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Vogelfrei am Vogelherd

Dr. Isabella Denk (Zweite von links) wies während der Exkursion auf archäologische Fundstellen hin, Philipp Herrmann (Dritter von links) machte die Teilnehmer mit der Vogelwelt bekannt

Archäologische und vogelkundliche Exkursion ins Tal Josaphat

„Vogelfrei am Vogelherd“ war das Motto einer frühmorgendlichen Exkursion des Bildungswerks Bund Naturschutz, die am Sonntag, den 9. Juli 2013 ins Tal Josaphat und auf den Sallmannsberg führte und an der mehr als 50 Archäologie-, Ornithologie- sowie Kulturinteressierte teilnahmen. Unter Leitung der Archäologin Dr. Isabella Denk, dem Ornithologen  Philipp Herrmann und dem stellvertretenden BN-Kreisgruppenvorsitzenden Paul Riederer sowie begleitet vom Vogelgesang führte die Wanderung zu einem mittelalterlichen Burgstall, zur ältesten Siedlung Landshuts und zu einem ehemaligen Vogelherd.

Zu Beginn der Wanderung wies Paul Riederer auf die lange Geschichte des Einsatzes des Bundes Naturschutz zur Ausweisung des Tal Josaphat als Landschaftsschutzgebiet hin. Schon große Teile dieser reizvollen Kulturlandschaft wären schon verbaut, wäre der nimmermüde Widerstand der Naturschützer nicht gewesen. Auch eine Bürgerinitiative habe dazu beigetragen, dass demnächst das Tal Josaphat endlich vom Stadtrat unter Schutz gestellt und vor weiterer Bebauung bewahrt werde, zeigte sich Riederer zuversichtlich. Mit seinem positiven Votum könne der Stadtrat der BN-Kreisgruppe auch ein besonderes Geschenk zu ihrem 40-jährigen Gründungsjubiläum machen. (siehe Nachtrag)

„Schön wie ein Arkadien!“ schwärmte der Landshuter Chronist Alois Staudenraus vom Sallmannsberg, von dem sich ein ungewohnter Blick über die Stadt eröffnet. Dass sich an dieser Stelle einst ein Burgstall befand, erklärte Dr. Isabella Denk. Der Burgstall Parn, auf einer Karte des Kartographen Philipp Apian im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt, lag an einer strategisch ausgezeichneten Stelle: Ein damals angelegtes Plateau gewährte die Übersicht über das Tal Josaphat, ein etwas größeres, darüber liegendes Plateau ermöglichte die Aussicht in Richtung Hagrain und in das Isartal. Das Bodendenkmal, das derzeit von einer Baustelle beeinträchtigt ist, muss für die Öffentlichkeit allerdings erlebbar bleiben. Auf dem höchsten Punkt des Berges, mit Blick ins Salzdorfer Tal, erläuterte die Archäologin die Ausgrabungsergebnisse einer Untersuchung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Im Rahmen eines Bentonitabbaus wurde dort unter anderem die älteste Siedlung auf Landshuter Stadtgebiet entdeckt: Vor 7500 Jahren ließen sich die ersten Bauern dort nieder. Dass dieser Berg, fernab von den Hochwassern der Isar, eine beliebte Wohnlage war, zeigten auch die Besiedelungsspuren der kommenden Epochen: Zur Zeit der Altheimer Kultur (4. Jahrtausend v. Chr.) lebten dort Menschen, die unter anderem auch eine Gussform für Kupfer hinterließen. Ein besonderer Fund mit viel Aussagekraft, betonte Isabella Denk, denn dies lässt auf Verarbeitung dieses Metalls schließen und läutet gleichzeitig das Ende der Steinzeit ein. Aus der Latènezeit (450-15 v. Chr.), besser bekannt als die Zeit der Kelten , stammt ein Töpferofen.

