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Großer Brachvogel und Kiebitz leben da

1. Mai 2019

BUND-Naturschutz-Exkursion im Natur- und Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos

Landkreis. Unter dem Motto „Natur kennen lernen, erleben und schützen“ fand die traditionelle vogelkundliche Maiwanderung der BUND-Naturschutz-Kreisgruppe ins Isarmoos bei Grießenbach statt. Zahlreiche Naturinteressierte trafen sich mit Gebietsbetreuer Adrian Wimmer vom Landschaftspflegeverband Landshut im Natur- und Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos, um die derzeit dort vorkommenden Vögel zu sehen und zu hören.

Der Exkursionsleiter berichtete zu Beginn Interessantes über das Grießenbacher Moos. Er kenne das Gebiet sehr gut, da er seit Ende 2018 als Gebietsbetreuer im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes hier arbeite. Das Moos sei ein Niedermoor, welches vom Grundwasser gespeist werde. In den fünfziger Jahren wurde großflächig Torf abgebaut und das Gebiet entwässert. Heute ist es ein europaweit bedeutendes Vogelschutz- und FFH- Gebiet. Rund siebzig Prozent des Schutzgebietes werden von Landwirten nach dem Vertragsnaturschutzprogramm wiesenbrütergerecht gepflegt. Die Aufgabe von ihm, so der Experte, sei es unter anderem, die Bestände der Wiesenbrüter durch gezielte Förder- und Schutzmaßnahmen zu betreuen.

Zu Beginn der Wanderung ließ der Kuckuck auf einem Baum sitzend seinen Ruf hören. Bald darauf sichteten die Exkursionsteilnehmer einen Brachvogel, der aufflog und sein markantes Lied trillerte. Diese Vögel überwintern in Südfrankreich und Spanien, wusste der Referent zu berichten. Ein Turmfalkenpärchen balzte auf einem Baum. Links und rechts des Weges begrüßten immer wieder Feldlerchen in den Lüften die Interessierten mit ihrem Gesang. Lerchen seien Feldbrüter und grenzen mit ihrem Gesang ihr Revier ab, teilte der Experte mit. Eine Mönchsgrasmücke war im Gebüsch hörbar. Wimmer wusste nahe des Weges ein Brachvogelnest, das er mit dem Fernrohr zeigen wollte. Leider war das Gras schon zu hoch, als dass man es sehen konnte. Dafür erkannten die Vogelinteressierten in den Lüften ein Rohrweihenpärchen. Sie seien schlanker und schmalflügeliger als die Bussarde.

Adrian Wimmer wusste immer wieder allerlei über die Vögel zu berichten. Ein Turmfalke saß auf einer Stromleitung und im Moos stand in stolzer Haltung ein Graureiher. Der Vogelkenner machte auf einige Feldsperlinge aufmerksam, die in einem Strauch geschäftig herumflatterten.

Es dauerte nicht lange, bis einige Kiebitze gaukelnd durch die Lüfte flogen. Die Gelege der Kiebitze befinden sich ebenso wie beim Brachvogel in den extensiven Wiesen. Man versuche, mit Elektrozäunen ihre Gelege vor Fressfeinden wie Füchse, Marder und Dachse zu schützen, informierte der Vogelkenner. Bald wurden die Teilnehmer auf eine Schafstelze aufmerksam gemacht, die aufgeregt im Acker hin und herlief. Deutlich war ihr gelbes Gefieder erkennbar. Die interessierten Naturfreunde löcherten Wimmer entlang des Weges mit vielen Fragen zur Lebensweisen und zum Verhalten der Vögel, die dieser gerne beantwortete. Kurz vor Ende des Weges erreichte die Gruppe einige angelegten Teiche. Mehrere Vogelarten gab es hier zu beobachten. Ein Grauganspärchen wanderte mit achtzehn Jungtieren am Ufer entlang. Eine Rohrammer flog über den Teich, und einige Blässhühner schwammen im Wasser. Der Exkursionsleiter erkannte einen Bruchwasserläufer und auch ein Kampfläufer flog über das Wasser. Diese Vögel sind sehr selten und es ist schon etwas Besonderes, sie sehen zu können.

Auf dem Rückweg flog noch ein Rotmilan am Himmel und zu sehen waren auch Rauchschwalben. Brachvögel mit ihrem beeindruckendem „Trilili“ waren wieder zu hören.

Die Vogelwelt erlauschen

Der Bund Naturschutz organisierte eine vogelkundliche Exkursion

Landshut. In die Untere Isarau und an den Altheimer Stausee führte unter Leitung von Gerhard Donderer am Sonntag, 24. Juni 2018, eine vogelkundliche Wanderung des Bundes Naturschutz. Am frühen Morgen machte sich eine größere Gruppe von Vogelfreunden auf, die Vogelwelt in dem Landschaftsschutzgebiet östlich von Landshut zu erlauschen. So konnte man schon zu Beginn der Wanderung den Gesang des Gelbspötters aus der Vielzahl der Vogelstimmen heraushören. An die 30 verschiedene Vogelstimmen waren während der Exkursion zu hören und ihre Sänger auch zu sehen. So war es möglich, neben weiteren Singvogelarten den Gesang des Zaunkönigs, der Gartengrasmücke, des Zilpzalps, des Rotkehlchens und den dumpfen Ruf der Ringeltaube im Isarauwald mit Hilfe von Gerhard Donderer zu orten und zu bestimmen. Eine Wacholderdrossel zeigte sich hoch oben auf einem Baum.
 
Am Stausee angekommen waren dort eine Vielzahl von Wasservögeln zu sehen, so unter anderen Tafel-, Reiher-, Stock- und Kolbenenten. Ein Haubentaucher konnte beim Nestbau beobachtet werden. Sehr schön war es, mit einem Spektiv die Vögel im See in voller Größe betrachten zu können. Interessiert von den Teilnehmern aufgenommen wurden auch die von Vogelkundler Donderer während der Exkursion gegebenen fachkundigen Hinweise auf die Vogelwelt in der Isarau und im Isarstausee im allgemeinen als auch zur Lebensweise und zu den Lebensräumen der beobachteten Vogelarten im besonderen.

