MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Landshuter protestieren gegen rückwärtsgewandte Energiewende

Anläßlich der jährlich stattfindenden Winterklausur der CSU-Fraktion demonstrierten am 14. Januar 2014 mehrere Hundert Bürger, Unternehmer, Investoren und zahlreiche Verbände gegen eine rückwärtsgewandte Energiepolitik der bayerischen Staatsregierung vor dem Tagungsort in Wildbad Kreuth. Unter den aus ganz Bayern angereisten Demonstranten befanden sich auch Landshuter BN-Mitglieder.

Der Protest richtete sich vor allem gegen Pläne der Staatsregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern zu bremsen, u. a. durch die 10 H Abstandsregelung von Windkraftanlagen und die Reduzierung der heutigen Einspeisevergütung um 15 - 20 %.

Obwohl die Notwendigkeit einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung für die Bürger Bayerns und der bayerischen Industrie umumstritten ist, forderten die Demonstranten, dass die von einer breiten Zustimmung der Bürger getragenen Energiewende nicht ausgebremst, sondern durch sinnvolle Maßnahmen stetig fortgesetzt wird.

Dazu gehört das vorzeitige Abschalten von Atomkraftwerken genauso wie der zügige Ausbau der Windkraftanlagen ohne "Verspargelung" der Landschaft. "Wir wollen die dezentrale Energieversorgung in Bayern und bis auf weiteres Gaskraftwerke zur Grundsicherung des Energiebedarfes!" so der Tenor der Demonstraten. Sie forderten die bayerische Staatsregierung auf, unverzüglich im Sinne der Bürger zu handeln.

Mit Windkraft zur Energiewende

Sebastian Bauer, Regierung von Niederbayern, (links) und Dr. Herbert Barthel, Bund Naturschutz, referierten zur Windkraftnutzung

Sebastian Bauer und Dr. Herbert Barthel informierten beim Bund Naturschutz über landschaftsverträgliche Windkraftnutzung  

Im Rahmen ihrer Veranstaltungs- und Informationsreihe „Pfade in eine erfolgreiche Energiewende“ organisierten die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe (BN) und die Landshuter Energie-Agentur (LEA) eine Informationsveranstaltung über Windkraft und Landschaftsschutz. Dazu konnte der Energie-Fachbeirat der BN-Kreisgruppe, Dr. Herbert Jans, am 11. Dezember 2012 im Gasthof zur „Insel“ in Landshut neben zahlreichen Gästen als Referenten Sebastian Bauer und Dr. Herbert Barthel begrüßen.  

Sebastian Bauer von der Regierung von Niederbayern, zuständig für Raumordnung, Landes- und   Regionalplanung, erklärte zu Beginn, dass Bayern bis 2021 den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch verdoppeln wolle. Derzeit betrage er am Gesamtverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland sowie in Bayern 17 Prozent, in Niederbayern bereits 32 Prozent, wobei die Photovoltaik den größten Anteil beitrage. Ziele der Steuerung auf regionaler Ebene seien, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, die  Nutzung der Windkraft auf „gute Standorte“ zu lenken mit möglichst    geringen Beeinträchtigungen für Mensch, Natur und Landschaft. Durch eine Konzentration auf Windparks soll eine „Verspargelung“ der Landschaft verhindert werden. Eine einheitliche Herangehensweise bringe Rechtssicherheit und diene der Verwaltungsvereinfachung. Wichtig bei der Windkraftnutzung seien Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz und Raumverträglichkeit, betonte Bauer.  

Ausgehend vom Bayerischen Windatlas mit Gebieten, die in 140 Meter Höhe (Nabenhöhe geeigneter Windkraftanlagen) eine mittlere Windgeschwindigkeit von 5,5 Meter pro Sekunde aufweisen und unter Berücksichtigung der Ausschluss- und Restriktionskriterien wie Siedlungsgebiete, Verkehr und Infrastruktur, Wasserwirtschaft, Natur- und Artenschutz, Landschafts- und Denkmalschutz, Tourismus, Bodenschätze sowie sonstiger Belange sind in der Region Landshut nach intensiven Untersuchungen etwa 0,8 Prozent als  potentielle Vorrang- und  Vorbehaltsgebiete sowie etwa sieben Prozent als unbeplante Gebiete („weiße Flächen“) geeignet. Gemeinden können die im Regionalplan unbeplanten Gebiete durch Flächennutzungsplanungen für die Windkraftnutzung weiter entwickeln. Mit dem Hinweis, dass sich auf Grund neuer Erkenntnisse beziehungsweise Rahmenbedingungen noch Änderungen im Anhörungsverfahren zum Regionalplan ergeben können, beendete Bauer seine Ausführungen.

Dr. Herbert Barthel, Energiereferent des BN in Bayern, stellte zu Beginn seiner Ausführungen klar, dass man neben Energiesparen und Energieeffizienz (Einsparpotential 40 Prozent in den nächsten 20 Jahren) alle Möglichkeiten regenerativer  Energien nutzen müsse,  wobei die Windkraft auf dem Land und gerade auch in Bayern im Hinblick auf eine dezentrale Stromerzeugung eine wichtige Rolle spiele. Der erzeugbare Strom pro Hektar Fläche liege bei Windkraft etwa um den Faktor drei höher verglichen zur Fotovoltaik und sogar um den Faktor 100 höher im Vergleich zur Agrargasverstromung. Windkraftanlagen haben eine gute energetische Amortisationszeit (etwa fünf Monate), sind leicht rückbaubar, haben einen geringen ökologischen Fußabdruck und bedrohen nach vorliegenden Daten keine Populationen von Arten in Deutschland. Barthel verwies auf eine Studie, nach der durch Windkraftanlagen in Deutschland etwa 1000 Vögel, jedoch 10 Millionen im Straßenverkehr oder durch Stromleitungen sterben.

