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Ein Ameisenvolk organisiert sich selbst

Hartmut Mehner zeigt anhand eines Schaubildes den Aufbau eines Ameisenhaufens der Roten Waldameise

Exkursion im Waldnaturschutzjahr zu einem Ameisenvolk der Roten Waldameise

Landshut/Weihbüchl. Die erste Aktion im Rahmen des Waldnaturschutzjahres starteten am Sonntag, 26. April, die Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz, die Forstverwaltung und die Waldbesitzervereinigung. Thema der Waldexkursion war „Waldameisen – Nützlinge des Waldes“. Von Weihbüchl aus ging Wanderung ins Weihbüchler Holz zu einem Ameisenvolk der Kleinen Roten Waldameise. Unter der fachkompetenten Leitung von Hartmut Mehner, einem langjährigen Mitglied der Ameisenschutzwarte, erhielten über 30 Teilnehmer einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Ameisen.

Es gibt gut 100 Ameisenarten, die bei uns vorkommen. Wie unsere Honigbienen gehören die Ameisen zu den „staatenbildenden Insekten“, informierte der Ameisenspezialist. Ameisen leben in einem Staat, in einer großen Gemeinschaft, die eine strenge Arbeitsteilung aufweist. Das Interessante daran sei, so Mehner, dass sie niemanden haben, der vorne dran steht, sozusagen die Macht und das Sagen hat. Niemand gibt vor, wer was zu tun hat. Die Ameisen eines Volkes organisieren sich selbst, verstehen sich blind, jeder weiß, was er zu tun hat.

Die Kleine Rote Waldameise ist ein Volk mit vielen Königinnen, erklärte Mehner. Ihre Hauptaufgabe sei das Eierlegen. In ihrem 20 bis 25 Jahre langen Leben legt eine Königin Zehntausende davon. Die große Masse des Volkes bilden die unfruchtbaren Weibchen, die Arbeiterinnen, mit einer Lebenserwartung von bis zu sechs Jahren. Sie sind für den Bau, die Verteidigung des Nestes, die Nahrungssuche und die Pflege der Eier zuständig. Männchen, die sogenannten Drohnen, gibt es nur im Frühjahr. Sie tragen Flügel und haben nur die einzige Aufgabe, die geflügelten Jungköniginnen beim Hochzeitsflug zu begatten. Erst dann kann eine Königin über Jahre befruchtete Eier legen, wusste der Referent zu berichten.

Ameisen sind Tiere mit vielen Superlativen: Ameisen können das 30-fache ihres Körpergewichtes tragen. Jedes Volk der kleinen roten Waldameise hat um die eine Millionen Einwohner und dies auf einer Fläche von 80 Metern um den Ameisenhaufen. Die Biomasse aller Ameisen auf der Welt sei größer als die aller Menschen zusammen, hob Mehner hervor. Waldameisen seien zudem ganz besonders nützliche Insekten. Man nennt sie auch „Polizei des Waldes“. Sie helfen den Waldbesitzern und Forstleuten gegen überhand nehmende Waldschädlinge, indem sie große Mengen dieser Tiere vertilgen. So stehen die Roten Waldameisen wie alle anderen Waldameisenarten unter Naturschutz.

Weil der Wald mehr als nur Holz oder Wildnis ist

Forstverwaltung, Waldbesitzer, Bund Naturschutz und Staatsforsten arbeiten zusammen

Wer den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, hat nicht nur im übertragenen Sinn oftmals schon den Überblick verloren. Die Redewendung trifft vielmehr auch im wahrsten Sinne des Wortes den Nagel auf den Kopf, denn der Wald erfüllt so viele Funktionen, dass nicht jede jedermann auch tatsächlich bewusst und geläufig ist. Während ein Waldbesitzer sein eigenes Wäldchen womöglich in erster Linie als Feld oder Plantage schätzt, auf der man Holz ernten kann, gibt es aber auch jede Menge Naturfreunde und Umweltschützer, denen ein unberührter Urwald als Ideal vorschwebt. Doch der Wald ist weit mehr als nur Holzreservoir oder reine Wildnis. Er schützt vor Hochwasser und vor Bodenerosion, produziert sauberes Trinkwasser, dämpft Klimaextreme, macht die Landschaft abwechslungsreich und stellt einen wertvollen Erholungsraum dar. (Lesen Sie hierzu den Artikel von Horst Müller, welcher dem BUND Naturschutz freundlicherweise von der Landshuter Zeitung zur Verfügung gestellt wurde.) >> Mehr

Wald schützen, Wald erleben, Wald nützen

Veranstaltungsreihe zum Aktionsjahr „Waldnaturschutz 2015“ >> Mehr

Gemeinsamer Veranstaltungskalender zum Waldnaturschutzjahr 2015

der Forstverwaltung Landshut, der Waldbesitzervereinigung Landshut w. V. und der BUND Naturschutz Kreisgruppe Landshut >> Mehr