MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Tschechow im neuen Prantlgarten

In einem Bollerwagerl transportierten Helmut Wartner (links) und Michael Nadler den Kirschbaum zum Prantlgarten

Landshuter Bürger pflanzten zweiten Kirschbaum im künftigen Bürgergarten

Die Stadt Landshut plant, das städtische Gelände mit den Tennisplätzen am Prantlgarten großflächig zu bebauen. Die Wucht der hochpreisigen Bauträger-Architektur kann bereits hinterhalb der Klostermauer im ehemaligen Kolpinghausgelände besichtigt werden.

Schon seit längerer Zeit läuft eine von Landschaftsarchitekt Helmut Wartner initiierte und vom Bund Naturschutz (BN) unterstützte Postkarten-Aktion, die auf den Schutz des Geländes entlang der alten Klostermauer aufmerksam macht. Am Samstag, 4. Mai 2013, versammelten sich rund 30 Landshuterinnen und Landshuter vor dem Rathaus und begleiteten mit ihren weißen „Prantlgarten-Rettungschirmen“ einen stattlichen Kirschbaum, den Architekt Michael Nadler unter den neugierigen Blicken zahlreicher Altstadt-Besucher in einem Bollerwagerl Richtung Prantlgarten zog. Dort pflanzte Helmut Wartner die von ihm gespendete Tokyo-Kirsche nahe der Tennisplätze, um seiner Vision eines Kirschgartens wieder ein Stück näher zu kommen.

Zur großen Überraschung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauchten jetzt auch die Urgesteine des Kleinen Theaters Landshut, die Schauspielerin Léonie Thelen und ihr Kollege Matthias Kupfer, auf und mischten sich unter das Geschehen. Es war verblüffend wie aktuell die rezitierten Textstellen aus Anton Tschechows letztem Stück „Der Kirschgarten“ klangen. So sagt der aufstrebende Kaufmann Lopachin zum Beispiel zur verduzten Besitzerin: „Ihr Kirschgarten wird wegen der Schulden verkauft, aber seien Sie unbesorgt, meine Teure, schlafen Sie ruhig, es gibt einen Ausweg. Hier mein Plan. Hören Sie zu: wenn Sie den Kirschgarten und das Land entlang des Flusses in kleine Parzellen für Datschen aufteilen und Sie dann verpachten, brächte es Ihnen mindestens fünfundzwanzigtausend im Jahr . . . Man wird Ihnen alles aus den Händen reißen. Die Lage ist hervorragend . . . man wird ein bißchen aufräumen müssen . . . den Kirschgarten abholzen . . .“

Oberbürgermeister Hans Rampf hat den Prantlgarten, der vor 175 Jahren angelegt wurde, als „vergilbtes Tafelsilber in der Schublade“ bezeichnet. Mehrere Landshuter Kaufleute warten bereits auf ihre Gelegenheit zum Kauf des bisher öffentlichen Eigentums. Deshalb kämpfen die Freunde des Prantlgartens mit ihren bescheidenen Mitteln dagegen an: durch die Pflanzung von gespendeten Kirschbäumen. Helmut Wartner konnte berichten, dass bereits drei weitere Landshuter Bürger eine Spendenzusage gegeben haben.

BN-Fachberater Rudolf Sturm verteilte eine Unterschriftenliste an den Landshuter Stadtrat, in der er nochmals erläuterte, welche Bedeutung diese zentrale Grünfläche als Ort der Stadtgeschichte, als Ort der Erholung, Begegnung und des kulturellen Lebens hat. Und Initiator Helmut Wartner verteilte die inzwischen 6. Postkarte, die die gespendete Kirsche in voller Blüte zeigt und möglichst zahlreich ins Landshuter Rathaus geschickt werden soll. Denn Oberbürgermeister Rampf hat zuletzt bekundet, dass es ihm lieber sei, seine Bürgerinnen und Bürger rühren sich vorher und nicht, wenn es zu spät ist. Deshalb bekommt er die Karte auch persönlich überreicht, damit er von der neuen Spende nicht erst aus der Zeitung erführt.

