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Presse + Medien

Willkommen bei den Presse- und Medienveröffentlichungen der Bund Naturschutz Kreisgruppe Landshut. Hier finden Sie alle aktuellen und früheren Pressemitteilungen der BN Kreisgruppe sowie eine Auswahl von Presseartikeln über die Aktionen der BN Kreisgruppe, jedoch keine Ankündigungen von Veranstaltungen. Diese finden Sie stets unter "Aktuelles"

Yes we can stop TTIP !

Landshuter Naturschützer gegen TTIP
 

Hannover 13.04.2016. TTIP-Gegner aus Landshut und Umgebung beteiligten sich an einer phantasievollen Großkundgebung gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA.

Ein große Menschenmenge schob sich am 13. April 2016 durch Hannover, um gegen die geheimen Verhandlungen zwischen der EU und den USA zu einem Freihandelsabkommen zu protestieren. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ja sogar unter Auschluss gewählter Parlamentarier, verhandeln Vertreter der EU und der USA u.a. über die Standardisierung von sozialern und ökologischen Grundwerten. Hierbei wird befürchtet, dass sich EU und USA auf die jeweils niedrigsten Grundwerte einigen können. Durch ein geplantes privates Schiedgericht soll ein Klageverfahren vor ordentlichen Gerichten zukünftig ausgeschlossen werden.

Gemeinsam mit 90.000 Demonstranten (lt. Veranstalter) / 35.000 Teilnehmern (lt. Polizei) beteiligten sich auch Landshuter Bürgerinnen und Bürger an dem Zug durch die Innenstadt von Hannover und forderten lautstark den Stop von TTIP und CETA.

Pressemitteilung vom 18.03.2016 - Ende der B 15 neu an der A 92 bei Essenbach

Pressemitteilung
zum 1. Referentenentwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans 2030

Viel erreicht und noch mehr zu tun

(Von links) Paul Riederer, Wilfried Attenberger, Georg Kestel, Kathy Mühlebach-Sturm, Hubert Weiger, Richard Mergner, Kurt Schmid - Foto: S. Geiger

Landshut 29.02.2016. Zwiegespalten: So sahen die Vertreter des Bundes Naturschutz (BN) ihre Bilanz für das vergangene Jahr am Montag bei einer Pressekonferenz im Gasthaus Zur Insel. Einerseits habe der BN gerade im Bereich erneuerbare Energien und Gewässerschutz große Erfolge feiern können. Andererseits habe es aber keine Fortschritte bei der Eindämmung des Flächenverbrauchs und der Bebauung Niederbayerns gegeben, resümierten die Vertreter.

Etwa 1000 Hektar Grünflächen verschwinden derzeit pro Jahr in Niederbayern. Damit habe der Bezirk den zweitgrößten Flächenverbrauch, sagte der Landesvorsitzende des BN, Hubert Weiger. „Und ein Ende ist nicht in Sicht. Das Isartal droht, zu einem riesigen Siedlungsgebiet zusammenzufließen.“

Einen Schwerpunkt dieses Kampfes sah er im Protest gegen die B15 neu, von Weiger ironisch als „Nord-Süd-Autobahn“ bezeichnet. Ziel bleibe hier die Beendigung des Projekts an der A92 bei Essenbach. Zur Entlastung der Stadt plädiert Weiger für die Umsetzung der Osttangente. Diese erfülle den Zweck einer Ortsumfahrung im Gegensatz zu B15neu, die letzten Endes eine Transit-Strecke sei. Weigert gab sich kämpferisch. „Wir sind guter Dinge, dass wir dieses Verkehrsprojekt verhindern können.“

„Der BN wird 2016 seinen Einsatz für die Erhaltung von Freiflächen und unzerschnittenen Landschaften fortsetzen und unter anderem für eine verstärkte Innenentwicklung der Kommunen werben“, erklärte Kurt Schmid, BN-Regionalreferent für Niederbayern. Gestoppt werden müsse vor allem aber die von Heimatminister Markus Söder geplante Aufhebung des Anbindegebots. „Sonst bekommen wir entlang der Autobahn Verhältnisse wie sie beispielsweise in Oberitalien zu sehen sind.“

Großprojekt Energiewende

Als zweites Großprojekt benannten die Vertreter des BN die Energiewende, die ihrer Ansicht nach ins Stocken geraten ist. Durch Verordnungen und Deckelungen würde das Projekt Bürgerenergie ins ökonomische Aus befördert. Dabei habe man einen riesigen Erfolg mit dem Projekt. Schon jetzt sei Deutschland Strom-Exportmeister und der Ausstieg aus der Atomkraft kein Problem mehr. Deshalb fordert der BN den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie, allein schon, weil es vor 2050 oder sogar 2080 keine Möglichkeiten einer Endlagerung gebe. Mit erneuerbaren Energien habe man dagegen einen riesigen Erfolg. Er sei umso wichtiger, da in diesem Jahr die Katastrophen von Fukushima (fünf Jahre) und Tschernobyl (30 Jahre) ein trauriges Jubiläum feiern, sagte Wilfried Attenberger, Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Landshut und stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Energie.

Kreisvorsitzende Kathy Mühlebach- Sturm sah die Arbeit der Kreisgruppe 2016 auch weiter im Zeichen des Themas naturnahe bäuerliche Landwirtschaft. „Wie notwendig das ist, zeigt sich auch daran, dass vor allem im nördlichen Landkreis Landshut die Nitrat- und Pestizidwerte im Trinkwasser kontinuierlich ansteigen“, sagte sie. Um weiter ein Zeichen gegen Massentierhaltung zu setzen, kämpfe man für eine breite gesellschaftliche Basis und für eine bäuerliche Landwirtschaft sowie einen artgemäßen Umgang mit Nutztieren.

Dass sich die Arbeit des BN positiv auswirkt, wollte der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Deggendorf, Georg Kestel, zeigen. Die Fortschritte, die beim umweltbewussten Donauausbau und Hochwasserschutz erreicht wurden, seien nicht zuletzt auf den jahrzehntelangen Einsatz der Verbände und Initiativen zurückzuführen. „Wir haben uns nie gegen den Hochwasserschutz der Siedlungen gestellt“, sagte der Vorsitzende. Wichtig sei aber, einen zeitgemäßen Schutz zu bekommen. „Es reicht nicht, dass nur die Deiche immer höher werden.“ Auch Arbeit im Einzugsgebiet, wie die Renaturierung der Moore, die als Wasserspeicher fungieren, seien wichtig.

Beim Hochwasserschutz sah Hubert Weiger auch ein Beispiel, wie die Arbeit von Gruppen wie dem Bund Naturschutz das Bewusstsein der Menschen verändern kann. „Das Thema Gewässerschutz ist bei den Menschen angekommen. Heute können wir Diskussionen führen, die vor 20 Jahren unmöglich gewesen wären“, sagte er. Jetzt müsse der Bund Naturschutz das Gleiche beim Bodenschutz und in der Energiewende schaffen. -seg-


Quellenhinweis: Landshuter Zeitung vom 01.März 2016

Pressemitteilung: BUND NATURSCHUTZ ZIEHT „GRÜNE BILANZ“ 2015 FÜR NIEDERBAYERN UND STELLT SCHWERPUNKTE FÜR 2016 VOR

Naturschutz erhält besondere Bedeutung

BN-Landesgeschäftsführer Peter Rottner (Mitte) und BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm (2.v.l.) ehrten Reinhold König (links), Barbara Höllerer (2.v.r.) und Klaus Wiedmann (rechts) für ihre Verdienste. - Foto: Heinrich Inkoferer

Landshut 16.12.2015. In der Dezember-Versammlung der BUND-Naturschutz-Kreisgruppe (BN) am 16. Dezember 2015 im Café Himmel in Landshut ließen die Naturschützer das Jahr Revue passieren und stellten fest, dass in diesem Jahr der Natur- und Umweltschutz eine ganz besondere Bedeutung erhalten hat. „Mit der von Papst Franziskus herausgegebenen Umwelt-Enzyklika „Laudato si“, den von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedeten 17 Zielen nachhaltiger Entwicklung (SDG = Sustainable Development Goals), die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen, und schließlich mit dem Klimaabkommen in Paris werden unsere Anliegen im Natur- und Umweltschutz als zentrale politisch und gesellschaftlich umzusetzende Aufgaben wahrgenommen. Diese Schriften sind eine gute Grundlage und Argumentationshilfe in unserem Engagement für eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Lebensweise“ stellte die Kreisvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm fest. Da sich bei dem in Paris von 190 Staaten unterschriebenen Klimaabkommen die einzelnen Länder selbst ihre Ziele beim Klimaschutz stecken können, sei es nun von großer Bedeutung, dass die gesellschaftlichen Kräfte in jedem Land die Umsetzung dieser Ziele begleiten und kontrollieren.

BN-Landesgeschäftsführer Peter Rottner, der an diesem Treffen ebenfalls teilnahm, wies darauf hin, dass beim Klimavertrag von Paris der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) maßgeblich zur Festlegung des Ziels einer maximalen Erderwärmung um 1,5°C statt 2°C beigetragen habe und dies von Deutschland durchgesetzt worden sei. Der Erfolg des Verbandes sei zu einem wesentlichen Teil auf das unermüdliche Engagement aktiver Mitglieder zurückzuführen, so dass es Peter Rottner eine besondere Freude war, drei verdiente Mitglieder der BN-Kreisgruppe – Barbara Höllerer, Reinhold König und Klaus Wiedmann – mit der Vereinsnadel in Silber mit Urkunde des BUND Naturschutz in Bayern zu ehren. In seiner Laudatio wies er auf  die Verdienste der Geehrten hin:

Barbara Höllerer (Landshut) ist Fachbeirätin der BN-Kreisgruppe für „Natur in der Stadt“ und erstellt seit über 30 Jahren ehrenamtlich für die BN-Kreisgruppe Stellungnahmen zu Flächennutzungs- und Landschaftsplänen als auch zu Bebauungsplänen in der Stadt Landshut und in Landkreisgemeinden. Sie vertritt seit dem Jahr 1994 den BN im Naturschutzbeirat der Stadt Landshut und setzt sich dort intensiv für die Belange des Umwelt- und Naturschutzes ein. Zudem hat sie als Landschaftsarchitektin unentgeltlich Pläne gezeichnet und bei der Umsetzung mitgewirkt, um die Restpfettrach aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität in einem kleinen geschützten Wäldchen im Nikolaviertel (Johannispark) zu verbessern.

Reinhold König (Geisenhausen) ist stellvertretender Sprecher im Beirat des BN-Landesverbandes und Mitglied im BN-Landesarbeitskreis Verkehr. Er ist zudem Beirat in der Planungsregion 13 und als Schatzmeister aktives Mitglied der OG Geisenhausen. Er engagiert sich seit vielen Jahren mit großer Intensität im Widerstand gegen die B 15 neu und betreut seit über 10 Jahren die Webseite der Kreisgruppe Landshut. König nimmt als Landesbeirat regelmäßig an den Vorstandssitzungen der Kreisgruppe Landshut teil und übernimmt dort weitere Aufgaben. Unter anderem hat er sich um die Durchführung von Ausstellungen und die Organisation von Fahrten zu Großdemonstrationen verdient gemacht.

Klaus Wiedmann (Maulberg/Geisenhausen) ist in der BN-Kreisgruppe der Fachmann für Wald und Wild und vertritt den BN seit 1993 im Jagdbeirat beim Landkreis und der Stadt Landshut und seit 1999 bei der Regierung von Niederbayern. Der bekannte Bildhauer ist aktives Mitglied im BN-Landesarbeitskreis Wald. Wiedmann setzt sich seit vielen Jahren für den naturnahen Umbau von Fichtenforsten zu Mischwäldern, für den Erhalt von Biotopbäumen und für die Förderung der Biodiversität in den Wäldern ein. Er organisiert dazu vielbesuchte Waldbegehungen gemeinsam mit der Waldbesitzervereinigung Landshut und dem Forstamt Landshut. Auch bei der Planung und Ausführung des BN-Ausstellungsstandes „Wald schützen, Wald erleben, Wald nutzen“ auf der Niederbayernschau 2015 war Wiedmann maßgeblich beteiligt.

Peter Rottner dankte den drei Geehrten für ihren Einsatz für Natur und Umwelt und verband diesen Dank mit dem Wunsch, dass die BN-Kreisgruppe Landshut weiterhin mit vielen Akteuren sich erfolgreich im Natur- und Umweltschutz einbringt.

Bayerischer Naturschutzpreis für Ernst Ulrich von Weizsäcker

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (3. v. links) nimmt die Glückwünsche der BN-Kreisgruppe Landshut entgegen.

27.11.2015. Sein Buch „Faktor fünf. Die Formel für nachhaltiges Wachstum“ hat international Aufsehen erregt. Professor Weizsäcker, seit 2012 Kopräsident des Club of Rome, zählt zu den Pionieren nachhaltigen Wirtschaftens. Seit Jahrzehnten leistet er auf diesem Gebiet hervorragende Überzeugungsarbeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Schon lange vor der aktuellen Diskussion um den Klimawandel hat er in seinem Bericht an den Club of Rome Ideen für eine zukunftsfähige und ressourcenschonende Wirtschaft entwickelt.

Mit der Verleihung des Bayerischen Naturschutzpreises 2015 an Ernst Ulrich von Weizsäcker würdigt der BUND Naturschutz seine wissenschaftlichen und politischen Verdienste für ein nachhaltiges, ressourcenschonendes Wirtschaften und die Bewahrung der ökologischen Vielfalt sowie seine Auseinandersetzung mit den Gefahren der Globalisierung und seine langjährige Arbeit für eine gerechtere Welt. Der Bayerische Naturschutzpreis ist die höchste Auszeichnung des BUND Naturschutz.

 

 

Aktive Naturschützer wurden geehrt

Für ihre Verdienste um den Natur- und Umweltschutz wurden von Kathy Mühlebach-Sturm (rechts) und Paul Riederer (links) Bernd-Jochen Lindner-Haag (2. v. l.), Inge König (3. v. l.) und Josef Zieglmaier (2. v. r.) geehrt.

Landshut 22.10.2015. Aus der Herbstversammlung 2015 der BUND-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Herbsttreffens hatten aktive Naturschützer aus den BUND-Naturschutz-Ortsgruppen des Landkreises Landshut am 22. Oktober im Gasthof zur Insel in Landshut Gelegenheit, über ihre Aktivitäten zu berichten und ihre Erfahrungen auszutauschen. Zentrales Thema war dabei der Erhalt und/oder die Wiederherstellung von Biotopen wie Feucht- und Trockenflächen oder Streuobstwiesen durch die jährlich von Ortsgruppen geleistete sachkundige Pflege. Artenvielfalt und Qualität des Naturerlebens nehme so auch auf kleinen Flächen zu, meinte dazu der stellvertretende Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Rottenburg, Bernd-Jochen Lindner-Haag, so dass solche Orte für die Naherholung Bedeutung bekämen. Auch wurde festgestellt, dass vor allem jene Angebote von Ortsgruppen, bei denen die Bevölkerung an die Natur, nah und fern, herangeführt wird, gerne angenommen werden. Das Bedürfnis vieler Menschen im eigenen Umfeld der Natur wieder mehr Raum zu geben, findet seinen Ausdruck auch darin, dass das Angebot der BN-OG Vilsbiburg, nämlich Hecken zu pflanzen, gerne angenommen werde, so Stefan Englbrecht, der Vorsitzende der Ortsgruppe. Auf diese Weise würden auf privaten Grundstücken in einer intensiv genutzten Landschaft neue Heckenbiotope entstehen, die Vögeln, Kleinsäugern und Insekten Unterschlupf bieten.

Das Treffen der Naturschützer bot auch einen schönen Rahmen, um verdiente Mitglieder zu ehren. So überreichte die Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Kathy Mühlebach-Sturm eine BN-Keramiklinde an Bernd-Jochen Lindner-Haag und führte aus, dass er über viele Jahre als Biberberater tätig gewesen sei, als Jäger sich aktiv für einen Wald mit geringerem Verbiss einsetze, sich an der Forschung zum Wildkatzenvorkommen im Landkreis beteilige und seit zehn Jahren als stellvertretender Vorsitzender der OG Rottenburg diese aktiv mitgestalte. Josef Zieglmaier, der bei der Gründung der OG Aichbachtal mit den Gemeinden Niederaichbach, Adlkofen und Kröning im Jahr 1990 den Vorsitz übernommen hatte und seither, also seit 25 Jahren kontinuierlich vor allem im Amphibien- und Biotopschutz tätig ist, erhielt vom stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisgruppe, Paul Riederer, ebenfalls eine Keramiktafel. Paul Riederer betonte, dass Josef Zieglmaier den Naturschutzgedanken auch in andere Gremien hineintrage, diese berate und im Alltag umsetze, unter anderem im Gemeinderat von Niederaichbach.  

Last but not least wurde Inge König mit einer BN-Keramikkachel geehrt. Da Bilder mehr sagen als Worte, zeigte Mühlebach-Sturm anstelle einer Laudatio Bilder von Kundgebungen an der Donau, in Landshut, München und Berlin mit großen Transparenten, die alle von Inge König gestaltet worden sind. Diese  zeigen auf eindrucksvolle Weise, worauf es dem BN ankommt: So beispielsweise das Transparent mit der Aufschrift „Staustufen vom Biber sind uns lieber“ gegen die Verbauung der Donau zwischen Deggendorf und Vilshofen oder „Die B15 neu zerschneidet unsere Heimat“ auf einer Großkundgebung in München gegen den Flächenfraß.

 

 

250 000 SAGEN STOPP TTIP + CETA

Berlin, 10.10.2015 Am 10. Oktober demonstrierten in Berlin über 250 000 Menschen darunter Tausende aus Bayern gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA.

Es war eine der größten Demonstrationen in der bundesdeutschen Geschichte. Zur Demonstration hat ein bis dahin nie dagewesenes Bündnis mit über 170 Verbänden aufgerufen.

Aus allen Regionen Bayerns kamen BN-Mitglieder am Samstag nach Berlin und haben gegen die geplanten Freihandelsabkommen demonstriert. Die neuen Stop-TTIP-Fahnen und Ortschilder des BN kamen in der Herbstsonne herrlich zur Geltung. All denen die sich mitten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf den Weg gemacht haben, danken wir ganz herzlich für das großartige Engagement.