Bedeutender Rastplatz für Wasservögel

Bei Wanderung am Echinger Stausee erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes aus der Vogelwelt
Im Rahmen der naturkundlichen Exkursionen zur Ökologie, Artenkenntnis und Landschaftskunde organisierte die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe in Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Pfingstmontag 2018 eine vogelkundliche Wanderung in das Naturschutz- und FFH-Gebiet "Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen". Dabei wies der Referent, LBV-Kreisgruppenvorsitzender Christian Brummer, die Besuchergruppe auf die Bedeutung der Isarstauseen hin, die vor allem in der Rastplatzfunktion für Wasservögel aus ganz Europa liege. Dieses Naturschutzgebiet umfasst auf einer Fläche von knapp sechs Quadratkilometern den Moosburger Stausee, den Auwald nördlich davon, den Echinger Stausee, sowie den Isarkanal und die Isar in diesen Bereichen. Grundsätzlich gelte ein Wegegebot, da viele der ortsfremden Vögel empfindlich auf Störungen reagieren. Das Jagdverbot für Wasservögel wurde erst 1995 lange nach Ausweisung des Naturschutzgebietes (1982) erlassen und sei für die Entwicklung zu einem europäisch bedeutsamen Rastplatz immens wichtig gewesen, betonte Brummer. Unterwegs auf dem Damm wies der Vogelkenner immer wieder auf Vogelstimmen hin, wie beispielsweise Buchfink, Goldammer, Grünspecht, Mönchsgrasmücke, Gelbspötter, Teichrohrsänger und Teichhuhn. Und sogar der seltene Pirol ließ sich mit seinem schönen Ruf hören.

Gemäß langfristiger, bundesweiter Trends sei festzustellen, so der Referent, dass die an Gewässer gebundenen Vogelarten eher zunehmen und die Waldvögel konstant bleiben, während die Arten in Siedlungsbereichen und besonders in der Agrarlandschaft dagegen stark rückläufig sind. Die Vogelwelt sei allgemein und besonders im Naturschutzgebiet wegen der überwiegenden Zugvögel sehr dynamisch. Die Anzahl der Schwimmvögel an den Isarstauseen könne im Jahresverlauf zwischen 1500 und 15 000 schwanken. Die Hauptzugrichtung der Vögel in Südbayern sei nicht Nord-Süd, sondern ganz überwiegend Nordost-Südwest. Zugrichtungen und Zugentfernungen haben sich in den letzten Jahren bei vielen Arten deutlich verändert. Störche beispielsweise  bleiben nun eher hier oder ziehen nur bis Südwesteuropa, statt die Sahara zu überfliegen.

An Brutvögeln könne man im Naturschutzgebiet derzeit Flussseeschwalben, Graureiher, Kormorane und Nachtreiher beobachten. Vom Nachtreiher, der in Bayern vom Aussterben bedroht ist, gibt es in Bayern nur drei Brutplätze und Kormorane brüten in Niederbayern ausschlie0lich hier am Echinger Stausee, informierte Brummer. Die Flussseeschwalben, die am Echinger See auf Nistflößen brüten, haben in ganz Bayern keine natürlichen Brutvorkommen mehr, da keine geeigneten Kiesbänke mehr zur Verfügung stünden. Nach einem Tiefstand in den 1980er Jahren von bayernweit nur noch 35 Brutpaaren gibt es im Freistaat aktuell wieder etwa 300 Paare, alle auf eigens für sie gebauten Nisthilfen. Dank dieser intensiven Artenschutzanstrengungen sei die Flussseeschwalbe aktuell nicht mehr vom Aussterben bedroht.

Während der kurzweiligen interessanten Wanderung konnten die teils vorgebildeten Exkursionsteilnehmer viele Fragen zu verschiedenen Themen stellen. Sie wurden von dem Vogelkundler sehr kompetent, plausibel und praxisnah erläutert.

Besuch bei Brachvogel und Kiebitz

Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und BN-Ortsgruppe Essenbach organisierten im Rahmen der bayernweiten Aktion „BayernTourNatur 2017“ eine vogelkundliche Exkursion ins Isarmoos bei Grießenbach

Grießenbach 07.05.2017. Unter dem Motto „Natur kennen lernen, erleben und schätzen“ fand bei schönstem Sonnenwetter die traditionelle vogelkundliche 1.-Mai-Exkursion der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut  und der BN-Ortsgruppe Essenbach statt. Zahlreiche Naturinteressierte trafen sich mit dem Vogelexperten Gerhard Donderer im Vogelschutz- und FFH-Gebiet Grießenbacher Moos, um dort vorkommende Vogelarten zu beobachten und ihre Rufe zu hören. Gleich zu Beginn der etwa zweieinhalbstündigen Wanderung begrüßten links und rechts des öffentlichen Weges Feldlerchen im Flug hoch am Himmel die Exkursionsteilnehmer mit ihrem schönen Gesang. Dazu hörte man aus der Ferne einen Kuckuck rufen. Feldlerchen seien Bodenbrüter, so Donderer, die durch ihren trillernden Gesang ihr Revier von der Luft aus abstecken.

Bereits einige Schritte weiter war der bedeutsamste Vogel des Gebietes zu sehen und zu hören: der Große Brachvogel. Ein lautes Trillern war hörbar und mehrere dieser Vögel flogen in respektvoller Entfernung zur Wandergruppe vorbei. Dieser größte Watvogel kann mit seinem langen, gebogenen Schnabel im Boden nach Nahrung stochern und bis zu 30 Jahre alt werden, erklärte der Experte. Die Exkursionsteilnehmer entdeckten mit ihren Ferngläsern bald das äußerst seltene Braunkehlchen, das auf einem Pfahl saß. Dem Weg entlang erfreuten immer wieder Kiebitze mit ihrem gaukelnden Flug die Vogelfreunde. Kiebitze seien ebenso wie der Brachvogel schon sehr selten, gab Donderer zu verstehen, da außerhalb von Schutzgebieten ihr Lebensraum schwindet.

Ein Krächzen im Gebüsch machte auf eine Dorngrasmücke aufmerksam. Dazwischen sang ein Buchfink, der noch häufigste Vogel in Bayern. An seinen weißen Flügelbinden ist er gut erkennbar und sein Gesang endet mit einem unverwechselbaren Schnalzer. Donderer wies auf die Anwesenheit eines Blaukehlchens hin, welches er am Gesang erkannte. Am Himmel attackierten Krähen eine Rohrweihe, um sie aus ihrem Revier zu verscheuchen, und in einiger Entfernung flog ein Schwarm von Lachmöven. Die Exkursionsteilnehmer suchten mit ihren Ferngläsern und Fernrohren eifrig die Umgebung ab und sie entdeckten im nahen Schilf die Rohrammer. In einiger Entfernung standen an einem Teich ein Graureiher und ein Silberreiher in seinem weißen Federkleid. Diese Reihervögel bleiben wegen des durch den Klimawandels kürzeren Winters nun meist das ganze Jahr über am Sommerstandort, vermittelte der Vogelkundler. Während eine Knäckente an einem Teich im Fernrohr gut zu erkennbar war, sang in der Nähe ein Schilfrohrsänger seinen krächzenden Gesang. Beim Rückweg entdeckten die Teilnehmer, unter denen auch interessierte Kinder waren, noch eine Goldammer auf einem Baum und eine Schafstelze auf einer Ackerfläche. Zu guter Letzt machte Donderer auf eine im Gebüsch versteckte Heckenbraunelle aufmerksam.                                     