Die Veranstaltung, die bei sonnigem Frühlingswetter auch die Schönheit der geschichtsträchtigen Klostermauer herausstellte, klang standesgemäß mit einem Weißwurstessen in einem nahegelegenen Landshuter Biergarten aus.

Ein stattlicher zweiter Kirschbaum bereichert nun den Prantlgarten, der zum öffentlichen Kirschgarten werden soll
Léonie Thelen (rechts) und Matthias Kupfer (links) rezitierten Textstellen aus Anton Tschechows letztem Stück „Der Kirschgarten“

"Kein Ort für städtebauliche Fehlentwicklungen"

BUND Naturschutz fordert in einem offenen Brief, den Landshuter Prantlgarten nicht zu bebauen

Landshut 19.01.13 Eine dicke Schneeschicht liegt derzeit auf den Tennisplätzen am Prantlgarten. Mitglieder des BUND Naturschutz haben sich jetzt in einem offenen Brief an den Stadtrat gewandt, die Grünanlagen zu erhalten und nicht einer Wohnbebauung zu opfern.  >> Mehr

(Quelle: Landshuter Zeitung - Foto: Christine Vincon)

Mit diesem Motiv - eine BUND Naturschutz Aktion in 2012 - möchte Landschaftsarchitekt Helmut Wartner für den Erhalt des Prantlgartens kämpfen.

Weiße Schirme ersetzen Kirschbäume

Vor dem betroffenen Gelände an der Kolpingstraße simulierten 25 Performance-Teilnehmer mit weißen Regenschirmen Kirschbäume, die in einem öffentlichen Park am neuen Prantlgarten gepflanzt werden könnten. Mit dabei, vorne von rechts: Helmut Wartner, Paul Riederer und Kathy Mühlebach-Sturm. Foto: Harry Zdera

BN initiierte eine Kunst-Performance für öffentlichen Park am Prantlgarten

Es ist geplant, das städtische Gelände mit den Tennisplätzen am Prantlgarten in Landshut großflächig zu bebauen. Schon seit längerer Zeit läuft eine von Landschaftsarchitekt Helmut Wartner initiierte und vom Bund Naturschutz (BN) unterstützte Postkarten-Aktion, die auf den Schutz des Geländes entlang der alten Klostermauer aufmerksam macht. Am Sonntag, 4. November, veranstaltete die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe nun eine Kunst-Performance, um eine Alternative zur Bebauung des städtischen Geländes aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass eine öffentliche Parknutzung des Prantlgartens auch eine Erweiterung des Hofgartens darstellen könnte. Über 50 Menschen nahmen an der Kunst-Aktion teil. 25 Landshuter „Prantlgarten-Paten“ setzten sogar ein öffentliches Zeichen gegen den Verkauf der städtischen Fläche und gegen die geplante Bebauung zu Füßen des Hofgartens. Sie wollen statt dessen einen öffentlichen Park, zum Beispiel einen Park mit Kirschbäumen. Deshalb hielten die Bürger der Stadt bei der Performance symbolisch für die mögliche Bepflanzung des neuen Prantlgartens jeweils einen weißen Regenschirm in die Höhe.

