Biberdämmen erinnerten wir uns:

Vor mehr als 30 Jahren erfuhren wir von aufmerksamen Kraftfahrern, welche regelmäßig auf der Staatsstraße Rottenburg-Neufahrn unterwegs waren, dass im zeitigen Frühjahr bei Kilometer 0,5 an der Staatsstraße Rottenburg-Neufahrn durch die Kadaver der dort totgefahrenen Amphibien eine Schleudergefahr für Kraftfahrzeuge zu befürchten war. Dieser Sachverhalt veranlasste damals engagierte Bürger verschiedener Altersgruppen dazu, die wandernden Amphibien allabendlich vom Straßenrand aufzusammeln und in die angestammten Laichgewässer auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu tragen. Damals kam uns der Gedanke zur Gründung der Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe Rottenburg, um in den Folgejahren regelmäßig zur Zeit der Laichwanderung, zunächst temporäre Schutzzäune aus Einwegkunststoffbahnen aufzustellen und die Betreuung zu organisieren. Auf unser Ersuchen hin, konnte ein früher landwirtschaftlich genutztes Grundstück von der Stadt Rottenburg erworben werden. Mit Zuschüssen aus dem Landschaftspflegeprogramm der Regierung von Niederbayern errichtete die  BN- Ortsgruppe eine bis in die letzten Jahre funktionsfähig erhaltene, dauerhafte Amphibienleiteinrichtung. Ein entscheidendes Bindeglied in dem komplexen Amphibienleitsystem stellt seit vielen Jahren - die vom Straßenbauamt seinerzeit eigens für die Amphibien errichtete - Tunnelröhre unter der Staatsstraße dar. Dafür nochmals Herzlichen Dank! 

Schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert betreuen die freiwilligen Helfer jedes Frühjahr den Amphibienschutzzaun auf dem gemeindeeigenen Biotopgrundstück an der Staatsstraße Rottenburg-Neufahrn bei Kilometer 0,5. Um die 3500 Frösche, Kröten und Molche wurden Anfangs pro Jahr gezählt und vor dem Tod oder der Verstümmelung auf der Straße bewahrt. 

Nun führt die Stautätigkeit einer Biberfamilie seit geraumer Zeit zur Überflutung der vorhandenen Amphibienleiteinrichtung, so dass diese stellenweise unwirksam wurde. Die Frösche schwimmen einfach über die Absperrung in Richtung Straße. Ein benachbartes, zunehmend vernässtes Grundstück der katholischen Kirche konnte die Stadt Rottenburg im Sinne ihres Gewässerpfleg- und Entwicklungskonzeptes erwerben und ökologisch optimieren. In Absprache mit der Straßenmeisterei konnte inzwischen ein Umleitungsgraben mit Schutzwall von der Bund-Naturschutz Kreisgruppe Landshut und der Ortsgruppe Rottenburg in Eigenregie gebaggert werden. Eine dauerhafte Amphibienleiteinrichtung aus Metall wurde errichtet, auch um das Biberrevier effektiv zur Straßenböschung hin abzuschotten und so ein mögliches Aufweichen der Böschung zu vermeiden.    

Wir möchten um eine weiterhin so gute Zusammenarbeit des Straßenbauamtes mit dem Bund Naturschutz bitten. Optimistisch stimmen uns in diesem Zusammenhang aktuelle Veröffentlichungen, wonach die Oberste Baubehörde beabsichtigt, auch in den nächsten Jahren an solchen besonders gefährdeten Stellen, konkrete Maßnahmen zum dauerhaften Schutz der Amphibien umzusetzen.

Konnten doch allein bei der Frühjahrswanderung 2009 mehr als 700.000 Frösche, Kröten und Molche vor dem Überfahren gerettet werden. Unser Innenminister Herr Joachim Herrmann dankte ausdrücklich „den vielen ehrenamtlichen Helfern des Bund Naturschutz für ihr beispielloses Engagement“. Für die Helfer würden sich bei den vorrangig in der Nacht durchgeführten Aktionen aber leider viel zu oft gefährliche Situationen ergeben: "Der bessere und sichere Weg für Helfer und Tiere ist ganz klar der Bau von Amphibientunneln und festen Leitwänden", betonte Herrmann. Deshalb hätten die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern und der Bund Naturschutz erstmals umfassend alle Amphibienwanderwege an Straßen erfasst. "Diese bayerische Aktion ist in Deutschland einmalig und hat Vorbildfunktion für alle anderen Bundesländer", sagt auch Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern. Minister Herrmann will sich dafür einsetzen, dass zusätzliche Mittel bereitgestellt werden, um Defizite im Biotopverbund zu beseitigen, heißt es.

Straßengräben und Ranken vom Müll befreit

Straßengräben und Ranken vom Müll befreit, haben Mitglieder der Bund Naturschutz Ortsgruppe Rottenburg, gemeinsam mit Mädchen und Buben der Schulen und Kindergärten sowie aktiven Helfern der Vereinen und örtlichen Feuerwehren in und um Rottenburg. Entlang der Straßen, Feld- und Waldwege im Gemeindegebiet wurde die Umwelt - im Rahmen der Landschaftsreinigungsaktion „Rama dama 2012“ - von Flaschen, Plastikabfällen und sonstigem Müll befreit. Als kleines „Dankeschön“ ließ das Landratsamt für die Helfer eine Brotzeit springen.

Seit 1983 Amphibienschutz-Aktivitäten der BN-Ortsgruppe Rottenburg

Kind mit Molch
Froschzaun errichten
Froschzaun baggern
Teichmolch

Vor mehr als 25 Jahren erfuhren wir von aufmerksamen Kraftfahrern, welche regelmäßig auf der Staatsstraße Rottenburg-Neufahrn unterwegs waren, dass im zeitigen Frühjahr bei Kilometer 0,5 an der Staatsstraße Rottenburg-Neufahrn durch die Kadaver der dort totgefahrenen Amphibien eine Schleudergefahr für Kraftfahrzeuge zu befürchten sei.