Alle Teilnehmer waren begeistert von der gefiederten Vielfalt, die im Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos noch vorzufinden ist. Es wäre aber sehr wünschenswert, wenn auch außerhalb von Schutzgebieten in der Kulturlandschaft die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten genügend Lebensraum zur Verfügung hätten und den Menschen durch ihre Anwesenheit Freude bereiten könnten, meinten einige Exkursionsteilnehmer abschließend.

Zilp-zalp-zelp-zilp-zalp

Landshut.Dank einer „Vogelhotline“ lassen sich im Landshuter Hofgarten nun Singvögel bestimmen.

Philipp Herrmann steht am Prantlgarten-Eingang des Hofgartens, lauscht für Sekundenbruchteile und sagt dann: „Rabenkrähe. Mönchsgrasmücke. Blaumeise. Buchfink. Waldbaumläufer. Und ein Kleiber … Moment: Zwei Kleiber.“

Herrmann seines Zeichens Gebietsbetreuer Isartal in Stadt und Landkreis Landshut, kann alle deutschen Singvögel an ihrem Gesang erkennen. Und damit natürlich auch alle, die im Hofgarten tirilieren. Dort wurde jetzt ein Hinweisschild platziert, das auf einen WhatsApp-Service Herrmanns namens „Vogelhotline“ hinweist. Wer möchte, kann nun den ganzen April hindurch Vogelstimmen mit seinem Smartphone aufnehmen und den kurzen Mitschnitt an Philipp Herrmann schicken. Der Idee zum „Vogelstimmen-Butler“, wie Paul Riederer vom Bund Naturschutz den Service nennt, liegt der Gedanke Herrmanns zugrunde, Spaziergängern wieder ein Gefühl für die verschiedenen Vogelarten zu geben, von denen es allein im Hofgarten 40 gibt. „Als kleiner Junge war ich schon immer bei den Vogelführungen von Paul Riederer dabei“, sagt Herrmann. Er kaufte sich Vogelstimmen-CDs und wurde schließlich das, was er heute einen „ausgewachsenen Ornithologen“ nennt. Die Vogelstimmen-Aktion will er erstmal auf den April und auf Landshut begrenzen. „Mal schauen, wie das funktioniert.“ Paul Riederer und der Bund Naturschutz jedenfalls waren begeistert von der Aktion und sofort bereit, das Ganze zu unterstützen – wofür sich dann auch Johann Ritthaler, Leiter des Fachbereichs Naturschutz der Stadt Landshut, herzlich bedankte.

„Zilp-zalp-zelp-zilp-zalp“, tönt es plötzlich. „Ein Zilpzalp“, klärt Herrmann auf. Man hätte eigentlich selbst drauf kommen können. Herrmanns Lieblingsvogelgeräusch macht übrigens nicht der Zilpzalp, sondern: „Der Specht. Ich mag das Spechtgetrommel sehr gerne.“

Von der Vogelstimmenerkennung können im Übrigen nicht nur Hobby-Ornithologen profitieren. Wenn man morgens nämlich von einem besonders lästigen Gezwitscher geweckt wird, könnte das Ganze unter Umständen weniger ärgerlich sein, wenn man weiß, was für ein Kerlchen da so einen Radau macht.

Information:

Die „Vogelhotline“ funktioniert so: 0160/7020981 zu den Kontakten hinzufügen, Gezwitscher aufnehmen, Aufnahme (maximal zehn Sekunden) an die Nummer schicken. Wer kein WhatsApp benutzt, kann die Aufnahme auch an philipp.herrmann@landshut.de schicken.

 

Text-Quelle: Landshuter Zeitung, Uli Karg

Übereinstimmung beim Vogelschutz - Forstleute und Naturschützer diskutierten Managementplan für EU-Vogelschutzgebiet

Das EU-Vogelschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“ umfasst den Echinger und den Moosburger Stausee, einen Teil der Isar sowie rund 250 Hektar Auwald in der Bruckberger Au. Für dieses gesamte Gebiet erstellte die Regierung von Niederbayern einen so genannten Managementplan. Auf dem Areal der beiden Stauseen hat der Vogelschutz absoluten Vorrang. Hier ist beispielsweise die Jagd auf Wasservögel ganzjährig untersagt. Um für die Vögel auch im Auwald die Schutzbedingungen zu verbessern, fand kürzlich von Forstleuten und Naturschützern eine gemeinsame Ortsbegehung in der Bruckberger Au statt. Im wesentlichen wurden Inhalte des Managementplan-Entwurfes zur forstlichen Nutzung des Auwaldes von Vertretern der Behörden vorgestellt und gemeinsam mit den Natur- und Vogelschützern diskutiert.                                                   

An dem Ortstermin nahmen von Seiten der forstlichen Grundbesitzer teil Dr. Alfred Fuchs (Bayerische Staatsforsten, Forstbetrieb Freising), Horst Draack und Thomas Peter (Revierförster, Forstbetrieb Freising), H. Barthels (Forstverwaltung der Stadt München) und als Vertreter der Forstbehörden Lothar Zillner (AfL Landshut) und Peter Hirschfelder (AfL Landau/Isar). Den Natur- und Vogelschutz vertraten Dr. Franz Leibl und Wolfgang Lorenz (Sachgebiet Fachfragen Naturschutz, Regierung von Niederbayern), Carolin Seethaler (Untere Naturschutzbehörde, Landratsamt Landshut), Christian Brummer (Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Landshut) sowie Paul Riederer und Klaus Wiedmann (Bund Naturschutz, Kreisgruppe Landshut).

Es wurden verschiedene Stellen im Auwald aufgesucht. Dabei wurde von Seiten der Naturschützer festgestellt, dass die Bestände derzeit aus vogelkundlicher Sicht einen zu geringen Anteil stark dimensionierter Alt- und Biotopbäume aufweisen. Da diese Bestände seit über 30 Jahren nicht genutzt wurden, komme als Erklärung hierfür nur das außergewöhnlich geringe Wachstum der Laubbäume infrage, welches eine Folge ungünstiger Standortbedingungen ist, gab Forstbetriebsleiter Dr. Fuchs zu verstehen. Aus diesem Grund werde auch künftig äußerst zurückhaltend genutzt, so dass sich auch in den kommenden Jahrzehnten Alt- und Biotopbäume sowie Totholz anreichern können. Dr. Fuchs sicherte zu, die besonders wertvollen Altholzbestände mit mächtigen und seltenen Schwarzpappeln bei einer künftigen Fortschreibung der Forsteinrichtungspläne auch formell möglichst vollständig aus der Nutzung zu nehmen.