Ein besondere Entdeckung waren im Rahmen dieser Ausgrabung die Spuren eines Vogelherdes. Mit Hilfe dieser Anlagen wurden seit dem Mittelalter Vögel gefangen. Sei es um billig an Fleisch zu kommen oder um Singvögel zu fangen, um diese weiter zu verkaufen. Wacholderdrosseln seien vor allem im Fokus der Vogelfänger gewesen, erklärte Archäologin Isabella Denk. Die Anlage bestand aus einem ovalen Plateau, das von einem kleinen Graben umgeben war. An den beiden schmalen Enden war jeweils ein Versteck für die Vogelfänger im Boden eingelassen. Die Vögel wurden mit Köder oder angebundenen Vögeln angelockt. Die Falle schnappte dann durch einen vom versteckten Vogelfänger ausgelösten Schnellmechanismus zu. Die Netze dieser Falle waren meist in dem Graben versteckt.

Der Vogelfang sei in Deutschland noch bis ins 19. Jahrhundert eine beliebte Freizeitbeschäftigung auch oberer Gesellschaftsschichten gewesen. In einigen europäischen Ländern sei Vogelfang noch heute aktuell, so würden allein in Frankreich bis zu 25 Millionen Zugvögel jährlich gefangen, führte Philipp Herrmann aus. Zum Vogelzug wusste Herrmann Interessantes zu berichten: So fliegt die Küstenseeschwalbe die längste Strecke, von der Antarktis in die Arktis und wieder zurück. Während ihres Zuges fliegen Mauersegler in einer Höhe bis zu 3000 Metern, Kraniche bis zu 7000 Metern und Wildgänse, die über den Himalaja ziehen, sogar bis zu 8000 Metern Höhe. Während der Wanderung durch die Feldflur und den schönen Laubwald machte der Ornithologe auf den Gesang verschiedener Vogelarten, unter anderen von Grünspecht, Dohle, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Zilpzalp,  Gartenrotschwanz, Zaunkönig und Buchfink, hin. 

Nachtrag: Am Freitag, 21. Juni 2013, sprach sich das Landshuter Stadtratsplenum einstimmig für die Ausweisung des Tal Josaphat als Landschaftsschutzgebiet aus!

 

Der Falke ist frei

In wenigen Minuten verlässt der Falke seinen Pfleger Peter Alzinger.
Paul Riederer (links) und Peter Alzinger beobachten, wie sich der gut erholte Wanderfalke in die Luft erhebt, um dann über Felder und Wiesen in Richtung Salzdorf zu fliegen. (Fotos: Christine Vicon)

Peter Alzinger päppelt verletzte Greifvögel auf und setzt sie wieder aus  

Das Wanderfalkenweibchen zögert kurz, dann hebt es mit kräftigen Flügelschlägen vom Arm Peter Alzingers ab. Zwei Monate lang hat Alzinger das Tier hochgepäppelt, das er soeben auf der Weickmannshöhe in Freiheit entlassen hat. „Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn der Vogel dann fortfliegt“, sagt der Rentner, der schon als Junge die ersten Vögel mit nach Hause gebracht hat.  

Peter Alzinger hegt und pflegt auf seinem Grundstück vor allem Greifvögel. Es sind Tiere, die sich verletzt haben und ohne Hilfe wohl elend zugrunde gehen würden. Sperber zum Beispiel, die bei der Spatzenjagd Pech hatten. Alzinger: „Der Sperber fliegt einem Spatzen hinterher, der Spatz weicht aus, der Sperber knallt gegen die Windschutzscheibe.“ In Alzingers Garten landen meistens Tiere mit leichten Verletzungen. Mal hat sich ein Tier den Flügel verstaucht, mal steht es unter Schock. Den Wanderfalken, den der Tierfreund jetzt freigelassen hat, brachte die Polizei. Der Vogel war völlig abgemagert und litt unter einer Rückenverletzung. Sind die Tiere zu sehr verletzt, haben sie etwa einen offenen Flügelbruch, gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder Alzinger füttert sie irgendwie durch, oder sie müssen eingeschläfert werden.  