Die gesamte Demonstration ist im Internet zu sehen, Sie können unter folgendem Link: http://ttip-demo.de/home/ die Reden der Abschlusskundgebung anschauen. 

Eine große Bereicherung war der Redner Ben Beachy von der größten und ältesten Naturschutzorganisation der USA, dem Sierra Club. Seine Rede ist ebenso unter dem oben genannten Link abrufbar und beginnt ab Minute: 39:30.

Eine Fotostrecke von Heinrich Inkoferer zeigt eindrucksvoll Bilder von dieser Großdemonstration unter https://www.flickr.com/photos/114961713@N07/sets/72157659380653109

 

Aktiver Einsatz für Natur und Umwelt

Landshut 19.05.2015. Aus der Jahresmitgliederversammlung der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut – Umweltbildung, Artenschutz, Biotoppflege, Bauleitplanung, B 15 neu

Zur Jahresmitgliederversammlung 2015 der Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz konnte im Gasthof „Zur Insel“ in Landshut am 19. Mai die erste Vorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm zahlreiche Vereinsmitglieder begrüßen. Mit über 5000 Mitgliedern, 15 Ortsgruppen und neun Kindergruppen prägt die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe in der Stadt und im Landkreis Landshut das gesellschaftliche Leben vor Ort bedeutsam mit, wie der Tätigkeitsbericht von Mühlebach-Sturm eindrücklich belegte. Sie berichtete unter anderem über Aktivitäten zur Energiewende, zur Stilllegung des Atomkraftwerks Isar 1, zur Schlachthoferweiterung, zur Massentierhaltung, zum Freihandelsabkommen TTIP sowie über das Bürgerbegehren zum geplanten Landschaftsschutzgebiet Salzdorfer Tal. Für Grundschulen habe man einen Schülerwettbewerb zum Thema „Lebensraum alter Baum“ initiiert, um für den Wert von alten Bäumen zu sensibilisieren.

Auch das Dauerthema B 15 neu wurde von der BN-Vorsitzenden angesprochen. Sollte die Autobahn B 15 neu südlich der A 92 wie geplant weitergebaut werden, bedeute dies ein massiver Eingriff in die Natur- und Kulturlandschaft im südlichen Landkreisgebiet, eine immense Flächenversiegelung, ein großer Verlust fruchtbarer Ackerböden, die Durchschneidung geschützter Gebiete, zunehmende Lärm- und Feinstaubbelastung für Anwohner und dennoch keine bemerkenswerte Entflechtung des Ziel- und Quellverkehrs in der Stadt Landshut. Bei einem Dialogforum Ende Juni, an dem auch die BN-Kreisgruppe vertreten sein wird, sollen Varianten zu einer Umfahrung von Landshut vorgestellt und diskutiert werden. Der Bund Naturschutz werde dort seinen Standpunkt darlegen, so Mühlebach-Sturm.

Stellvertretender Vorsitzender Paul Riederer berichtete über die von der Kreisgruppe organisierten Veranstaltungen und über die abgegebenen Stellungnahmen zu Bauleitplanverfahren. Einen besonderen Stellenwert in der BN-Kreisgruppe hatte im abgelaufenen Vereinsjahr die Umweltbildungsarbeit.  Über 50 Veranstaltungen seien von 2700 Menschen besucht worden, informierte Riederer. Zu den Umweltbildungsveranstaltungen zählten auch natur- und heimatkundliche Exkursionen, die einen besonders großen Zuspruch fanden. Aber auch am Schreibtisch habe es viel Arbeit gegeben. Fast 100 Stellungnahmen zu Planfeststellungsverfahren, Flächennutzungs- und Landschaftsplänen sowie zu Bebauungs- und Grünordnungsplänen seien von der Kreisgruppe an zuständige Behörden sowie an die Stadt Landshut und an Landkreisgemeinden abgegeben worden.

Geschäftsstellenleiterin Brigitte Englbrecht wies auf die von BN-Ortsgruppen durchgeführten Amphibienschutzmaßnahmen hin. So seien „Krötenzäune“ mit einer Gesamtlänge von fast 4000 Metern Länge im Landkreisgebiet aufgebaut und betreut worden. 8400 Amphibien konnten dadurch sicher über vielbefahrene Straßen gebracht werden. Umfangreiche Landschaftspflegemaßnahmen seien von Ortsgruppen auf einer Fläche von insgesamt 6,5 Hektar durchgeführt. Dazu zählten Pflegemaßnahmen auf Mager- und Halbtrockenflächen, auf Feuchtbiotopen und Streuobstwiesen.  Die Kreisgruppe pflegte sechs Biotope mit einer Gesamtfläche von 3,3 Hektar. Zudem werde eine von der Kreisgruppe gepachtete, unmittelbar an das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz“ angrenzende wertvolle, 14 Hektar umfassende Wiesenfläche durch Schafbeweidung gepflegt, informierte Englbrecht. Erfreut berichtete sie auch über das gute Ergebnis der BN-Spendensammlung. Neben sieben Schulen im Landkreis Landshut haben auch die Kindergruppe Geisenhausen und zahlreiche BN-Mitglieder an der Sammlung teilgenommen und somit zur finanziellen Unabhängigkeit des BN von Wirtschaft und Politik beigetragen.

Dass die Naturschützer auch zu feiern verstehen, hätten die sehr gut besuchten Festveranstaltungen der BN-Ortsgruppen Kleines Vilstal (Vilsheim) und Geisenhausen zu ihrem 30-jährigen beziehungsweise 25-jährigem Bestehen bewiesen, wie die Ortsgruppenvorsitzenden Johannes Selmansberger und Dr. Herbert Jans hervorhoben. Mit weiteren Berichten aus den Ortsgruppen über ihre Aktivitäten endete die Jahresmitgliederversammlung der BN-Kreisgruppe Landshut.

 

 

40 000 bei Großdemo gegen G7-Gipfel

München 04.06.2015. Ca. 40.000 Menschen nahmen am 4. Juni 2015 an einer beeindruckenden und friedlichen Demonstration unter dem Motto: „TTIP stoppen! Klima retten! Armut bekämpfen!“ teil. Es war laut Angaben der Münchner Polizei die größte Demo in München seit dem Jahr 1992.  

Aus allen Regionen Bayerns kamen BN-Mitglieder gestern nach München und demonstrierten in einem breiten Bündnis für eine andere Politik der G 7. Dies war ein überaus gelungener Auftakt für die Verhandlungen in Elmau und die Fahnen und Ortschilder des BN kamen wirkungsvoll zum Einsatz.

BN-Vorstandsmitglied Martin Geilhufe brachte die BN-Positionen  mit einer beeindruckenden Rede am Odeonsplatz auf den Punkt.

Hervorragende Bilder unseres „Foto-Profis“ und BN Aktiven aus  der Kreisgruppe Landshut, Heini Inkoferer, finden Sie auch unter https://www.flickr.com/photos/114961713@N07/sets/72157653629779459

 

 

Zehntausende protestieren gegen TTIP

München 18.04.2015. Landshuter Naturschützer bei Demontration in München

Im Rahmen des weltweiten Aktionstages gegen TTIP, CETA und TISA beteiligten sich viele Mitglieder der BN Kreisgruppe Landshut an den Protesten in München am 18. April 2015.

In München demonstrierten ca. 20.000 Menschen gegen die befürchteten Einschränkungen in Umwelt- und Verbraucherschutz sowie dem Abbau von sozialen Standards. Die Teilnehmer wehrten sich vehement gegen die Absicht, dass sich Staaten einem internationalen Schiedsgericht unterwerfen sollen, welches ausschließlich wirtschaftliche Interessen berücksichtigen soll.

Heinrich Inkoferer präsentiert in einer Fotoshow seine Eindrücke von der Münchener Demonstration.

 

 

Umweltpolitischer Aschermittwoch 2015 in Plattling

Ein voller Saal
Georg Kestel, Vors. der BN Kreisgruppe Deggendorf
Johannes Lehner, Vorsitzender des Plattlinger Fischereivereins
Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender
Prof. Dr. Hubert Weiger, BN-Vorsitzender
Prof. Dr. Hubert Weiger, BN-Vorsitzender
Die Referrenten des Abends

Plattling 18.02.2015. Bayerns Natur braucht Schutz - über und unter Wasser  

Viele Jahre lang stand der Umweltpolitische Aschermittwoch von BUND Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Fischereiverband unter dem Zeichen des Donauschutzes. Aber auch nach der Entscheidung 2013 für einen sanften Ausbau ohne Staustufe und Kanal gibt es auf der umweltpolitischen Agenda genügend Themen, u.a. zur Rolle Rückwärts der Bayer. Staatsregierung zum Weiterbau der umstrittenen "gelben" Autobahn B15 neu.

Vor einem auch in diesem Jahr vollen Saal betonten die Redner die Notwendigkeit einer dezentralen Energiewende sowie die Bedeutung des  Schutzes von Landschaft und Boden - und des Schutzes der Gewässer vor weiteren Querbauwerken und der Verschmutzung durch Gülle und Düngerrückstände aus der Landwirtschaft. Zum ersten Mal sprach auf dem Umweltpolitischen Aschermittwoch, der traditionell im Bischofshof in Plattling stattfand, der neugewählte Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), Dr. Norbert Schäffer. Für den Fischereiverband Niederbayern sprach der Plattlinger Vorsitzende Johannes Lehner, für den BUND Naturschutz (BN) der Vorsitzende Professor Hubert Weiger.  

Georg Kestel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Deggendorf, begrüßte die Gäste und griff ein Thema auf, das in den vergangenen Wochen in der Region viel diskutiert wurde: das Ersatzfließgewässer zur Isarstaustufe Pielweichs. Kestel machte seiner Enttäuschung Luft: Umgehungsstraßen durch das Naturschutzgebiet Isarmündung zu bauen, sei in Plattling schon möglich, aber ein "Umgehungsgewässer" sei nicht gewollt. Dabei sei dieses unverzichtbar, um so zumindest einen Teil der Zerstörungen auszugleichen, die der Bau der Staustufe Pielweichs in der Isar und in der Isaraue angerichtet habe.  

Norbert Schäffer griff die neue „Heimatstrategie“ von Minister Söder scharf an: „Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, entlang jeder Autobahn, auch abseits von bebauten Gebieten, Gewerbegebiete anzulegen oder in bisher als Tabuzone geltenden Bereichen in den Alpen Skilifte zu bauen.“ Die Auswirkungen wären weitreichend, so Schäffer, gerade in Zusammenhang mit der Entwicklung zu einer immer industrialisierteren Landwirtschaft mit ihren Maiswüsten: Es könne doch nicht sein, so der LBV-Vorsitzende, dass man beim Sonntagsspaziergang nur noch zwischen Maisfeldern laufen könne und junge Menschen Kiebitze, Rebhühner und Feldlerchen nur noch aus Kinderbüchern kennen würden. 

Johannes Lehner, Vorsitzender des Plattlinger Fischereivereins, erinnerte an das Engagement für die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen: „Der Schulterschluss von BN, LBV und der Fischerei war erfolgreich.“ Jetzt gehe es darum, die Donau im Zuge des Ausbaus ökologisch aufzuwerten und den dringend erforderlichen Hochwasserschutz voranzutreiben. Handlungsbedarf sehen die Fischer bei Thema Verunreinigung von Gewässern durch Stoffe aus der Landwirtschaft wie Jauche, Gülle und Silagesickersaft. Als besonders dramatisches Beispiel nannte Lehner den Fall des Längenmühlbachs. Hier waren im Juni 2014 aus einem geplatzten landwirtschaftlichen Silo etwa 50 000 bis 60 000 Liter Flüssighefe, ein Futtermittel aus der Schweinmast, in den Bach gelaufen. Zigtausend Fische verendeten qualvoll. Dabei sei Flüssighefe, so Lehner, derzeit nicht einmal als wassergefährdender Stoff eingestuft, aber: „Die getöteten Fische sprechen für sich. Es besteht dringender Handlungsbedarf, liebes Umweltministerium!“  

Für den BUND Naturschutz (BN) griff Vorsitzender Hubert Weiger das Thema Energiewende auf: „Die Energiewende droht aufgrund falscher Weichenstellungen in Berlin stecken zu bleiben: Die Deckelung der Windenergie im EEG hat in Verbindung mit der unglückseligen bayerischen 10H-Regelung drastisch-negative Wirkungen auf den Ausbau der Windkraft in Bayern. Diese droht zum Stillstand zu kommen.“ Daher fordere der BN die Kommunen auf, der Energiewende durch die Ausweisung von Vorranggebieten für die Windkraft in den Bebauungsplänen Schub zu geben. Die Kommunen könnten so zu den Rettern einer Bürgerenergiewende werden. „Außerdem darf Energiesparen kein Fremdwort mehr sein“, so Weiger. Kein sinnvoller Beitrag zur Energiewende seien die derzeit allerorten auftauchenden Anträge auf die Errichtung von neuen, kleineren Wasserkraftwerken. „Die bayerischen Flüsse sind ohnehin schon extrem verbaut! Die jetzt zusätzlich geplante Kleinwasserkraft bietet nur minimales Potenzial für zusätzliche Energiegewinnung, zerstört aber die letzten frei fließenden Fluss- und Bachabschnitte.“  

Für die passende musikalische Umrahmung des Abends sorgte traditionell der Niederbayerische Musikantenstammtisch.

Rote Karte für TTIP & CETA

 

Landshut 15.11.2014. Gemeinsam mit rund 150 Gegnern des umstrittenen Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA sowie Kanada protestierte die BUND Naturschutz Kreisgruppe Landshut am Samstag, den 15. November 2014 vor dem Landshuter Rathaus mit einer Menschenkette und zeigten TTIP & CETA demonstrativ die rote Karte (Fotos: Heinrich Inkoferer).

Die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA zwischen der EU und den USA bzw. Kanada untergraben unsere Demokratie und bedrohen unsere Errungenschaften im Umwelt- und Verbraucherschutz.

 

 

Natur hat im Landkreis gute Karten

Neues Quartettspiel stellt „Kinderstube“ der großen Bäche und Flüsse vor

Landshut. (mü) Die Natur hat imLandkreis Landshut im wahrstenSinne des Wortes gute Karten. Einerseitssind zwar viele kleine Bächeimmer noch meilenweit von ihremursprünglichen und natürlichenZustand entfernt, andererseitsgibt es aber jede Menge vielversprechendeLösungsansätze zum Natur-,Gewässer- und Hochwasserschutz.Welche Trümpfe die Kommunenin der Region mit den „Gewässerndritter Ordnung“ in derHand haben, kann man nunmehrselbst „ausspielen“ – mit dem Quartett„Kleine Fließgewässer in Niederbayern"  >> Mehr

Junge Herzen höher für Natur schlagen lassen - Naturschutzfachleute stellten Landrat Peter Dreier ein Kartenspiel der besonderen Art vor.

Bäche voller Leben statt öder, inBetonbetten und Rohre gepressteWasserkanäle – wie wertvoll lebendigeWasseradern für Pflanzen, Tiereund erst recht für den Menschensind, das begreifen viele erst, wenndie Lebensadern ihren Dienst nichtmehr erfüllen können. Wissen übersolche Zusammenhänge zu vermitteln,auf spielerische und damit angenehmeund eingängige Weise –das ist das Ziel eines neuen Kartenspiels(Quartett): Es soll vor allemSchüler, junge Leute und Familienansprechen, erläuterte LandschaftsarchitektHelmut Wartner,der das Kartenspiel Landrat PeterDreier vorgestellt hat.  >> Mehr

Ministerin Aigner stellte sich dem BUND Naturschutz

Naturschützer der BN-Kreisgruppe Landshut aus Velden, Vilsbiburg, Geisenhausen und Landshut begrüßten am 14. Mai 2014 die bayerische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner

In Baierbach bei Landshut und sprachen sie auf die Themen: B 15 neu, Freihandelsabkommen (TTIP), 3. Startbahn MUC und den Atomaustieg an.

Die Ministerin diskutierte mit den Naturschützer über diese Themen, konnte den Zuhörern jedoch keine zufrieden stellenden Anwoten geben.

Mit den Forderungen nach dem Stopp der B 15 neu an der A 92, nach einem sofortigen Stopp der TTIP- und CETA-Verhandlungen, dem Verzicht auf den Bau einer 3. Start- und Landebahn "Koa Dritte" am Münchener Flughafen sowie einem baldigen Ende der Atommüllproduktion wurde die Ministerin in das Festzelt begleitet.  >> Mehr

Naturschützer: „TTIP sofort stoppen!“

15.05.2015. „Warum das Freihandelsabkommen (TTIP) stoppen?“ war der Titel einer Informationsveranstaltung, die von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut zusammen mit der BN Ortsgruppe Kleines Vilstal am 15. Mai im Gasthaus Stadler in Vilsheim organisiert wurde.  Vor zahlreichen Besuchern, die Veranstaltungsleiter Paul Riederer begrüßte, referierte Johannes Selmansberger, Vorstandsmitglied der BN-Kreisgruppe und Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Kleines Vilstal, zu dem derzeit sehr aktuellen Thema. Einer seiner Kritikpunkte an dem geplanten Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen den USA und der EU sei, so der Referent, dass die Verhandlungen zwischen beiden Staaten undemokratisch und streng geheim ablaufen. Gewählte Volksvertreter aus dem Bundestag oder aus dem EU-Parlament sitzen nicht am Verhandlungstisch.  Die Verhandlungsführer der USA untersagen die Weitergabe der Verhandlungsinhalte an die Parlamentarier und an die Öffentlichkeit.  >> Mehr

Proteste vor der EU-Vertretung in München

Mehrere 100 Menschen demonstrierten heute in München gegen das geplante Freihandels-und Investitionsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen den USA und der EU. Aufgerufen zu dem Protest hatte das Agrarbündnis Bayern zusammen mit Verbraucherorganisationen, Umweltverbänden, Bauernvereinigungen, kirchlichen Trägern und entwicklungspolitisch aktiven Gruppen.