Dieser Sachverhalt veranlasste damals engagierte Bürger verschiedener Altersgruppen dazu, die wandernden Amphibien allabendlich vom Straßenrand aufzusammeln und ins angestammte Laichgewässer auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu tragen. So  wurde damals die Bund Naturschutz Ortsgruppe Rottenburg im Jahr 1983 gegründet, um in den Folgejahren - unter anderem - regelmäßig zur Zeit der Laichwanderung temporäre Schutzzäune als Einwegkunststoffbahnen aufzustellen und die Betreuung zu organisieren. Auf unser Ersuchen hin, konnte ein früher landwirtschaftlich genutztes Grundstück von der Stadt Rottenburg erworben werden. Mit Zuschüssen aus dem Landschaftspflegeprogramm der Regierung von Niederbayern errichtete die  Bund Naturschutz Ortsgruppe daraufhin einige Ersatzlaichtümpel und eine bis in die letzten Jahre funktionsfähig erhaltene, Amphibienleiteinrichtung aus Holz.

Ein entscheidendes Bindeglied in dem komplexen Amphibienleitsystem stellt seitdem die vom Straßenbauamt seinerzeit eigens für die Amphibien errichtete Tunnelröhre unter der Staatsstraße dar.

Rund „ein viertel Jahrhundert“ lang betreuen die freiwilligen Helfer im Frühjahr nun schon den Amphibienschutzzaun an der viel befahrenen Staatsstraße. Um die 3500 Frösche, Kröten und Molche wurden in den ersten Jahren gezählt und vor dem Tod oder der Verstümmelung auf der Straße bewahrt. Tendenz stark abnehmend!

Nun führte die Stautätigkeit einer Biberfamilie zur Überflutung der vorhandenen Amphibienleiteinrichtung, so dass diese stellenweise unwirksam wurde. Ein benachbartes, von den Bibern zunehmend vernässtes Grundstück der katholischen Kirche konnte die Stadt Rottenburg - auf unseren Antrag hin - im Sinne des Gewässerpflegekonzeptes der Gemeinde erwerben und ökologisch optimieren.

In Absprache mit dem Straßenmeister Herrn Andreas Maier konnte Ende 2008 ein Umleitungsgraben und ein Schutzwall von der Bund-Naturschutz Ortsgruppe Rottenburg in Eigenregie gebaggert werden, um das Biberrevier effektiv zur Straßenböschung hin abzugrenzen und so ein mögliches Aufweichen der Böschung zu vermeiden.

In guter Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt errichtete  der Bund Naturschutz  zuletzt eine dauerhafte Amphibienleiteinrichtung aus Metall am Böschungsfuß der Staatsstraße. 

Optimistisch stimmen uns in diesem Zusammenhang aktuelle Veröffentlichungen, wonach die Oberste Baubehörde beabsichtigt, in den nächsten Jahren vor allem an den besonders gefährdeten Stellen konkrete Maßnahmen zum dauerhaften Schutz der Amphibien umzusetzen.

Konnten doch allein bei der Frühjahrswanderung 2009 mehr als 700.000 Frösche, Kröten und Molche vor dem Überfahren gerettet werden. Unser Innenminister Herr Joachim Herrmann dankte ausdrücklich „den vielen ehrenamtlichen Helfern des Bund Naturschutz für ihr beispielloses Engagement“. Für die Helfer würden sich bei den vorrangig in der Nacht durchgeführten Aktionen aber leider viel zu oft gefährliche Situationen ergeben: "Der bessere und sichere Weg für Helfer und Tiere ist ganz klar der Bau von Amphibientunneln und festen Leitwänden", betonte Herrmann.

Deshalb hätten die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern und der Bund Naturschutz erstmals umfassend alle Amphibienwanderwege an Straßen erfasst. "Diese bayerische Aktion ist in Deutschland einmalig und hat Vorbildfunktion für alle anderen Bundesländer", sagt auch Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern. Minister Herrmann will sich dafür einsetzen, dass zusätzliche Mittel bereitgestellt werden, um Defizite im Biotopverbund zu beseitigen, hieß es.

Heupferde, Quelljungfern und Schlangenknöterich

BN- Kinderferienprogramm beim Natur- und Geschichtserlebnispfad fand Anklang

Rottenburg. Bewusst langsam mit nur 2 PS im Schritt oder leichten Trab, auf abgelegenen Feldwegen oder mitten im historischen Stadtkern „Natur und Geschichte erleben“. Dass das seinen besonderen Reiz hat, davon ließen sich mehr als 60 Teilnehmer im Rahmen des Freienprogramms der Bund Naturschutz Ortsgruppe Rottenburg, bei den beliebten „Entdeckungsreisen mit Pferd und Wagen“ überzeugen. Je nach Witterung und persönlichen Interessen, konnten die Exkursionsteilnehmer auf ausgewählten Stationen des neuen Erlebnispfades die Kulturschätze der Stadt, ebenso wie Tier-. und Pflanzengesellschaften in ihren feuchten oder trockenen Lebensräumen kennen lernen.