Der Bund Naturschutz fordert, den Windstromanteil in Bayern um mindestens den Faktor zehn zu steigern, das heißt die Anzahl von derzeit etwa 600 meist kleinen Windrädern auf über 2000 bis 2500 große Windräder zu erhöhen. Das seien im Mittel etwa 30 bis 40 Windräder pro Landkreis, betonte Barthel. Dabei seien entsprechende Abstandsflächen zu Tabuzonen wie etwa Nationalparke, Naturschutzgebiete oder ornithologisch relevante Gebiete (Flugkorridore von Zugvögeln, Wiesenbrütergebiete oder Brutstätten gefährdeter Arten) aber auch zu Fledermaus-Populationen sowie natürlich ein ausreichender Abstand von mindestens 800 Metern zur nächsten Wohnbebauung frei zu halten. Würden alle regionalen Potentiale regenerativer Energien konsequent genutzt, sei der gigantische Netzausbau von Norden nach Süden im derzeit diskutierten Umfang gar nicht erforderlich, so Barthel abschließend. Eine rege Diskussion schloss sich den Ausführungen der Referenten an.

Geld sparen und Klima schonen

Sieht die Heizungspumpe so aus, dann gehört sie gegen eine Hocheffizienz-Umwälzpumpe ausgetauscht

BN-Aktion „Tausch alter Heizungspumpen“ – Mitmach-Geldpreise zu gewinnen  

Eine Aktion zum Austausch „alter“ Heizungs-Umwälzpumpen gegen moderne Hocheffizienz-Umwälzpumpen haben die Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz (BN) und die Kaminkehrerinnung organisiert. Im Rahmen dieser Aktion, die bis zum 31. März 2013 läuft, verteilen die Kaminkehrer an ihre Kunden eine Gewinn-Postkarte, mit der für den Pumpenumtausch geworben wird. Schicken die Heizungsanlagen-Betreiber die Postkarte bis spätestens 15. April 2013 an die BN-Kreisgruppe zurück, nehmen sie dann an einer Verlosung von Geldpreisen teil, vorausgesetzt der Pumpentausch wurde von einer Fachfirma durchgeführt. Gewinn-Postkarten liegen auch in der Landshuter BN-Geschäftsstelle, Altstadt 105, Dienstag bis Donnerstag, 14.30 bis 17 Uhr, auf. 

Heizungs-Umwälzpumpen sind bis zu 6000 Stunden im Jahr in Betrieb, haben – je nach eingestellter Stufe – eine Leistungsaufnahme zwischen 40 und 100 Watt und verursachen damit jährliche Stromkosten bis zu 150 Euro. Der Verbrauch moderner Hocheffizienz-Umwälzpumpen liege dagegen im Mittel bei etwa 15 Watt, die jährlichen Stromkosten somit bei weniger als 25 Euro. Dies werde dadurch erreicht, dass die Pumpleistung automatisch in Abhängigkeit des aktuellen Wärmebedarfs des Gebäudes geregelt wird. Weniger Wärmebedarf bedeutet dabei weniger Stromverbrauch. Damit ergebe sich beim Austausch einer durchaus noch funktionierenden Heizungs-Umwälzpumpe gegen eine Hocheffizienz-Umwälzpumpe ein erhebliches Einsparpotenzial pro Jahr. Der Austausch auch noch funktionierender Heizungs-Umwälzpumpen sei, so BN-Energiefachbeirat Professor Dr. Herbert Jans, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnvoll. Rechnet man mit einer Lebensdauer der neuen Pumpe von 15 Jahren, so werde nicht nur der Geldbeutel geschont, sondern auch das Klima, denn es ergibt sich eine CO2-Einsparung in diesem Zeitraum von bis zu 4,5 Tonnen. Deshalb hofft der Bund Naturschutz, dass viele Hausbesitzer alte Strom fressende Heizungspumpen gegen Strom sparende Pumpen austauschen, um so auch einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz zu leisten.

Amoklauf gegen die Solarenergie

Die Solarenergie nimmt im Landkreis Landshut eine Spitzenposition ein. Der Bund Naturschutz befürchtet durch die massiven Kürzung der Solarvergütungen schlimme Folgen für das Handwerk.

Bund Naturschutz gegen die geplante drastische Kürzung der Solarvergütungen  

Mit der hektisch für März geplanten drastischen weiteren Kürzung der Solarvergütungen will die Bundesregierung den weiteren Ausbau der dezentralen Erneuerbaren Energien stoppen, ist Professor Dr. Herbert Jans, der Energiefachbeirat der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut, überzeugt. Als Folge der Katastrophe von Fukushima sei gerade vor einmal neun Monaten von der Bundesregierung feierlich die Energiewende beschlossen worden, doch leider ohne die Ausbauziele für Erneuerbare Energien nach oben zu korrigieren. Dabei habe Photovoltaik verglichen mit anderen Erneuerbaren Energien schon in den letzten Jahren die höchste Reduzierung der Einspeisevergütung verkraften müssen, gibt der BN-Vertreter zu bedenken. Trotzdem habe sich über Jahre ein ganzer Zweig im Handwerk etabliert, der in Deutschland im vergangenen Jahr die stolze Leistung von 7500 Megawatt auf die Dächer gebracht hat. Eine Spitzenposition bei Photovoltaikstrom nehme dabei der Landkreis Landshut ein.