Sie übergaben dem Leiter der Münchner Vertretung der EU-Kommission, Herrn Peter Martin, einen Brief mit Forderungen an Handelskommissar Karel De Gucht.  >> Mehr

Energiewende nicht Konzernen überlassen

Sie zogen eine positive Jahresbilanz (von rechts): Paul Riederer, Kathy Mühlebach-Sturm, Professor Dr. Hubert Weiger, Richard Mergner, Dieter Scherf, Georg Kestl und Kurt Schmid Foto: Bund Naturschutz

Bilanz des Bundes Naturschutz „Sind gestärkt, stehen aber vor gewaltigen Aufgaben“

Im Gasthaus „Zur Insel“ in Landshut hat der Bund Naturschutz (BN) am 3. Februar 2014 Bilanz über ein besonders ereignisreiches Jahr gezogen. Wie Landesvorsitzender Prof. Dr. Hubert Weiger sagte, ist der Umweltverband deutlich gestärkt aus dem 100. Jahr seines Bestehens hervorgegangen. Dies schlägt sich auch in den Mitgliederzahlen nieder: Mit dem höchsten Neuzugang seit Bestehen summierten sie sich Ende des Jahres auf mehr als 208 000.

Als größten Erfolg nach fast 40-jährigem Kampf gegen die Kanalisierung wertete Weiger es als politisch wichtige Entscheidung, dass die frei fließende Donau ohne Staustufe erhalten bleibt. Gerade nach der Hochwasserkatastrophe im Juni vergangenen Jahres sei es jedoch umso bedeutender, die „Donau-Arbeit“ des Verbands fortzuführen. Der hohe Flächenverbrauch, die Versiegelung der Landschaft und die fehlenden Verdrängungsgebiete seien ein ständiges Risiko. So plädierte Dieter Scherf vom BN-Landesvorstand dafür, auch die Isar „freizulassen“, in dem beispielsweise Uferversteifungen abgebaut werden. „Jeder zubetonierte Quadratmeter kann kein Hochwasser mehr aufnehmen“, sagte Regionalreferent Kurt Schmid. Der Schutz und die Renaturierung von freien Flüssen haben laut Landesbeauftragtem Richard Mergner Vorrang, auch vor der Wasserkraft.

Ein Schwerpunkt des BN bleibt die Energiewende. Der Verband setzt sich weiterhin massiv für eine Abkehr von der Atomenergie ein. Man habe kein Verständnis dafür, die Energiewende auf Kostenfragen zu reduzieren, sagte Weiger, ebenso wenig wie für die „Rolle rückwärts“ bei der Windkraft.

Sorge bereitet dem BN der zunehmende Import von genmanipulierten Futtermitteln. „Die Bürger wollen keine Gentechnik, aber das darf sich nicht nur auf den Anbau beziehen“, sagte Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm. Wer Fleisch kaufe, müsse auch wissen, womit das Tier gefüttert worden ist.

Als einer der größten Erfolge wurde der Schutz vieler neuer Flächen für die Natur und die Zunahme von Arten genannt: In Niederbayern seien im vergangenen Jahr mit Fördergeldern des Umweltministeriums vor allem Moorflächen angekauft und laufende Naturschutz-Projekte, wie im Wallersdorfer Moos, fortgesetzt worden.

Für die Zukunft sieht Hubert Weiger „gewaltige Aufgaben vor uns“, weil die Politik auf Wachstum setze. Die Energiewende dürfe man nicht den Konzernen überlassen.

Zu den Erfolgen des vergangenen Jahres rechnet der BN auch die Ausweisung des Tal Josaphat als Landschaftsschutzgebiet. Es gebe jedoch noch mehrere Gebiete, die unter Schutz gestellt werden sollen, sagte Kathy Mühlebach-Sturm. So unterstütze der BN auch die Bürgerinitiative „Schützt das Salzdorfer Tal“. Die Mitgliederzahl in der Stadt und im Landkreis hat laut stellvertretendem Kreisvorsitzenden Paul Riederer die Zahl von 5000 überschritten. Als örtlichen Erfolg nannte er die Anpachtung einer rund 14 Hektar großen Wiesenfläche an der Grenze zum Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz“. Dadurch habe verhindert werden können, dass dort Mais für eine Biogasanlage angebaut wird. Mehr als 12000 Menschen haben laut Riederer mittlerweile eine Petition an den Bundesverkehrsminister gegen den Weiterbau der B 15 neu unterzeichnet. Der Bund Naturschutz befürwortet den Ausbau der B 15 alt Landshut-Rosenheim.

Quelle: Landshuter Zeitung, Rita Neumaier, 4. Februar 2014

Stopp der B 15 neu bei Essenbach

Quellenhinweis: Landshuter Wochenblatt vom 4. Sept. 2013

Verschon' mein Haus, zünd andere an

Quellenhinweis: Landshuter Wochenblatt vom 4. September 2013

Gegen ein eingeschränktes Klagerecht

Bund Naturschutz für Alternativen zum Bau der B15 neu und Erhalt von Verbandsrechten

Von Kerstin Schröder

Der Bund Naturschutz (BN) hat seine Forderung erneuert, den Ausbau der B15 neu an der A92 zustoppen. Aufgeschreckt hat ihn der Versuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), die Klagerechte der Umweltverbände abzuschaffen beziehungsweise zu verringern.Damit würde er die Schutzrechte von Bürgern und Verbänden gegenüber landschaftszerstörenden Straßenbauprojekten massiv beschneiden, so der BN. Nach wie vor besteht der BN darauf,dass die B15 neu nicht, wie vorgesehen, ausgebaut wird. Damit wären wertvolle Heimatlandschaften in Nieder- und Oberbayern gefährdet.Paul Riederer, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Landshut, wird nicht müde, dies zu wiederholen. So auch bei der gestrigen Pressekonferenz im Gasthaus Insel. Nach wie vor ist Riederer der Meinung, dass der Ausbau den Verkehr eher noch vergrößern werde.Es sei aus BN-Sicht sinnvoller,Transporte auf die Bahn zu verlegen,zum Beispiel solche von Ingolstadt nach Salzburg. Die „Dinosaurierplanung“,so Kathy-Mühlebach-Sturm, Vorsitzende der Kreisgruppe Landshut, sei vor 30 Jahren begonnen worden und weit davon entfernt, eine rückläufige Auto-Verkehrsentwicklung,wie sie jetzt im Gange sei, zu berücksichtigen. Mobilität sei heute nicht mehr zwingend Autoverkehr. Es sollten alternativ kurze Wege erhalten werden,wo es möglich sei. Außerdem sei die Finanzierung des Ausbaues nicht gesichert. Reinhold König, BN-Beirat und Mitglied im BN-Landesarbeitskreis Verkehr, stellte fest, es würden horrende Summen an Steuergeldern verschwendet.Kampf um Bürgerrechte Die Kosten seien seit Planungsbeginn unerwartet immens gestiegen,sagte er. 250 Millionen mehr werde die Straße kosten. Das Geld würde„zum Fenster hinaus“ geworfen.Kein Cent davon diene der Verkehrsentlastung der Stadt Landshut.Entsetzt hat den Umweltverband die Ankündigung des Verkehrsministers Peter Ramsauer vernommen.Der Minister hatte im Juli gefordert, das Verbandsklagerecht abzuschaffen oder stark einzuschränken.Die Umweltverbände sollten „neue Autobahnen nicht mehr blockieren dürfen.“ Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN, betonte, die Klagebefugnis sei schon allein als Möglichkeit wichtig,weil damit die Bürger die politischen Entscheidungen besser kontrollieren könnten. Ansonsten könnten die Behörden entscheiden,wie sie wollten. Infolge dessen stelle sich Politikverdrossenheit ein.Klagen im Lande lassen Die Entscheidungen über Klagen sollten nicht an das Berliner Bundesverwaltungsgericht verlegt werden.Dies wäre die Folge von Ramsauers Ansinnen. Stattdessen sollten die Klagen wie bisher im Bundesland entschieden werden. Dies forderte der Landshuter BN-Anwalt Ulrich Kaltenegger. Peter Rottner,Jurist und Landesgeschäftsfüher des BN, sagte, die Bürgerinitiativen und Bürger müssten Verwaltungsentscheidungen rechtlich überprüfen können. Das sei aber nicht mehr der Fall, wenn Ramsauer sich durchsetze.Zudem garantiere das Recht, das die Bundesregierung mit der EU vereinbart habe, dass die Bürgerklagen und auch das Verwaltungshandeln prüfen könnten. Dies habe die Bundesregierung unterschrieben. Rottner: „Eine deutsche Bundesregierung kann das Recht nicht verändern, ohne das europäische System zu verlassen.“Der BN forderte, Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) solle sich von den Äußerungen des Bundesverkehrsministers distanzieren.Die Naturschützer wollen eher mehr Bürgerbeteiligung statt weniger Demokratie. Letztlich gehe es darum, dass die Bürger überhaupt noch klagen könnten. Zur von Ministerpräsident Horst Seehofer vorgeschlagenen Pkw-Maut sagte Mergner, die Pkw-Maut für Ausländer,sei eine reine Showveranstaltung. Davon blieben 200 Millionen im Jahr übrig. Das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auf Prestigeprojekte,schlug er vor, sollte verzichtet werden und dafür sollte man die vorhandenen Straßen sanieren und erhalten. Sinnvoll sei allenfalls die Ausweitung der Lkw-Maut auch auf das allgemeine Straßennetz so wie in der Schweiz. Mergner sagte: „Die Mautforderung für Ausländer ist der verzweifelte Versuch der Regierung, für den Straßenbau zu noch mehr Geld zukommen.“

(Quellenhinweis: Übernahme dieses Artikels mit freundlicher Genehmigung der Landshuter Zeitung vom 03.09.2013)

 >> Presseartikel mit Foto

100 Jahre BUND Naturschutz in Bayern - Fernseh-Sendung aus Vilsbiburger BN-Biotop

Am 26. Juni 2013 konnte der Bund Naturschutz in Bayern sein 100-jähriges Bestehen feiern. Anlässlich dieses Jubiläums strahlte das Bayerische Fernsehen eine Live-Sendung aus dem wertvollen Feuchtbiotop der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe im Vilstal aus. Mitglieder der BN-Ortsgruppe Vilsbiburg sind dort immer wieder aktiv tätig bei der Biotopflege. Interview-Partner des Bayerischen Fernsehens waren Professor Dr. Hubert Weiger, BN-Landesvorsitzender, und Stefan Englbrecht, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Vilsbiburg. Verbunden war die Fernsehsendung auch mit einer Würdigung der diesjährigen Jubiläen der BN-Kreisgruppe Landshut und der BN-Ortsgruppe Vilsbiburg, die vor 40 beziehungsweise vor 30 Jahren gegründet wurden.  >> BR-Filmbeitrag

In den BN-Landesbeirat gewählt

Geisenhausen/Plattling. Auf dem Treffen der niederbayerischen Kreis- und Ortsgruppen des Bundes Naturschutz (BN) am 12. März 2013 in Plattling wurde Reinhold König (Zweiter von links) in den BN-Landesbeirat gewählt. König, Vorstandsmitglied der BN-Ortsgruppe Geisenhausen, übernimmt das Ehrenamt vom stellvertretenden BN-Kreisgruppenvorsitzenden Paul Riederer (links), der mehrere Jahrzehnte die Region Landshut im BN-Landesbeirat vertrat. Der Beirat hat unter anderem die Aufgabe, den BN-Landesvorstand zu beraten und über wichtige Aktionen und Programme des Verbandes zu beschließen. Kurt Schmid (BN-Regionalreferent für Niederbayern) und BN-Landesbeauftragter Richard Mergner (von rechts) gratulierten Reinhold König zu seiner Wahl und dankten Paul Riederer für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Landesbeirat. 

BUND-Ehrennadel für Paul Riederer

Verleihung der BUND-Ehrennadel von Prof. Hubert Weiger an Paul Riederer
BUND-Silber_Ehrennadel

Bad Hersfeld. Für den großen Einsatz bei der "Gestaltung und Stärkung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie in Anerkennung seiner hervorragenden und langjährigen ehrenamtlichen Leistungen sowie insbesondere für seinen seit über 35 Jahren ausgetragenen unermüdlichen Kampf gegen die Atomkraft und für die Energiewende vor Ort" wurde am 18. November 2011 Paul Riederer, stellvertretender Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Landshut, auf der BUND-Delegiertenversammlung in Bad Hersfeld geehrt. BUND-Vorsitzender Professor Dr. Hubert Weiger (links) zeichnete Paul Riederer für dessen Verdienste und als Dank mit der Großen BUND-Ehrennadel in Silber aus.

Amphibien wandern wieder

Die Lurche wandern wieder zu ihren Laichgewässern
Das große BN-Feuchtbiotop mit mehreren Weihern bei Vilsbiburg ist das artenreichste Amphibienlaichgewässer im Vilstal

Naturschützer schützen Kröten und Frösche vor dem Massensterben auf Straßen

Trotz der noch kühlen Witterung sind die Amphibien vom Winterschlaf erwacht. Kröten, Frösche und Molche befinden sich in den Abend- und Nacht­stunden wieder auf der Wanderung zu ih­ren angestammten Laichgewässern. Dabei müssen sie auf ihrem Weg vom Winterquartier zu Weihern, Tümpeln und Gräben nicht selten vielbefahrene Straßen überqueren. Den mas­senhaften Tod von Kröten, Fröschen und Mol­chen, von deren Arten die meisten auf der Roten Liste ge­fährdeter Tiere stehen, will der Bund Natur­schutz (BN) mit seiner jähr­lichen Amphibienschutzak­tion möglichst verhindern. Im vergangenen Jahr (2012) konnten allein im Landkreis Landshut rund 9000 Amphibien vor dem Verkehrstod gerettet werden, teilt Paul Riederer, der stellvertretende Vorsitzende und Artenschutzbeauftragte der BN-Kreisgruppe mit.

Die Naturschützer haben deshalb auch heuer wieder soge­nannte mobile Krötenschutzzäune entlang von Straßen aufgestellt und betreuen nicht nur diese Schutzeinrichtungen son­dern auch die zusammen mit den Straßenbaubehörden installierten dauer­haften Leitsysteme, um die hier an­kommenden Amphibien sicher über die Straße zu brin­gen. Die Tierfreunde opfern laut Bund naturschutz für ihre keineswegs ungefährli­che Tätigkeit an den vielbefahrenen Straßen in den nächs­ten Wochen viele Abend-, Nacht- und Morgenstunden und sor­gen dafür, dass die Amphibienbestände nicht wei­ter zurückgehen.

Damit der Laichzug der Lurche nicht zum Leichenzug wird, bittet der Bund Naturschutz auch die Autofahrer, bei ihren  nächtli­chen Fahrten jetzt besondere Vorsicht – insbesondere auf Straßen entlang von Wäldern oder in der Nähe von Gewäs­sern – walten zu lassen. Der Amphibienschutz dürfe nicht nur ein Anliegen von freiwillig tätigen Naturschützern allein sein, sondern es sei laut bayerischer Verfassung Pflicht ei­nes jeden einzelnen und der staatlichen Gemein­schaft, die heimischen Tierarten zu schonen und zu erhal­ten, erinnert Paul Riederer. 

Für Erhalt der Heimatlandschaft

Mit den Geldspenden werden Naturschutzmaßnahmen, wie hier die Pflanzung einer Vogelschutzhecke in Vilsheim, durchgeführt

Bund Naturschutz bittet um Spenden für den Natur- und Artenschutz

Ab Montag, 11. März, sammeln Aktive des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) Geldspenden für den Natur- und Artenschutz. Der BN setzt sich laut Mitteilung schon seit seiner Gründung vor 100 Jahren für den Erhalt der Lebensgrundlagen von Mensch, Tier und Pflanze ein. Die Aktivitäten der BN-Kreisgruppe Landshut und ihrer 15 Ortsgruppen für den Schutz der Arten,  den Erhalt der Heimatlandschaft, für den Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie, für eine erfolgreiche Energiewende sowie gentechnikfreie und gesunde Lebensmittel seien nur einige Beispiele dafür. Der BN setzt auf finanzielle Unabhängigkeit, um weder von der Politik noch von der Wirtschaft abhängig zu sein. Allein Mitgliedsbei­träge und Spenden seien die finanziellen Grundlagen unserer Aktivitäten für den Natur-, Arten- und Umweltschutz sowie die Umweltbildung, betont BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm.  

Deshalb sammeln auch heuer wieder freiwillige Helfer im Landkreis und in der Stadt Landshut für den Bund Naturschutz Spenden. Die en­gagierten Ehren­amtlichen, die sich ausweisen können, über­nehmen dabei eine wichtige Aufgabe: Sie wollen mit ihrem Einsatz sicherstellen, dass sich der BN weiterhin als unbestechlicher Anwalt der Natur und des Lebensrechts für die Lebensgrundlagen der Menschen, Tiere und Pflanzen einsetzen könne. Das gespendete Geld wird nur für sat­zungsgemäße Aufgaben verwen­det, versichert Paul Riederer, der stellvertretende Vorsitzende und Artenschutzbeauftragte der BN-Kreisgruppe. So seien von der BN-Kreisgruppe in den ver­gangenen Jahren ökologisch wertvolle Flächen aufgekauft sowie Feucht- und Trockenbiotope für sel­tene Tier- und Pflanzenarten angelegt wor­den. Unter anderem pachtete die Kreisgruppe für längere Zeit rund 14 Hektar ökologisch wertvoller Wiesenflächen südlich des Naturschutzgebietes „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut“, um diese vor intensiver Bewirtschaftung zu bewahren. Der Kauf einer Feuchtwiese im Vilstal ist in Vorbereitung. Auch in diesem Jahr werden von BN-Ortsgruppen mit Spendengeldern mehrere Natur- und Artenschutzmaßnahmen getätigt, informiert Paul Riederer.

Kathy Mühlebach-Sturm und Paul Riederer bitten die Bevölkerung, die enga­gierten Spendensammler – unter ihnen auch Schüle­rinnen und Schüler verschiedener Schulen – nicht abzuweisen, sondern deren ehrenamtli­ches Enga­gement mit einer Spende für den Na­turschutz, der auch den Menschen­schutz mit ein­schließt, zu beloh­nen. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung aus­gestellt. Spenden können auch direkt auf das Spenden­konto (Bund  Natur­schutz, VR-Bank Landshut, BLZ 74390000, Konto-Nr. 1840185) mit dem Vermerk „Natur­schutz“ eingezahlt wer­den. 

