MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Das Gemeinwohl ist nicht ver(frei)handelbar

Kein Transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP auf Kosten von Mensch und Umwelt – Podiumsdiskussion brachte eindeutiges Ergebnis

Landshut 20.11.2014. Die Verhandlungen für ein Abkommen zwischen der EU und den USA über einen Transatlantischen Freihandel- und Investitionsschutz (TTIP) verlaufen derzeit unter Ausschluss parlamentarischer Kontrolle, obwohl die angestrebte Reichweite größtmögliche Transparenz erfordern würde. Mit Sorge verfolgen die Bürger die Geheimverhandlungen der Verhandlungspartner aus Politik und Wirtschaft, welche die Absenkung bestehender Standards zum Schutz von Mensch und Umwelt in Bereichen wie Chemikalienpolitik, Landwirtschaft, Energiepolitik, öffentlicher Beschaffung und Daseinsvorsorge, Finanzdienstleistungen, Arbeitnehmerrechte und Datenschutz zum Ziel haben.

Weitere Ziele sind eine langfristige transatlantische regulatorische Kooperation, insbesondere mit starkem Einfluss der Wirtschaft, und einem Investor-Staat-Schiedsmechanismus (ISDS).

Mit diesem komplexen Thema befassten sich am 20. November 2014 rund 250 Teilnehmer bei einer von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) organisierten Podiumsdiskussion in Landshut bei der Befürworter und Gegner eines TTIP-Freihandelsabkommens zu Wort kamen. Unter der Moderation von Siegfried Rübenauer, Redakteur der Landshuter Zeitung, diskutierten: Erwin Huber, MdL, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses der CSU im Bayerischen Landtag, Dr. Jutta Krogull, Verband der bayerischen Wirtschaft, Dr. Thomas Gambke, MdB Die Grünen, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Deutschen Bundestag, Ludwig Maier, wirtschaftspolitischer Sprecher des DGB Bayern, Sebastian Schönauer, stellv. Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern e.V. und Josef Schmid, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft e.V. (ABL).

Wie erwartet, prallten die Meinungen von Gegnern und Befürwortern aufeinander. Vertreter der Wirtschaft (Dr. Krogull) und der CSU (E. Huber)befürworteten uneingeschränkt das vorgesehene Abkommen und lobten es als Blaupause für ein zukünftig auch mit China geplantes Freihandelsabkommen. Die Bedenken der Gegner, vorgetragen insbesondere vom BUND Naturschutz (S. Schönauer) und ABL (J. Schmid)  hinsichtlich der Rechtstaatlichkeit der vorgesehenen Schiedsgerichtsverfahren wurden verneint.

Die Fragen der Gegner nach den Auswirkungen auf Beschäftigung, Verbraucher- und Umweltschutz, Arbeitnehmerrechten sowie der Bildung zukünftiger Standards nach Ratifizierung des Abkommens wurde seitens der Befürworter ausweichend beantwortet, nach dem Motto: „man müsse abwarten, was bei den Verhandlungen herauskommt.“

Josef Schmid, ABL, brachte es mit seiner Kritik auf den Punkt: „Sie reden dauernd davon, dass die deutsche Wirtschaft gewinnt. Mir geht es aber um die ganze Welt, welche dabei verliert.“ Dem hatten selbst die Befürworter nichts mehr entgegen zu setzen. Siegfried Rübenauer moderierte souverän die Podiumsdiskussion und fragte zum Abschluss die Teilnehmer, ob sie für oder gegen TTIP stimmen würden. Mit Überraschung wurde das Ergebnis zur Kenntnis genommen: 2 für TTIP und 129 dagegen!