Eingangs begrüßte es BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm sehr, dass  Künstler und Naturschützer gemeinsam für den Erhalt des Prantlgartens kämpfen. Der Bund Naturschutz habe in der Vergangenheit schon mehrmals die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, dass die Stadt hier eine Überbauung plant und dieser Ort mit seinen hohen Bäumen und mit dem wunderbaren Blick entlang der ehemaligen Klostermauer bis hin zum Hofgarten in seinem Erlebnis-Charakter akut bedroht werde. Dank der mittelalterlichen Klostermauer und trotz der städtebaulichen Fehlentwicklung im Jahr 1970 sei das ehemalige Klostergelände auch heute noch als Einheit erkennbar. „Dieser Ort ist einer der ältesten in Landshut, er atmet Geschichte und ist ein Ort der Identität für die Stadtbürger“, so Mühlebach-Sturm. Auch wäre hier freier Raum, den das in den noch vorhandenen ehemaligen Klostergebäuden vorgesehene Stadtmuseum für verschiedene Kunstaktionen nutzen und bespielen könnte. Und nicht zuletzt wäre diese ebene Fläche für alle nutzbar, auch für Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Eine Bebauung, wie sie die Stadt hier bei den Tennisplätzen vorsieht, würde diesen zentralen Ort der Stadt- und Klostergeschichte ein für allemal zerstören, betonte die Rednerin.

Helmut Wartner, der zusammen mit stellvertretendem BN-Kreisgruppenvorsitzenden Paul Riederer die Kunst-Performance initiiert und organisiert hatte, freute sich, dass ab jetzt 25 permanente weiße „Rettungsschirme“ mit dem Aufdruck „Ich bin ein Pate für den neuen Prantlgarten. Landshut braucht einen lebendigen Bürgergarten statt Versiegelung!“ im Landshuter Stadtgebiet auf die herausragende Bedeutung dieser städtischen Grünfläche hinweisen. Wenn jede Schirmträgerin und jeder Schirmträger künftig allen weiteren Landshutern erklärt, wie wertvoll der Prantlgarten für das Landshuter Grünsystem sei, erfahre Schritt für Schritt die ganze Stadt, warum die Freifläche im Besitz aller Bürger bleiben muß. „Und so soll auch der Landshuter Stadtrat eines Tages verstehen, warum er dieses unwiederbringliche Tafelsilber trotz der hohen Verschuldung der Stadt auf keinen Fall zugunsten einer hochpreisigen Wohnbebauung verscherbeln dürfe“, betonte Wartner.

Die Veranstaltung, die bei sonnigem Spätherbstwetter auch die Schönheit der geschichtsträchtigen Klostermauer herausstellte, klang standesgemäß mit einem Weißwurstessen in einem Landshuter Lokal aus, wo ein Großteil der Teilnehmer noch angeregt politisierte und schon weitere Aktionen zum Erhalt des Prantlgartens diskutierte.

Weniger Bäume müssen weichen

Ursprüngliche Planungen an der Marschallstraße wurden überarbeitet

Landshut. Beim Treffen der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe am 19. Juli 2012 im Café Himmel war auch der geplante Bau einer Kindertagesstätte auf dem Bolzplatz an der Marschallstraße Diskussionsthema. Dabei wurde von den Naturschützern nicht der Bau der Tagesstätte kritisiert, sondern die damit verbundene angeblich notwendige Fällung der Bäume entlang der Marschallstraße. Die Baumkulisse entlang der vielbefahrenen Straße sei jedoch ein wesentliches städtebauliches Element. Die geschlossene Gehölzreihe schafft einen harmonischen Übergang zur Isarleite, sie schützt den vorhandenen Kinderspielplatz und den Bolzplatz vor Staub und Lärm des starken Straßenverkehrs und prägt den Straßenraum. Auch den Kindern in der geplanten Kindertagesstätte käme dieser Schutz und die wohltuende Abschirmung von der Straße zugute. Die Grünstruktur bietet eine bereits vorhandene Beschattung, teure Neupflanzungen könnten vermieden werden, waren sich die Naturschützer einig. Durch eine geschickte Planung, welche die Erhaltung des Baumbestandes zugrunde legt, könne die Grünkulisse in ihrem gesamten Spektrum ihrer Wohlfahrtswirkung erhalten werden. Eine einzige Zu- und Ausfahrt zur Tagesstätte würde den Bestand nicht zerstören. Junge Bäume ersetzen alte Bäume nicht. Könne doch eine geplante Pflanzung junger Bäume erst in vielen Jahrzehnten die Wohlfahrtsfunktionen und den ökologischen Wert alter Bäume erfüllen, betonte stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer.