Pressegespräch 25. Februar 2013

Zogen beim Pressegespräch am 25. Februar 2013 im Gasthof zur Insel in Landshut Bilanz aus den BN-Aktivitäten und Erfolgen im Jahr 2012 in Niederbayern und in der Kreisgruppe Landshut (von links): Kurt Schmid, Regionalreferent für Niederbayern, Dieter Scherf, Mitglied des Landesvorstands, Professor Dr. Hubert Weiger, Landesvorsitzender, Richard Mergner, Landesbeauftragter, Kathy Mühlebach-Sturm, 1. Vorsitzende, KG Landshut, Paul Riederer, stellv. Vorsitzender, KG Landshut

Lesen Sie hierzu die Beiträge der "Landshuter Zeitung" vom 26. Februar 2013:

Schutz für Auwald und Grundwasser

Der Lebensraum des Schwarzspechtes soll durch die Ausweisung des Tales Josaphat als Landschaftsschutzgebiet gesichert werden (Foto: W. Willner)

Westtangente, Burgaufzug, Tongrube und Tal Josaphat waren Themen beim BN-Treffen

Beim August-Treffen der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut im Café Himmel berichtete Almut Kroehling eingangs über die Kartierungsarbeiten, die sie im Rahmen des BN-Glücksspiraleprojektes „Schutz- und Entwicklungsprojekt vom Aussterben bedrohter Sandlaufkäfer“ in Stadt und Landkreis Landshut durchführt. Leider sei es auch auf potentiell geeigneten Standorten zu einem starken Rückgang der Vorkommen des Deutschen Sandlaufkäfers als auch des Wiener Sandlaufkäfers gekommen, informierte Kroehling und sie führte dies auf Veränderungen in der Bodenstruktur und der Pflanzengesellschaften, also auf die Verdichtung und Nitrifizierung der Böden zurück.  An diesem kleinen unscheinbaren Käfer zeige es sich, dass Änderungen in den Bewirtschaftungsformen und -techniken nicht ohne Folgen für den Boden und seine Artenvielfalt bleiben, stellte Almut Kroehling fest.  

Beim zweiten Versammlungsthema ging es darum, möglichst viele Landshuter Bürger dazu zu bewegen, an den Abstimmungen im Bürgerentscheid gegen den Bau einer Westanbindung und beim Ratsbegehren  zum Burgaufzug am 14. Oktober teilzunehmen. Die BN-Kreisgruppe lehnt beide Bauvorhaben ab und unterstützt personell die Infostände der beiden Bürgerinitiativen an den sechs Samstagen vor der Abstimmung. Auch will man in Stadtteilen, in denen sich die Menschen vom Thema der Westanbindung nicht direkt betroffen fühlen, für den Gang zur Urne werben. „Jetzt gilt es, die Hand schützend über den Isarauwald zu heben und den Menschen zu zeigen, dass mit dem Bau der Westanbindung der Erholungsraum Isarauen und damit ein Stück Lebensqualität verloren gehen würde“, betonte Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm. So werde  beim BN-eigenen Infostand am 6. Oktober beiden zur Abstimmung stehenden Themen ein wichtiger Platz eingeräumt, so die Vorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm. Fachbeirat Michael Raum wiederum meinte, dass mit dieser Abstimmung die Westtangente hoffentlich begraben und damit ihre 50-jährige Planungs-Geschichte beendet werden könne.  

Um den Schutz des Grundwassers in den Gemeinden Bruckberg und Gammelsdorf geht es bei der Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative „Sauberes Gammelsdorf“, die von BN-Geschäftsstellenleiterin Brigitte Englbrecht vorgestellt wurde. In der Nähe von Gammelsdorf soll eine Bentonitgrube mit belastetem Material aufgefüllt werden. Diplomchemikerin Kathy Mühlebach-Sturm erläuterte, dass vorläufig – bis zur Verabschiedung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung – die Bundesländer selbst sicherstellen sollen, dass die Anforderungen des Bundesbodenschutzgesetzes eingehalten werden. In Bayern wird dies durch den „Leitfaden zum Verfüllen von Gruben und Tagebauen“ geregelt. Dieser Leitfaden lässt  es aber zu, dass zur Verfüllung von Gruben und Tagebauen unter bestimmten hydrogeologischen Voraussetzungen schadstoffbelastete Recyclingbaustoffe der Kategorien Z 1.1, Z 1.2 und Z 2 eingesetzt werden dürfen. In den meisten Bundesländern dürfen diese nur „für den Einbau in technische Bauwerke“ verwendet werden, so Mühlebach-Sturm und ergänzte: „Umso wichtiger ist es, dass die zuständigen Behörden genau prüfen, ob die hydrogeologischen Voraussetzungen erfüllt sind, die begleitenden Kontrollen durchgeführt werden und der Betreiber zu jeder Zeit die Einhaltung aller Auflagen und Grenzwerte über das Betriebstagebuch nachweisen kann.“ Da die Anwesenden die Meinung teilten, diese vorläufig gültige (Ausnahme-)Regelung sollte nicht durch die Genehmigung einer weiteren Abbaufläche und deren Verfüllung mit Material der Kategorie Z2 ausgedehnt werden, beschloss die Versammlung, die Bürgerinitiative „Sauberes Gammelsdorf“ mit der Sammlung von Unterschriften zu unterstützen und die Listen in der BN-Geschäftsstelle auszulegen.  

Michael Raum berichtete von den Plänen der Stadt Landshut, im Rahmen des „Möblierungskonzeptes“ die Fahrradständer aus dem Altstadtbereich heraus in die Nebengassen zu verbannen. Man gab allseitig zu bedenken, dass dieser Schuss nach hinten losgehen könnte, weil die Radfahrer, die in der Altstadt ihren Besorgungen nachgehen, die Räder wild parken würden, wenn keine Fahrradständer in zumutbarer Reichweite vorhanden seien.  

Mit einer erfreulichen Nachricht wartete am Ende der Sitzung stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer auf. Das Verfahren zur Ausweisung des Tals Josaphat als Landschaftsschutzgebiet sei von der Stadt Landshut in diesen Tagen offiziell eingeleitet worden. Auch die beiden als Bauflächen vorgeschlagenen und umstrittenen Grundstücke der Stadt befänden sich nun innerhalb der Schutzgebiets-Grenzen, stellte er erfreut fest. Somit werden der jahrelange Einsatz der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und die Aktivitäten der Bürgerinitiative zum Erhalt dieses innerstädtischen landschaftlich sehr reizvollen Tals und weiterer Flächen zwischen Wilhelm-Hauff-Straße und Sallmannsberg mit Erfolg gekrönt.

Massive Eingriffe würde der Bau der geplanten Westtangente in den schützenswerten Isarauwald verursachen (Foto: W. Willner)

75 Jahre Mitglied beim Bund Naturschutz

Frau Erika Heiß (Zweite von rechts) wurde von Kathy Mühlebach-Sturm (rechts) sowie von Paul Riederer und Brigitte Englbrecht für ihre 75-jährige BN-Mitgliedschaft geehrt

Landshut. Für ihre 75-jährige Mitgliedschaft beim Bund Naturschutz wurde am 9. August 2012 Frau Erika Heiß von der BN-Kreisgruppenvorsitzenden Kathy Mühlebach-Sturm sowie vom stellvertretenden Kreisgruppenvorsitzenden Paul Riederer und der Geschäftsstellenleiterin Brigitte Englbrecht geehrt. Gleichzeitig konnte sie Glückwünsche zum 90. Geburtstag entgegennehmen. Schon als Schülerin trat die interessierte Naturfreundin in München dem Naturschutzverband bei. Für ihre Treue zum BN und ihre langjährige aktive Unterstützung bei der jährlichen Spendensammlung bekam die ehemalige Studiendirektorin und Gymnasiallehrerin für Biologie, Chemie und Erdkunde, die bereits Trägerin der Vereinsnadel in Gold des Bundes Naturschutz in Bayern ist, einen Anteilsschein für 60 Quadratmeter wertvoller Fläche im „Grünen Band“ überreicht. Das 1393 Kilometer lange „Grüne Band“ – der ehemalige deutsch-deutsche Grenzstreifen – verbindet quer durch Deutschland über hundert verschiedene Lebensräume für über 1200 bedrohte Tier- und Pflanzenarten. 570 Hektar dieser kostbaren Natur hat der Bund Naturschutz bereits erworben.

Viele Aktivitäten für die Natur

Der Vorstand der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut mit ihrer Vorsitzenden Kathy Mühlebach-Sturm (sitzend 2. v. r.)

Jahresmitgliederversammlung mit Vorstandswahlen der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut  

Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe war im abgelaufenen Vereinsjahr im Natur-, Arten- und Flächenschutz sowie in der Umweltbildung besonders aktiv, stellte BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm eingangs der gut besuchten Jahresmitgliederversammlung am 15. Mai 2012 im Gasthof „Zur Insel“ in Landshut fest. Besonders erfolgreich seien viele Aktivitäten zum Natur- und Landschaftsschutz, zur Förderung des Klimaschutzes und der Erneuerbaren Energien sowie zur Bildungs- und Kindergruppenarbeit gewesen. Aktiv habe man sich für einen schnellen Atomausstieg und für eine nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft eingesetzt. Das Projekt "Transekt zur Landshuter StadtNatur" soll die Umweltbildung in der Stadt verstärken. Wegen der zunehmenden Fülle an Aufgaben freue man sich beim Bund Naturschutz über jeden weiteren Unterstützer, sagte Mühlebach-Sturm.  

Paul Riederer, stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender, wies darauf hin, dass die Mitgliederzahl in der Kreisgruppe auf über 4000 angestiegen sei. Die Kreisgruppe habe das 10-jährige Bestehen des Naturschutzgebiets „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut“ mit der Pflanzung von zehn Linden gebührend gefeiert, war doch der Bund Naturschutz der Initiator für die Unterschutzstellung dieses Gebietes. Vierzehn Hektar wertvoller Wiesenflächen wurden südlich angrenzend an das Naturschutzgebiet vom BN gepachtet. Die Abgabe von zahlreichen Stellungnahmen zu Bebauungs- und Flächennutzungsplänen und weiteren Vorhaben habe viele ehrenamtliche Stunden beansprucht. Sehr erfreulich sei der Zuspruch zu den rund 50 Veranstaltungen gewesen, die sich mit den Themen Natur und Ökologie, Energiewende und Klimaschutz, Öko-Landwirtschaft und Ernährung befassten. Rund 1900 Personen haben die Vorträge und Exkursionen besucht, stellte Riederer fest. 

Ein weiterer Erfolg der BN-Kreisgruppe seien nach zwanzigjährigem Engagement die Aufhebung des Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt der  B 15 neu von Geisenhausen bis Haarbach und die Einstellung des gerichtlichen Verfahrens durch den Verwaltungsgerichtshof gewesen, berichtete stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender Dr. Ulrich Kaltenegger. Zum Schutz von Natur und Landschaft sei es Ziel des BN, dass die B 15 neu spätestens an der A 92 bei Essenbach ende und die Planungen nach Süden aus dem Bundesverkehrswegeplan komplett gestrichen werden. Der Widerstand gegen die autobahnähnliche Bundesstraße sei im südlichen Landkreisgebiet sehr groß, so Kaltenegger.  

Die Vielseitigkeit der Naturschutzarbeit zeigt sich vor allem im ehrenamtlichen Einsatz der 15 Ortsgruppen und in der Arbeit von derzeit elf Kindergruppen. So berichteten Ortsgruppenvorsitzende über Aktivitäten, wie beispielsweise über Heckenpflanzungen, Schaffung von Biotopen, Biotoppflegemaßnahmen, Amphibien- und Vogelschutzmaßnahmen sowie von Ramadama-Aktionen. Maßgeblich beteiligt war die Ortsgruppe Ergolding bei der Installation des Naturlehrpfades in der Isarau und die OG Oberes Binatal/Rottquelle bei der Planung des Rottalradweges. Kathy Mühlebach-Sturm erwähnte schließlich, dass die Kreisgruppe sich im "Bündnis für den Atomausstieg" und im Aktionsbündnis "AufgeMUCKT" gegen eine 3. Startbahn am Flughafen München engagiere und die Landshuter Bürgerinitiativen gegen eine Straße durch die obere Au und für die Rettung des Tals Josaphat unterstütze. Der BN habe auch zur Gründung von Bürgerenergiegenossenschaften schwerpunktmäßig beigetragen.  

Der von Schatzmeister Hubert Rauscher vorgetragene und von Elisbeth Seewaldt geprüfte Kassenbericht wurde ohne Widerspruch akzeptiert. Man sei beim Bund Naturschutz stolz darauf, dass man bei der Finanzierung ohne Sponsorengelder arbeite und sich deshalb die Unabhängigkeit von Wirtschaft und Parteien bewahre, so Rauscher.  

Wesentlicher Punkt bei der Jahresmitgliederversammlung war die Vorstandswahl, die von BN-Landesgeschäftsführer Peter Rottner geleitet wurde. Die Mitglieder bekundeten mit einer Wiederwahl des bisherigen BN-Kreisgruppenvorstandes ihr Vertrauen. An der Spitze stehen weiterhin die Vorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm sowie Paul Riederer und Dr. Ulrich Kaltenegger als die beiden Stellvertreter. Schatzmeister Hubert Rauscher ist weiterhin für die Kasse verantwortlich. Neu gewählt wurde Evi Seizl als Schriftführerin. Als Delegierte wurden Johannes Selmansberger, Dr. Wilfried Attenberger und Reinhold König sowie als Ersatzdelegierte Brigitte Englbrecht, Lisa Voit, Josef Gerbl und Dr. Christian Thurmaier gewählt. Außerdem verfügt der Kreisgruppenvorstand über acht aktive und fachlich vielseitige Beisitzer: Prof. Dr. Herbert Jans, Klaus Wiedmann, Dr. Gerhard Barth, Michael Raum, Reinhold König, Dr. Christian Thurmaier, Karl-Heiz Schobel und Dieter Streit.

Ehrung für Landshuter Naturschützer

Paul Riederer nimmt stellvertretend auch für seine Frau die Ehrung durch Barbara Stamm entgegen

Paul und Margarete Riederer mit der Verfassungsmedaille ausgezeichnet

Im Rahmen des Festaktes „65 Jahre Bayerische Verfassung“ am 1. Dezember 2011 im Senatssaal des Maximilianeums in München überreichte die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, an Paul Riederer, stellvertretend auch für seine Frau Margarete, die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber mit Urkunde. „Mit diesem Orden werden verdiente Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise für das Gemeinwohl in Bayern engagieren und damit die Werte der Bayerischen Verfassung vorbildlich mit Leben erfüllen“, schrieb Barbara Stamm in ihrer Einladung zur Ehrung. In der Laudatio hieß es unter anderem, dass sich Paul und Margarete Riederer als Naturschützer mittlerweile seit Jahrzehnten kritisch mit modernen Umweltproblemen auseinandersetzen. Immer aber suchen sie zugleich nach konstruktiven Lösungen. Insbesondere engagierten sich Paul und Margarete Riederer für die Wiederherstellung beziehungsweise den Erhalt naturnaher Gebiete, wie etwa die Umwandlung des Landshuter Truppenübungsplatzes in ein Naturschutzgebiet oder die Unterschutzstellung der Vogelfreistätte „Mittlere Isarstauseen“ im Landkreis Landshut. Parallel dazu schärften sie stetig das Bewusstsein der Öffentlichkeit, was die Bewahrung von Heimat und Schöpfung angeht. Während Margarete Riederer mehr im Hintergrund tätig ist, wirkt Paul Riederer hauptsächlich in der Öffentlichkeit, war er doch auch 20 Jahre lang Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut und ist heute noch deren stellvertretender Vorsitzender.

12000 Tiere wurden gerettet

Quelle: Vilsbiburger Zeitung vom 21. April 2011

Hilfe gegen den Straßentod

Kröten, Frösche und Molche können ohne Schutzaktionen kaum Laichgebiet erreichen

Katrin Filler berichtet am 21. April 2011 in der Vilsbiburger Zeitung:

Ein Schaf erklärt die Energie-Welt

Foto vom Umschlag der Broschüre "Sunny, das Solarschaf"

Der Comic "Sunny" soll die Nutzen und Vorteile von Solarfeldern zeigen

(Quelle: "Landshuter Zeitung" vom 14. Juli 2011)

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Signale aus der Politik

Großdemonstration für den Ausstieg aus der Atomenergie am 28. Mai geplant

(Quelle: "Landshuter Zeitung" vom 20. Mai 2011)

Armin Reiseck (links) und Paul Riederer informieren über die Gefahren der Atomkraft. Sie wollen auf die Beteuerungen von Politikern noch nicht recht vertrauen.  (Foto: bau / Landshuter Zeitung)

Straße fast gebaut – Naturschutz verschoben

B 15 neu-Baustelle bei Neufahrn/Niederbayern - Foto: Klaus Leidorf

Bund Naturschutz übt Kritik an der Änderungsplanfeststellung für die B 15 neu

Landshut 14. Feb. 2011: Mit Beschluss vom 1. August 1994 hat die Regierung von Niederbayern den Plan für den Bau der B 15 neu im Teilabschnitt Saalhaupt – Schierling – Neufahrn festgestellt. Der Bau für diese Trasse ist inzwischen weit fortgeschritten. Der Freistaat Bayern, vertreten durch die Autobahndirektion Südbayern, beantragte nunmehr eine Änderung dieses festgestellten Planes. Diese Änderung beinhaltet eine Neukonzeption der landschaftspflegerischen Ausgleichsmaßnahmen. Bis 14. Februar bestand die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. In seiner Stellungnahme kritisiert der Bund Naturschutz (BN) diese Änderungsplanfeststellung zur B 15 neu.

Mit großem Befremden habe der Bund Naturschutz den neuen Planungsunterlagen entnommen, dass die zum Planfeststellungsbeschluss vom 1. August 1994 vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen offensichtlich weitgehend nicht umgesetzt wurden, heißt es in einer Pressemitteilung. 16 Jahre nach ihrer rechtsverbindlichen Anordnung seien Mindest-Schutzmaßnahmen für die Natur nicht durchgeführt, obwohl sie Voraussetzung für die Genehmigung dieser autobahnähnlichen Straße zwischen Saalhaupt und Neufahrn waren. Stattdessen sollen jetzt von der B 15 neu weit entfernte, bereits vorhandene Wiesenbrütergebiete bei Laberweinting als Ausgleich für die Eingriffe herhalten, kritisiert der stellvertretende Vorsitzende Dr. Ulrich Kaltenegger von der BN-Kreisgruppe Landshut, der in diesem Verfahren den BN seit bald 20 Jahren juristisch vertritt.