Alzinger hat im Laufe der Jahrzehnte außer Falken alle möglichen Vögel in seiner Obhut gehabt, etwa Bussarde, Falken, Sperber. Zu fressen bekommen sie Fleisch. Der Wanderfalke zum Beispiel verschlang täglich fünf Küken. Diese Eintagsküken kauft Alzinger für seine Vogelschar in großen Mengen ein und packt sie in die Tiefkühltruhe. Gelegentlich verfüttert er auch Putenschnitzel. Auf dem Wanderfalken-Speiseplan in freier Natur stehen unter anderem Elstern, Tauben und Dohlen. Der Wanderfalke ist die größte und schnellste Falkenart in der Region. Weibchen entwickeln eine Flügelspannweite von bis zu einem Meter. Im Sturzflug bringen es diese Tiere auf bis zu 290 Kilometer pro Stunde. „Das zweitschnellste Tier in der Gegend ist der Mauersegler, der 180 Kilometer pro Stunde schafft“, sagt Paul Riederer, der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz. Wanderfalken waren Riederer zufolge in Mitteleuropa schon fast ausgestorben. Inzwischen habe sich der Bestand aber mehr oder weniger stabilisiert. Riederer und Alzinger freuen sich über den Bruterfolg in diesem Jahr: „Allein auf dem Turm der Martinskirche gab es vier Wanderfalken-Junge.“ Turmfalken, die kleiner sind als Wanderfalken, haben ihr Revier derzeit an der Jodokskirche.  

„Wir sind glücklich, dass es Menschen wie Peter Alzinger gibt“, sagt Paul Riederer. Und Rentner Alzinger ist glücklich, wenn er den Vögeln helfen kann. Solange er noch fit ist, will er sich weiter um Vögel kümmern, sagt er. Vielleicht setzt sich die Tradition in der Familie fort. Eine Enkelin hilft bei ihrem Großvater schon jetzt eifrig mit.  

Wer einen verletzten Greifvogel findet, kann dies dem Bund Naturschutz mitteilen.                        

(Bericht von Siegfried Rüdenauer, Landshuter Zeitung, 22. August 2011)

"Fenster" für die Feldlerchen

Josef Priller, Bernhard Brunner, Martin Lackermeier, Jakob Mießlinger, Josef Bauer und Johannes Selmansberger (von links) bei der Besichtigung eines „Lerchenfensters“

Naturland-Bauern und Naturschützer tätig im praktischen Artenschutz

Die Feldlerche ist vielen Menschen als Frühlingsbote bekannt. Ihr Gesang ist einer der ersten, der im Frühjahr in der Feldflur zu hören ist. Vielerorts ist die Feldlerche jedoch inzwischen selten geworden. Seit den achtziger Jahren wird der Rückgang von Vogelschützern mit etwa 75 Prozent beziffert. Deshalb wurde die „Allerweltsart“ Feldlerche in die Rote Liste für bedrohte Arten aufgenommen. Es ist jetzt also höchste Zeit zum Handeln, um den Bestand der Feldlerchen zu sichern, stellt Johannes Selmansberger von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut fest. Um den Feldlerchen verbesserte Lebensbedingungen zu bieten, wurden in Großbritannien die sogenannten "Lerchenfenster" entwickelt. Ein „Lerchenfenster“ ist eine Fehlstelle im Acker. Wie ein richtiges Fenster soll es vor allem Licht auf und in die Fläche bringen, da die Feldlerchen eine offene, lückige und nicht zu hohe Vegetation bevorzugen, erklärt der Naturschützer. Die „Fenster“ verschaffen den Alttieren die Möglichkeit, in die Pflanzenbestände einzufliegen. In unmittelbarer Nähe der „Fenster“ legen sie dann ihre Nester im Getreide an. Hier finden sie einerseits genügend Deckung für die Jungvögel, andererseits fällt durch die „Fenster“ noch genügend Licht ein. Dies sei für die Feldlerche von besonderer Bedeutung, da sie bei guten Bedingungen bis zu dreimal im Jahr brüten kann.                                                           