Die nun vorgesehene noch drakonischere Kürzung soll diesmal  mit einer Vorwarnzeit von nur zwei Wochen erfolgen. Waren schon die vorherigen Kürzungsschritte hektisch, so hat dieser mit einer plan- und berechenbaren Politik rein gar nichts mehr zu tun. Nach Bekanntgabe der neuen Pläne von Umwelt- und Wirtschaftsministerium muss man wohl davon ausgehen, dass reihenweise Bestellungen für neue Anlagen storniert werden, wahrscheinlich Installateure auf bestellten Waren sitzen bleiben und viele Pleite gehen werden, befürchtet Professor Jans. Der Branche stehe jetzt durch den „Amoklauf der Regierung gegen die Solarenergie“ ein schlimmer Aderlass bevor. Die Stromkunden, die über die EEG-Umlage jahrelang den Ausbau der Erneuerbaren Energien mitgetragen haben, sähen, wie der mit ihren Geldern entstandene Handwerkszweig vernichtet wird.

Mit den Preissenkungen der letzten Jahre für Solarmodule, so Professor Jans, sei auch das letzte Argument gegen einen weiteren ambitionierten Ausbau der Photovoltaik weggefallen. Die Tatsache, dass die Regierung trotzdem drakonisch weiter kürzen will, zeigt, dass es ihr nicht auf die Kosten für die Stromverbraucher sondern auf den Schutz der bestehenden Stromwirtschaft ankomme, die weiter auf fossile und atomare Energien setzt. Ehrlich gemeinter Umwelt- und Klimaschutz sieht anders aus, stellt Professor Jans stellvertretend für den Bund Naturschutz fest. Es sei schon traurig, dass die Bundesregierung mit der Photovoltaik die bürgerfreundlichste Form der Stromerzeugung abwürgen möchte und dabei den Ruin eines ganzen Handwerkszweigs in Kauf nimmt, zumal die Technik bei maßvoller Reduzierung der Vergütung in wenigen Jahren keine Förderung mehr benötigen würde.

Statt sich auf die noch ungelösten Aufgaben der Energieversorgung, wie etwa die Markteinführung von Speichern, zu konzentrieren, macht sich die Regierung mit ihren Plänen zur Kürzung und Beschneidung der Solarförderung zum Erfüllungsgehilfen der etablierten Stromwirtschaft, moniert BN-Energiefachbeirat Professor Jans. Es bleibe nur zu hoffen und gemeinsam darauf hinzuarbeiten, dass diesem rückwärtsgewandten Konzept im Bundestag die Mehrheit versagt bleibt.

Quelle: Landshuter Zeitung/Vilsbiburger Zeitung 1. März 2012

Das Passivhaus in Holzbauweise

Robert Bergmüller (links) zeigte ein mit allen energiesparenden Möglichkeiten errichtetes Holz-Passivhaus

Informationsveranstaltung des Bundes Naturschutz über energiesparendes Bauen

Auf reges Interesse stieß die in Bayerbach bei Ergoldsbach von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und der Landshuter Energieagentur organisierte Informationsveranstaltung zum energiesparenden Bauen und Klimaschutz mit Schwerpunkt Passivhaus in Holzständerbauweise. So konnte stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer zahlreiche Teilnehmer in der Fertigungshalle von Bergmüller-Holzbau begrüßen, bevor Diplomingenieur (FH) Robert Bergmüller die Anforderungen an ein Holz-Passivhaus, dessen praktische Ausführung und die staatlichen Förderungen bei seinem Referat vorstellte.

Der Holzfachmann erläuterte die Bewertungskriterien für ein Passivhaus. Passivhäuser sind Gebäude, in denen eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer mit extrem geringem Energieaufwand zu erreichen ist, wobei beispielsweise der maximal zulässige Jahresheizwärmebedarf nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr betragen darf . Dies setze die Einbeziehung der Sonneneinstrahlung im Wandel der Jahreszeiten und eine dafür maßgeschneiderte Planung und praktische Ausführung insbesondere der dichten, hochgedämmten und dennoch atmungsaktiven Gebäudehülle aus Holz in höchster Qualität für behagliches Wohnen voraus, betonte Bergmüller mit Nachdruck. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sorge Tag und Nacht für gesunde, schadstofffreie Luft zum Atmen. Je nach Belieben und eventuell bedingt durch natürliche Pollenbelastung sei es den Bewohnern überlassen, ob Frischluft über die Öffnungen oder durch die mechanische Lüftung ins Haus gelangt. Der Referent wies ausdrücklich darauf hin, dass auch Altbauten mit dem Werkstoff Holz zu Passivhäusern saniert werden können.