Eine Fotostrecke dieser Podiumsdiskussion zeigt Heinrich Inkoferer unter https://www.flickr.com/photos/114961713@N07/sets/72157649436625575/

Die drohenden Gefahren für Mensch und Umwelt veranlassen den BUND Naturschutz dazu, dieses Abkommen weiterhin abzulehnen und fordert die Institutionen der Europäischen Union und ihre Mitgliedsstaaten dazu auf, die Verhandlungen mit den USA über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zu stoppen, sowie das Umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA) mit Kanada nicht zu ratifizieren. Unterzeichnen Sie deshalb unsere europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA unterwww.bund-naturschutz.de/aktionen/stoppt-ttip-und-ceta.html

Der Landschaftsbauer

Die Vorher-Nachher-Fotos zeigen das veränderte Gesicht einer Landschaft durch eine von den Naturschützern vor etwa 20 Jahren durchgeführte Hecken- und Baumpflanzung bei Vilsheim.

Bund-Naturschutz-Vortrag: Das neue Gesicht der Landschaft um Vilsheim

In den letzten 50 Jahren wurde unsere vielfältige Kulturlandschaft gnadenlos ausgeräumt und großmaschinengerecht „flurbereinigt“. Die Folgen seien nicht nur eine gigantische Verarmung fürs Auge und Gemüt, sondern auch ein galoppierender Artenschwund. Es gibt in der freien Feldflur kaum mehr Blütenpflanzen, Eidechsen und Blindschleichen sowie nur noch wenige Vögel und Schmetterlinge. In den Dörfern lohne es sich fast nicht mehr, einen Bienenstock aufzustellen, weil die Bienen im Umkreis zu wenig Nahrung finden, stellte Veranstaltungsleiter Helmut Auer in seinen Einführungsworten zur Fortsetzung der Bund-Naturschutz-Reihe „Natur vor der Haustür“ im Gasthof zur Insel fest.  Viele Menschen fänden sich resignierend damit ab, dass die Flur weitestgehend aus großflächigen, öden Feldern besteht, meist auch noch mit dem ökologisch höchst problematischen Mais bebaut. Einer zumindest kämpfe freilich tatkräftig dagegen an, und das seit über 30 Jahren: Johannes Selmansberger, der BN-Vorsitzende der Ortsgruppe „Kleines Vilstal“, so Auer. In seinem engagierten, Mut machenden Vortrag „Natur pur - statt ausgeräumter Flur“ brachte der Referent zum einen alarmierende Fakten, zum anderen höchst beeindruckende Vorher-Nachher-Bilder der von ihm initiierten Landschaftsumgestaltung.  

So gibt es heute nur noch halb so viele Vögel auf den europäischen Feldern wie vor 30 Jahren: Seit 1980 sind 300 Millionen Feldvögel verschwunden – zusammen mit Hecken, Kleingehölzen und Feldrainen, hob Selmansberger einleitend hervor.  Und die letzten, eh schon artenarmen Wiesen werden auch noch umgebrochen und intensivst bewirtschaftet. Moderate Pläne der EU, wenigstens sieben Prozent der Flächen aus der Intensivnutzung zu nehmen, werden von den hierzulande herrschenden Politikern bekämpft und diskreditiert. Selmansberger geht dagegen nicht nur in Briefen und e-Mails an, sondern auch in konkreten Aktionen, die für alle sichtbar sind. Seit fast 30 Jahren werden, zunächst am Ziegelberg bei Vilsheim, dann auch an vielen anderen Stellen der Gemeinde großartige Hecken- und Baumpflanzungen vorgenommen. Wie der Referent sagte, müssen erst einmal die Grundstückseigentümer mitziehen und Flächen zur Verfügung stellen, was in Vilsheim beispielhaft gelang. Anlieger, Bauern, Jäger, selbst die Kirche zogen mit. Vorher war natürlich beharrliche Überzeugungsarbeit nötig, auch im Gemeinderat. Mit BN-Mitgliedern sowie mit der Unterstützung von Insassen der JVA Landshut wurden an nassen, kalten Winterwochenenden über die Jahre Tausende von Büschen und Bäumen gepflanzt. Äcker wurden in Wiesen verwandelt und ausgemagert, bestehende Gehölzgruppen erweitert und vernetzt, Streuobstwiesen angelegt und Kleinlebensräume für Tiere und Pflanzen beschaffen. Die Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ hat allein in den letzten 30 Jahren mehr als 100 Linden gepflanzt, den Symbolbaum des BN.