Nach Ansicht des Bundes Naturschutz sei derartiges nicht hinnehmbar. Der Schutz der Natur werde hintangestellt, die Zerstörung der Natur aber so schnell wie möglich realisiert, wie das Beispiel B 15 neu offenkundig zeigt, stellt Paul Riederer, der langjährige erste und jetzige stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, fest. Es darf keine Naturzerstörung erfolgen, bevor nicht auch wenigstens die formal nötigen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden beziehungsweise rechtlich verbindlich gesichert sind. Doch lieber werde der Ausgleich so lange hin- und hergeschoben, bis irgendwo irgendetwas realisiert werden kann. Oder man setzt Maßnahmen um, die wegen anderer rechtlicher Verpflichtungen sowieso nötig oder geplant waren. So werde sich der Artenschwund in Bayern – ein verpflichtendes Ziel der bayerischen Staatsregierung – nicht stoppen lassen, übt Paul Riederer Kritik an der Änderungsplanfeststellung zur B 15 neu Saalhaupt-Neufahrn.

Wenn man es mit der Eingriffsregelung ernst nehmen würde, müssten Eingriffe auch öfter einmal ganz untersagt werden, moniert Kurt Schmid, der BN-Regionalreferent für Niederbayern. Fläche sei nicht vermehrbar und manche Eingriffe einfach nicht ausgleichbar. Die Probleme bei der Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen müssen endlich auch von den Behörden im Genehmigungsverfahren ernst genommen werden und nicht erst danach. Ein Ausgleichskonzept, das wegen fehlender Grundflächen nicht umgesetzt werden kann, sei ungeeignet, die gesetzlich zwingend vorgesehene Kohärenz zu sichern und nicht geeignet, die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses sicherzustellen. Das bestärke nachträglich die vom Bund Naturschutz von Anfang an geäußerten Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Planfeststellung zur B 15 neu, so Schmid.

BN-Bilanz 2010 und Schwerpunkte 2011

Sie zogen Bilanz über Aktivitäten des Bundes Naturschutz (von links): Kurt Schmid, Dieter Scherf, Richard Mergner, Professor Dr. Hubert Weiger, Kathy Mühlebach-Sturm und Paul Riederer - Foto: W. Schöttl

Pressegespräch im Gasthof zur Insel in Landshut

Beim Pressegespräch des Bundes Naturschutz in Bayern am 26. Januar 2011 im Gasthof „Zur Insel“ in Landshut zogen Landesvorsitzender Professor Dr. Hubert Weiger, Landesbeauftragter Richard Mergner, Vorstandsmitglied Dieter Scherf und Regionalreferent für Niederbayern Kurt Schmid Bilanz zu den BN-Aktivitäten im Jahr 2010 in Niederbayern. Zudem wiesen sie auf Schwerpunkte der BN-Arbeit im Jahr 2011 hin.

Die erste Vorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm und stellvertretender Vorsitzender Paul Riederer stellten Aktivitäten im Jahr 2010 und Schwerpunkte für 2011 der BN-Kreisgruppe Landshut vor:

Aktiv im klassischen Arten- und Naturschutz

Dank dem Engagement seiner aktiven Mitglieder hat sich die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut mit zahlreichen Maßnahmen im Arten- und Naturschutz vor Ort auch im Jahr 2010 als ein am Gemeinwohl und am Schutz der Lebensgrundlagen für Menschen, Tieren und Pflanzen orientierter Verband dargestellt: Das sind z.B.

  • Biotop- und Landschaftspflegemaßnahmen: Durch die von BN-Mitgliedern auch im Jahr 2010 durchgeführte ein- bis zweimalige Mahd an Pflegegrundstücken können sich Wiesengrundstücke und vom BN angelegte Streuobstwiesen zu wahren Biotopen mit einer großen Artenvielfalt entwickeln. So finden sich in kleinen Parzellen eine Vielzahl von Pflanzen, Kriechtieren, Schmetterlingen und Vögel ein. Spaziergänger und Schulkinder entdecken die neu geschaffenen kleinen Paradiese, wo die Natur kostenlos erlebt werden kann. Die Natur kann auch erlebt werden entlang eines Naturlehrpfades, der von der BN-Ortsgruppe Pfeffenhausen angelegt wurde. Eine ähnliche Einrichtung ist in der Ergoldinger Isarau von der dortigen Ortsgruppe für dieses Jahr geplant.
  • Amphibienschutzmaßnahmen: Aufgrund des langanhaltenden Winters verkürzte sich die Zeit, in welcher Amphibien ihre Laichplätze aufsuchen auf wenige Tage, so dass die ehrenamtlich tätigen Amphibienschützer der BN-Ortsgruppen im Landkreis Landshut alle Hände voll zu tun hatten, in kurzer Zeit an 13 Amphibienübergängen die mobilen Krötenschutzzäune aufzubauen, die dort dann vorgefundenen 9000 Amphibien über die Straße beziehungsweise zu ihrem Laichgewässer zu tragen und sie so vor dem Verkehrstod zu retten. Im Jahr 2011 wird das Netz der Schutzzäune erweitert.
  • Landschaftsplan der Stadt Landshut: Um Landschaften dauerhaft zu schützen, sie also vor dem Zugriff vor Nutzungen, die ihre Zerstörung bedeuten, zu bewahren, sollte der Stadtrat von Landshut, die Ziele ihres Landschaftsplanes umsetzen, d. h. die als geplante Landschaftsschutzgebiete ausgewiesenen Flächen sollten unverzüglich in Landschaftsschutzgebiete umgewandelt werden.

Umweltbildung hat hohen Stellenwert

In der BN-Kreisgruppe Landshut mit ihren 15 Ortsgruppen hat die Umweltbildung für Erwachsene und Kinder einen hohen Stellenwert. Die BN-Kindergruppen der Stadt und im Landkreis Landshut trafen sich regelmäßig, um die Natur zu erleben und sie auf spielerische Art und Weise kennen zu lernen. In mehreren Landkreisorten führten BN- Aktive Naturtage als Beitrag zum örtlichen Schulferienprogramm durch. Die BN- Kreisgruppe beteiligte sich außerdem an einem Bachprojekt in der Mittelschule Schön-brunn. Das Bildungsprogramm für Erwachsene beinhaltete Vorträge und Besich-tigungen zu den Themenbereichen „Natur-, Arten- und Umweltschutz“, „ökologischer Landbau“, „regenerative Energieträger und Klimaschutz“. Die im Bildungsprogramm angebotenen naturkundlichen Exkursionen unter dem Motto „Natur kennen lernen, erleben und schützen“ waren auch im Jahr 2010 sehr beliebt. Es wurden sowohl Lebensräume heimischer Tier- und Pflanzenarten als auch geologisch und archäologisch interessante Orte aufgesucht.

Vom 19. Februar bis 6. März 2011 zeigt der BN in der Kleinen Rathausgalerie der Stadt Landshut die Ausstellung „Grenzen trennen – Natur verbindet – Das Grüne Band Europas“. Das „Grüne Band“ läuft entlang des sogenannten „Eisernen Vorhangs“, der ehemaligen politischen Grenze zwischen Ost und West, und ist heute der längste Biotopverbund Europas.

Schwerpunktthema Atomenergie

Das Jahr 2010 war maßgeblich bestimmt von den Demonstrationen gegen die erst drohende und schließlich beschlossene Verlängerung der Laufzeiten der 17 deutschen Atomkraftwerke. So beteiligten wir uns sowohl am 24. April 2010 in Elmshorn an der Menschenkette von ca. 120.000 Menschen zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel, als auch an den Großdemonstrationen gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken am 18. September in Berlin und am 09. Oktober in München. Der Bund Naturschutz ist Mitglied im Bündnis für Atomausstieg (BüfA) in Landshut, welches seit vergangenen Oktober monatlich zum Count Down für Isar I aufruft mit dem Ziel, dass das AKW Isar I nach dem vormals gültigen Atomkonsens im Juni 2011 vom Netz geht. Das gleiche Ziel verfolgen die wöchentlich stattfindenden Mahnwachen in Niederaichbach, an denen sich der BN ebenfalls beteiligt.

Der Widerstand gegen eine Verlängerung der Laufzeit für Isar I um acht Jahre wird auch im Jahr 2011 in verschiedenen Formen fortgesetzt: Mit der monatlichen Count Down für Isar I-Demonstration vor dem Landshuter Rathaus, mit den wöchentlichen Mahnwachen in Niederaichbach und mit einer Umzingelung des Atomkraftwerksgelän-des am 4. Juni 2011.

B 15 neu: Widerstand immer stärker

Die B 15 neu, die zwischen Schierling und Ergoldsbach in Bau ist, stellt entgegen ihrer Bezeichnung nicht eine Bundesstraße, sondern eine 27 Meter breite vierspurige Autobahn mit Standstreifen dar. Sie soll hauptsächlich dem Fernverkehr dienen und den Raum München entlasten. Sie wird Orte an der geplanten Trasse Kaum vom Ziel- und Quellverkehr entlasten, auch nicht das innerörtliche Verkehrsaufkommen in der Stadt Landshut. Der Bau der B 15 neu vernichtet in einer noch bäuerlichen Kulturlandschaft wertvolle landwirtschaftliche Flächen und Lebensräume für viele, teils seltene Tier- und Pflanzenarten. In der Bevölkerung – vor allem im südlichen Landkreisgebiet – ist im letzten Jahr der Widerstand gegen diese Autobahn zunehmend gewachsen. So gründeten sich auf Initiative des Bundes Naturschutz in Essenbach, Adlkofen, Geisenhausen, Vilsbiburg, Velden und Wurmsham Bürgerinitiativen „Stop B 15 neu“, die von Hunderten von Bürgerinnen und Bürgern unterstützt werden. Der Bund Naturschutz forderte zusammen mit den Bürgerinitiativen und der „Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der B 15 neu“ in einem Brief an den Verkehrsauschuss des Deutschen Bundestages mit Nachdruck den Stopp der Planungen für die B 15 neu spätestens an der A 92 bei Essenbach und die Streichung des Planungsabschnittes Essenbach (A 92) - Schwindegg (A 94) - Rosenheim (A 8) aus dem Bundesverkehrs-wegeplan. Auf Antrag des BN und der Bürgerinitiativen wurden in Adlkofen, Geisenhausen und Wurmsham vom Gemeinderat sowie in Vilsbiburg vom Stadtrat mit deutlicher Mehrheit Beschlüsse gefasst, in denen ebenfalls der Stopp der B 15 neu an der A 92 gefordert wird. Einen ähnlichen Beschluss fasste auch der Gemeindrat von Essenbach. Der Widerstand gegen die B 15 neu überschritt im vergangenen Jahr auch die Landkreis- und Bezirksgrenze: In der oberbayerischen Gemeinde Buchbach wurde ebenfalls eine Bürgerinitiative gegründet.

Zusammen mit den Bürgerinitiativen und betroffenen Grundstücksbesitzern wird sich der Bund Naturschutz auch im Jahr 2011 mit allen demokratischen und rechtlichen Mitteln gegen die Autobahn B 15 neu wehren und sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen von Mensch, Tier und Pflanzen einsetzen.

Projekte in Landshut im Jahr 2011

  • „Quer durch Landshut“: Erstmals im Jahr 2011 führt die BN-Kreisgruppe ein von der Glücksspirale über den Bayerischen Naturschutzfonds gefördertes Projekt durch. Mit „Quer durch Landshut – Transekt durch Landshuter Stadtnatur“ wird über die Bedeutung des Arten- und Biotopschutzes im besiedelten Bereich informiert. In einem etwa ein Kilometer breiten Korridor quer durch Landshut werden ca. 20 repräsentative Habitate ausgewählt, zu denen Informationen über die dort vorkommenden Arten, deren Lebensraumansprüche und Schutzwürdigkeit in einer Broschüre zusammengestellt werden.
  • „Z’ammsteh“: Von der Gruppe BN 2.0 – einem Netzwerk junger Aktiver im Bund Naturschutz – wird im September 2011 auf der Mühleninsel in Landshut das Umweltbildungsprojekt „Z’ammsteh“ durchgeführt. Dieses Generationen übergreifende Projekt soll die Zusammenarbeit, das gegenseitige Verstehen, das voneinander Lernen und das Eintreten für ein gemeinsames Ziel zwischen alt und jung fördern. Bei dem Treffen von Menschen unterschiedlichen Alters steht im Mittelpunkt der Austausch von Erfahrung und Wissen und die gegenseitige Unterstützung durch Weitergabe von generationenspezifischer Erfahrung. Ziel der zweitägigen Veranstaltung besteht darin, junge, aktive und engagierte Natur- und Umweltschützer mit den „alten Hasen des Naturschutzes“ bekannt zu machen. Mit dem Projekt wird auf einer Grünfläche ein offenes Programm zum Mitmachen angeboten, beispielsweise alte Handwerkstech-niken wie Sensendengeln, Sensenmähen, Korbflechten oder Besenbinden. Im Gasthof „Zur Insel“ finden eine Podiumsdiskussion zum Thema „Umweltschutzbewegung gestern und heute“ mit alten und jungen Naturschützern, ein Intensivkurs „Neue Aktionsformen – Umweltschutz im Jahr 2011“ sowie eine „Ideenschmiede“ statt.

Dutzende Bäume ohne Genehmigung gefällt

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 3.11.2010)

Die Vorarbeiten im Neubaugebiet Brüder-Grimm-Straße sorgen für heftigen Ärger

Im Juli sah es auf dem Areal noch so aus. Das Häuschen ist inzwischen verschwunden. Dessen Beseitigung war rechtens. (Foto: privat)
Nach der Fällaktion blieben nicht mehr sehr viele Bäume übrig. Nun soll geklärt werden, wer dafür verantwortlich ist. Das Bild enstand am 1.11.2010. (Foto: rüd)

Landschaft mit weltweiter Bedeutung

Die freifließende Donau und ihre Altwässer sind einmalige Lebensräume für seltene Tierarten (Foto: Christian Sedlmeier)

Georg Kestel referierte über den Artenreichtum in Fluss und Aue

Fische Vögel, Pflanzen und Amphibien brauchen zum Wandern Übergänge zwischen sich ständig verändernden Flusslandschaften. Der Bund Naturschutz unterstützt daher für den Artenschutz eine stärkere Beachtung der Wandergewohnheiten von Lebewesen durch zusammenhängende Landschaftstypen. Isarmündung und Donau beherbergen derzeit noch eine weltweit bedeutende Artenvielfalt. Den mit einer Staustufe geplanten Donauausbau sieht jedoch Landschaftsarchitekt Georg Kestel als große Gefährdung. In seinem Vortrag zum Auftakt der BN-Veranstaltungsreihe „Biodiversität – Reichtum des Lebens“ im Gasthof "Zur Insel" referierte er über die Zusammenhänge von Fluss und Aue.

Donau und Isar sind schon seit Urzeiten wichtige Wanderrouten für Pflanzen, Menschen und Tiere. Diese Flusslandschaften müssen nach Ansicht des Landschaftsarchitekten dafür aber unbedingt ihre Dynamik behalten und sich ständig verändern können. Er erklärte, dass über 50 Fischarten in Isar und Donau zwischen Straubing und Vilshofen leben. Ihre Lebensräume überschneiden sich und viele sehr bedrohte Fischarten seien nur hier in besonderer Menge zu finden. Ein Beispiel hat Kestel selbst untersucht: Der Fisch "Nase" überwintert in tieferen Gewässern. Im Frühjahr wandert er zum Laichen flussaufwärts in flache Kiesgründe. Im Sommer besiedeln seine Jungfische Altwasser und Buchten. Später ziehen sie in die Seitenarme des Flusssystems und wandern bald wieder in tiefere Gewässer. Dies zeige, dass nur eine Durchlässigkeit der Flussläufe den Zyklus eines Fischlebens ermöglicht. Zur lebendigen Dynamik gehöre eine Veränderung der Wassertiefe, des Substrates, der Abflüsse, Nährstoffgehalte und Grundwasserstände, etwa durch Hoch- und Niedrigwasserzeiten. Wie eine Studie über die Donau bei Vohburg zeige, könnte durch bauliche Ersatzmaßnahmen wie Umgehungsgerinne für Staustufen eine solche Dynamik aber kaum erreicht werden. Dort stürben die "Nasen" allmählich aus.

Die Isarmündung und der Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen seien für die Biodiversität jetzt noch einmalige Räume erklärte Kestel. Zugvögel wandern an der Donau entlang, Pflanzen abwärts von den Alpen über die Isar und aufwärts von der Pannonischen Tiefebene. Wiesenbrüter finden häufig nur hier noch Quartier. Das Blaukehlchen und der Halsbandschnäpper brüten hier. 144 Muschel- und Schneckenarten leben im Isarmündungsgebiet. 8600 Hektar Vogelschutzgebiet könnten die Grundausstattung für einen späteren Nationalpark sein. Mitunter fänden sich bis zu 1000 Pflanzenarten in einem Lebensraumkomplex, Weichholzauen mit Weiden, Hartholzauen mit Eschen, Ulmen und Stieleichen und Kiesbänke mit besonders an Wasserschwankungen gewöhnten Pflanzen. Aus alledem leite sich eine besondere Verantwortung für den Artenschutz in dieser Landschaft mit weltweiter Bedeutung ab.

Der von der Rhein-Main-Donau AG geplante Donauausbau mit einer Staustufe sei im Gegensatz zu diesen Erkenntnissen mit massivem Eingreifen in die Flusssohle verbunden. Der Grundwasserspiegel werde sich über längere Zeit tiefer absenken als vermutet. Die Qualität der Substrate ginge verloren, Tierwanderwege würden durchbrochen. Dieses Unterfangen würde die gegebenen Naturqualitäten jedoch zerstören, stellte Kestel abschließend fest.

"Gute Jagd ist Dienstleistung am Wald"

Waldbesitzer und Naturschützer informieren sich über Waldumbau im Universitätswald

(Nachfolgender Artikel wurde übernommen mit freundlicher Unterstützung durch die Landshuter Zeitung, Ausgabe vom 12. Mai 2010)

Die biologische Vielfalt schützen

Die Amphibien zählen zu den am stärksten bedrohten Tierarten. Das Foto zeigt einen Grasfrosch.