Im Anschluss an den Vortrag führte Bergmüller die Teilnehmer zu einem erst vor kurzem fertiggestellten und bereits bewohnten Haus in Holzständerbauweise, das alle Kriterien an ein Holz-Passivhaus erfüllt. So sorgt unter anderem die Nutzung der passiven und aktiven Sonnenenergie durch große, dem Sonnenverlauf ausgerichtete Fenster sowie durch eine Solarthermie- und Photovoltaikanlage auf dem Dach nicht nur für Wärme und Strom sondern leiste auch einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Bergmüller erläuterte Planungsphase, Technik, Wohnraumaufteilung, Baukosten und Unterhaltskosten des Passivhauses. Abschließend konnte die Wohnraumlüftungsanlage sowie die Holzpelletsheizung, die für einen eventuellen Restwärmebedarf sorgt, im Keller des Hauses besichtigt werden.

 

Biomassetechnik aus der Region

Thomas Bleuel (rechts) erklärt die Technik einer Holzvergaseranlage; aufmerksamer Zuhörer Besichtigungsleiter Professor Herbert Jans (Mitte)

Bund Naturschutz  organisierte Werksbesichtigung zur Holzvergasertechnik

Dass die Holzvergasertechnik eine Renaissance erlebt, zeigte das große Interesse bei der Werksbesichtigung der Firma Spanner RE2 in Neufahrn/NB, die von der Bund-Naturschutz- Kreisgruppe Landshut und der Landshuter Energie-Agentur im Rahmen der Informationsreihe „Energien Ressourcen und Klima“ organisiert und von BN-Energiefachbeirat Professor Dr. Herbert Jans geleitet wurde. Für Besichtigungsteilnehmer von der Kriegs- und Nachkriegsgeneration war die Holzvergasertechnik nichts Neues, wurden doch in den damaligen Notzeiten Lastwägen und sogar Personenautos mit Holzgas angetrieben.

Holz-Kraft-Anlagen zählen zu den jüngsten Produkten der Firma Spanner RE2. Etwa 20 derartige Anlagen wurden bisher produziert. Bis Ende des Jahres sollen monatlich zwei Anlagen ausgeliefert werden, so der Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH) Thomas Bleuel. Die relativ kompakte Anlage kann auch in einem Container untergebracht werden, ist für die dezentrale Energieversorgung gedacht und wird mit trockenen Hackschnitzeln befeuert. Es handelt es sich also um ein Block-Heiz-Kraftwerk (BHKW), bei dem ein Verbrennungsmotor mit Holzgas betrieben wird, der einen Generator mit einer elektrischen Leistung von 30 bis 50 kW antreibt. Die Abwärme des Motors mit einer thermischen Leistung von 70 bis 110 kW kann vielseitig genutzt werden, etwa für Trocknungszwecke oder zur Beheizung von Betriebsgebäuden oder mehreren Häusern.

An einer komplett aufgebauten und in Betrieb befindlichen Anlage erläuterte Bleuel alle Komponenten der Holzvergaseranlage, beginnend bei der Förderschnecke für die Hackschnitzel, der Joos-Vergaseranlage, dem Ottomotor mit angeflanschtem Generator bis hin zur Nutzung der Abwärme aus der Auspuffanlage. Der Entwicklungsaufwand bis zur Serienfertigung und einen zuverlässigen Betrieb der Anlagen war sehr aufwändig. Bis das Gas aus dem so genannten Reaktor die optimale Zusammensetzung aufwies und die Anlage teer- und rußfrei arbeitete, waren viele Probleme zu lösen, gab Bleuel zu bedenken.
    
Spanner RE² fertigt auch komplette Pellet- und Hackschnitzelheizsysteme. Eine Neuentwicklung, die sich den Unternehmensangaben zufolge gerade im Feldtest befindet, sind Feinstaubfilter für Biomasseheizungen. Zudem werde in einem Entwicklungszentrum in Sulzbach-Rosenberg an einer Wirbelfeuerung gearbeitet: Ein Brennsystem, das in einem Leistungsbereich von 200 bis 1000 kW den Einsatz einer breiten Palette von Brennstoffen wie Gärreste aus Biogasanlagen, Klärschlamm und unterschiedlichen Arten von Stroh ermöglicht, betonte Bleuel. Seit Kurzem beliefert Spanner RE² ein neu gegründetes Unternehmen mit Pelletheizungen, die dann den Kunden in einem kompletten Heizungspaket zu einem günstigen Preis angeboten werden können..

Jeden ersten Montag im Monat besteht die Möglichkeit, zwischen 15 und 19 Uhr ohne Anmeldung vor Ort in Neufahrn Anlagen in Betrieb zu besichtigen und Erfahrungen auszutauschen, um die praktische Nutzung von Holzvergaseranlagen voranzutreiben.

Geld sparen und Klima schonen

Stellten die BN-Klimaschutzaktion "Heizungspumpentausch" vor (v.l.): Professor Dr. Herbert Jans, Helmut Ingerl, Max Riedlhammer und Paul Riederer

Start der BN-Aktion „Tausch alter Heizungs-Umwälzpumpen“

Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut startet ab sofort gemeinsam mit der Innung „Sanitär, Heizung, Klimatechnik Landshut“ eine Austauschaktion „alter“ Heizungs-Umwälzpumpen gegen moderne Hocheffizienz-Umwälzpumpen. In Geisenhausen fand unter der Organisation der dortigen BN-Ortsgruppe bereits ein „Probelauf“ dieser Klimaschutz-Aktion statt. Das Ergebnis war überwältigend:  In kurzer Zeit wurden über 100 Pumpen ausgetauscht, berichtete BN-Energiefachbeirat Professor Dr. Herbert Jans bei der Vorstellung der Austauschaktion im Gasthof „Zur Insel“ in Landshut, an der auch Innungsobermeister Max Riedlhammer, sein Stellvertreter Helmut Ingerl und stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer teilnahmen.   
    