Das Ergebnis ist erstaunlich, wovon sich die zahlreichen Zuhörer im vollbesetzten Saal des Gasthofes „Zur Insel“ selbst überzeugen konnten: Hecken und Bäume sind inzwischen groß und dicht und wimmeln vor Leben. Selmansberger zeigte brillante Aufnahmen von Schachbrettfaltern, Ringelnattern, Neuntötern, Rebhühnern – um nur einige Arten zu nennen. Sie wurden allesamt in ihrem neu aufgewerteten Lebensraum um Vilsheim entdeckt und fotografiert. Luftbilder zeigen die Schönheit von oben: durchgrünte, abwechslungsreiche, kleinräumige Kulturlandschaft, die sonst mittlerweile nur noch in der Sehnsucht oder auf idyllischen Kalenderbildern existiert. Und das alles haben die Vilsheimer direkt vor ihrer Haustür, in Spaziergehentfernung.

Aufgelockert wurde Selmansbergers Vortrag von lustigen Anekdoten, lebhaften Appellen und auch zornigen Einlassungen gegen die politische Großwetterlage. Viele Naturschützer seien – zurecht – gefrustet, sie sollten sich aber nicht in die Opferrolle drängen lassen oder vor der Übermacht kapitulieren, meinte Selansberger. Zum Schluss weitete der Referent seine Ausführungen und Gedanken philosophisch aus und sprach vom Verlust des Maßes, vom Verlust der Seele und den allenthalben grassierenden Symptomen der Unzufriedenheit, Rastlosigkeit und Missstimmung. Als Credo könne man sich zu eigen machen, dass der Mensch für sich das Schöne entdecken muss, um Hoffnung in Energie umzusetzen. „Landschaftsbauer“ Selmansberger selbst ist das beste Beispiel dafür.

Mit Solarfeldern zur Energiewende

Ein in die niederbayerische Kulturlandschaft bei Straubing integriertes großes Solarfeld - Foto: Klaus Leidorf

Dr. Ernst Schrimpff und Helmut Wartner informierten beim BN über               Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Landshut. Im Rahmen ihrer Informationsreihe „Pfade in ein neues Energiezeitalter“ organisierten am 31. Januar 2012 die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe (BN) Landshut und die Landshuter Energie-Agentur (LEA) zwei Vorträge über Photovoltaik(PV)-Freiflächenanlagen, sogenannte Solarfelder. BN-Energiefachbeirat Professor Dr. Herbert Jans konnte dazu neben den beiden Referenten, Professor em. Dr. Ernst Schrimpff und Helmut Wartner, viele interessierte Teilnehmer im Gasthof „Zur Insel“ in Landshut begrüßen.

Professor Schrimpff, viele Jahre Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer So-lar-Initiativen, stellte fest, dass es jedem klar sein müsse, dass die fossil-/nukleare Energiewirtschaft rohstoffabhängig (Kohle, Erdöl, Erdgas, Uran sind endlich) und  klima-unverträglich (hohe CO2- Emissionen) sei, auch sei ihre Struktur zentral-diktatorisch mit der Folge einer hohen Versorgungsabhängigkeit. Kriege um Rohstoffe wird es letztlich geben, gab Prof. Schrimpff zu bedenken. Durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) aus dem Jahr 2000 sei das Ende der Stromdiktatur in Sicht, dezentral werde Strom mit Photovoltaik erzeugt. Die solare Energiewirtschaft habe so gut wie keine Versorgungsabhängigkeit, sei naturverträglich, lebensfreundlich und Frieden stiftend. Flächenbezogen leiste die solare Strahlung das 38-fache der Windenergie, das 575-fache der Bioenergien und mehr als das 1000-fache der Wasserkraft und Geothermie. Photovoltaik sei die eleganteste Form der Stromerzeugung. Sie müsse deshalb weiter zügig ausgebaut werden, so Schrimpff. 