Die Spuren einer ehemaligen römischen Siedlungstätigkeit aus der Zeit um 80 nach Christus, galt es an der Station 6 des Erlebnispfades, in einem tief ins Gelände eingeschnittenen Hohlweg zu erforschen. Mit anpacken durften Kinder und Eltern bei der Heuernte auf der Biotopwiese des Bund Naturschutz nahe Birkenhof. Besonders einfühlsame und mutige Kinder durften das Pferdegespann vom Kutschbock aus auch ein Stück weit selbst lenken. Die gutmütigen Zugpferde  Max und Moriz, gehören der zeitweise vom Aussterben bedrohten Rasse „Süddeutsches Kaltblut“ an, welches aus dem „Norikerpferd“ hervorgegangen ist. Ursprünge des Norikers haben ihre Wurzeln im geografischen Verbreitungsgebiet der römischen Provinz „Noricum“, wurden bei Ausgrabungen aber auch der Zeit wischen 800 und 300 vor Christus  einer hippischen Kultur der Kelten in den Alpen zugeschrieben, war zu erfahren.

Aufmerksame Beobachter konnten am Rande einer artenreichen Trockenwiese  - neben der bunten Blumenvielfalt am sonnigen Ranken - seltene Vögel wie die Feldlerche, schillernde Eidechsen, Schmetterlinge, Käfer und „Heuhupfer“ (großes Heupferd) entdecken. Bei den Ferienkutschfahrten auf wenig befahrenen Feldwegen, umgeben von ausgedehnten Maisfeldern, machte der BN Ortsvorsitzende Franz Gumplinger deutlich, welch einen seltenen Schatz das vom Bund Naturschutz (BN) erworbene Flurstück „Biotopdreieck-Birkenhof“ für die Biotopvernetzung und den Erhalt einer reichen Artenvielfalt beutetet.

Menschliche Sinne wie das Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken angesprochen und der krasse Unterschied zwischen Rasen und Wiese deutlich gemacht, wurde auf den naturnah gestalteten Grünanlagen und den Hochbeeten der Station 7 im Bereich der Lebenshilfe (Bild). Im Quellbereich des Krumbach bei Station 5, entlang des Hanges am Badholz tritt an mehreren Stellen Quellwasser aus, das dem Krumbach zufließt. Im Umgriff um die Quellen können sich hier noch Kuckuckslichtnelken, Schlangenknöterich, Sauergräsern, Binsen und Seggen auf den Feuchtwiesen ausbreiten. Empfindliche Libellen wie die Quelljungfern haben hier ihren Lebensraum. Die Reste alter Brunnenstuben erinnern noch immer daran, dass hier das Wasser für die frühere Rottenburger Trinkwasserversorgung gewonnen und zur Verteilstation beim Elektrizitätswerk geleitet wurde. Im Krumbachtal habe der Bund Naturschutz seit mehr als zwanzig Jahren eine Feuchtwiese gepachtet, die seitdem nicht mehr gedüngt wird. Samt Schilffläche und Froschtümpel konnte dieser Quellbereich so vor dem Auffüllen und Umbrechen bewahrt werden, hieß es. „Ist der Krumbach ein krummer Bach?“ lautete eine Frage an die Ferienkinder. Fließendes Wasser bildet – dort wo man es lässt - fein strukturierte Adern in der Landschaft. Dieses Wasser fließe heutzutage - im Krumbachtal wie anderswo auch - größtenteils in begradigten Gräben oder Betonrohren, bedauerte Gumplinger und sprach seinen Dank für die Spenden an die Teilnehmer aus – welche als freiwilliger Beitrag bei den örtlichen Artenschutzprojekten des BN sehr willkommen sind.

„Z’ammsteh“ - Alt und Jung lernen von- und miteinander

Rottenburg. Ausgiebig nutzten zahlreiche Besucher des Rottenburger Stadtfestes am Sonntag die gebotenen Möglichkeiten zu Rundgängen durch das „Binder Pehr Haus“ - von der historischen Schäfflerwerkstatt über den Obstpressraum, Gewölbekeller und Ziegenstall bis in die Schlafräume und Wohnkuchl - wo junge Besucherinnen die alt bewährten Rezepte zur Herstellung „Auszogner Schmalzkücherl“ von erfahrenen Köchinnen bekommen konnten. (Bild). Dabei informierten die freiwilligen HelferInnen des Fördervereins Heimat- und Handwerksmuseum auch über laufende Museumsaktivitäten im Spätsommer und Herbst.

So wird für Interessierte jeden Alters, die Freude an Rhythmus und Trommeln haben, am 27. August - im klassizistischen „Repsstadel“ in Niederhatzkofen ein gemeinsames Trommeln veranstaltet, in dessen Verlauf eine positive Gruppendynamik entwickelt wird. Unter professioneller Anleitung werden die Teilnehmer - ohne Vorkenntnisse, nur mit einfachen und klaren Zeichen - zu einem großen Trommelorchester verbunden.

„Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert“ heißt das das Motto beim internationalen „Tag des offenen Denkmals 2011“ am 11. September. Mitglieder des Fördervereins Heimat- und Handwerksmuseum und alle Interessierten treffen sich an diesem Tag vor dem Heimatmuseum in der Pfarrstraße 5 zu einer „Radlfahrt in die Zeitgeschichte“. Station machen die Radler, neben dem Pestfriedhof in Gisseltshausen und dem Spitalfriedhof in Pattendorf, auch im Biergarten der Schlossgaststätte Oberlauterbach.

Beim Generationenfest "Zammsteh" der Jugendorganisation des Bund Naturschutz in Bayern e.V. am 17.9.2011 ab 11 Uhr auf der Mühleninsel in Landshut, will der Förderverein Heimat- und Handwerksmuseum Rottenburg Jugendlichen aus ganz Bayern wissenswertes über fast vergessene Fertigkeiten und Handwerkskunst vermitteln. Mit dem Begriff „Z’ammsteh“, verbinden die Mitwirkenden des Generationenfestes den Zusammenhalt und das Eintreten für ei gemeinsames Ziel. „Alt und Jung lernen von- und miteinander“, betonte Franz Gumplinger. Um 9,30 Uhr werden an diesem Tag kostenlose Mitfahrgelegenheiten nach Landshut mit dem Bürgerbus, vom Rottenburger Rathausparkplatz aus, angeboten.