Die Bäume, die für eine Kindertagesstätte an der Marschallstraße weichen sollen, waren nun wiederum Thema im Umweltsenat am 26. Juli. Aufgrund des öffentlichen Einspruchs des BN gegen die geplanten relativ umfangreichen Fällungen von Bäumen hatte Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner in einem Dringlichkeitsantrag wissen wollen, welche Bäume gefällt werden müssen und warum. Die vorgesehene Planung wurde geändert. Baureferatsleiter Johannes Doll erklärte in der Umweltsenats-Sitzung, dass die Planungen überarbeitet wurden. Weniger Bäume als vorgesehen müssten nun weichen. „Wir haben versucht, möglichst viel zu erhalten, auch entlang der Marschallstraße“, informierte Doll (siehe auch Landshuter Zeitung vom 28. 7. 2012, „Marschallstraße: Weniger Baumfällung“).

“Junge Bäume ersetzen alte nicht”

Diese geschlossene, ortsprägende Baumkulisse soll in großem Ausmaß beseitigt werden

Bund Naturschutz für Erhalt der Baumkulisse an der Marschallstraße

Landshut. Beim Treffen der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe am 19. Juli 2012 im Café Himmel war der geplante Bau einer Kindertagesstätte auf dem Bolzplatz an der Marschallstraße Diskussionsthema. Dabei wurde von den Naturschützern nicht der Bau der Tagesstätte kritisiert, sondern die damit verbundene angeblich notwendige Fällung der Bäume entlang der Marschallstraße. Die Baumkulisse entlang der vielbefahrenen Straße sei jedoch ein wesentliches städtebauliches Element. Die geschlossene Gehölzreihe schafft einen harmonischen Übergang zur Isarleite, sie schützt den vorhandenen Kinderspielplatz und den Bolzplatz vor Staub und Lärm des starken Straßenverkehrs und prägt den Straßenraum. Auch den Kindern in der geplanten Kindertagesstätte käme dieser Schutz und die wohltuende Abschirmung von der Straße zugute. Die Grünstruktur bietet eine bereits vorhandene Beschattung, teure Neupflanzungen könnten vermieden werden, waren sich die Naturschützer einig. Durch eine geschickte Planung, welche die Erhaltung des Baumbestandes zugrunde legt, könne die Grünkulisse in ihrem gesamten Spektrum ihrer Wohlfahrtswirkung erhalten werden. Eine einzige Zu- und Ausfahrt zur Tagesstätte würde den Bestand nicht zerstören. Junge Bäume ersetzen alte Bäume nicht. Könne doch eine geplante Pflanzung junger Bäume erst in vielen Jahrzehnten die Wohlfahrtsfunktionen und den ökologischen Wert alter Bäume erfüllen, betonte stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer.

Erfreut wurde bei der Versammlung die Mitteilung von Riederer aufgenommen, dass sich in Ergoldsbach seit einigen Wochen ein junges Storchenpaar aufhält und sogar auf dem Kamin einer Bäckerei mit dem Nestbau begonnen hatte. Das fast fertige Nest musste allerdings entfernt werden, nachdem es den Betrieb der Bäckerei störte. Es war auch nicht mehr zu erwarten, dass die beiden Störche in der jetzt schon fortgeschrittenen Jahreszeit eine Brut beginnen. Der Bäckereibesitzer und viele Nachbarn wollen jedoch, dass die beiden Störche auch in Zukunft in Ergoldsbach  bleiben. Deshalb wurde die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Ergoldsbach eingeschaltet. Ortsgruppenvorsitzender Dr. Johannes Hartmann sagte zu, dass die Ortsgruppe die Planung und den Bau einer Storchennisthilfe – ein über dem Dach erhöhtes Metallgestell – auf einem benachbarten Gebäude übernehmen werde. Noch in diesem Herbst soll für die Störche eine „Heimstatt“, deren Finanzierung ebenfalls der Bund Naturschutz übernimmt, geschaffen werden. Die Naturschützer und alle Storchenliebhaber hoffen, dass die Störche den neuen Nistplatz annehmen und im nächsten Jahr einen Storchennachwuchs präsentieren werden.  