Die Anlage der "Lerchenfenster" ist nach Angaben von Martin Lackermeier, Naturlandbauer und BN-Fachbeirat für Landwirtschaft, einfach: Durch kurzzeitiges Anheben der Sämaschine bei der Aussaat werden künstliche Freiflächen von mindestens 20 Quadratmetern geschaffen. Diese Freiflächen sollten mehr als 50 Meter von Hecken und 25 Meter vom Feldrand entfernt angelegt werden. Ansonsten werde das Feld in der gewohnten Weise bewirtschaftet. Untersuchungen hätten ergeben, dass der Bruterfolg der Lerchen auf diesen Flächen dreimal höher ist als auf Flächen ohne "Lerchenfenster". Neben den Feldlerchen würden auch andere Arten wie zum Beispiel Rebhuhn oder Feldhase von der Anlage der „Fenster“ profitieren. Aufgrund einer Initiative des Naturland-Verbandes haben bayernweit etwa 70 Naturland-Bauern rund 600 „Lerchenfenster“  angelegt. Im Landkreis Landshut waren neben Martin Lackermeier auch die Naturland-Bauern Josef Bauer, Seepoint, Bernhard Brunner, Unterschönbach, und Jakob Mießlinger, Osterwind, mit etwa 45 „Lerchenfenstern“ beteiligt.

Bei einem gemeinsamen Treffen der Landwirte mit Vorstandsmitgliedern der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe auf dem Betrieb von Bernhard Brunner in Unterschönbach konnten die Maßnahmen in Augenschein genommen werden. Gleich beim ersten „Lerchenfenster“ ist den Artenschützern die große Insektenvielfalt aufgefallen. Neben den zahlreichen Schwebfliegen, Bienen und Hummeln konnten sogar einige Große Heupferde, eine Heuschrecken-Art und eine Lieblingsbeute des Neuntöters, entdeckt werden. In der herbizid- und insektizidfreien Ackerfläche mit dem reichen Bestand an Ackerwildkräutern findet die Feldlerche Insekten wie Schnaken, Blattwespen und Schmetterlinge. Johannes Selmansberger wies darauf hin, dass auch konventionelle Landwirte diese „Lerchenfenster“ anlegen können und er hoffe, dass sich im nächsten Jahr diese sinnvolle Naturschutzmaßnahme noch ausweiten werde. Informationen zu „Lerchenfenstern“ könne man bei ihm unter Telefon 08706/513 einholen.

Wo der Brachvogel noch flötet

Paul Riederer und Hans Schwaiger (vorne von rechts) machten die Exkursionsteilnehmer auf Vögel im „Grießenbacher Moos“ aufmerksam

Eine erlebnisreiche Wanderung der Vogelfreunde ins Isarmoos bei Grießenbach

Zahlreich sind die Vogelfreunde am frühen Morgen auch zur diesjährigen traditionellen vogelkundlichen Wanderung ins Isarmoos bei Grießenbach erschienen. Organisiert wurde die Exkursion von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe im Rahmen ihres Umweltbildungsprogramms und der Aktion BayernTour Natur 2009. Geleitet wurde sie wie schon seit vielen Jahren von Paul Riederer, dem stellvertretenden Vorsitzenden und Artenschutzbeauftragten der Kreisgruppe. Mit dabei war auch der Biologe und Ornithologe Hans Schwaiger, der derzeit im Isarmoos die Kartierung der Wiesenbrüter durchführt.

Eingestimmt wurden die Vogelfreunde durch den hellen Gesang der Feldlerchen und die „Kie-wiet“-Rufe des Kiebitz während seines akrobatischen Fluges. Aber auch weitere Vögel wie Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke, Bachstelze, Schafstelze und Blaukehlchen ließen sich hören und mit dem Fernglas vom Feldweg aus beobachten. Ein besonderes Erlebnis für viele Teilnehmer war natürlich das immer wieder zu hörende Flöten des Großen Brachvogels. Mehrere dieser typischen Vögel des Isarmooses zeigten sich auch im Flug. Die Zahl der Brutpaare dieses größten heimischen Watvogels sei im Isarmoos zwischen Mettenbach und Postau jedoch in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen und der jährliche Bruterfolg sei sehr gering, informierte Hans Schwaiger. Neben anderen Faktoren würden auch frei laufende Hunde zur Beunruhigung und zu möglichen Brutverlusten dieser Bodenbrüter beitragen.