Der Erhalt der Arten und ihrer Lebensräume stand im Mittelpunkt beim BN-Herbsttreffen

Zum diesjährigen Herbsttreffen der 15 Bund-Naturschutz-Ortsgruppen aus dem Landkreis Landshut konnte BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm zahlreiche Teilnehmer im Gasthof zur Insel in Landshut begrüßen, stand doch auch das Thema Biodiversität auf der Agenda der Versammlung. Laut UNO stellt der fortschreitende Verlust der biologischen Vielfalt und der Klimawandel das größte umweltpolitische Problem des beginnenden 21. Jahrhunderts dar. Die Biodiversität – die biologische Vielfalt – hat viele Namen und Gesichter. Sie meint die gesamte Vielfalt des Lebens, also alle Pflanzen- und Tierarten und ihre Lebensräume, aber auch deren genetische Vielfalt. Dieser Reichtum weiche zusehends einer biologischen Armut, stellte Dr. Christine Margraf, stellvertretende BN-Artenschutzreferentin, eingangs ihres Referates fest. So stünden in Bayern 50 Prozent der Tier- und 43 Prozent der Pflanzenarten auf der Roten Liste und 70 Prozent der Lebensräume gelten als gefährdet. Die Gründe der Gefährdung reichten unter anderem von der unmittelbaren Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen, wie beispielsweise durch Siedlungs- und Straßenbau, über die intensive Landwirtschaft bis zum schnellen Temperaturanstieg infolge des vom Menschen verursachten Klimawandels. In vielen Regionen Bayerns seien wertvolle Biotoptypen wie Feuchtwiesen auf weniger als ein Prozent der ursprünglichen Fläche geschrumpft, in weniger als 100 Jahren wurden über 80 Prozent der bayerischen Moore zerstört, so Dr. Margraf.

Daneben stehe der wachsende Wunsch der Bevölkerung nach intakter Natur. Viele ehrenamtliche Arten- und Biotopschützer setzen sich für den Erhalt der Arten und ihrer Lebensräume ein. Der Freistaat Bayern habe zwar eine Biodiversitätsstrategie entwickelt, er müsse nach Ansicht von Christine Margraf aber mehr tun, um sein Naturerbe zu erhalten. So müsse unter anderem der Biotopverbund forciert sowie ein System von Wäldern mit natürlicher Entwicklung auf mindestens fünf Prozent der Fläche geschaffen werden. Die Wiederbewässerung der letzten vorhandenen Moorlandschaften und die Renaturierung der Flussauen seien dringend nötig. Unverzichtbar sei die Reduzierung des Flächenverbrauchs von derzeit rund 94 Hektar pro Tag auf maximal 30 Hektar pro Jahr. Auch die personelle Aufstockung der Unteren und Höheren Naturschutzbehörden und die Aufstockung der finanziellen Mittel für den Naturschutz in allen Ressorts sei dringend nötig, denn die Umsetzung internationaler Verpflichtungen wie Natura 2000 oder auch der bayerischen Biodiversitätsstrategie brauche mehr Personal und Finanzen.

Anknüpfend an das Referat stellte BN-Geschäftsstellenleiterin Brigitte Englbrecht fest, dass zur Erhalt der Artenvielfalt im Landkreis Landshut Mitglieder der BN-Ortsgruppen viele Stunden ihrer Freizeit opfern. Das treffe neben zahlreichen Biotoppflegemaßnahmen vor allem auf den Amphibienschutz zu. So hätten in diesem Frühjahr über 9000 Amphibien vor dem Straßentod gerettet werden können, das sei eine Steigerung um 3000 Exemplare gegenüber dem vorigen Jahr. Rund 4000 Meter Folienzäune seien zum Schutz dieser besonders stark gefährdeten Tierart im Frühjahr aufgestellt und betreut worden. Im kommenden Jahr sollen nochmals 700 Meter dazukommen.

Stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer wies darauf hin, dass sich im Landkreis Landshut und seit kurzem auch im benachbarten Landkreis Mühldorf eine starke Widerstandsbewegung gegen die B 15 neu formiert habe. Dieser geplante Straßenbau stehe eindeutig der bayerischen Biodiversitätsstrategie entgegen. Verbrauche doch diese autobahnähnliche Fernstraße enorm viel Boden, zerschneide die Landschaft, belaste Menschen und schade der Natur. Deshalb lehnen nicht nur Bürgerinitiativen sondern auch Gemeinden im südlichen Landkreisgebiet die Weiterplanung der B 15 neu von der A 92 über die Isar nach Süden ab.

Heizen mit Holz – aber richtig

Armin Treidl (links) referierte über das umweltschonende Heizen mit Holz; Professor Dr. Herbert Jans leitete die Veranstaltung

Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und die Landshuter Energieagentur (LEA) starteten ihre öffentliche Veran­staltungsreihe „Energien, Ressourcen und Klima“ am Dienstag, 26. Oktober, im Vortragsraum des Kompetenzzentrums Mann in Landshut mit dem Vortrag „Heizen mit Holz – ohne schädliche Umwelteinflüsse“. Nach der Begrüßung der über 70 Teilnehmern durch Veranstaltungsleiter Professor Dr. Herbert Jans, BN-Energiefachbeirat, stellte Bezirkskaminkehrermeister Armin Treidl neue Techniken für Kaminöfen sowie Scheitholz-, Hackschnitzel- und Holzpellets-Heizungen vor. Er sprach über die Entstehung und Auswirkungen von Feinstaub sowie über die neue Bundesemissionsschutzverordnung und ihre Auswirkungen auf die Betreiber von Holzfeuerstätten. Der Referent erklärte das richtige Heizen mit Holz und wies auf Filter­techniken für Holzöfen hin. Kaminöfen und Holzheizungen verschiedenen Typs konnten im Ausstellungsraum der Firma Mann besichtigt werden. Über deren Technik und Einsatzmöglichkeiten wurde umfassend informiert.

„Müssen viele Jahre mit dem atomaren Risiko leben“

Bund-Naturschutz-Kreisgruppe gegen Laufzeitverlängerung von Isar 1

Der Bund Naturschutz (BN) kritisiert die Beschlüsse der schwarz-gelben Bundesregierung zur Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Diese Beschlüsse seien ein trauriges Dokument für die Abhängigkeit dieser Regierung von den Gewinninteressen einiger weniger Atomkonzerne zu Lasten zukunftsfähiger regionaler und mittelständischer Unternehmen im Energiebereich sowie auch selbständiger Stadtwerke, stellt Kathy Mühlebach-Sturm, die Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, fest. Noch nie habe sich eine Bundesregierung so den Interessen einer bestimmten Branche der Wirtschaft unterworfen. Die Entscheidung, Atommeiler im Durchschnitt zwölf Jahre länger laufen zu lassen als bisher vorgesehen, sei ein Milliardengeschäft für die vier großen Energieunternehmen, die 80 Prozent des deutschen Strommarktes beherrschen. Die Mehrheit der Bevölkerung lehne die Atomenergie ab. Das werde sich auch nicht ändern, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und Politiker von CDU/CSU und FDP jetzt versuchen, ihre fragwürdigen energiepolitischen Entscheidungen vom Wochenende schön zu reden, so Mühlebach-Sturm.


Nachdem sogar für die älteren Atommeiler, wie Isar 1, eine Verlängerung der Laufzeit von acht Jahren vorgesehen sei und dafür nicht einmal mehr eine Nachrüstung verlangt werde, hätten die Betreiber einen hohen finanziellen Profit, die Bevölkerung müßte jedoch über Jahre hinaus mit dem atomaren Risiko leben, betont stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer. Die Verlängerung der AKW-Laufzeiten bedeute nicht nur mehr Risiko, sondern auch immer noch mehr Atommüll, der tausende nachfolgende Generationen belasten wird. Dieses Problem sei in Berlin genauso wenig ein Thema gewesen wie die Bauweise der alten Atomkraftwerke. Es sei kein Geheimniss, dass das Reaktorgebäude von Isar 1 weder gegen einen Absturz einer Militärmaschine noch schon gar nicht gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs geschützt ist. Beim Absturz eines Flugzeugs auf Isar 1 komme es zur katastrophalen Freisetzung radioaktiver Stoffe. Ebenso wenig sei das Atommüllzwischenlager auf dem Werksgelände gegen Einwirkungen von außen geschützt, gibt Riederer zu bedenken.


Der Bund Naturschutz werde mit seinem Widerstand gegen die Atomkraft nicht nachlassen und ruft zur Beteiligung an den Großdemonstrationen am 18. September in Berlin und am 9. Oktober in München gegen die längeren Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke, insbesondere von Isar 1, auf. Jeden Montag findet in Ohu vor Isar 1 und 2 eine Mahnwache statt. Treffen ist jeweils um 18 Uhr beim Rathaus in Niederaichbach, gegenüber der Kirche.

Jahresmitgliederversammlung 2010

Die BN-Kreisgruppe zeigte in Elmshorn Flagge bei der Großdemonstration für den Atomausstieg

Aktivitäten auf vielen Gebieten

Bund Naturschutz blickt bei Mitgliederversammlung auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Die erste Vorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm konnte zur Jahresmitgliederversammlung der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe im Gasthof „Zur Insel“ in Landshut am 18. Mai 2010 zahlreiche Mitglieder begrüßen. In ihrem Tätigkeitsbericht, wies sie darauf hin, dass im Jahr 2009 allein 1000 Arbeitsstunden ehrenamtlich im klassischen Natur- und Artenschutz hauptsächlich in den BN-Ortsgruppen geleistet wurden. Besonders hob die Vorsitzende auch die zahlreichen Aktivitäten auf dem Gebiet der Umweltbildung sowie den Zuwachs bei den Mitgliederzahlen hervor, welche die Viertausendergrenze überschritten hat.

Neben einem Kurzvortrag von Diplom-Geologe Dr. Johannes Hartmann, dem Vorsitzenden der BN-Ortsgruppe Ergoldsbach, zur digitalen Kartierung von Biotopen, Tier- und Pflanzenarten sowie nach Berichten aus den einzelnen BN-Ortsgruppen standen bei der Versammlung vor allem Aktionen im Blickpunkt, die sich mit überregional bedeutsamen Themen beschäftigten. So wurde berichtet, dass viele Mitglieder der BN-Kreisgruppe selbst weite Anreisen nicht gescheut hätten, um an Demonstrationen in Berlin und in Elmshorn für den Atomausstieg teilzunehmen. In Elmshorn habe man sich mit 120 000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer 120 Kilometer langen Menschenkette vereint, um mit allem Nachdruck für den gesetzlich beschlossenen Atomausstieg zu demonstrieren.

Die B 15 neu war ebenfalls Thema bei der Versammlung. So berichtete Stefan Englbrecht, der Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Vilsbiburg, vom gerade im letzten Jahr entstandenen großen Widerstand gegen diese Autobahn. Seien doch vor allem im südlichen Landkreisgebiet Bürger ganz konkret betroffen von der Zerstörung der Landschaft, von Lärm und Abgasen, sollte die B 15 neu über die A 92 bei Essenbach nach Süden weitergebaut werden. So haben sich mit Unterstützung des Bundes Naturschutz in Essenbach, Adlkofen, Geisenhausen, Vilsbiburg, Velden und Wurmsham Bürgerinitiativen „Stop B 15 neu“, gegründet, die sich gegen die Planung der B 15 neu auf diesem Abschnitt wehren. Unterstützung haben die BN-Ortsgruppen und die Bürgerinitiativen bereits von den Gemeinden Adlkofen und Geisenhausen sowie der Stadt Vilsbiburg bekommen, deren Gemeinde- und Stadträte sich mit großer Mehrheit ebenfalls für einen Stopp der B 15 neu an der A 92 bei Essenbach ausgesprochen haben, stellte Englbrecht erfreut fest.

Der Bund Naturschutz setze sich für vernünftige, zukunftsfähige Mobilitätskonzepte ein, denn es gehe nicht nur darum, Artenreichtum und Landschaft vor Versiegelung zu schützen, sondern es gehe auch um weltweit bedeutsamen Klimaschutz, betonte Kathy Mühlebach-Sturm. Daher sammelte die BN-Kreisgruppe auch Einwendungen gegen die Planung einer dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen. Die Einwendungen berücksichtigen die neu vorgelegten Gutachten der Flughafen München GmbH (FMG) und die derzeitige gesamtwirtschaftliche Lage. Es reiche nicht aus, die eigene Meinung zu äußern, sondern ständige Auseinandersetzung mit Umweltthemen und Aufklärungsarbeit seien unerlässlich, wenn der Umstieg auf eine Ressourcen schonende Energieversorgung erreicht werden soll, so Mühlebach-Sturm. Daher stellte die BN-Kreisgruppe die erneuerbaren Energien wieder in den Mittelpunkt einer Vortragsreihe und initiierte unter Federführung von BN-Energiefachbeirat Professor Dr. Herbert Jans die erfolgreiche Thermographie-Aktion zum Aufdecken von Wärmelecks an Gebäuden sowie die Aktion zum Austausch von stromfressenden Heizungsumwälzpumpen. Besonders erfreulich sei es, dass für diese beiden Aktionen Partner aus der regional verankerten Wirtschaft gewonnen werden konnten, erinnerte stellvertretender Vorsitzender Paul Riederer.

Menetekel Tschernobyl

Bund Naturschutz fordert Ende der Atommüllproduktion

Am 26. April 1986 zerriss um 1.23 Uhr eine gewaltige Explosion den Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. Eine große Menge an Radioaktivität wurde durch die Reaktorkatastrophe freigesetzt. Der radioaktive Staub wurde vom Wind  über weite Gebiete Europas verteilt. Darauf weist der Bund Naturschutz (BN) in einer Pressemitteilung anlässlich des Atomunfalls in der Ukraine vor 24 Jahren hin. Dass ein atomarer Unfall auch in Deutschland stattfinden kann, sei keinesfalls unwahrscheinlich, betont Kathy Mühlebach-Sturm, die Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Landshut. Berichtet doch die „Risikostudie Kernkraftwerke“ der Bundesregierung von einer nicht auszuschließenden Reaktorkatastrophe. Die Risikostudie stelle die Wahrscheinlichkeit einer Reaktorkatastrophe fest, über deren Eintrittsdatum mache sie keine Aussage. Ein  Reaktorunfall könne aber schon morgen passieren, gibt Mühlebach-Sturm zu bedenken.  
Laut Bund Naturschutz sei es völlig unverantwortlich, den beschlossenen Atomausstieg wieder rückgängig machen zu wollen und den Atommüllberg durch Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke weiter wachsen zu lassen, obwohl die Entsorgung des hochgiftigen Atommülls völlig ungelöst sei. Das Atommüll-Zwischenlager in Niederaichbach würde damit als „provisorisches Endlager“ weiter bestehen, betont stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer. Der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke blockiere auch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und gefährde deshalb Tausende von zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen. Als Konsequenz aus dem Menetekel Tschernobyl und insbesondere aus Gründen der moralischen Verantwortung gegenüber  vieler nachfolgender Generationen, die die enorme Last der Atommüllendlagerung über viele tausend Jahre zu tragen haben, fordert der Bund Naturschutz das Ende der Atommüllproduktion.  Insbesondere müsse das Atomkraftwerk Isar 1 auch aus Sicherheitsgründen zum gesetzlich festgelegten Zeitpunkt im Jahr 2011 abgeschaltet werden. Es sei unverständlich, dass sich Ministerpräsident Horst Seehofer für einen unbefristeten Weiterlauf dieses Altreaktors einsetzen will, so die Naturschützer.

Entdecke den Urwald vor deiner Haustüre

BN startet neue Aktion für Nationalpark Steigerwald

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) startet eine Internetkampagne für einen Nationalpark Steigerwald mit einer Presseaktion in der Nürnberger Fußgängerzone. „Mit unserer Online-Aktion wollen wir auf die bayern- und deutschlandweite Bedeutung dieses geplanten Nationalparks hinweisen“, so Hubert Weiger, 1. Vorsitzender des BN. „Wir wollen auf unserer Website www.ja-zum-nationalpark-steigerwald.de in einem ersten Schritt mindestens 11.000 Unterschriften sammeln für 11.000 Hektar Wald im Nationalpark.“ Zusammen mit Partnern aus der Steigerwaldregion, Bayern und Deutschland wirbt der BN dafür, die Laubwälder im Steigerwald durch einen Nationalpark zu schützen.

Es gibt viele Unterstützer eines Nationalparks im Steigerwald. Wegen des großen Drucks der Nationalparkgegner vor Ort ist es allerdings für Einheimische sehr schwierig sich für den Nationalpark auszusprechen bzw. eine sachliche Diskussion zu fordern. Ein im Steigerwald lebender und besonders naturverbundener Mensch hat sich allerdings nach Nürnberg aufgemacht und ist am Informationsstand des Bundes Naturschutz in der Nürnberger Fußgängerzone aufgetaucht: der „STEIGER-MÄN“. Er berichtet von seinen Sorgen um die alten Buchen im Steigerwald und bittet um Unterstützung bei seinem Anliegen, die alten Buchenwälder unserer Heimat zu beschützen. Der STEIGER-MÄN wirbt auch online für den Nationalpark.

Online unterschreiben für den Nationalpark

Unter dem Motto „Ja zum Nationalpark Steigerwald“ hat der Bund Naturschutz eine neue Kampagne gestartet. Auf www.ja-zum-nationalpark-steigerwald.de kann man online für den Nationalpark unterschreiben.

Prominente Unterstützer haben bereits „Ja zum Nationalpark Steigerwald“ gesagt: u. a. die Schauspieler Christian Wolff und Hardy Krüger Jr. sowie Christian Grzimek, der Enkel des berühmten Tierfilmers Prof. Bernhard Grzimek. Die gesammelten Unterschriften werden der Bayerischen Staatsregierung übergeben, denn sie ist für die Ausweisung des Nationalparks zuständig. Erstes Ziel ist es, 11 000 Unterschriften für 11 000 Hektar Wald als Nationalpark zu sammeln.

Neben schnellen Ein-Minuten-Infos und ausführlichen Fakten findet man auf www.ja-zum-nationalpark-steigerwald.de auch viele interaktive Elemente: 360°-Panorama-Aufnahmen versetzen den Betrachter mitten in eine Urwaldszenerie des Steigerwalds hinein, man genießt einen Bergblick und entdeckt an einem Waldbach seltene Tiere. Es gibt Bildschirmpräsentationen, die man seinen Freunden und Bekannten per Mail zuschicken kann. Hier stellt sich zum Beispiel die über 300 Jahre alte Buche „Emma“ vor und welche lebenswichtigen Aufgaben sie Tag für Tag für die Menschen übernimmt.                           