Anschließend berichtete Paul Riederer über die Festlegung von möglichen Standorten für Windkraftanlagen in den Flächennutzungsplänen der Gemeinden Essenbach, Ergolding und Hohenthann. Bei Gündlkofen sei entlang der Bahnstrecke eine Photovoltaik-Freiflächenanlage geplant. Allen Vorhaben stimme die BN-Kreisgruppe zu, hieß es. Vom BN abgelehnt werde aus Natur- und Artenschutzgründen eine Westtangente durch das geplante Naturschutzgebiet Obere Au. Begrüßt wurde von den Versammlungsteilnehmern der Sieg der BI „Pro Lebensraum Landshut – contra Westtangente“ vor dem Verwaltungsgericht Regensburg zum Bürgerbegehren gegen die Westangente. Gegen den geplanten Burgaufzug spreche sich der BN sowohl aus Naturschutz- als auch aus Denkmalschutzgründen aus, stellte Riederer fest.

Apfelbaum für Kindergarten

Gestiftet von der BN-Kreisgruppe anlässlich der Klimawoche – BN beim „Tag der aktiven Umwelt“ der DRV vertreten

Landshut. Etwas Großes lag in der Luft. Gespannte Ruhe herrschte am 5. Mai 2012 im Kindergarten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Landshut an der Niedermayerstraße. Professionell ausgestattet mit Schubkarre, Schaufel und Arbeitshelm erwarteten die Kinder ihren neuen Apfelbaum. „Mit diesem Baum starten wir unsere diesjährigen Umweltaktionen im Rahmen der Bayerischen Klimawoche, die beim ,Tag der aktiven Umwelt’ im Juni gipfeln, erklärte eingangs Wolfgang Pöpping, Abteilungsleiter und verantwortlich für das Engagement der Rentenversicherung. Die Kinder hatten sichtlich Freude an der Baumpflanzaktion im Garten des Kinderhorts. Der veredelte Vier-Frucht-Apfelbaum wurde von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe gestiftet. BN-Fachbeirat Helmut Wartner war bei der Baumpflanzung mit Rat und Tat behilflich. BN-Geschäftsstellenleiterin Brigitte Englbrecht bereicherte die Feier, indem sie eine Geschichte über den Apfelbaum und die Sonne vorlas. Die BN-Vorstandsmitglieder Kathy Mühlebach-Sturm und Paul Riederer beteiligten sich ebenfalls mit Wortbeiträgen. Als Dank für die Apfelbaumspende sangen die Kinder das „Lied vom Apfelbaum“ und überreichten an die Naturschützer ein Geheft mit selbst gezeichneten Bildern von Bäumen, Blumen und Tieren.

Mit bei der Apfelbaum-Pflanzung waren vertreten (von links): Wolfgang Pöpping, Paul Riederer, Brigitte Englbrecht, Kathy Mühlebach-Sturm, eine Kindergärtnerin, Helmut Wartner

Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut war dann auch am 20. Juni beim Tag der aktiven Umwelt im Gebäude der Deutschen Rentenversicherung vertreten. Die Themen eines Infostandes waren die Heizungspumpenwechsel-Aktion und das Umweltbildungs-Projekt „Transekt – quer durch Landshut“. Beide BN-Aktionen mit einem Infostand fanden bei den Besuchern, unter ihnen Regierungspräsident Heinz Grunwald und OB Hans Rampf, guten Anklang. Igor Gornicky führte seine beiden Multivisonsschauen „Flussauen – Auwald“ und „Erlebnis Naturschutzgebiet“ vor.