Dr. Franz Leibl, der Leiter des Sachgebiets Fachfragen Naturschutz bei der Regierung von Niederbayern, regte an, bei der Vergabe von Jagderlaubnisscheinen durch die Bayerische Staatsforstverwaltung auch im Auwald die Jagd auf Federwild herauszunehmen. Da dies im fraglichen Gebiet ohnehin vom Forstbetrieb Freising so gehandhabt wird, war man sich allgemein darüber einig, den Managementplan entsprechend zu ergänzen. Der Forstbetrieb ist ebenfalls bereit, Holzarbeiten durch Selbstwerber im Vogelschutzgebiet soweit wie möglich auf die Zeiten außerhalb der Vogelbrutzeiten vom 15. März bis 15. August zu beschränken. In diesem Zusammenhang wies LBV-Kreisgruppenvorsitzender Christian Brummer auf die Bedeutung des Auwaldes als Lebensraum sogar für seltene und bedrohte Vogelarten, wie Wespenbussard, Grauspecht und Halsbandschnäpper, hin. Der Umbau standortfremder  Nadelholzbestände, die im Besitz der Bayerischen Staatsforsten und der Stadt München sind, soll nach Ansicht aller Teilnehmer fortgesetzt werden. Dieses Vorhaben bedürfe aber speziell bei den noch schwach entwickelten Kiefernbeständen noch längerer Zeiträume.

Paul Riederer, stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender, schlug vor, den Auwald wieder mehr zu vernässen. Wasserausleitungen aus der Isar bei Hochwasser würden sich hier anbieten. Damit könnten die ökologischen Bedingungen im Auwald für Wald, Flora und Fauna wesentlich verbessert werden. Wolfgang Lorenz, der bei der Regierung von Niederbayern für die Natura 2000-Gebiete zuständig ist, informierte, dass im Rahmen des Managementplans diesbezüglich mit dem Wasserwirtschaftsamt Gespräche geführt werden. Am Ende des Treffens zeigten sich alle Teilnehmer über die gemeinsam erarbeiteten Festlegungen zum Managementplan, die sowohl dem Bestand des Auwaldes als auch dem Schutz der Vögel nützen werden, sehr zufrieden.

Vogelfrei am Vogelherd

Archäologische und vogelkundliche Exkursion ins Tal Josaphat

„Vogelfrei am Vogelherd“ war das Motto einer frühmorgendlichen Exkursion des Bildungswerks Bund Naturschutz, die am Sonntag, den 9. Juli 2013 ins Tal Josaphat und auf den Sallmannsberg führte und an der mehr als 50 Archäologie-, Ornithologie- sowie Kulturinteressierte teilnahmen. Unter Leitung der Archäologin Dr. Isabella Denk, dem Ornithologen  Philipp Herrmann und dem stellvertretenden BN-Kreisgruppenvorsitzenden Paul Riederer sowie begleitet vom Vogelgesang führte die Wanderung zu einem mittelalterlichen Burgstall, zur ältesten Siedlung Landshuts und zu einem ehemaligen Vogelherd.

Zu Beginn der Wanderung wies Paul Riederer auf die lange Geschichte des Einsatzes des Bundes Naturschutz zur Ausweisung des Tal Josaphat als Landschaftsschutzgebiet hin. Schon große Teile dieser reizvollen Kulturlandschaft wären schon verbaut, wäre der nimmermüde Widerstand der Naturschützer nicht gewesen. Auch eine Bürgerinitiative habe dazu beigetragen, dass demnächst das Tal Josaphat endlich vom Stadtrat unter Schutz gestellt und vor weiterer Bebauung bewahrt werde, zeigte sich Riederer zuversichtlich. Mit seinem positiven Votum könne der Stadtrat der BN-Kreisgruppe auch ein besonderes Geschenk zu ihrem 40-jährigen Gründungsjubiläum machen. (siehe Nachtrag)

„Schön wie ein Arkadien!“ schwärmte der Landshuter Chronist Alois Staudenraus vom Sallmannsberg, von dem sich ein ungewohnter Blick über die Stadt eröffnet. Dass sich an dieser Stelle einst ein Burgstall befand, erklärte Dr. Isabella Denk. Der Burgstall Parn, auf einer Karte des Kartographen Philipp Apian im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt, lag an einer strategisch ausgezeichneten Stelle: Ein damals angelegtes Plateau gewährte die Übersicht über das Tal Josaphat, ein etwas größeres, darüber liegendes Plateau ermöglichte die Aussicht in Richtung Hagrain und in das Isartal. Das Bodendenkmal, das derzeit von einer Baustelle beeinträchtigt ist, muss für die Öffentlichkeit allerdings erlebbar bleiben. Auf dem höchsten Punkt des Berges, mit Blick ins Salzdorfer Tal, erläuterte die Archäologin die Ausgrabungsergebnisse einer Untersuchung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Im Rahmen eines Bentonitabbaus wurde dort unter anderem die älteste Siedlung auf Landshuter Stadtgebiet entdeckt: Vor 7500 Jahren ließen sich die ersten Bauern dort nieder. Dass dieser Berg, fernab von den Hochwassern der Isar, eine beliebte Wohnlage war, zeigten auch die Besiedelungsspuren der kommenden Epochen: Zur Zeit der Altheimer Kultur (4. Jahrtausend v. Chr.) lebten dort Menschen, die unter anderem auch eine Gussform für Kupfer hinterließen. Ein besonderer Fund mit viel Aussagekraft, betonte Isabella Denk, denn dies lässt auf Verarbeitung dieses Metalls schließen und läutet gleichzeitig das Ende der Steinzeit ein. Aus der Latènezeit (450-15 v. Chr.), besser bekannt als die Zeit der Kelten , stammt ein Töpferofen.