Naturerbe Buchenwälder erhalten

„Wir tragen eine weltweite Verantwortung für das Ökosystem Buchenwald,“
erklärt Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes Naturschutz. „Genauso wie wir den Erhalt der Regenwälder in Brasilien fordern, müssen wir unsere alten Buchenwälder schützen. Diese Wälder gibt es nur Europa, mit Schwerpunkt in Deutschland. Heute sind nur noch letzte Reste übrig geblieben. Deswegen brauchen wir den Nationalpark Steigerwald.“ Deutschland liegt im Zentrum der weltweiten Buchenwald-Verbreitung und trägt deswegen besondere Verantwortung für den Erhalt der letzten naturnahen Buchenwälder.

Wenn nachfolgende Generationen noch erleben sollen, welcher Wald in Deutschland vor tausenden von Jahren Urwald war, dann muss ein Stück des Steigerwalds unter den Schutz eines Nationalparks gestellt werden. Der vom Bund Naturschutz geforderte Nationalpark würde sich ausschließlich auf dem Gebiet der Bayerischen Staatsforsten befinden, so dass kein privater Waldbesitzer davon betroffen wäre.

Hubert Weiger appellierte: „Schauen Sie auf www.ja-zum-nationalpark-steigerwald.de vorbei, nutzen Sie das interaktive Angebot, den Steigerwald zu erleben. Und bitte unterschreiben Sie für den Nationalpark Steigerwald!“

 

B 15 neu und Schweinemast

Geehrt wurden von Kathy Mühlebach-Sturm (zweite von links) Elisabeth Seewaldt (rechts), Martha Madlo (links) und Robert Gersdorf (zweiter von rechts)

Aktuelle Umweltthemen und Ehrungen beim KG- und OG-Herbsttreffen

Beim gemeinsamen Herbsttreffen der Kreisgruppe und der Ortsgruppen des Bundes Naturschutz im Gasthof „Zur Insel“ in Landshut am 22. Oktober 2009 befassten sich die zahlreichen Teilnehmer neben anderen Umweltthemen insbesondere mit der Planung B 15 neu und dem zunehmenden Widerstand gegen diese Fernstraße sowie mit den Auswirkungen der Massentierhaltung. Einleitend gab Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm einen Überblick über einige Aktivitäten der Kreisgruppe und Ortsgruppen im Sommerhalbjahr. Dabei erwähnte sie die Teilnahme an einer Großkundgebung in Rosenheim gegen die Grüne Gentechnik, an Demonstrationen im Erdinger Moos gegen die Dritte Startbahn und in Berlin für den Atomausstieg. Auch Leistungen für die Umweltbildung und für Artenschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen sprach sie an. Für 20 Jahre als Vorsitzenden der BN-Ortsgruppe Tiefenbach-Ast ehrte Mühlebach-Sturm Robert Gersdorf und für die gleiche Zeit Bertram Peters als zweiten Vorsitzenden und als Leiter von wasserkundlichen Exkursionen mit der silbernen Vereinsnadel sowie für 25 Jahre Mitglied im Bund Naturschutz Elisabeth Seewaldt, Vorsitzende der Ortsgruppe Bruckberg, und Martha Madlo, zweite Vorsitzende der Ortsgruppe Ergolding, mit einer Urkunde.

Professor Dr. Herbert Jans, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Geisenhausen, informierte über den wachsenden Widerstand gegen die B 15 neu bei der Bevölkerung im südlichen Landkreisgebiet. So seien mit Unterstützung des Bundes Naturschutz in Adlkofen und Geisenhausen Bürgerinitiativen unter dem Motto „Stopp B 15 neu“ gegründet worden. Sowohl in Adlkofen als auch in Geisenhausen habe man einen Antrag an den Gemeinderat eingereicht, der jeweils von mehreren hundert Bürgern unterzeichnet worden war. Der Antrag, für dessen Zustimmung die Gemeinderäte von den Unterzeichnern gebeten wurden, lautete: „Der Gemeinderat sieht keinen Bedarf für den Bau des Abschnitts Essenbach (A 92) – Adlkofen – Geisenhausen der B 15 neu und beauftragt deshalb den Bürgermeister, bei der Autobahndirektion Südbayern die Einstellung der Planungsarbeiten für den Abschnitt Essenbach (A 92) – Adlkofen – Geisenhausen – Schwindegg (A 94) zu beantragen. Außerdem fordert der Gemeinderat, diesen Planungsabschnitt aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.“ In Adlkofen habe der Gemeinderat, so Dr. Jans, mit 14:1 Stimmen für diesen Antrag gestimmt, in Geisenhausen folgte der Marktgemeinderat mit 11:6 Stimmen dem Antrag des Bundes Naturschutz und der Bürgerinitiative. Der Vilsbiburger BN-Ortsgruppenvorsitzende, Stefan Englbrecht, berichtete, dass auch in Vilsbiburg eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, die Autobahn B 15 neu müsse an der A 92 in Essenbach enden, ins Leben gerufen wurde. Auch hier seien bisher mehrere hundert Unterschriften für einen gleichlautenden Antrag, der dem Stadtrat übergeben werden soll, gesammelt worden. Im Bereich Velden wiederum werde die Gründung einer Bürgerinitiative „Stopp B 15 neu“ demnächst erfolgen, informierte BN-Ortsgruppenvorsitzender Ernst-Georg Eichner.

Das Thema Massentierhaltung im allgemeinen und die geplante Errichtung von großen Schweinemastställen in Unterwattenbach im besonderen wurde von der Versammlung ebenfalls diskutiert. So sei dort der Bau von zwei Schweineställen mit jeweils rund 1500 und ein Stall mit 2100 Mastplätzen beantragt, die Option auf Erhöhung der Mastplätze sei im Gespräch, berichtete stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer. Wenn diese Tierhaltung offiziell auch „als gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft“ bezeichnet werde, sind für den Bund Naturschutz Ställe in dieser Größenordnung industrielle Anlagen zur Massentierhaltung und zur industriellen Fleischproduktion mit negativen Folgen für die Tiere in den engen Ställen, für die Menschen in der Nähe solcher Anlagen sowie für Boden und Grundwasser durch die Gülleausbringung. Eine Beeinträchtigung des Oberflächen- und Grundwassers sowie der Tier- und Pflanzenwelt, so Riederer, sei zu befürchten, wenn große Mengen an Gülle, die in den drei Ställen anfallen werden, auf Acker- und Grünflächen im Isarmoos ausgebracht werden. Der Bund Naturschutz lehnt diese Art von Tierhaltung ab, er setzt sich dagegen für eine bäuerliche, artgerechte Tierhaltung, wie sie beispielsweise der ökologische Landbau praktiziert, ein, betonte unter Zustimmung aller Versammlungsteilnehmer Paul Riederer.

Gemeinsam gegen Agro-Gentechnik

Vandana Shiva gilt als Symbolfigur im Kampf gegen die Agro-Gentechnik

„Zivilcourage Landshut“ fährt zur Großveranstaltung mit Vandana Shiva

Abgesehen von wenigen Versuchsflächen sind Bayerns Äcker noch gentechnikfrei. So soll es auch bleiben, dafür kämpft die „Zivilcourage“ – eine Plattform, auf der sich der Bayerische Bauernverband, der Bund Naturschutz, die Ökoverbände, viele konventionell und biologisch arbeitende Landwirte, Imker, Bäcker, Metzger, Landhändler, private Verbraucherinnen und Verbraucher zusammengeschlossen haben. Bereits in 13 Landkreisen in Bayern haben sich „Zivilcourage“-Gruppen gegründet. Beim jüngsten Treffen der „Zivilcourage Landkreis Landshut“ in Rottenburg mit Vertretern des BBV, BN und Ökoverbänden stand die Großveranstaltung am 16. Februar mit Vandana Shiva in der Inntalhalle in Rosenheim im Mittelpunkt der Gespräche.

Es sei gelungen, mit der Physikerin Dr. Vandana Shiva, eine Symbolfigur der internationalen Bewegung gegen die Gentechnik als Rednerin nach Bayern zu holen, berichtete die Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut, Kathy Mühlebach-Sturm. Vandana Shiva habe in der Vergangenheit gezeigt, dass es sich lohnt, gegen den Zugriff auf kleinbäuerliche Strukturen Widerstand zu leisten. Dadurch sei sie zur Hoffnungsträgerin für Hunderttausende indischer Landwirte geworden, die sich aus der Abhängigkeit von Gentechnikkonzernen befreien und wieder eigene Sorten anbauen wollen, so Mühlebach-Sturm.

Die Bäuerin Maria Huber ergänzte, dass Vandana Shiva für ihr herausragendes Engagement schon 1993 mit dem Alternativen Nobelpreis und 2007 mit den „Blue-Planet-Award“ der Berliner Stiftung ethecon ausgezeichnet wurde. Vandana Shiva spricht auf der von der „Zivilcourage Rosenheim“ organisierten Kundgebung zum Thema „Zerstört die Agro-Gentechnik unsere Zukunft?“. Shiva, so Huber, setze sich auch für die Erhaltung ländlicher Strukturen ein. Die „Zivilcourage Landkreis Landshut“ beteiligt sich an der Großveranstaltung mit Demonstration in Rosenheim. Als Zeichen der eigenen regionalen Verwurzelung sollen auf Wunsch von „Zivilcourage“ die Teilnehmer möglichst auch in Tracht zu dieser Veranstaltung kommen.

Für die Veranstaltung in Rosenheim werden von der „Zivilcourage Landkreis Landshut“ Busse organisiert. Abfahrt ist in Rottenburg um 16.45 Uhr am Bushof, Bustours Amberger, Dieselstraße 12, in Landshut um 17.15 Uhr auf der Grieserwiese und um 17.30 beim Rasthaus Ecker in Hachelstuhl. Anmeldung ist erforderlich und kann ab sofort bei den Maschinenringen Rottenburg (08781-3319), Landshut (08703-93360), Vilsbiburg (08741-967821) oder bei der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut, Telefon 0871/23748, erfolgen.

Atomenergie im Gespräch

Bund Naturschutz organisiert Veranstaltungen zur Bundestagswahl

Beim jüngsten Treffen des Bundes Naturschutz (BN) im Café Himmel stand neben anderen Gesprächsthemen die Atomenergie im Mittelpunkt. Kritisiert wurde die Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung, sich nach der Bundestagswahl am 27. September verstärkt für den Weiterbetrieb von alten Atomkraftwerken, wie Isar 1, einzusetzen. Damit gefährde die Staatsregierung nach Ansicht des BN nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung und das Leben zukünftiger Generationen, sondern sie blockiere auch den schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien und damit Bayerns Energiezukunft. Mit dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke über die beschlossenen Ausstiegstermine hinaus wachse der Atommüllberg enorm weiter an, gab stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer zu bedenken. Allein die fünf bayerischen Atomkraftwerke in Ohu, Gundremmingen und Grafenrheinfeld haben schon bisher 4000 Tonnen hochradioaktiven Atommüll erzeugt, davon in Ohu rund 1500 Tonnen. Der Atommüll aus Isar 1 und 2 werde nun – weiß Gott wie lange  – in einer einfachen Halle in Niederaichbach gelagert. Der Weiterbetrieb der Reaktoren sei gegenüber den nachfolgenden Generationen unverantwortlich angesichts der völlig ungelösten Endlagerfrage, kritisierte Riederer. Mit der Forderung nach dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke entlarve sich der Widerstand der Staatsregierung und weiterer Politiker gegen die Planung eines Atommüllendlagers nahe der bayerischen Grenze beim tschechischen Krumau als Sankt-Florians-Politik, waren sich die Naturschützer einig.

Der Bund Naturschutz in Bayern werde den Atomausstieg und die Atommüllentsorgung zum zentralen Thema des Bundestagswahlkampfes machen.  Auch die BN-Kreisgruppe werde sich daran beteiligen, gab Riederer bekannt. So organisiere man für die bundesweite Großdemo „Mal richtig abschalten!“ am 5. September in Berlin, zu der neben zahlreichen Umweltschutzverbänden und Bürgerinitiativen auch der BN und der BUND aufrufen, eine Fahrt mit dem Bus. Abfahrt ist in Landshut um 5 Uhr, Rückkehr um Mitternacht. Nähere Auskunft und Anmeldungen sind unter Telefon 0871/22390 und 23748 möglich. Eine Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten der Parteien findet unter dem Motto „Kein Ausstieg aus dem Atomausstieg!“ am 10. September um 20 Uhr im Gasthof „Zur Insel“ statt. Den BN werden auf dem Podium BN- und BUND-Vorsitzender Professor Dr. Hubert Weiger sowie Atomphysiker und BN-Energiereferent Dr. Ludwig Trautmann-Popp vertreten und mit den Politikern und dem Publikum diskutieren. 

Nichts mit der Bundestagswahl, aber mit den Folgen radioaktiver Verseuchung habe, so Riederer, der Film „Todesstaub“ zu tun, den der BN und das Bürgerforum gegen Atomkraftwerke in Kooperation mit der Volkshochschule am 1. September um 19.30 Uhr im vhs-Vortragssaal zeigen und zur Diskussion stellen werden. Der Dokumentarfilm von Grimmepreisträger Frieder Wagner zeigt die gesundheitlichen Folgen des Einsatzes von Urangeschossen und Uranbomben während der Kriege im Kosovo und Irak. Regisseur Wagner ist bei der Filmvorführung anwesend und wird den Gästen nach der Vorführung seines Films Rede und Antwort stehen.

Gemeinsam gegen Agro-Gentechnik

„Zivilcourage Landshut“ bei Großveranstaltung in Rosenheim am 16. Februar 2009 mit Vandana Shiva

Abgesehen von wenigen Versuchsflächen sind Bayerns Äcker noch gentechnikfrei. So soll es auch bleiben, dafür kämpft die „Zivilcourage“ – eine Plattform, auf der sich der Bayerische Bauernverband, der Bund Naturschutz, die Ökoverbände, viele konventionell und biologisch arbeitende Landwirte, Imker, Bäcker, Metzger, Landhändler, private Verbraucherinnen und Verbraucher zusammengeschlossen haben. Bereits in 13 Landkreisen in Bayern haben sich „Zivilcourage“-Gruppen gegründet.

Die „Zivilcourage Landkreis Landshut“ beteiligte sich an der Großveranstaltung mit Demonstration in Rosenheim.Gemeinsam mit Vertretern des BBV und Ökoverbänden fuhren zahlreiche Mitglieder der Bund Naturschutz Kreisgruppe Landshut zur Großveranstaltung mit Vandana Shiva, welche am 16. Februar 2009 in der Inntalhalle in Rosenheim erfolgte.

Mit der Physikerin Dr. Vandana Shiva, war es gelungen eine Symbolfigur der internationalen Bewegung gegen die Gentechnik als Rednerin nach Bayern zu holen. Vandana Shiva zeigte auf, dass es sich lohnt, gegen den Zugriff auf kleinbäuerliche Strukturen Widerstand zu leisten. Dadurch ist sie zur Hoffnungsträgerin für Hunderttausende indischer Landwirte geworden, die sich aus der Abhängigkeit von Gentechnikkonzernen befreien und wieder eigene Sorten anbauen wollen.

Vandana Shiva wurde für ihr herausragendes Engagement schon 1993 mit dem Alternativen Nobelpreis und 2007 mit den „Blue-Planet-Award“ der Berliner Stiftung ethecon ausgezeichnet wurde. Vandana Shiva sprach auf der von der „Zivilcourage Rosenheim“ organisierten Kundgebung zum Thema „Zerstört die Agro-Gentechnik unsere Zukunft?“. Shiva setzte sich auch für die Erhaltung ländlicher Strukturen ein.

Impressionen von dieser Veranstaltung mit über 3.000 Teilnehmern zeigt nachfolgende Bildergalerie.

Thermografie-Aktion 2009 in Stadt und Landkreis Landshut

(Foto bereit gestellt mit freundlicher Unterstützung durch das Kompetenzzentrum der FH Landshut)

Informationsveranstaltungen für Hausbesitzer im Januar und Februar 2009

In diesem Winter können Hausbesitzer in Stadt und Landkreis Landshut ihr Haus zu einem Sonderpreis mit einer Wärmebildkamera auf Energieverluste hin untersuchen lassen. Die Thermografieaufnahmen können dann der Schritt zu weiteren Maßnahmen sein, mit denen Energie eingespart werden kann. „Wer heute ein neues Haus baut, der plant Maßnahmen zur Energieeinsparung natürlich schon mit ein. Aber was ist mit den vielen Hausbesitzern, die in den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren ihre Immobilie geschaffen haben?“. Diese Frage sei ausschlaggebend gewesen bei der Idee, eine Initiative zur Verbesserung der Wärmedämmung älterer Häuser zu starten, informiert Professor Dr. Herbert Jans, der Energie-Fachbeirat der BN-Kreisgruppe Landshut. Auf Initiative der Ortsgruppe Geisenhausen und der Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz (BN) wurde zusammen mit der Sparkasse Landshut und den beiden Energieberatern Prof. Dr. Josef Dollinger (Kompetenzzentrum der Hochschule Landshut) und Dipl.-Ing. (FH) Siegfried Kirner (Landshuter Energie-Agentur) jetzt ein preiswertes Angebot geschaffen, das nicht nur den Hausbesitzern bares Geld sparen kann, sondern auch der Umwelt nutzt und die heimische Wirtschaft stärkt.

Der Startschuss für die Thermografie-Aktion, die von der Stadt Landshut und dem Landkreis Landshut unterstützt wird, wurde, so Professor Jans, ganz bewusst in die kalte Jahreszeit gelegt, denn die Thermografie sei auf niedrige Außentemperaturen angewiesen. „Man kann bei diesen Temperaturen mit der speziellen Wärmebildkamera Aufnahmen von Gebäuden machen. Die Bilder geben die Wärmeabstrahlung des Hauses nach außen wieder“, erläuterten Prof. Dollinger und Diplomingenieur Kirner. So könnten Wärmebrücken und fehlende Dämmung genau erkannt werden. Wenn dann richtig gedämmt wird, spart man als Hausbesitzer bares Geld, weil man nicht mehr die Umwelt mitheizt. Zu den Bildern erhalten die Teilnehmer der Thermografie-Aktion nämlich auch einen detaillierten Bericht, in dem die möglichen Abhilfemaßnahmen aufgeführt werden.

„Die Aktion ist ein wichtiger Baustein, Ressourcen zu schonen, CO2-Emissionen in der Region zu reduzieren und Arbeitsplätze im heimischen Handwerk zu sichern“, so die übereinstimmende Meinung des 2. Bürgermeisters Dr. Thomas Keyßner der Stadt Landshut und des stellv. Landrates Josef Haselbeck des Landkreises Landshut. Deshalb stünden Stadt und Landkreis Landshut auch hinter dieser Aktion.