Heizungs-Umwälzpumpen sind bis zu 6000 Stunden im Jahr in Betrieb, haben – je nach eingestellter Stufe – eine Leistungsaufnahme zwischen 40 und 100 Watt und verursachen damit jährliche Stromkosten von 48 bis 120 Euro, stellte Professor Jans fest. Der Verbrauch moderner Hocheffizienz-Umwälzpumpen liege dagegen im Mittel bei etwa 15 Watt, die jährlichen Stromkosten somit bei nur 18 Euro. Dies werde dadurch erreicht, dass die Pumpleistung automatisch in Abhängigkeit vom aktuellen Wärmebedarf des Gebäudes geregelt wird. Weniger Wärmebedarf bedeute dabei weniger Stromverbrauch. Damit ergibt sich, so Jans, beim Austausch einer durchaus noch funktionierenden Heizungs-Umwälzpumpe gegen eine Hocheffizienz-Umwälzpumpe ein Einsparpotenzial von 30 bis 102 Euro pro Jahr.
    
Im Rahmen dieser BN-Aktion tauschen viele Heizungs- und Sanitärfirmen im Innungsgebiet bestehende Heizungs-Umwälzpumpen gegen Hocheffizienz-Umwälzpumpen vom Typ 25-40 der Energieeffizienzklasse A zum Brutto-Festpreis von 275 Euro aus, inklusive einer Gewährleistung von fünf Jahren, informierte Max Riedlhammer. Über ein KfW-Förderprogramm bekomme man auf Antrag nach dem Einbau einen Zuschuss von 100 Euro. Wichtig sei, dass der Einbau der Heizungsumwälzpumpe durch einen Fachbetrieb erfolgt. Dies muss bei Antragstellung durch die beigefügte Rechnung nachgewiesen werden. Die Antragstellung erfolgt nach der Durchführung der Maßnahme durch den Eigentümer der Immobilie. Der Antrag muss bis spätestens sechs Monate nach Abschluss bei der KfW gestellt werden. Gefördert werden nur Maßnahmen, die nach dem 31. März 2009 abgeschlossen wurden. Der Eigenanteil von 175 Euro sei in  wenigen Jahren Betriebsdauer aufgrund der geringeren Stromkosten wieder eingespart, hob Riedlhammer hervor.  
    
Professor Jans wies darauf hin, dass der Austausch auch noch funktionierender Heizungs-Umwälzpumpen nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnvoll sei. Rechnet man mit einer Lebensdauer der neuen Pumpe von 15 Jahren, so werde durch deutlicher Stromeinsparung nicht nur der Geldbeutel geschont, sondern auch das Klima durch eine CO2-Einsparung zwischen 1,35 und 4,5 Tonnen. Durch einen hydraulischen Abgleich des Heizungssystems könne die Effektivität noch gesteigert werden, stellte Helmut Ingerl fest. Unter Umständen ist nach dem Pumpentausch auch eine andere Einstellung am Heizkörperventil erforderlich, um die gewünschte Raumtemperatur wieder zu erreichen. Dies führe jedoch nicht zu einem höheren Öl- oder Gasverbrauch, selbst dann nicht, wenn der Heizungskessel längere Einschaltzeiten hat. Eine fachliche Beratung sei dazu unerlässlich.

Paul Riederer zeigte sich zusammen mit den weiteren Organisatoren von Bund Naturschutz und Innung zuversichtlich, dass viele Hausbesitzer im Landkreis und in der Stadt Landshut diese gemeinsame Klimaschutz-Aktion in Anspruch nehmen und ihre stromfressenden Heizungspumpen gegen stromsparende Pumpen austauschen werden. Listen mit den Anschriften der an dieser Aktion teilnehmenden Heizungsfirmen liegen, so Riederer, in der BN-Geschäftsstelle (Landshut, Altstadt 105, Nähe Narrenbrunnen, geöffnet Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 14.30 bis 17.00 Uhr) auf oder können dort unter 0871/23748 angefordert werden. Die Liste kann auch unter info@khs-landshut.de oder Telefon 0871/4307139157 bestellt werden. Nähere Auskunft zu stromsparenden Heizungsumwälzpumpen erteilt BN-Energiefachbeirat Professor Dr. Herbert Jans unter 08743/1593.

Wärmeverluste am Haus kosten Geld

Über die Thermografie-Aktion und das Aufspüren von Wärmelecks an Gebäuden informierten bei der Veranstaltung in der Sparkasse Landshut (von links) Professor Herbert Jans (Bund Naturschutz), Georg Högl (Sparkasse) und Professor Josef Dollinger (FH-Kompetenzzentrum)

Thermografie-Aktion 2009 des BN stieß auf großes Interesse

An der im Frühjahr und Herbst in diesem Jahr in Altdorf, Ergolding, Essenbach, Geisenhausen, Vilsbiburg, Rottenburg, Mallersdorf und Landshut durchgeführten insgesamt neun Informationsveranstaltungen im Rahmen der von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe (BN) initiierten und vom Landkreis, der Stadt und der Sparkasse Landshut unterstützten „Themografie-Aktion 2009“  haben insgesamt mehr als 550 Hausbesitzer teilgenommen. In den Wintermonaten am Anfang des Jahres wurden von den beiden Thermografieexperten Prof. Dr. Josef Dollinger und Diplomingenieur (FH) Siegfried Kirner über 100 Häuser thermografisch untersucht. Der Bund Naturschutz geht davon aus, dass mindestens die gleiche Anzahl an Untersuchungen in diesem Winter folgen werden.