Wenn die Energiewende bis 2020 im Strombereich erreicht werden soll, sei eine   Generation an PV-Freiflächenanlagen zwingend erforderlich, da Dachflächen in der kurzen Zeit nicht ausreichend zur Verfügung stünden, ist Prof. Schrimpff überzeugt. Für den Bau von Solafeldern reiche bereits maximal ein Prozent der jeweiligen Gemeindefläche, wobei die Gemeinden entscheiden, wo und wie groß die PV-Freiflächenanlagen sein dürften. Nach 30 bis 40 Jahren können die PV-Freiflächenanlagen wieder zurückgebaut werden, da dann das Potenzial an Dach- und Fassadenflächen voll erschlossen sein könnte, stellte Schrimpff fest.

Der Landesvorsitzende der Bayerischen Landschaftsarchitekten, Helmut Wartner, präsentierte im zweiten Teil seine aktuellen Gedanken und Anregungen zum Thema Energiewende mit Solarfeldern. Seit 2002 hat er weltweit größere Projekte begleitet, wobei Bayern als Vorreiter bei der Nutzung der Sonnenenergie den Schwerepunkt seiner Arbeit bildet. Er berichtete von seinen Erfahrungen und den positiven Auswirkungen der großflächigen Solarfelder auf Natur und Umwelt. Wartner zeigte auf, dass Solarfelder die Landschaft nicht verschandeln müssen, sondern auch bereichern können, wenn sie vorausschauend und anspruchsvoll geplant sind. Das zeigen gelungene Beispiele entlang von Autobahnböschungen und Lärmschutzwällen, wo Flächenpotentiale verfügbar sind. Weiterhin sollten Kommunen und Investoren über die neuartige Nutzung ehemaliger Ackerstandorte, Konversionsflächen und sonstiger Sondergebiete nachdenken. Völlig unfair sei es in diesem Zusammenhang, von einem „Flächenverbrauch“ oder dem „Zupflastern mit Modulen“ zu sprechen, da im Gegensatz zum Straßenbau oder zu Gewerbegebieten durch die aktuellen Bauweisen für Solarfelder fast keine Bodenversiegelung und kein Verbrauch des Bodens stattfindet, so Wartner. Auch die weitere landwirtschaftliche Nutzung der Flächen sei bei entsprechender Planung ohne weiteres möglich. Der Landshuter Landschaftsarchitekt demonstrierte mit Lichtbildern, dass gut geplante und gebaute Solarfelder trotz ihrer Eigenart durchaus zur Schönheit und Vielfalt der modernen bayerischen Kulturlandschaft in Zeiten des Klimawandels beitragen können.

Pfade in ein neues Energiezeitalter

Willkommen auf der Webseite mit den Berichten zur Vortragsreihe "Pfade in ein neues Energiezeitalter" der Bund Naturschutz Kreisgruppe Landshut. Die Vortragsreihe des Bildungswerks Bund Naturschutz (BN) und der Landshuter Energieagentur (LEA) informiert über alternative Energien, Energiesparen und gesundes Wohnen.

Optimierung bestehender Heizungsanlagen

Heike Ziegler und Hans Neumayr waren die Referenten zum Thema Optimierung bestehender Heizungsanlagen
Groß war das Interesse an der BN-Informationsveranstaltung

Im Rahmen ihrer Veranstaltungs- und Informationsreihe „Pfade in ein neues Energiezeitalter“ organisierten am 29. November 2011 die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut und die Landshuter Energie-Agentur (LEA) einen Vortrag im Kempetenzzentrum der Firma Mann in Landshut über Optimierungsmöglichkeiten bestehender Heizungsanlagen.