Ein besondere Entdeckung waren im Rahmen dieser Ausgrabung die Spuren eines Vogelherdes. Mit Hilfe dieser Anlagen wurden seit dem Mittelalter Vögel gefangen. Sei es um billig an Fleisch zu kommen oder um Singvögel zu fangen, um diese weiter zu verkaufen. Wacholderdrosseln seien vor allem im Fokus der Vogelfänger gewesen, erklärte Archäologin Isabella Denk. Die Anlage bestand aus einem ovalen Plateau, das von einem kleinen Graben umgeben war. An den beiden schmalen Enden war jeweils ein Versteck für die Vogelfänger im Boden eingelassen. Die Vögel wurden mit Köder oder angebundenen Vögeln angelockt. Die Falle schnappte dann durch einen vom versteckten Vogelfänger ausgelösten Schnellmechanismus zu. Die Netze dieser Falle waren meist in dem Graben versteckt.

Der Vogelfang sei in Deutschland noch bis ins 19. Jahrhundert eine beliebte Freizeitbeschäftigung auch oberer Gesellschaftsschichten gewesen. In einigen europäischen Ländern sei Vogelfang noch heute aktuell, so würden allein in Frankreich bis zu 25 Millionen Zugvögel jährlich gefangen, führte Philipp Herrmann aus. Zum Vogelzug wusste Herrmann Interessantes zu berichten: So fliegt die Küstenseeschwalbe die längste Strecke, von der Antarktis in die Arktis und wieder zurück. Während ihres Zuges fliegen Mauersegler in einer Höhe bis zu 3000 Metern, Kraniche bis zu 7000 Metern und Wildgänse, die über den Himalaja ziehen, sogar bis zu 8000 Metern Höhe. Während der Wanderung durch die Feldflur und den schönen Laubwald machte der Ornithologe auf den Gesang verschiedener Vogelarten, unter anderen von Grünspecht, Dohle, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Zilpzalp,  Gartenrotschwanz, Zaunkönig und Buchfink, hin. 

Nachtrag: Am Freitag, 21. Juni 2013, sprach sich das Landshuter Stadtratsplenum einstimmig für die Ausweisung des Tal Josaphat als Landschaftsschutzgebiet aus!

 

Greifvogel-Hasser vergiftet Mäusebussarde

Gefahr für Mensch und Tier - Landratsamt schaltet Polizei ein – BN erstattet Strafanzeige

LANDSHUT 20.05.2013. Es ist eine Tierquälerei der übelsten Sorte – und noch dazu in   einem Vogelschutzgebiet: Ein noch Unbekannter hat im Grießenbacher Moos einen vergifteten Fuchs-Kadaver als Köder ausgelegt, drei Greifvögel haben den Kadaver angefressen und sind noch an Ort und Stelle unter furchtbaren Qualen verendet. Das dabei verwendete Gift ist so stark, dass oft selbst Aaskäfer, die an solchen Kadavern nagen, umgehend absterben.  

Die hochgiftige Substanz Carbofuran wirkt nach den Worten des Toxikologen Prof. Dr. Florian Eyer von der Technischen Universität (TU) München ähnlich wie die    berüchtigten Nervenkampfstoffe und stellt natürlich auch eine Gefahr für Menschen und Haustiere dar. Spaziergänger sollten daher aufpassen, dass sie oder ihre Hunde nicht mit etwaigen Giftresten in Berührung kommen: Der Fuchs-Kadaver lag im   Grießenbacher Moos rund 600 Meter nördlich der Autobahn-Raststätte Wörth, also auf der Nordseite der A 92, westlich der Verbindungsstraße zwischen Wörth und  Postau.  

Es war ein aufmerksamer Spaziergänger, der den Fuchs-Kadaver und zwei tote Mäusebussarde entdeckte, die unmittelbar daneben lagen. Die schon etwas zerfledderten Bussarde zeigten eine völlig unnatürliche Haltung – sie hatten sich in den Qualen des Todeskampfes verkrampft und hielten noch Grasbüschel in ihren Klauen. Der Spaziergänger hat das einzige Richtige getan und seine Entdeckung gemeldet: Er hat damit verhindert, dass diese Schandtat noch zu weiteren         schädlichen Folgen führen konnte. Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Landshut war von Paul Riederer vom Bund Naturschutz Landshut über den Fund informiert worden. Sie alarmierte die Polizei, ein Mitarbeiter des Landratsamts barg zusammen mit zwei Beamten der Polizei-Inspektion Landshut die drei Kadaver. Von einem weiteren Greifvogel, ebenfalls einem Mäusebussard, wurden nur noch geringe Überreste gefunden in einer Hecke rund 50 Meter entfernt vom Auffindungsort des Fuchses. Auch der dritte Bussard ist offenkundig Opfer der Giftattacke geworden und in der Hecke „entsorgt“ worden. Bei der Unteren Naturschutzbehörde geht man    davon aus, dass der unbekannte Täter über einen längeren Zeitraum Vögel aufgesammelt hat, die von ihm ausgelegte Giftköder gefressen hatten, und er ihre Kadaver dann im Buschwerk in der näheren Umgebung versteckt hat.

Ein Mitarbeiter des Veterinäramts am Landratsamt brachte die Kadaver umgehend zur Untersuchung nach München. Experten des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität (TU) München erbrachten dann den Beweis – die Tiere sind mit dem hochgiftigen Carbofuran vergiftet worden. Das Insektizid Carbofuran ist seit einigen Jahren aus guten Gründen EU-weit verboten, wird aber in diversen Ländern immer noch in der Landwirtschaft als Mittel zur Saat-Beize eingesetzt. Wie der Internist und Toxikologe Prof. Dr. Eyer vom Klinikum rechts Isar der TU München erläutert, ist Carbofuran ein hoch wirksames Nervengift: Es zählt zu einer Stoffgruppe, in der auch so bekannte Gifte wie E 605 und Sarin zu finden sind.    Carbofuran wird von den Herstellern oft zur Warnung blau oder lila eingefärbt. Die betrauten Fachleute im Landratsamt zeigen sich von diesem Akt der Tierquälerei  erschüttert. „Es ist kein Kavaliersdelikt und auch keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine glatte Straftat“, stellt zum Beispiel Dr. Wolfgang Ullrich fest, der Leiter des Veterinäramts am Landratsamt Landshut.

Über ihren Anwalt, Dr. Ulrich Kaltenegger, hat die Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz (BN) Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet – und zwar nach Paragraph 329 Absatz 3 Nummer 6 Strafgesetzbuch (StGB), wie Paul Riederer    mitgeteilt hat. Der Tatbestand lautet „Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete durch Tötung besonders geschützter Arten“. Hinzu kämen eklatante Verstöße gegen Naturschutz- und Jagdrecht. „Der Vorgang spielte sich im ausgewiesenen             Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos ab und der Mäusebussard (Buteo buteo) ist eine besonders geschützte Art im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes“, erläutert Rechtsanwalt Kaltenegger dazu. Selbstverständlich sei auch der Tatbestand der Tierquälerei und der Wilderei erfüllt.