Die Thermografie ist eine effektive Möglichkeit, vor einer Sanierung Schwachstellen am Haus aufzuspüren, stellt Veranstaltungsleiter Professor Dr. Herbert Jans vom Bund Naturschutz fest.  Mit einer Infrarotkamera wird dazu die Wärmestrahlung der Aussenhülle des Hauses erfasst und Wärmelecks am Haus aufgespürt. Wie aussagekräftig die Thermografie ist, lasse sich genau an den Bildern erkennen. Selbst Details wie etwa Wärmeverluste über Decken, Heizkörpernischen, Rollladenkästen, Balkonplatten oder sogar Mörtelfugen werden durch die Wärmebildkamera deutlich sichtbar gemacht. Um an die erforderlichen Mittel unter sehr günstigen Konditionen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Form von Darlehen und/oder Zuschüssen für energetische Sanierungsmaßnahmen heranzukommen, sei eine Beratung bei der Bank unumgänglich, so Jans. Besonders interessant sei hier das KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm, bei dem man Darlehen zu einem Effektivzinssatz von gerade einmal 1,41 Prozent und zusätzlich sogar noch einen Tilgungszuschuss erhält.

Die Thermografie-Aktion läuft noch bis 31. März 2010. Wer sein Haus thermografisch untersuchen lassen möchte, kann bei allen Sparkassen ein entsprechendes Anmeldeformular ausfüllen oder vom Bund Naturschutz unter Telefon 0871/23748 oder 22390 ein Formular anfordern.

Passivhaus in Ziegelbauweise

Vortrag beim Bund Naturschutz über energiesparende Bauweise

Auf reges Interesse stieß der im Gasthaus „Zur Insel“ gehaltene Vortrag über Passivhäuser in Ziegelbauweise, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Energien, Ressourcen und Klima“ – veranstaltet vom Bund Naturschutz (BN) und der Landshuter Energie-Agentur (LEA) – stattfand. Nach einleitenden Worten durch Veranstaltungsleiter Dr. Herbert Jans, Energie-Fachbeirat der BN-Kreisgruppe, stellte Diplomingenieur (FH) Michael Priller die Anforderungen an ein Ziegel-Passivhaus sowie die praktische Ausführung detailliert vor.

Der Referent begann seinen Vortrag mit der Definition eines Passivhauses: „Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem durch eine optimierte Dämmung, bestmögliche Verglasung und eine Komfort-Wohnraumlüftung ein komfortables Innenklima ohne konventionelles aktives Heizungs- und Klimatisierungssystem erreicht werden kann, das Haus „heizt und kühlt“ sich eben rein passiv. Dazu müssen jedoch einige Grundsätze beim Bau von Passivhäusern eingehalten werden wie guter Wärmeschutz und Kompaktheit, Südorientierung und Verschattungsfreiheit, Luftdichtigkeit, Wärmerückgewinnung aus der Abluft, Energiespargeräte und die Brauchwassererwärmung mit Solarkollektoren, so Priller.

Für die 49 Zentimeter starke Außenwand muss ein mit Dämmmaterial gefüllter Ziegel verwendet werden, um den geforderten U-Wert einzuhalten. Für die Luftdichtigkeit ist innen eine geschlossene Putzschicht erforderlich, die insbesondere bei Installationen zu beachten ist.  Hinzu kommen entsprechende Dämmstärken unter der Bodenplatte, der Kellerdecke und im Dachbereich. Die dreifach verglasten Fenster müssen anschlussdicht in die Fensterlaibung eingebaut werden. Die Grundregeln des wärmebrückenfreien Konstruierens sind einzuhalten, dabei sollte die dämmende Hülle wenn möglich gar nicht unterbrochen werden. Dies zeigte Priller an diversen Ausführungsbeispielen wie etwa beim Übergang zwischen Kellerdecke und Bodenplatte oder bei der Einbindung einer Zwischendecke aus Beton.

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist zwingend erforderlich, wobei die Frischluft über einen Erdwärmetauscher angesaugt wird. Dazu stehen moderne Passiv-Kompakt-Geräte zur Verfügung, bei denen Lüftung, Heizung und die Warmwasserbereitung integriert sind. Geht man von einem Haustyp aus, der gerade die Energieeinspar-Verordnung einhält, so betrage der finanzielle Mehraufwand etwa zehn Prozent, der sich jedoch langfristig wegen der geringen Energiekosten bezahlt macht, hob Priller hervor. Mit einer Auflistung der Vorteile eines Passivhauses in Ziegelbauweise schloss Priller seine interessanten Ausführungen ab, gefolgt von einer regen Diskussion mit vielen Detailfragen der Zuhörer.

Das Holz-Passivhaus

Holzfachmann Robert Bergmüller bei seinem Vortrag

Vortrag beim Bund Naturschutz über energiesparende Bauweise

Auf reges Interesse stieß der am 17. November 2009 im Gasthaus „Zur Insel“ in Landshut gehaltene Vortrag über Passivhäuser aus Holz, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Energien, Ressourcen und Klima“ – veranstaltet vom Bund Naturschutz (BN) und der Landshuter Energie-Agentur (LEA) – stattfand. So konnte der Solarkoordinator der BN-Kreisgruppe Dr. Herbert Jans viele Teilnehmer begrüßen, bevor Diplomingenieur (FH) und Holzfachmann Robert Bergmüller die Anforderungen an ein Holz-Passivhaus, dessen praktische Ausführung und die staatlichen Förderungen detailliert vorstellte.