Selbst einen Beitrag zur Energiewende leisten

Ortsgruppe des Bund Naturschutz lädt Experten zu "Carsharing" und "Elektromobilität"

(Quelle: Rottenburger Anzeiger vom 25. Juli 2011)

Bei einer Ausstellung auf dem Kapellenplatz konnten sich die Besucher de Informationsabends vorab von örtlichen Händlern über ihre Angebote an Pedelecs, E-Bikes, Solar-Scootern und Elektro-Autos informieren lassen. Kontrovers diskutiert wurden dabei die Einführung von konkurrenzfähigen Serien-Elektrofahrzeugen und der flächendeckende Aufbau einer Ladeinfrastruktur.

Sensenmähen - Mensch und Natur profitieren

Rottenburg. Interessierten Gartenfreunden bot die Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe am Samstag eine kostenlose Möglichkeit, unter Anleitung erfahrener Sensenlehrer im Umfeld des Gewächshauses der Landshuter Werkstätten in Rottenburg die traditionelle Sense - als Alternative zu laut lärmenden Rasenmähern und Motorsensen - wieder neu zu entdecken.

Als angenehmes „Betriebsgeräusch“ wurde eingangs der helle Klang der Dengelstöcke von den Umstehenden empfunden. Dabei lernten die Teilnehmer, im gleichmäßigen Takt rasiermesserscharfe Sensenschneiden herauszudengeln, ohne Risse oder Wellen entstehen zu lassen. Für einen „letzten Schliff“ und gute Schneidhaltigkeit sorgte das fachgerechte Wetzen mit einem feinen Wetzstein. Welch entscheidenden Einfluss das richtige Befestigen des Sensenblattes am Sensenstiel für ein entspanntes Mähen hat, konnte jeder Kursteilnehmern unter Berücksichtigung seiner Körpergröße und seines Werkzeuges individuell ausprobieren.

Beim eigentlichen Mähen der Blumenwiese sollte verdeutlicht werden, wie eine schwungvolle Bewegung die gesamte Wirbelsäule mobilisiert, die Rückenmuskulatur und damit die Beweglichkeit fördert, als Voraussetzung für körperliches Wohlbefinden. Direkte Naturverbundenheit, der Geruch des Grases, Blumenduft und Tau, können die psychische Ausgeglichenheit fördern und der meditative Charakter der Tätigkeit ermögliche den Abbau von Stress, meinte Franz Gumplinger als Vorsitzender der Bund Naturschutz Ortsgruppe abschließend. „Die Artenvielfalt wird im Vergleich zum Rasenmäher wesentlich besser erhalten und nicht zuletzt ist es einfach schön, auf diese Weise die alten Handwerkskünste ein wenig am Leben zu erhalten“.

„Den Atomausstieg selber machen“

BN informierte über Stromanbieterwechseln und erneuerbare Energien

Rottenburg. Wie private Verbraucher, Haushalte, Geschäfte und Betriebe ihren Stromanbieter wechseln und Geld sparen können, darüber informierte die Bund-Naturschutz Ortsgruppe im Rahmen eines gut besuchten Vortragsabends im Bürgersaal. Der Energieberater Josef Gerbl ermunterte die Zuhörer, den Atomausstieg selber zu machen und den Atomkonzernen zu kündigen. Es gelte aber, kostengünstige Ökostromangebote von Marketingtricks zu unterscheiden und als Alternative einen der vier Ökostromversorger zu berücksichtigen, die unabhängig von der Atomindustrie sind. Die Konzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW wollten ihre alten AKW noch 30 Jahre in Betrieb lassen, verbunden mit zusätzlichem Uranabbau, Sicherheitsrisiken  und der Folge von noch mehr Atommüll, kritisierte der Referent. Die Atomkraftwerke müssten früher, nicht später abgeschaltet werden. Der Bund-Naturschutz und 21 weitere Umweltverbände hätten sich zusammengeschlossen, um zu zeigen, dass es anders geht, wenn die Menschen in Deutschland selbst aktiv werden.

Als wichtigste Argumente für den Stromanbieterwechsel nannte Gerbl: „Sie bezahlen für Strom, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde und Sie fördern den Neubau von Wind-, Sonne- und nachhaltigen Biomassekraftwerken“.  Zahlreiche seriöse Studien zeigten, dass eine umweltfreundliche Stromversorgung nicht erst in ferner Zukunft, sondern schon sehr bald möglich sei. Atomkraftwerke seien unflexibel und behindern den Ausbau der erneuerbaren Energien. Bis 2050 lasse sich die deutsche Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Dies sei mit der besten, bereits heute am Markt verfügbaren Technik möglich. „Je früher, je entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt uns für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen," betonte der Referent. Die Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz hätten sich rascher entwickelt als erwartet. Heutige Großkraftwerke seien ungeeignet, fluktuierende Ströme aus erneuerbaren Energien auszugleichen, denn sie könnten die dafür erforderlichen großen Leistungsänderungen nicht abbilden. Konventionelle Kraftwerke seien auf Dauer nicht mit der erneuerbaren Stromerzeugung vereinbar, da ihre Leistung nicht schnell genug an die Schwankungen der Wind- und Sonnenenergie angepasst werden kann. Das dauerhafte Nebeneinander von konventioneller und wachsender erneuerbarer Stromerzeugung würde das System ineffizient und unnötig teuer machen.

Als Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Rottenburg machte Franz Gumplinger abschließend auf die geplante „Aktion Energie fasten“ beim diesjährigen Fastenmarkt in Rottenburger aufmerksam und rief zur Teilnahme an der Demonstration „Countdown für Isar 1“ am Samstag, den 19. März um 13 Uhr vor dem Rathaus in Landshut auf.