Die Polizei-Inspektion Landshut appelliert an die Bevölkerung, Hinweise auf den oder die Täter zu geben – auch anonym übermittelte Informationen werden entgegengenommen unter Telefon 0871/9252-0 oder unter E-Mail pi.landshut@polizei.bayern.de.  Selbstverständlich nehmen auch das Landratsamt Landshut und der Bund Naturschutz Hinweise entgegen: Landratsamt Landshut, Veldener Straße 15, 84036 Landshut, Telefon 0871/408-0, Fax 0871/408-1001,      E-Mail: poststelle@landkreis-landshut.de.  Bund Naturschutz: Telefon: 0871/23748 oder 22390, Fax 0871/374807, E-Mail: bnkgla@landshut.org   

Maßhalten bei der Vogelfütterung

Naturnahe Gärten und artenreiche Feldflur nützen den Vögeln mehr

In der kalten Jahreszeit am Fenster zu sitzen und vom warmen Zimmer aus Vögel am Futterhäuschen zu beobachten, hat seinen besonderen Reiz. Besonders für Kinder kann es interessant sein, lernen sie auf diese Weise doch einige heimische Vogelarten kennen. Meisen, Kleiber, Buchfinken und Amseln, die zu den nicht gefährdeten Vogelarten zählen, nähmen den „gedeckten Tisch“ gerne in Anspruch. Viele Vogelarten, wie beispielsweise Zaunkönig, Eisvogel, Eulen, Greif- und Wasservögel, überleben die kalte Jahreszeit auch ohne menschliche Hilfe, gibt Paul Riederer, stellvertretender Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und Mitglied im BN-Landesarbeitskreis Artenschutz, zu bedenken. Zum Artenschutz trage deshalb die Vogelfütterung wenig bei.

Wer trotzdem Vögel füttern will, sollte das mit Maßen und nur bei wirklich winterlichen Verhältnissen tun. Da der starke Rückgang vieler Vogelarten nicht auf geringeres Nahrungsangebot im Winter sondern auf die Verschlechterung ihrer Lebensräume zurückzuführen ist, rät Riederer, Gärten naturnaher zu gestalten und zu pflegen. So sollte man beispielsweise einen Teil der Staudengewächse während der kalten Jahreszeit stehen und Laub liegen lassen. Außer an Sträuchern und Bäumen fänden Vögel auch hier im Winter natürliche Nahrung.

Tatsächlich stehe es laut Bundesamt für Naturschutz und aus eigenen Beobachtungen um viele Vogelarten schlecht, so Paul Riederer. Insbesondere seien bodenbrütende Arten wie Kiebitz, Feldlerche, Wachtel und Rebhuhn davon betroffen. Aber auch bislang häufige Arten wie der Star und der Bluthänfling seien rückläufig. Ihre Situation werde sich ohne ein entschiedenes Gegensteuern vor allem in der Agrarpolitik weiter verschärfen, gibt Riederer zu bedenken. Durch eine Wiedernutzung stillgelegter Flächen seien wertvolle Rückzugs- und Brutflächen in jüngster Zeit verloren gegangen. Da der Anbau nachwachsender Rohstoffe immer mehr Flächen beanspruchen und zu weiteren Monokulturen führen werde, werden die Lebensräume und Nahrungsquellen für Vögel der Feldflur wie Feldlerche, Grauammer und Stieglitz weiter zurückgehen.

Hier könne auch ein ganzjähriges Füttern der Vögel, wie es in letzter Zeit von einigen Vogelliebhabern immer wieder propagiert wird, keine Abhilfe schaffen. Das nütze zwar der Vogelfutterindustrie, nicht aber dem Arten- und Vogelschutz. Der größte Teil der im Sommer bei uns lebenden Singvogelarten brauche als Nahrung für sich und ihre Jungen Insekten. Deshalb sei es notwendig, dass die natürlichen Strukturen und die Lebensräume für Insekten in der freien Landschaft nicht weiter verschlechtert sondern verbessert werden, stellt Paul Riederer fest.

Der Falke ist frei

Peter Alzinger päppelt verletzte Greifvögel auf und setzt sie wieder aus  

Das Wanderfalkenweibchen zögert kurz, dann hebt es mit kräftigen Flügelschlägen vom Arm Peter Alzingers ab. Zwei Monate lang hat Alzinger das Tier hochgepäppelt, das er soeben auf der Weickmannshöhe in Freiheit entlassen hat. „Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn der Vogel dann fortfliegt“, sagt der Rentner, der schon als Junge die ersten Vögel mit nach Hause gebracht hat.  

Peter Alzinger hegt und pflegt auf seinem Grundstück vor allem Greifvögel. Es sind Tiere, die sich verletzt haben und ohne Hilfe wohl elend zugrunde gehen würden. Sperber zum Beispiel, die bei der Spatzenjagd Pech hatten. Alzinger: „Der Sperber fliegt einem Spatzen hinterher, der Spatz weicht aus, der Sperber knallt gegen die Windschutzscheibe.“ In Alzingers Garten landen meistens Tiere mit leichten Verletzungen. Mal hat sich ein Tier den Flügel verstaucht, mal steht es unter Schock. Den Wanderfalken, den der Tierfreund jetzt freigelassen hat, brachte die Polizei. Der Vogel war völlig abgemagert und litt unter einer Rückenverletzung. Sind die Tiere zu sehr verletzt, haben sie etwa einen offenen Flügelbruch, gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder Alzinger füttert sie irgendwie durch, oder sie müssen eingeschläfert werden.  

Alzinger hat im Laufe der Jahrzehnte außer Falken alle möglichen Vögel in seiner Obhut gehabt, etwa Bussarde, Falken, Sperber. Zu fressen bekommen sie Fleisch. Der Wanderfalke zum Beispiel verschlang täglich fünf Küken. Diese Eintagsküken kauft Alzinger für seine Vogelschar in großen Mengen ein und packt sie in die Tiefkühltruhe. Gelegentlich verfüttert er auch Putenschnitzel. Auf dem Wanderfalken-Speiseplan in freier Natur stehen unter anderem Elstern, Tauben und Dohlen. Der Wanderfalke ist die größte und schnellste Falkenart in der Region. Weibchen entwickeln eine Flügelspannweite von bis zu einem Meter. Im Sturzflug bringen es diese Tiere auf bis zu 290 Kilometer pro Stunde. „Das zweitschnellste Tier in der Gegend ist der Mauersegler, der 180 Kilometer pro Stunde schafft“, sagt Paul Riederer, der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz. Wanderfalken waren Riederer zufolge in Mitteleuropa schon fast ausgestorben. Inzwischen habe sich der Bestand aber mehr oder weniger stabilisiert. Riederer und Alzinger freuen sich über den Bruterfolg in diesem Jahr: „Allein auf dem Turm der Martinskirche gab es vier Wanderfalken-Junge.“ Turmfalken, die kleiner sind als Wanderfalken, haben ihr Revier derzeit an der Jodokskirche.  