Der Referent begann seinen Vortrag mit der Vision, dass ein Wohn(t)raum als Kraftwerk ohne Stromanschluss, ohne Wasseranschluss und ohne Kanalanschluss möglich sein sollte, so wie es bei der Internationalen Raumstation oder der Forschungsstation in der Arktis realisiert ist. Bis dahin sei jedoch noch ein weiter Weg. Danach erläuterte er die Bewertungskriterien für ein Passivhaus. Passivhäuser sind Gebäude, in denen eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer mit extrem geringem Energieaufwand zu erreichen ist, wobei beispielsweise der maximal zulässige Jahresheizwärmebedarf nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr betragen darf (entspricht umgerechnet einem Heizölverbrauch von etwa 1,5 Liter pro Quadratmeter und Jahr). Dies setze die Einbeziehung der Sonneneinstrahlung im Wandel der Jahreszeiten und eine dafür maßgeschneiderte Planung und praktische Ausführung insbesondere der dichten, hochgekämmten und dennoch atmungsaktiven Gebäudehülle aus Holz in höchster Qualität für behagliches Wohnen voraus, betonte Bergmüller mit Nachdruck.

Im Anschluss zeigte Bergmüller, der in seinem Holzverarbeitungsbetrieb Passivhäuser fertigt, Fotos realisierter Neubauprojekte als Ein- und Mehrfamilienhäuser bis hin zu einer ganzen Solarsiedlung in Freiburg aus Passivhäusern und er wies darauf hin, dass auch Altbauten mit dem Werkstoff Holz zu Passivhäusern saniert werden können. Der Referent machte schließlich auf die vielfältigen staatlichen Fördermöglichkeiten mit Darlehen und/oder Zuschüssen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufmerksam, die im Zinssatz oder der Zuschusshöhe an den Dämmstandard gekoppelt und beispielsweise im Internet unter www.zhm.com (Infocenter, Förderrechner) abrufbar sind. Eine sehr rege Diskussion schloss sich an.

Mit erneuerbarer Kraft voraus

Dr. Ludwig Trautmann-Popp trat bei seinem Referat für die Nutzung der Windkraft ein

Ludwig Trautmann-Popp sprach bei der „Solarzeit“ über die Windkraft

Im Rahmen der Aktionswoche „Solarzeit in Landshut“ in der Staatlichen Berufsschule Landshut, die vom Bund Naturschutz mit organisiert wurde, ging der Energiereferent des Bundes Naturschutz in Bayern, Dr. Ludwig Trautmann-Popp, bei seinem Referat über die Windkraft in Bayern zuerst auf die Rahmenbedingungen ein, unter denen Energiepolitik in Zukunft ablaufen muss. Das Klima befinde sich in einem derart rasanten Wandel, wie es noch nie in der Menschheitsgeschichte der Fall war, stellte er fest. Deshalb fordere der UN-Klimarat, dass die Industriestaaten ihren Kohlendioxidausstoß um mehr als 85 Prozent bis zum Jahr 2050 reduzieren müssen. Anhand der Energieposition des Bundes Naturschutz zeigte Trautmann-Popp, dass diese auf den ersten Blick sehr harte Forderung rechtzeitig erfüllt werden könne, wenn alle umweltfreundlichen Techniken, die es heute bereits gibt, in den nächsten Jahrzehnten auch flächendeckend zum Einsatz kommen.

Dann ging der Physiker auf den kleineren Teil der Energieversorgung, nämlich die Stromversorgung, ein. Diese sei auch der delikateste Teil, denn im Gegensatz zu anderen Energieträgern, wie beispielsweise für Heizung oder Verkehr, müsse der Strom immer genau zu der Zeit produziert werden, in der er auch verbraucht wird. Folgerichtig sei die Windkraft, so Trautmann-Popp, gerade auch deshalb eine wichtige Stromquelle, weil sie die ideale Ergänzung zum Solarstrom ist. Wenn die Sonne scheint, weht oft kein Wind und umgekehrt. In den nächsten Jahrzehnten, in denen die herkömmlichen Energieträger Öl, Uran und Erdgas zur Neige gehen und Kohle wegen des Klimawandels nicht mehr verbrannt werden darf, sei der Energiemix aus erneuerbaren Energien unumgänglich.

Trautmann-Popp zeigte die unterschiedlichen Rollen, die Solar- und Windstrom im jahreszeitlichen Ablauf spielen. Bayern sei zwar Weltmeister beim Solarstrom – und hier bilden insbesondere Niederbayern sowie Stadt und Landkreis Landshut eine Vorreiterrolle – hinke aber bedauerlicherweise beim Windstrom weit hinter allen anderen Binnenländern her. Nach einer Flächenplanung, die auf scharfen Natur- und Landschaftsauswahlkriterien beruht, wären in Bayern etwa 3000 Standorte für Windkraftanlagen konfliktfrei zu finden. Der Referent ging ausführlich auf die lange Liste von Auswahlkriterien ein, die vom Naturschutzgebiet über den Abstand zur Wohnbebauung bis hin zum Schutz des Landschaftsbildes reicht.