Am Infostand waren die Ansprechpartner (v. l.) Kathy Mühlebach-Sturm, Barbara Höllerer, Brigitte Englbrecht und Paul Riederer

BN - Müllsammelaktion in der Waldkirchener Staße

Landshut. Am 31. März sammelten einige Bund Naturschutz – Mitglieder in einer „Ramadama“-Aktion an der Waldkirchner Straße den dort achtlos in den Straßengraben geworfenen und vom Wind zum Teil an die Bäume und Sträucher gewehten Müll ein. Die Waldkirchnerstraße liegt am nördlichen Ende der Bayerwaldsiedlung in Landshut. Die Aktion war vom BN-Mitglied Kerstin Schröder zusammen mit den bauamtlichen Betrieben von Landshut organisiert worden. Obwohl der Grünstreifen, der für diese Sammelaktion vorgesehen war, nicht sonderlich groß ist, wurden zehn große Müllsäcke gefüllt. Nicht ohne Stolz betrachteten die Beteiligten nach getaner Arbeit ihr Werk und freuten sich über die saubere Flur und die von Plastikmüll befreiten, gerade aufblühenden Sträucher. „Uns ist bewusst, dass eine solche Aktion nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann, sagte Kathy Mühlebach-Sturm, Vorsitzende der BN – Kreisgruppe und sie drückte die Hoffnung aus, dass durch solche Aktionen die Sensibilität für die grüne Umgebung in einer Stadt gestärkt wird: „Eine grüne Umgebung ist für den Stadtbewohner auch ein Stück Lebensqualität, die durch Müll in der Landschaft verloren geht. Dies muss den Menschen in unserer Gesellschaft – egal ob jung oder alt - stärker bewusst werden. Dann geht man achtsamer  mit der eigenen Umgebung um und trägt auch anderswo mehr Sorge zum Straßengrün.

Spektakuläre Klimaschutz-Aktion

Bei böigem Wind war es nicht einfach, die Klimafahne auf eine Höhe von 28 Metern hoch zu ziehen und zu stabilisieren

Mit einer spektakulären Aktion wies die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe am Freitag, 18. September 2009, im Rahmen des Aktionstags „Mobil ohne Auto“ auf die Folgen des hohen Energieverbrauchs hin. Mit der „Klimafahne“ machte der BN in der Landshuter Altstadt vor dem Rathaus auf den enormen Kohlendioxid-Ausstoß in Deutschland aufmerksam. Kohlendioxid (CO2) ist ein unsichtbares Gas, schwerer als Atemluft. Es kommt in riesigen Mengen aus Kaminen, Auspuffrohren etc. und ist Hauptschuldiger am Klimawandel. In den letzten zwanzig Jahren hat Deutschland rund 18 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus fossilen Brennstoffen in die Luft geblasen. 28 Meter tief wäre über ganz Deutschland der CO2-See, wenn der Wind die Abgase nicht über die Grenzen hinaus in andere Länder blasen würde. Jedes Jahr kommen weitere 1,20 Meter hinzu.

Um diese Luftverschmutzung der letzten 20 Jahre sichtbar zu machen, hat das Energiereferat des Bundes Naturschutz eine 28 Meter lange „Klimafahne“ hergestellt, und zwar farbig aufgegliedert nach den Verursachern: Kraftwerke (schwarz) 11,20 m, Verkehr (rot) 5,60 m, Industrie (gelb) 5,25 m, Haushalte (weiß) 4,20 m und Kleinverbraucher (blau) 1,75 m. Diese Klimafahne, die in dankenswerter Weise mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Landshut an der 30 Meter hohen Feuerwehrleiter gehisst wurde, war der absolute und weithin sichtbare Blickfang am Aktionstag „Mobil ohne Auto“.