So konnte der Energie-Fachbeirat der BN-Kreisgruppe, Dr. Herbert Jans, etwa 100 Teilnehmer begrüßen. Nach einer kurzen Vorstellung der Firma Mann durch den Geschäftsführer Martin Röckenschuß referierte zunächst Heike Ziegler, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied der LEA, über die Nachrüstpflicht bei der Dämmung von Heizungsrohren und Armaturen, über das Stromeinsparpotential beim Tausch bestehender Heizungspumpen gegen sogenannte Hocheffizienzpumpen und über die Vorteile eines „Hydraulischen Abgleichs“, um Energie und Strom einzusparen. Der Hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper an einem Strang gleichmäßig mit Heizungswasser versorgt werden.

Als zweiter Referent zeigte Hans Neumayr, Heizungsbauer und ebenfalls Vorstandsmitglied der LEA, dann an vielen Beispielen die praktische Umsetzung der zuvor aufgezeigten Maßnahmen. Dass das Thema auf großes Interesse stieß, bewiesen auch die vielen konkreten Fragen der Zuhörer, zumal die Heizkosten aufgrund der Preise für Öl und Gas tendenziell weiter ansteigen. Abschließend bedankte sich Dr. Jans bei der Firma Mann für die Gastfreundschaft und verwies auf die nächsten Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Pfade in ein neues Energiezeitalter“.

Modernste Solartechnik aus der Region

Bund Naturschutz organisierte Besichtigung einer Kollektor- und Speicherfertigung

Moosburg. Im Rahmen ihrer Veranstaltungs- und Informationsreihe „Pfade in ein neues Energiezeitalter“ organisierten die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut und die Landshuter Energie-Agentur am 11. November einen Besuch bei der Firma CitrinSolar in Moosburg, um hier die Fertigung von Solarspeichern und Kollektoren zur Warmwassererwärmung und zur Heizungsunterstützung kennen zu lernen.

Nach der Begrüßung durch Reinhard Graf, Mitbegründer der Firma CitrinSolar, wurden die über 50 Besucher in zwei Gruppen aufgeteilt und durch das Werk geführt. So wurde die Fertigung der verschiedenen Speicher genau erklärt. Dabei unterscheidet man zwischen reinen Warmwasserspeichern, Pufferspeichern mit und ohne Schichtbeladung und sogenannten Kombispeichern. Durch die eigene Fertigung könne man ohne großen Aufwand auf besondere Kundenwünsche eingehen wie etwa Sondergrößen im Durchmesser und in der Bauhöhe, betonten die Firmenvertreter. Highlight der Besichtigung war sicher die roboterunterstützte Fertigung von Flachkollektoren. Nur durch diesen hohen Grad an Automatisierung könnten die Arbeitsplätze in der Region gehalten und eine gleichbleibende hohe Qualität gesichert werden, worauf man sehr stolz sei, stellte Reinhard Graf fest.

Im Anschluss an die Führung erläuterte Reinhard Graf die Möglichkeiten und Vorzüge der Solarenergienutzung. So sei es heute Standard, mit hochwertigen Kollektoren den Jahresenergieverbrauch für das warme Wasser im Haushalt zu etwa 65 bis 70 Prozent durch die Sonne decken zu können insbesondere dann, wenn neben der Spülmaschine auch noch die Waschmaschine mit solarerwärmtem Wasser betrieben werde, versicherte Graf. Bei der Heizungsunterstützung sei es zwingend erforderlich, die Kollektoren unter einem Winkel von mindestens 45 Grad zu montieren, wenn nötig auch durch Aufständerung. Dadurch könne ein wesentlicher Anteil der Heizenergie im Frühjahr und im Herbst ebenfalls solar gedeckt werden. Voraussetzung sei jedoch ein guter Wärmestandard des Hauses und eine Niedertemperaturheizung wie Fußboden oder Wandheizung. Bei seiner Entscheidung für eine Solaranlage solle man nicht nur an die Kosten denken, sondern die Nutzung der Sonne mache einfach Spaß und man erspare der Umwelt bereits mit sechs Quadratmeter Kollektorfläche etwa eine Tonne Kohlendioxid, klärte Graf abschließend auf.