Ortsbildprägende Bäume als Kulturgut erhalten Bund-Naturschutz Ortsgruppe plant Artenschutz-Aktivitäten

Rottenburg. Zur Besprechung der im laufenden Jahr geplanten Natur- und Umweltschutzaktivitäten, trafen sich Mitglieder der Bund-Naturschutz (BN) Ortsgruppe und weitere Interessierte im Gasthaus Forster in Gisseltshausen.

Als feste Bestandteile des Jahresprogramms wurden eingangs - neben der Teilnahme am Fastenmarkt im Frühjahr und am Kinderferienprogramm im Sommer –die Organisation des „Tag der Regionen“ beim Michaelimarkt im Herbst genannt. In diesem Zusammenhang sprach BN-Ortsvorsitzender Franz Gumplinger der Stadt einen besonderen Dank für die großzügige Unterstützung aus.

Weil Anfang März mit dem Einsetzen warmer Regenfälle und nächtlicher Temperaturen über 10 Grad Celsius die Laichwanderung der Amphibien wieder einsetzt, will Bernd Haubner zum Schutz der stark abnehmenden Tierbestände, an stark frequentierten Straßenabschnitten wieder allabendliche Arbeitseinsätze mit Kindern und erwachsenen Helfern organisieren. Dank der guten Zusammenarbeit mit der  Gewässerunterhaltspflichtigen Gemeinde und der Straßenbauverwaltung sei es gelungen, das Ufergrundstück entlang einer vielbefahrenen Staatsstraße aus der intensiven Nutzung heraus zu nehmen, um so für die wandernden Frösche und Molche eine dauerhafte Leiteinrichtung und ein wertvolles Rückzugsgebiet zu bekommen, erinnerte der Biologe Bernd Lindner-Haag.

Mit Nachdruck sprach sich die BN-Ortsgruppe beim letzten Tagesordnungspunkt - „Weiterführung der Stadtsanierung an der Max-von-Müller“ - für den Erhalt der großen Bäume unterhalb der „Alten Post“ aus. Die Gemüter der Anwesenden erhitzten sich an den im Raum stehenden Forderungen einiger Anlieger, die mächtigen Bäume (Bild) im Rahmen der Umbauarbeiten - entgegen der ursprünglich vorgelegten Sanierungsplanung - zu beseitigen, weil sie das Umfeld unzumutbar mit Blättern und Blüten verschmutzten. Dem Vorschlag, deshalb eine Unterschriftenaktion zu Gunsten der Bäume zu starten, wollte Gumplinger nicht folgen: „Die Ortsbildprägenden Bäume gehören seit Generationen zum vertrauten Ortsbild, sie genießen als gewachsenes Stück Kulturgut einen besonderen gesetzlichen Schutz, auch wenn sie auf Privatgrund stehen.“ Er sei überzeugt, daß hier ganz  im Sinne des Förderprogramms „Stadtumbau West", das öffentliche Interesse am Erhalt des gewachsenen Ortsbildes in gebührender Weise gegen private Einzelinteressen abgewogen werden.

Ein einziger großer Baum produziere mehr als 1.000 Liter lebenswichtigen Sauerstoff pro Stunde und decke damit den Bedarf mehrerer Menschen, er verbrauche 2,4 Kilogramm Kohlendioxid in der selben Zeit, er filtere circa 7.000 Kilogramm Staub sowie andere Schadstoffe pro Jahr und verringere damit schädliche Belastungen für die Stadtbewohner. Die Besucher des Post-Spielplatzes, Kinder und Eltern schätzten den kühlen Schatten besonders an heißen Sommertagen mit trockener Stadtluft. Pro Jahr verdunsteten so immerhin 30.000 Liter Wasser. Die Verdunstung des Wassers kühle die Luft um bis zu 3,5° Celsius. „Die alten,  großen Laubbäume seien jungen Bäumen darin weit überlegen“, betonte Gumplinger abschließend. Überdies würden alte Bäume direkt zum dringend geforderten Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Mit ihren Asthöhlen, Astgabeln und ihrer rissiger Borke böten sie nicht nur 28 Vögelarten Nistmöglichkeit und Nahrung, sondern auch über 200 Insektenarten Unterschlupf und Versorgung.

Kinder genießen BN-Ferienfahrten auf dem Pferdeschlitten

Salzmangel und schneebedeckte Fahrbahnen sind auf Straßen und Wegen nahe Oberotterbach in der Gemeinde Rottenburg offensichtlich kein Problem. Im Gegenteil. Kinder und Erwachsene genießen die von der Bund-Naturschutz Ortsgruppe hier spontan angebotenen, „umweltfreundlichen Ferienfahrten mit 2PS“ auf einem - vom letzten Wagner der Region fachmännisch restaurierten – hundert Jahre alten Pferdeschlitten. Gezogen wird das historische Gefährt mit der bunten Fracht von den Kaltblütern „Max“ und „Moriz“, bodenständigen Zugpferden, wie sie bis Mitte des vorigen Jahrhunderts als Nutztiere in Landwirtschaft und Gewerbe noch weit verbreitet waren.

Besichtigung des Wasserzweckverbandes

im Rahmen des  „Tag der Regionen“ am Samstag in Pattendorf unter dem Motto:

Wo kommt unser Trinkwasser her?

Wasserreserven – Bildung und Gefährdung des Grundwassers.

Durch die Anlage führten der Verbandsvorsitzende Johann Weinzierl und der Geschäftsführer Manfred Kraheberger.