In seiner Energieposition hält der Bund Naturschutz 1500 Windräder in ganz Bayern für ausreichend, um knapp 20 Prozent des zukünftigen Strombedarfs Bayerns zu decken. Derzeit sind es aber nur 360 Windräder, weshalb Bayern einen großen Nachholbedarf habe. Trautmann-Popp verwies auf die zum Teil schlechte Genehmigungspraxis hin, die mittlerweile an mehreren Urteilen des Verwaltungsgerichtshofes auch gescheitert ist. Der Energiereferent empfahl Kommunen und Landkreis, sich rechtzeitig über die möglichen Standorte von Windkraftwerken Klarheit zu verschaffen. Einzelfallprüfung für die Errichtung von Windkraftwerken sei jedoch nötig. Dies sei der nach aller Erfahrung konfliktfreieste Weg zum Ausbau dieser wünschenswerten Energiequelle. An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, an der sich insbesondere auch ein Landshuter Bürger beteiligte, der im Stadtgebiet den Bau einer Windkraftanlage geplant hat.

Den Stromverbrauch halbieren

Gerhard Scholz demonstrierte in einem Schaukasten unterschiedliche Sparlampen-Typen

Vortrag beim Bund Naturschutz über Stromsparen ohne Komfortverlust

Zu einem Vortrag im Rahmen der Veranstaltungs- und Informationsreihe „Energie sparen schont Klima und Geldbeutel“, veranstaltet vom Bund Naturschutz (BN) und der Landshuter Energie-Agentur (LEA), konnte der Energie-Fachbeirat der BN-Kreisgruppe, Professor Dr. Herbert Jans, viele Besucher im Gasthof Zur Insel begrüßen. Der stellvertretende Vorsitzende der Solarfreunde Moosburg und Energieberater Gerhard Scholz stellte zu Beginn seines Vortrags die Behauptung auf, dass in vielen Haushalten der Stromverbrauch halbiert werden könne, wenn Strom sparende Geräte eingesetzt würden und die ganze Familie sich energiebewusst verhalten würde. Neben dem wertvollen Beitrag gegen den Klimawandel freue sich auch der Geldbeutel. Stromsparen heißt nicht, dass man etwa nur bei Kerzenschein lesen dürfe, so Scholz. Wenn man ein paar Anregungen beachte, könne man eine Menge Strom sparen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Scholz veranschaulichte, wo Strom im Haushalt verbraucht wird. So würden durchschnittlich 13 Prozent für Beleuchtung, 13 Prozent für Kochen, 18 Prozent für Waschen und Trocknen, 24 Prozent für Kühlen und Gefrieren, 10 Prozent für Audio, TV, PC und Sonstiges, 7 Prozent für Heizungs- und Warmwasserpumpen und beachtliche 15 Prozent für Standby beziehungsweise Schein-Aus verbraucht. Es sei wichtig, den Verbrauch von Strom monatlich mit einem Messgerät zu kontrollieren. Der Königsweg beim Stromsparen sei, weniger zu verbrauchen. Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Tag und Haushalt liege bei rund zehn Kilowattstunden, damit könne man etwa 50 Stunden Fernsehen oder eine 100 Watt Glühbirne 100 Stunden brennen lassen. Strom sei die Energie, die beim heutigen Strommix immer noch am meisten CO2 pro Kilowattstunde erzeuge,  betonte Scholz.

Schalte man zum Beispiel die Umwälzpumpe bei der Heizung um eine Stufe zurück, dann spare man etwa 20 Euro im Jahr. Besser wäre es jedoch, die alten Pumpen gegen neue Hocheffizienzpumpen auszutauschen. Würden in Deutschland alle Pumpen ausgetauscht, so könnte man zwei Atomkraftwerke wie Isar 1 abschalten. Scholz erläuterte anschließend viele weitere Möglichkeiten, Strom zu sparen, etwa durch die Verwendung von Energiesparlampen,  die bei gleicher Lichtleistung nur ein Fünftel an Strom verbrauchen, beim Kochen die richtige Topfgröße oder einen Schnellkochtopf zu verwenden, den Herd rechtzeitig abzuschalten, um die Restwärme zu nutzen oder die Verwendung moderner Leuchtstoffröhren mit elektronischen Vorschaltgeräten.

Die Standby-Schaltung verurteilte der Energieexperte als „verschwendeter Strom“. Er mache drei Prozent des Gesamtstromverbrauchs in Deutschland aus, was wiederum etwa der Jahresproduktion von zwei Großkraftwerken entspreche und völlig unnötig gigantische Mengen an CO2 freisetze. Pro Jahr und Haushalt ließen sich bei Verzicht auf den Standby-Modus rund 120 Euro einsparen. Dazu müssen Geräte ganz ausgeschaltet oder der Netzstecker gezogen werden. Eine einfache Lösung sei die abschaltbare Steckerleiste für wenige Euro, so Scholz.

Entscheidend für den eigenen Erfolg sei, dass man es wirklich wolle, die ganze Familie mitmache, man sich von ein paar Gewohnheiten verabschiede und man die getroffenen Maßnahmen auch konsequent beibehalte. Es seien viele kleine Maßnahmen nötig, die aber in Summe eine beträchtliche Einsparung bringen, betonte Scholz zum Schluss seines Vortrags, an dem sich eine rege Diskussion anschloss.