„Wir sind glücklich, dass es Menschen wie Peter Alzinger gibt“, sagt Paul Riederer. Und Rentner Alzinger ist glücklich, wenn er den Vögeln helfen kann. Solange er noch fit ist, will er sich weiter um Vögel kümmern, sagt er. Vielleicht setzt sich die Tradition in der Familie fort. Eine Enkelin hilft bei ihrem Großvater schon jetzt eifrig mit.  

Wer einen verletzten Greifvogel findet, kann dies dem Bund Naturschutz mitteilen.                        

(Bericht von Siegfried Rüdenauer, Landshuter Zeitung, 22. August 2011)

Storch durch Stromschlag getötet

Wiederum verunglückte ein Weißstorch an einem Strommasten

In der Nacht vom 5. auf 6. Mai 2008 verunglückte ein Weißstorch an einem ungesicherten Strommasten in der Nähe von Niedereulenbach. Dieser Storch hinterlässt einen Brutpartner mit Gelege, der damit gezwungen sein wird, die Brut aufzugeben, befürchten Franz Gumplinger und Bernd Jochen Lindner-Haag von der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Rottenburg. Seit drei Jahren hofften die Storchenfreunde des Laabertals, dass die vom Landkreis, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Bund Naturschutz auf dem Schornstein der ehemaligen Brauerei errichtete Nishilfe angenommen wird, nachdem die im Laabertalprojekt renaturierte Laabertalaue wieder für die Störche attraktiv geworden ist. Heuer nun nahm ein Storchenpaar zur Freude vieler Vogelfreunde den Horst in Besitz. Das Storchenglück endete jedoch jäh durch den Stromtod eines Partners. Bereits im vorigen Jahr verunglückte ein Storch bei Pfeffenhausen und ein weiterer bei Laaberberg auf die gleiche Weise. Nach dem Gesetz sind die Stromerzeuger jedoch verpflichtet, alle gefährlichen Strommasten umzurüsten, stellt der Bund Naturschutz fest. So sei auch der Stromkonzern E.on im vorigen Jahr von den Natur- und Vogelschützern aufgefordert worden, ihre Masten im Landkreis Landshut umzurüsten. Einige Masten seien zwar gesichert worden, jedoch weitaus nicht alle. Warum gerade in der Nähe von Storchennestern im Laabertal das nicht vollständig geschah, sei für den Bund Naturschutz unverständlich und grob fahrlässig, kritisiert Ortsgruppenvorsitzender Franz Gumplinger. Hier sei auch das bayerische Umweltministerium gefordert, massiven Druck auf die Stromerzeuger auszuüben, damit diese ihren Verpflichtungen gegenüber dem Vogel- und Naturschutz auf schnellstem Wege nachkommen, moniert Paul Riederer, stellv. Kreisgruppenvorsitzender und Beauftragter für den Natur- und Artenschutz.

"Fenster" für die Feldlerchen

Naturland-Bauern und Naturschützer tätig im praktischen Artenschutz

Die Feldlerche ist vielen Menschen als Frühlingsbote bekannt. Ihr Gesang ist einer der ersten, der im Frühjahr in der Feldflur zu hören ist. Vielerorts ist die Feldlerche jedoch inzwischen selten geworden. Seit den achtziger Jahren wird der Rückgang von Vogelschützern mit etwa 75 Prozent beziffert. Deshalb wurde die „Allerweltsart“ Feldlerche in die Rote Liste für bedrohte Arten aufgenommen. Es ist jetzt also höchste Zeit zum Handeln, um den Bestand der Feldlerchen zu sichern, stellt Johannes Selmansberger von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut fest. Um den Feldlerchen verbesserte Lebensbedingungen zu bieten, wurden in Großbritannien die sogenannten "Lerchenfenster" entwickelt. Ein „Lerchenfenster“ ist eine Fehlstelle im Acker. Wie ein richtiges Fenster soll es vor allem Licht auf und in die Fläche bringen, da die Feldlerchen eine offene, lückige und nicht zu hohe Vegetation bevorzugen, erklärt der Naturschützer. Die „Fenster“ verschaffen den Alttieren die Möglichkeit, in die Pflanzenbestände einzufliegen. In unmittelbarer Nähe der „Fenster“ legen sie dann ihre Nester im Getreide an. Hier finden sie einerseits genügend Deckung für die Jungvögel, andererseits fällt durch die „Fenster“ noch genügend Licht ein. Dies sei für die Feldlerche von besonderer Bedeutung, da sie bei guten Bedingungen bis zu dreimal im Jahr brüten kann.                                                           

Die Anlage der "Lerchenfenster" ist nach Angaben von Martin Lackermeier, Naturlandbauer und BN-Fachbeirat für Landwirtschaft, einfach: Durch kurzzeitiges Anheben der Sämaschine bei der Aussaat werden künstliche Freiflächen von mindestens 20 Quadratmetern geschaffen. Diese Freiflächen sollten mehr als 50 Meter von Hecken und 25 Meter vom Feldrand entfernt angelegt werden. Ansonsten werde das Feld in der gewohnten Weise bewirtschaftet. Untersuchungen hätten ergeben, dass der Bruterfolg der Lerchen auf diesen Flächen dreimal höher ist als auf Flächen ohne "Lerchenfenster". Neben den Feldlerchen würden auch andere Arten wie zum Beispiel Rebhuhn oder Feldhase von der Anlage der „Fenster“ profitieren. Aufgrund einer Initiative des Naturland-Verbandes haben bayernweit etwa 70 Naturland-Bauern rund 600 „Lerchenfenster“  angelegt. Im Landkreis Landshut waren neben Martin Lackermeier auch die Naturland-Bauern Josef Bauer, Seepoint, Bernhard Brunner, Unterschönbach, und Jakob Mießlinger, Osterwind, mit etwa 45 „Lerchenfenstern“ beteiligt.