Obst pressen und Elektroräder testen

„Wer weiter denkt – kauft näher ein“ unter dem Motto des bundesweiten Aktionstags „Tag der Regionen“ wurde am Samstag auf dem Wochenmarkt am Bahnhofplatz direkt vor Ort gepresster Saft von frischen Äpfeln angeboten. Als besondere Attraktion konnten die Marktbesucher neueste Fahrradmodelle mit Elektrounterstützung probeweise bei Testfahrten ausprobieren.

Mit zwei PS durch Wald und Flur

Den Reiz der Langsamkeit und Nähe erspüren, konnten 39 Kinder und 25 Erwachsene bei sieben „Entdeckungsreisen mit Pferd und Wagen“, einem kostenlosen Angebot der Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe Rottenburg im Rahmen des Kinder- und Jugendferienprogramms. Weil freie Zeit zum Luxusgut und eigene Zeit immer mehr zur Rarität wird, will man einfach wieder „das Nahe liegende“ sehen und schätzen lernen. Den jeweiligen Wünschen der Teilnehmer entsprechend, ging es mit den umweltfreundlichen zwei PS der Kaltblüter „Max und Moriz“ im gemächlichen Schritt oder flotten Trab - auf wenig befahrenen Gemeindestraßen und Feldwegen, an Feldrainen, Waldsäumen und Bächen entlang. So konnte etwa bei einem Regenschauer „der abenteuerliche Weg eines Wassertropfens“ verfolgt werden, vom Niederschlag auf versiegelte Flächen oder auf eine Feuchtwiese im Bereich der Krumbachquellen mit den historischen Brunnenstuben. Das klare Wasser der Sickerquellen speise hier zunächst unscheinbare Rinnsale und bilde schließlich – „das leider überwiegend begradigte und verrohrte“ – ehemals krumme Bächlein, erklärte der BN-Ortsvorsitzende Franz Gumplinger. Wie der Biber aus einem, zum Vorfluter degradierten Rinnsal wieder einen mäandrierenden Bach zu gestalten versucht, war im Einzugsgebiet des Otterbach eindrucksvoll zu sehen. „Hier wird auch deutlich, welchen ökologischen Nutzen eine so umgestaltete Talaue für zahllose Tier- und Pflanzenarten, für den ganzen Wasserhaushalt und damit auch für uns Menschen hat“, betonte Gumplinger. Einst in ganz Eurasien verbreitet, sei der Biber durch menschliche Verfolgung fast vollständig ausgerottet worden. Zusätzlich habe die Zerstörung ihrer Lebensräume durch Flussbegradigungen und Auwaldbeseitigungen zur Destabilisierung der Bestände geführt. In den letzten Jahrzehnten seien die Biber wieder heimisch geworden. Konflikte mit den Bibern zeigzten, wo der Mensch die Landschaft zu intensiv nutze, etwa durch Maisanbau bis ans Ufer-. Als ein besonders positives Beispiel wurde der zehn Meter breite Pufferstreifen von Unterotterbach am Gewässer flussaufwärts herausgestellt, weil hier die Gewässerqualität und alle Lebewesen provitierten.

Der einfachste Weg zur Blumenwiese

Viele Blumenfreunde haben die Besichtigung der Gewächshäuser der Landshuter Werkstätten genutzt
Franz Gumplinger zeigte, wie eine Wildblumenmatte entsteht

Wildblumenmatten der Landshuter Werkstätten leisten einen Beitrag zum Artenschutz

Rottenburg. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum „Internationalen Jahr der Biodiversität“ erklärt. Dadurch soll die Menschheit die Vielfalt des Lebens auf der Erde besser kennen lernen und aufgerufen werden sie zu schützen. Im Mittelpunkt steht nichts Geringeres als der Wert und die Bedeutung der Vielfalt des Lebens auf der Erde für das Überleben der Menschheit. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zur Förderung der heimischen Artenvielfalt organisierten die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut und die BN-Ortsgruppe Rottenburg die Besichtigung des Gewächshauses der Landshuter Werkstätten in Rottenburg. Blumenwiesen brauchen keine besondere Pflege, sie bieten bunte Blühaspekte und sind wertvolle Lebens- und Nahrungsräume für Insekten.                                                     

Als „einfachsten Weg zu Blumenwiese und Artenschutz im Wohnumfeld“ bezeichnete BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach Sturm die Wildblumenmatte „flörflor“ und begrüßte unter den über 70 erschienenen Besuchern namentlich stellvertretenden Bürgermeister Gottfried Wiesmüller, stellvertretenden BN-Kreisgruppenvorsitzenden Paul Riederer sowie die beiden Referenten und Mitarbeiter der Landshuter Werkstätten, Franz Gumplinger und Bernd Haubner.                 

Einblicke in die Entwicklung der Landshuter Werkstätten, von ersten Anfängen in den siebziger Jahren bis zum jüngsten Betrieb in Rottenburg, mit künftigen Arbeitsmöglichkeiten für 60 Menschen mit Behinderungen in zwei Montage-, einer Küchen- sowie einer Gartengruppe, gab Gerhard Friedrich von der Abteilung Qualitätssicherung der Landshuter Werkstätten.
 