Paul Riederer hob lobend hervor, dass der Landkreis Landshut im „Grießenbacher Moos“ größere Flächen angekauft und unter Federführung der Unteren Naturschutzbehörde in wertvolle Lebensräume für unterschiedliche Vogelarten umgestaltet hat. So war es nicht ganz überraschend, dass neben Turmfalken auch Rohrweihen und sogar eine Wiesenweihe im Flug bewundert werden konnten. Und in Mulden mit Röhrichtgürtel und Wasserflächen zeigten sich außer Stock- und Schnatterenten auch vereinzelt Flussregenpfeifer, Grünschenkel, Kampfläufer, Bruchwasserläufer und Uferschnepfe. Außer den Flussregenpfeifern nutzten die anderen genannten Watvögel die Feuchtflächen als Rastplatz vor ihrem Weiterflug nach Norden. Kritisiert wurde von Riederer allerdings der in den vergangenen Jahren im Isarmoos stark zugenommene Umbruch von Wiesenflächen in Ackerflächen. Dadurch werde der schon arg geschrumpfte Lebensraum für Wiesenbrüter weiter enorm eingeschränkt.

Wo einst die Panzer fuhren . . .

Philipp Herrmann macht mit deutlichem Handzeichen auf einen Vogel aufmerksam. Auch Paul Riederer (fünfter von rechts) berichtete Wissenswertes über das Naturschutzgebiet. (Foto: Gornicky)

. . . wird nun Umweltbildung praktiziert – BN organisierte vogelkundliche Wanderung

Mit zahlreichen naturkundlichen Exkursionen vermittelt der Bund Naturschutz (BN) alljährlich Artenkenntnis zu Tieren und Pflanzen. So führten im Rahmen der Umweltbildung in letzter Zeit Exkursionen zu Waldameisen, Schmetterlingen, Wildbienen und Pflanzen. Vogelkundliche Führungen brachten den Besuchern die "Gefiederten Freunde" näher. So führten die Vogelkundler Paul Riederer und Philipp Herrmann, der neue Gebietsbetreuer des Naturschutzgebietes „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“, auch zahlreiche naturinteressierte Teilnehmer durch das ehemalige Militärgelände und heutige Naturschutzgebiet im Osten der Stadt Landshut. Vom Gesang des Rotkehlchens bis zum Ruf des Grünspechtes und der Beobachtung des Neuntöters gab es auf der frühmorgendlichen Wanderung einiges zu hören und zu sehen.

Herrmann erklärte die Vogelstimmen und erzählte über das Geheimnis des Vogelzuges, das "Fremdgehen" bei Meisen und die sogenannten "Spielnester" des Zaunkönigs. Riederer wies während der Exkursion neben vogel- und naturkundlichen Aspekten auch auf die Geschichte und die frühere militärische Nutzung dieses Geländes hin. Die hervorragende jahrelange Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und dem Bund Naturschutz in Sachen Landschafts-, Natur- und Artenschutz seien nach Auflösung des Bundeswehrstandortes die Vorraussetzung gewesen, dass auf Initiative der BN-Kreisgruppe Landshut und mit Unterstützung der Stadt rund 280 Hektar des ehemaligen militärischen Übungsgeländes im Jahr 2001 von der Regierung von Niederbayern unter Schutz gestellt wurden, erinnerte Riederer. Seitdem ist in einer Verordnung geregelt, welche Nutzung im Schutzgebiet gestattet sei und was die Erholungssuchenden Besucher zu beachten hätten. Auch von der Stadt Landshut aufgestellte Schilder weisen darauf hin.

Um die Interessen des Naturschutzes im Gebiet kümmerte sich seit dem Jahr 2008 als Gebietsbetreuerin Viktoria Meysemeyer, seit März 2011 hat Philipp Herrmann diese Aufgabe übernommen. Er ist einer von bayernweit 35 Gebietsbetreuern die sich derzeit, gefördert von dem Europäischen Sozialfonds und dem Bayerischen Naturschutzfonds, um die Erhaltung von Naturschutz- und Natura 2000-Gebieten kümmern. Als Betreuer des Naturschutzgebietes führt Herrmann ganzjährig Umweltbildung in Form von Führungen auf dem Gelände durch.