Bei einem gemeinsamen Treffen der Landwirte mit Vorstandsmitgliedern der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe auf dem Betrieb von Bernhard Brunner in Unterschönbach konnten die Maßnahmen in Augenschein genommen werden. Gleich beim ersten „Lerchenfenster“ ist den Artenschützern die große Insektenvielfalt aufgefallen. Neben den zahlreichen Schwebfliegen, Bienen und Hummeln konnten sogar einige Große Heupferde, eine Heuschrecken-Art und eine Lieblingsbeute des Neuntöters, entdeckt werden. In der herbizid- und insektizidfreien Ackerfläche mit dem reichen Bestand an Ackerwildkräutern findet die Feldlerche Insekten wie Schnaken, Blattwespen und Schmetterlinge. Johannes Selmansberger wies darauf hin, dass auch konventionelle Landwirte diese „Lerchenfenster“ anlegen können und er hoffe, dass sich im nächsten Jahr diese sinnvolle Naturschutzmaßnahme noch ausweiten werde. Informationen zu „Lerchenfenstern“ könne man bei ihm unter Telefon 08706/513 einholen.

Wo der Brachvogel noch flötet

Eine erlebnisreiche Wanderung der Vogelfreunde ins Isarmoos bei Grießenbach

Zahlreich sind die Vogelfreunde am frühen Morgen auch zur diesjährigen traditionellen vogelkundlichen Wanderung ins Isarmoos bei Grießenbach erschienen. Organisiert wurde die Exkursion von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe im Rahmen ihres Umweltbildungsprogramms und der Aktion BayernTour Natur 2009. Geleitet wurde sie wie schon seit vielen Jahren von Paul Riederer, dem stellvertretenden Vorsitzenden und Artenschutzbeauftragten der Kreisgruppe. Mit dabei war auch der Biologe und Ornithologe Hans Schwaiger, der derzeit im Isarmoos die Kartierung der Wiesenbrüter durchführt.

Eingestimmt wurden die Vogelfreunde durch den hellen Gesang der Feldlerchen und die „Kie-wiet“-Rufe des Kiebitz während seines akrobatischen Fluges. Aber auch weitere Vögel wie Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke, Bachstelze, Schafstelze und Blaukehlchen ließen sich hören und mit dem Fernglas vom Feldweg aus beobachten. Ein besonderes Erlebnis für viele Teilnehmer war natürlich das immer wieder zu hörende Flöten des Großen Brachvogels. Mehrere dieser typischen Vögel des Isarmooses zeigten sich auch im Flug. Die Zahl der Brutpaare dieses größten heimischen Watvogels sei im Isarmoos zwischen Mettenbach und Postau jedoch in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen und der jährliche Bruterfolg sei sehr gering, informierte Hans Schwaiger. Neben anderen Faktoren würden auch frei laufende Hunde zur Beunruhigung und zu möglichen Brutverlusten dieser Bodenbrüter beitragen.

Paul Riederer hob lobend hervor, dass der Landkreis Landshut im „Grießenbacher Moos“ größere Flächen angekauft und unter Federführung der Unteren Naturschutzbehörde in wertvolle Lebensräume für unterschiedliche Vogelarten umgestaltet hat. So war es nicht ganz überraschend, dass neben Turmfalken auch Rohrweihen und sogar eine Wiesenweihe im Flug bewundert werden konnten. Und in Mulden mit Röhrichtgürtel und Wasserflächen zeigten sich außer Stock- und Schnatterenten auch vereinzelt Flussregenpfeifer, Grünschenkel, Kampfläufer, Bruchwasserläufer und Uferschnepfe. Außer den Flussregenpfeifern nutzten die anderen genannten Watvögel die Feuchtflächen als Rastplatz vor ihrem Weiterflug nach Norden. Kritisiert wurde von Riederer allerdings der in den vergangenen Jahren im Isarmoos stark zugenommene Umbruch von Wiesenflächen in Ackerflächen. Dadurch werde der schon arg geschrumpfte Lebensraum für Wiesenbrüter weiter enorm eingeschränkt.

Wo einst die Panzer fuhren . . .

. . . wird nun Umweltbildung praktiziert – BN organisierte vogelkundliche Wanderung

Mit zahlreichen naturkundlichen Exkursionen vermittelt der Bund Naturschutz (BN) alljährlich Artenkenntnis zu Tieren und Pflanzen. So führten im Rahmen der Umweltbildung in letzter Zeit Exkursionen zu Waldameisen, Schmetterlingen, Wildbienen und Pflanzen. Vogelkundliche Führungen brachten den Besuchern die "Gefiederten Freunde" näher. So führten die Vogelkundler Paul Riederer und Philipp Herrmann, der neue Gebietsbetreuer des Naturschutzgebietes „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“, auch zahlreiche naturinteressierte Teilnehmer durch das ehemalige Militärgelände und heutige Naturschutzgebiet im Osten der Stadt Landshut. Vom Gesang des Rotkehlchens bis zum Ruf des Grünspechtes und der Beobachtung des Neuntöters gab es auf der frühmorgendlichen Wanderung einiges zu hören und zu sehen.

Herrmann erklärte die Vogelstimmen und erzählte über das Geheimnis des Vogelzuges, das "Fremdgehen" bei Meisen und die sogenannten "Spielnester" des Zaunkönigs. Riederer wies während der Exkursion neben vogel- und naturkundlichen Aspekten auch auf die Geschichte und die frühere militärische Nutzung dieses Geländes hin. Die hervorragende jahrelange Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und dem Bund Naturschutz in Sachen Landschafts-, Natur- und Artenschutz seien nach Auflösung des Bundeswehrstandortes die Vorraussetzung gewesen, dass auf Initiative der BN-Kreisgruppe Landshut und mit Unterstützung der Stadt rund 280 Hektar des ehemaligen militärischen Übungsgeländes im Jahr 2001 von der Regierung von Niederbayern unter Schutz gestellt wurden, erinnerte Riederer. Seitdem ist in einer Verordnung geregelt, welche Nutzung im Schutzgebiet gestattet sei und was die Erholungssuchenden Besucher zu beachten hätten. Auch von der Stadt Landshut aufgestellte Schilder weisen darauf hin.

Um die Interessen des Naturschutzes im Gebiet kümmerte sich seit dem Jahr 2008 als Gebietsbetreuerin Viktoria Meysemeyer, seit März 2011 hat Philipp Herrmann diese Aufgabe übernommen. Er ist einer von bayernweit 35 Gebietsbetreuern die sich derzeit, gefördert von dem Europäischen Sozialfonds und dem Bayerischen Naturschutzfonds, um die Erhaltung von Naturschutz- und Natura 2000-Gebieten kümmern. Als Betreuer des Naturschutzgebietes führt Herrmann ganzjährig Umweltbildung in Form von Führungen auf dem Gelände durch.