„Dem Garten Schmetterlinge gönnen“, statt des üblichen Raseneinerleis eine farbenfrohe Blumenwiese mit Wildblumenmatten aus den Landshuter Werkstätten anzulegen, dafür warb der Rottenburger BN-Ortsvorsitzende Franz Gumplinger. Wildblumenmatten aus den Landshuter Werkstätten seien ohne vorheriges Umgraben leicht zu verlegen. Dafür würde, den individuellen Ansprüchen des Gartenbesitzers entsprechend, Blumenmatten für sonnige, eher schattige oder feuchte Standorte ebenso wie für die Dachbegrünung angefertigt. Gumplinger zeigte den Exkursionsteilnehmern anhand praktischer Beispiele, wie für die Wildblumenmatten - ausschließlich im bayerischen Alpenvorland heimische Arten - ausgesät, pikiert, auf kleine Vlies-Stücke gesetzt und wie schließlich je 60 Pflanzen auf zwei Quadratmeter große Matten befestigt werden. Je nach späterer Lage und Bodenbeschaffenheiten eigneten sich immer nur bestimmte, von den gut hundert hier vorgezogenen Pflanzenarten, erläuterte der Pflanzenkenner Bernd Haubner. Auf einem Südhang mit magerem, kiesigem Boden wachsen ja andere Arten als auf einer fetten Wiese.

Tätigkeiten im Gewächshaus brächten jeden Tag etwas Neues, man müsse mit überraschenden Entwicklungen rechnen und versuchen, sie zu meistern. So begeistere das Arbeiten mit Lebendigem die Mitarbeiter der Landshuter Werkstätten immer wieder, betonte Gumplinger. Abschließend wurde auf den „Tag der offenen Tür“ am Samstag 17. Juli 2010 mit einem interessanten Programm hingewiesen. Dabei könne jeder Interessierte die Werkstatt im laufenden Betrieb kennen lernen.

Impressionen vom Blütenfest der „Baumpaten“, Imkereiverein, Gartenbauverein, Bund Naturschutz, Waldkindergarten und Lebenshilfe e.V. am Muttertag 2010 auf der Streuobstwiese in Rottenburg

„Rama dama“

Rottenburg: Mädchen und Buben mehrerer Schulen, des Waldkindergartens, aktive Helfer von Vereinen und Feuerwehrmänner aus Rottenburg und den Ortsteilen opferten ihren Samstag-Vormittag und waren im Rahmen der Landschaftsreinigungsaktion „Rama dama“ nach vorgegeben Routenplänen im Gemeindegebiet unterwegs. An Straßen und Bächen, entlang der heimischen Feld und Waldwege wurde die Umwelt von Flaschen, Plastik- und sonstigem Müll befreit. Größere Abfallablagerungen einem sensiblen Biotopbereich, welche von Hand mit einfachen Mitteln nicht beseitigt werden konnten, sollen im Laufe des Jahres von der Gemeindeverwaltung per LKW abgefahren werden. Das Landratsamt Landshut koordinierte den Einsatz in enger Abstimmung mit den 35 Landkreis-Gemeinden. Als kleines „Dankeschön“ lässt  das Landratsamt landkreisweit für die rund 5000 Helfer eine Brotzeit springen.

„Mein lieber Biber“ – Ein Ort freut sich über seinen „Landschaftskünstler“

Vielleicht war es das Glück des Dammbauers, dass sein Auftauchen mit dem August-Hochwasser 2002 zusammenfiel. Dass er das Wasser in der Landschaft zurückhält und so zum natürlichen Hochwasserschutz beiträgt, hat zu seinen hohen Sympathiewerten sicher von Anfang an beigetragen.

Doch den Hauptteil der Überzeugungsarbeit übernahm der Biber selbst. „Er baute einfach so wunderschöne Dämme“, dass er nach und nach alle Betroffenen für sich einnahm:

-den Landwirt Lederer, obwohl sein Traktor in eine Biberröhre einbrach,

- den Bürgermeister und den Chef des städtischen Bauhofs trotz der Mehrarbeit an den Bächen.

Seit acht Jahren kommen an den Wochenenden zahlreiche Familien ebenso wie die BN-Kindergruppen und das Kinderferienprogramm um das „Gesamtkunstwerk Biber-Landschaft“ aus nächster Nähe zu bewundern. Neun ehrenamtliche Helfer wurden 2009 von Gerhard Schwab in Rottenburg im Bibermanagement und der BN-Vorsitzende als Biberführer ausgebildet. Bei Wanderungen an Ufern entlang, erleben die Teilnehmer hautnah, wie der Biber die Gewässer gestaltet. Verbessert er doch auch die Bedingungen für Feuchtpflanzen wie die Sumpfdotterblumen, für durchziehende Watvögel, Kiebitze, Wildenten und den seltenen Schwarzstorch, für Frösche, Molche und Libellenarten. “ Dabei lernen Mädchen und Buben den Unterschied zu begradigten Bächen mit technischen Flussbauwerken kennen, genießen das Barfuss laufen im knöcheltiefen Wasser, dürfen in einer „waghalsigen Aktion“ über Biber-Staudämme balancieren und ein lebensgroßes Biber-Präparat eingehend untersuchen.

Mehrere Biberdämme führten am Otterbach stellenweise zur Vernässung von Ackerflächen, eines Kirchengrundstückes und einer Böschung der Staatstraße von Rottenburg nach Neufahrn. In enger Zusammenarbeit mit der gewässerunterhaltspflichtigen Stadt Rottenburg und der Staatstraßenverwaltung ist es dem Bund Naturschutz gelungen, ein Umleitungsgerinne entlang der Staatstraße anzulegen und mit einem flachen Schutzdamm die Staunässe von der Straßenböschung fern zu halten. Am Ende der Bauarbeiten bedankte sich der BN-Ortsvorsitzende Franz Gumplinger bei den mit Schaufel und Gummistiefeln aktiven Helfern, bei  Bürgermeister Alfred Holzner für die Unterstützung durch den Bauhof der Stadt und bei Norbert Kremser für die unentgeltliche Durchführung der Baggerarbeiten. In den letzten Woche ist nun gelungen, das angrenzende kirchliche Waldgrundstück zu erwerben, um es aus der intensiven forstwirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen und dem Biberrevier anzugliedern.