Nach einer regen Diskussion bedankte sich Professor Dr. Herbert Jans, Energie-Fachbeirat der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe, für die Besichtigungsmöglichkeit und verwies auf die nächste Veranstaltung in der Reihe „Pfade in ein neues Energiezeitalter“ hin: Am 29. November 2011 findet um 20 Uhr im Kompetenzzentrum der Firma. Mann in Landshut ein Vortrag zum Thema „Optimierung bestehender Heizungsanlagen“ statt.

Gesunder Boden - gesunde Lebensmittel

Willkommen auf der Webseite mit den Berichten zur Vortragsreihe "Gesunder Boden - gesunde Lebensmittel" der Bund Naturschutz Kreisgruppe Landshut. Die Vortragsreihe des Bildungswerks Bund Naturschutz und der Fachschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung ökologischer Landbau, Landshut-Schönbrunn, zeigt berichtet in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe zum ökologischen Landbau und zu Ökoprodukten.

Meisterarbeitsprojekte zum Ökolandbau

Benjamin Bürg, Leonhard Haselberger, Michael Grabendorfer und Andreas Maier (ab Zweitem von rechts) stellten ihre Feldversuche vor; rechts: Schulleiter Hans Schneck, links: Martin Lackermeier (BN)

Studierende der Fachschule für ökologischen Landbau stellten ihre Feldversuche vor

Landshut. „Die Arbeiten der Meisteranwärter verdienen im wahrsten Sinne des Wortes die Bezeichnung Arbeitsprojekte.“ Mit diesen Worten kommentierte Johann Schneck, Leiter der Fachschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung ökologischer Landbau, Landshut-Schönbrunn, die Meisterarbeitsprojekte der Studierenden im dritten Semester der Schule. Vier Meisteranwärter stellten am 21. November 2011 ihre Arbeiten im Gasthaus zur Insel in Landshut der Öffentlichkeit vor. Mit dieser Veranstaltung wurde die Veranstaltungsreihe „Gesunder Boden – gesunde Lebensmittel“ der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und der Ökoschule eröffnet.

Benjam Bürg ist im badischen Ortenau-Kreis zu Hause. Der gelernte Koch kam über einen Almaufenthalt in der Schweiz zur Landwirtschaft. In seiner Arbeit verglich er die Wirkungsweise verschiedener Güllezusätze auf die Güllequalität und die Wirkung der Gülle beim Einsatz im Grünland. Leonhard Haslberger stammt aus Kirchdorf im Landkreis Mühldorf. Bei der elterlichen Milchviehherde wird mit saisoneller Abkalbung gearbeitet. Er beschäftigte sich deshalb mit den Auswirkungen der Melkhäufigkeit in den letzten sechs Wochen der Laktation auf Milchleistung und Milchinhaltsstoffe.

Eine bei uns weitgehend unbekannte Ölpflanze, den „Iberischen Drachenkopf“, stellte Michael Grabendorfer in seiner Arbeit vor. Er stammt aus Ingolstadt, wo seine Familie seit zehn Jahren ihren Marktfruchtbetrieb ökologisch bewirtschaftet. Andreas Maier ist in Unterdaching bei Pilsting am Rande des Gäubodens zu Hause. Er beschäftigte sich mit einem im ökologischen Landbau sehr wichtigen Thema, der Verbesserung der Weizenqualität unter Anwendung verschiedener Maßnahmen.

Veranstaltungsleiter Martin Lackermeier von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe wies abschließend noch auf die nächsten BN-Vorträge hin: Johann Schneck referiert am 27. Februar in der „Insel“ in Landshut zum Thema „Bodenfruchtbarkeit auf dem Acker und im Gemüsegarten natürlich fördern“. Bereits am 18. Januar spricht Josef Feilmeier im Gasthaus „Linde“ in Leberskirchen bei Schalkham über „Keine Gentechnik auf Acker und Teller!“. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.