Im Rahmen des „Ökologischen Entwicklungskonzeptes Große Laber“ ermöglichen Naturschutzbehörden, Wasserwirtschaftsamt und Kommunen über viele Hektar einen nachhaltigen Biberschutz.

Für Arten-, Wasser- und Klimaschutz

Wollen auch im Jahr 2010 für den Natur- und Umweltschutz aktiv sein (von links): Bernd-Jochen Lindner-Haag, Kathy Mühlebach-Sturm, Franz Gumplinger, Monika Gärtner, Bernd Haubner und Paul Riederer

Jahresversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe mit Rückblick, Ausblick und Wahlen

Rottenburg. Einblicke in die Natur- und Umweltschutz-Aktivitäten des abgelaufenen Jahres bot die Bund-Naturschutz (BN)-Ortsgruppe Rottenburg im Rahmen ihrer Jahresmitgliederversammlung auch anhand einer Bilderausstellung im „Haus der Vereine“. Auch im kommenden Jahr will sich der – nach der Neuwahl im wesentlichen unverändert gebliebene – Vorstand für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt, für einen verstärkten Klimaschutz und besonders für einen effektiveren Trinkwasserschutz stark machen.

Mit dem „Frühlingserwachen“ im März startete die BN-Ortsgruppe seit ihrer Gründung im Jahr 1983 – gemeinsam mit weiteren freiwilligen Helfern – auch im Frühjahr 2009 zur „größten Naturschutzaktion Bayerns“, berichtete Ortsgruppenvorsitzende Franz Gumplinger eingangs. Der Amphibienschutzzaun auf dem gemeindeeigenen Biotopgrundstück an der Staatsstraße Rottenburg-Neufahrn soll im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit der Straßenbauverwaltung neu aufgebaut werden, damit die hier wandernden Frösche, Kröten und Molche sicher in die vorhandene Tunnelröhre geleitet und vor dem Tod oder der Verstümmelung auf der Straße bewahrt werden.

Im Rahmen der Aktion „Rama dama“ habe man Unrat wie Plastikmüll und Flaschen an Wegen und Waldrändern gesammelt. Größere Mengen Rasenschnitt und Gartenabfälle müssten aber noch aus dem Badholz – dem künftigen „Naturerlebnispfad Quellbereich Krumbach“ – entfernt werden, damit hier keine Nährstoffeinträge aus Sickersäften in den sensiblen Wasserhaushalt bei den alten Brunnenstuben mehr erfolgen, betonte Gumplinger.

Mehrmals auf spielerische Entdeckungsreisen gehen konnten Mädchen und Buben im Rahmen des Ferienprogramms und über wenig befahrene Straßen – mit Pferd und Wagen an Feldrainen, Waldsäumen, Obstwiesen und Bächen entlang – den „Reiz der Langsamkeit“ entdecken. Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten bei der Heuernte auf einer Biotopwiese selbst mit anpacken. Hautnah erlebten die Exkursionsteilnehmer noch vielfältige, heimische Tier- und Pflanzengesellschaften in ihren feuchten oder trockenen Lebensräumen, führte Gumplinger in seinem Jahresbericht aus.

Den „abenteuerlichen Weg eines Wassertropfens“ von der Regenwolke in die Grundwasser führenden Bodenschichten – und von dort über die Brunnen der kommunalen Wasserversorgung bis an den häuslichen Wasserhahn – konnten die Exkursionsteilnehmer beim Besuch des Wasserzweckverbandes in Pattendorf nachempfinden. Wissenswertes über die technischen Einrichtungen, der Wert eines stabilen Wasserhaushaltes und besonders die aktuellen Gefährdungen der Trinkwasserreserven – auch als Folge des enorm intensivierten Maisanbaus – standen hier im Mittelpunkt des Interesses, erläuterte der Ortsgruppenvorsitzende. Mit Blick auf das Jahr 2010 meinte Gumplinger: „Im Sinne eines vorsorgenden und nachhaltigen Trinkwasserschutzes müssen wir von Seiten des Bundes Naturschutz unseren Verbandsräten im Wasserzweckverband künftig noch mehr den Rücken stärken!“ In diesem Sinne will die BN-Ortsgruppe für „genussvolles Essen aus der Region ohne grüne Gentechnik“ werben, um weiterhin in Zusammenarbeit mit „Zivilcourage-Landshut“ – einem Zusammenschluss von Landwirten, Verarbeitern und Verbrauchern – eine gentechnikfreie Anbauregion Landshut sicherzustellen.

Als einen Höhepunkt des vergangenen Jahres bezeichnete Gumplinger den „Tag der Regionen“ mit Gottesdienst und Musikprogramm auf dem Kapellenplatz in Rottenburg. Das Motto „Klimaschutz durch kurze Wege" soll die Bürger dazu ermuntern, möglichst viele Dinge aus der eigenen „Nachbarschaft “ zu kaufen. Damit würden die regionalen Wirtschaftskreisläufe und somit auch die Arbeitsplätze in der Umgebung gestärkt. Die Region könne ihr eigenes Gesicht entwickeln und blute nicht aus. „So macht es Spaß, hier zu bleiben, Wurzeln zu schlagen, sich zu Hause zu fühlen“, betonte Gumplinger abschließend.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurden wieder gewählt als erster Vorsitzender Franz Gumplinger, als stellvertretender Vorsitzender Bernd-Jochen Lindner-Haag und als Kassier Bernd Haubner. Als Beisitzer wurden in den Vorstand gewählt Walter Hastreiter, Elfriede Schmidt und Monika Gärtner. Sowohl BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm als auch ihr Stellvertreter Paul Riederer bedankten sich bei den Aktiven der BN-Ortsgruppe Rottenburg für ihre enormen Anstrengungen und den ehrenamtlichen Einsatz beim Schutz von Natur und Heimatlandschaft.