Prof. Josef Dollinger und Siegfried Kirner erklärten sich bereit, Außen- und ggf. Innenaufnahmen mit Bericht für Wohnhäuser zu einem Sonderpreis durchzuführen. Dabei erhält man für Häuser, bei denen der Bauantrag vor dem 31.12.1994 gestellt worden ist, einen staatlichen Zuschuss von 150 Euro.

Natürlich kosten die Investitionen in die moderne Wärmedämmung erst einmal Geld. Es gibt aber derzeit attraktive Förderprogramme für Gebäudedämmung und Heizungssanierung durch die KfW-Förderbank. „Wie man an diese Fördergelder herankommt, beraten als Aktionspartner die Fachleute der Sparkasse Landshut“, so Georg Högl, Leiter des BaufinanzierungsCenters der Sparkasse. Und dazu gibt es auch noch ein kleines „Zuckerl“: Wer nach einer Thermografie eine Finanzierung für Energiesparmaßnahmen bei der Sparkasse durchführt, erhält 50 Euro der Kosten für die Aufnahmen mit der Spezialkamera von der Sparkasse zurückerstattet.

„Damit stehen den Hausbesitzern, die ihre Energiekosten senken wollen, von der Analyse über die Ausführung bis hin zur Finanzierung die richtigen Ansprechpartner zur Verfügung“, bilanzierte Josef Wirkert, Vertriebsvorstand der Sparkasse. Hier werden die einzelnen Anfragen der Hausbesitzer koordiniert und gebündelt, was einen äußerst günstigen Sonderpreis für die Hausuntersuchung ermöglicht.

Im Januar und Februar finden vier Infoveranstaltungen statt und zwar am

Mittwoch, 21. Januar 2009, 19.30 Uhr, im Finanzzentrum der Sparkasse Vilsbiburg, Stadtplatz 31/32, 84137 Vilsbiburg

Mittwoch, 28. Januar 2009, 19.30 Uhr, im Finanzzentrum der Sparkasse Rottenburg, Max-von-Miller-Straße 17, 84056 Rottenburg a. d. Laaber

Donnerstag, 29.Januar 2009, 19.30 Uhr, im Finanzzentrum der Sparkasse Mallersdorf, Bahnhofstraße 1, 84066 Mallersdorf-Pfaffenberg.

Mittwoch, 11. Februar 2009, 19.30 Uhr, im Gasthaus Oberloher, Marktplatz, 84144 Geisenhausen

Bei allen vier Veranstaltungen wird jeweils eine kostenlose Thermografie-Untersuchung unter den Veranstaltungsteilnehmern verlost.

Anmelden für eine Thermografie-Untersuchung kann man sich bei den o. g. Veranstaltungen und bei der Sparkasse Landshut unter Telefon 01801526374 (zum Ortstarif) oder beim Bund Naturschutz unter Telefon 0871/23748 oder 22390. In den Filialen der Sparkasse und in der BN-Geschäftsstelle Landshut, Altstadt 105, geöffnet Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14.30 bis 17 Uhr, liegen auch Anmeldeformulare auf.

Einwendungen zur Errichtung einer neuen Kernkraftanlage am Standort Temelin

Am tschechischen Reaktorstandort Temelin sollen zwei weitere Reaktoren gebaut werden Foto: atomstopp-oberösterreich

Landshut, 6. Oktober 2008

Im laufenden Vorverfahren zur grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung zum Ausbau des Atomkraftwerks Temelin um zwei weitere Reaktorblöcke hat die Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) mit ihren über 4000 Mitgliedern an den tschechischen Umweltminister in Prag brieflich folgende Einwendungen erhoben:

1. Der erwartete Bedarf für zwei weitere Atomkraftwerksblöcke ist nicht nachvollziehbar.

Selbst unter der Annahme, dass eine Reihe von konventionellen Kraftwerken in den kommenden Jahrzehnten vom Netz genommen werden sollen, ist die Option auf den Bau neuer Atomkraftwerke nicht schlüssig dargestellt.

Insbesondere finden in der Bekanntmachung der CEZ die gewaltigen Überkapazitäten im Kraftwerksbereich, die seit dem Bau der ersten Blöcke von Temelin geschaffen wurden, keine ausreichende Würdigung. Diese Überkapazitäten führen seit Jahren zu einem anhaltend hohen Stromexportsaldo Tschechiens, insbesondere nach Deutschland.

Aber auch die Vorgaben der Europäischen Union im Hinblick auf eine Steigerung der Energieeffizienz erhalten in der Bekanntmachung keine angemessene Berücksichtigung. Die erklärten Ziele zur Stromeinsparung und zur rationellen Energienutzung sollten auch im EU-Mitgliedsland Tschechien umgesetzt werden und werden deutlichen Einfluss sowohl auf den Stromverbrauch, als auch auf den Kraftwerkspark nehmen. Neue Großkraftwerke mit niedrigem Wirkungsgrad und ohne Abwärmenutzung stehen im deutlichen Widerspruch zu den Zielen der europäischen Energiepolitik.

Absolut unrealistisch sind die erwarteten Beiträge der erneuerbaren Energien für die tschechische Stromversorgung. Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, warum in Tschechien erst in 20 Jahren ein Prozent der Solarstrommenge produziert werden soll, die in Bayern bereits 2007 erzeugt wurde. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass die Stromerzeugung aus Biogas in den kommenden 20 Jahren stagnieren soll. Auch der Beitrag der Windenergie ist viel zu niedrig angesetzt.

2. Die Prüfung der Alternativen ist vollkommen unangemessen.

In der Bekanntmachung wird der angestrebte Bau von 3400 Megawatt (MW) Atomkraftwerksleistung verengt mit einzelnen anderen Technologien verglichen, also ausschließlich mit Sonnenenergie, oder ausschließlich mit Geothermie, oder ausschließlich mit Windenergie. Seit Jahrzehnten ist es Stand der Debatte, dass eine zukunftsfähige Energiepolitik auf den Säulen Energieeinsparung, effiziente Energienutzung und einer breiten Palette der erneuerbaren Energien beruht. Bei der Prüfung der Alternativen muss also ein Szenario zum Vergleich herangezogen werden, das verschiedene Technologien optimal zusammenführt.

3. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ohne Benennung des Reaktortyps ist wertlos.

In der vorgelegten Bekanntmachung weigert sich die CEZ den geplanten Reaktortyp zu benennen. Uns, als dem größten Umweltschutzverband in Bayern mit über 170 000 Mitgliedern, ist in Deutschland kein Fall bekannt, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung für ein Projekt durchgeführt wird, das nicht hinreichend bestimmt ist. Erschwerend kommt noch dazu, dass sich im Spektrum der möglichen Atomkraftwerke Reaktoren befinden, die bisher noch keine Betriebserfahrungen, ja zum Teil noch gar keine Genehmigungen erhalten haben. Wir halten die Festlegung auf einen Reaktortyp und die detaillierte Darstellung von möglichen Auslegungsstörfällen und Störfällen, die eintreten können, wenn die Auslegung überschritten wird, gerade für eine grenzüberschreitende UVP für unerlässlich.

4. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung darf die gefährlichsten Abfälle nicht ignorieren.

Erstaunlicherweise macht die CEZ in ihrer Bekanntmachung keinerlei Angaben über die Behandlung und den Verbleib der hochradioaktiven Abfälle. Selbst für die schwachaktiven Abfälle sind die bisherigen Entsorgungslösungen alles andere als gesichert, wie wir in Deutschland in den letzten Jahren an den Lagern in Morsleben und in der Asse selbst feststellen mussten. Weit größer ist die Problematik bei den hochradioaktiven Abfällen. Nachdem weltweit kein Endlager vorhanden ist, muss beispielsweise die Bevölkerung in Stadt und Landkreis Landshut mit dem hohen Risiko der Zwischenlagerung des hochradioaktiven Abfalls in einer einfachen Halle auf dem Reaktorgelände von Isar 1 und 2 für mindestens 40 Jahre leben. Es ist für uns nicht akzeptabel, dass dieses Thema vollständig ausgeklammert wird.

Umweltbildung in der Praxis

BN-Exkursionen sind gefragt – Kein Interesse am Vereinsheim

Mit naturkundlichen Exkursionen vermitteln das Bildungswerks Bund Naturschutz (BN) und die Volkshochschule schon seit vielen Jahren Umweltbildung in der Praxis. Im vergangenen Jahr haben nach Angaben des BN über 650 Naturinteressierte an den 26 Veranstaltungen unter dem Motto „Natur entdecken, erleben und schützen“ teilgenommen. Schon über 400 Leute besuchten die bisher zehn in diesem Jahr stattgefundenen Veranstaltungen. Hier waren wiederum die vogelkundlichen Wanderungen unter Führung von Paul Riederer, der von dem Vogelkundler Philipp Herrmann bei der Vorstellung der Vogelarten unterstützt wurde, gefragt. Abgeschlossen wurden diese kürzlich mit einer Wanderung in das Naturschutzgebiet (NSG) „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Hangleite“, an der auch die kürzlich von der Stadt Landshut berufene Betreuerin für das Naturschutzgebiet, Viktoria Meysemeyer, teilnahm.

Riederer wies während der Exkursion neben vogel- und naturkundlichen Aspekten auch auf die Geschichte und die frühere militärische Nutzung dieses Geländes sowie auf die jahrelange gute Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Bund Naturschutz auf dem Gebiet des Landschafts-, Natur- und Artenschutzes hin. Diese Vorarbeit sei nach Auflösung des Bundeswehrstandortes die Voraussetzung gewesen, dass auf Initiative der BN-Kreisgruppe 278,5 Hektar dieses ehemaligen militärischen Übungsgeländes im Jahr 2001 von der Regierung von Niederbayern unter Schutz gestellt wurden, erinnerte Riederer. In einer Verordnung sei geregelt, welche Nutzung im Schutzgebiet gestattet ist und was die Erholung suchenden Besucher zu beachten haben. Auch von der Stadt aufgestellten Schilder weisen darauf hin.

Paul Riederer kam in diesem Zusammenhang auch darauf zu sprechen, dass laut Anordnung der Regierung von Niederbayern der im Naturschutzgebiet sesshafte Schäferhundeverein bis Juni 2009 das Gelände verlassen muss. Um sich eine andere Bleibe suchen zu können, sei dem Verein eine Zeitspanne von acht Jahren eingeräumt worden. Die immer wieder von Seiten des Schäferhundevereins auch öffentlich geäußerten Vermutungen, der Bund Naturschutz wolle sich das Vereinsheim „unter den Nagel reißen“, wies der stellvertretende BN-Kreisgruppenvorsitzende entschieden zurück. Der BN habe an dem Haus des Schäferhundevereins nicht das geringste Interesse, stellte er fest.

Paul Riederer (Vierter von links) und Philipp Herrmann (Fünfter von rechts) führten in das Naturschutzgebiet und erklärten die Vogelwelt; mit dabei: Gebietsbetreuerin Viktoria Meysemeyer (rechts)

Refugien der Isarauen-Landschaft

Bund Naturschutz organisierte botanische Exkursion zu „Brennen“ im Isartal

Eine botanische Exkursion der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe führte zu den Trockenrasen in den Naturschutzgebieten „Mamminger Brennen“ und „Gobener Au“. Dort konnten die Teilnehmer angesichts der reichen Blütenpracht in der Tat, wie von Exkursionsleiter Erich Haubold angekündigt, einen kleinen „Garten Eden“ erleben. Die Krone des Ganzen waren die immer wieder neu auftauchenden kleinen Orchideen-Herde mit Händelwurz, Spitz- und Brandorchis. Zur Farbensymphonie trugen weiter die Graslilie, der Hügelmeister, das Rindsauge, der Alant und eine Reihe weiterer Blütenpflanzen bei. Den hochästhetischen Rahmen vermittelten markante alte Huteichen und die vornehme Lavendelheide. So war die Exkursionsrunde einige Stunden fest drauf und dan, unter Anleitung des Pflanzenexperten möglichst viele der blühenden Blumen, aber auch Gräser und Sträucher zu bestimmen. Denn es mache viel Freude, so wurde von Exkursionsteilnehmern vermerkt, jedes Jahr neu die Schönheit der Formen und Farben, des Blühens und Reifens der vielen Arten zu beobachten. Und nur wer sie kennt, der kann und soll mitreden, wenn es derzeit wieder um die Fragen des gewaltigen Artenschwundes auch und gerade in unseren bayerischen Landstrichen geht.

Die „Brennen“ genannten Trockenrasen seien früher meist im Juli zur Futtergewinnung gemäht und später beweidet worden. Aber schon in den 80er Jahren lagen sie dann brach, informierte Haubold. Seit 1996 sind die beiden Naturschutzgebiete Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. Ihre Sicherung wird im Rahmen des LIFE-Programms mit erheblichen Mitteln der EU unterstützt. Die Magerweiden brauchen die weitere Offenhaltung von Gebüsch und damit Beweidung beziehungsweise Mahd. Träger des Projekts ist der Landkreis Dingolfing-Landau. Der dortige Landschaftspflege-Verband betreut die Flächen und leistet im übrigen schon seit 1991 sehr gute Arbeit, wie die Blumenfreunde feststellen konnten.

Den Kontrast zu den erhaltenen Altwässern, zu Auwald- und Gebüschparzellen bilden die Brennen-Trockenstandorte, die für die Auen der Alpenflüsse, hier die Isar, als Florenachse Alpen-Donau typisch sind und wegen ihres besonderen, ursprünglichen Artenreichtums zu erhalten sind. Zusammen mit der Pupplinger Au südlich von München, der Garchinger Heide und den niederbayerischen Talheiden der Naturschutzgebiete Rosenau und Isarmündung bilden die Mamminger Brennen und die Gobener Au die letzten Reste. So sei es in den 90er Jahren eine sehr glückliche Entscheidung der Regierung von Niederbayern gewesen, die beiden Brennen-Standorte unter Schutz zu stellen, um weiterem Umbruch oder einer Aufforstung vorzubeugen und solche Refugien der traditionellen Isarauen-Landschaft zu bewahren, hob der Exkursionsleiter hervor. Die gerade hier zu beobachtende vielfältige Pflanzenwelt – rund 350 Blütenpflanzenarten kommen im Gebiet vor, – die überdurchchnittlich reiche Brutvogelfauna, wie Pirol, Schlagschwirl, Baumpieper, Dorngrasmücke und Turteltaube, dazu die reiche Käfer-, Schmetterlings und Weichtierfauna seien Verpflichtung genug, die Lebensräume all dieser Tier- und Pflanzenarten zu erhalten, waren sich die Exkursionsteilnehmer einig.

Erich Haubold (links) zeigte und erklärte die reiche Pflanzenwelt der Brennen-Standorte

Farbenprächtige Insektenjäger

BN-Exkursion mit Herwig Leinsinger führte zu Libellen in der Ergoldinger Au

Zu Lebensräumen verschiedener Libellenarten veranstaltete die Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz (BN) eine Exkursion. Die Exkursion wurde geleitet von Herwig Leinsinger. Der Libellenexperte machte zuerst anhand von Larvenhäuten (Exuvien) auf die gewaltigen Größenunterschiede zwischen den einzelnen Arten aufmerksam. Eine der größten bei uns lebenden Libellen ist die Große Königslibelle mit einer Länge von bis zu acht, und einer Flügelspannweite von bis zu elf Zentimetern. Anschließend führte Leinsinger die Teilnehmer der Exkursion zu einem kleinen Weiher bei Albing. Alleine dort fanden sich zwölf verschiedene Libellenarten. Die Libellen, die farbenprächtigen Insektenjäger, konnten teils aus der Nähe betrachtet werden, und Leinsinger wies auf Bestimmungsmerkmale hin. So sahen die Teilnehmer beispielsweise, was der Federlibelle ihren Namen verleiht: Zahlreiche Dornen an den Beinschienen der Hinter- und Mittelbeine, welche die Beine wie Federn aussehen lassen. Die glänzenden und weichen Flügel einer Großen Heidelibelle ließen erkennen, dass das Tier erst frisch geschlüpft sein musste. Die Flugzeit dieser Art beginnt zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Am Weiher konnte mit dem Kleinen Blaupfeil auch eine stark gefährdete Art beobachtet werden. Dies ist umso bemerkenswerter, als der Kleine Blaupfeil normalerweise an fließenden Gewässern vorkommt, und nur sehr selten an stehenden Gewässern mit Grundwasserdurchzug.                  

An der Verbreitung einiger Libellenarten lässt sich der Wandel des Klimas ablesen. So war die Feuerlibelle ursprünglich in Südeuropa beheimatet, sei jetzt allerdings auch nördlich der Alpen stellenweise häufig anzutreffen, informierte der Libellenspezialist. Die Feuerlibelle benötigt stehende Gewässer, die sich gut erwärmen und eine stark entwickelte Vegetation bis unter die Wasseroberfläche aufweisen. Ihre Lebensräume erhält sie auch durch den Abbau von Kies. Die Exkursion führte die Teilnehmer weiter durch den Auwald an die Isar. Dabei bot sich Gelegenheit, dem Leiter der Exkursion auch allgemeine Fragen zu stellen. Leinsinger erläuterte, dass die Entwicklungszeit der Libellen von der Eiablage bis zum Schlüpfen der Libelle je nach Art zwischen wenigen Monaten und fünf Jahren schwankt. Libellen ernähren sich von Insekten, die Larven der Libellen von Kleintieren im Wasser.                                              

An der Isar zeigte Leinsinger Larvenhäute von geschlüpften Libellen, und zwar von der Kleinen Zangenlibelle, der Gemeinen Keiljungfer und der Grünen Keiljungfer. Die Grüne Keiljungfer ist eine vom Aussterben bedrohte Art, deren Vorkommen im Rahmen der Exkursion nur anhand der gefundenen Exuvie nachgewiesen werden konnte. Auch die Gemeine Keiljungfer war bis vor etwa 15 Jahren vom Aussterben bedroht, ist inzwischen aber durch die allgemeine Verbesserung der Wasserqualität in den Fließgewässern wieder häufiger geworden. Bemerkenswert, so Leinsinger, sei das gemeinsame Vorkommen von Kleiner Zangenlibelle, Gemeiner Keiljungfer, Grüner Keiljungfer und Westlicher Keiljungfer in der Isar bei Ergolding, da es nur wenige Gewässer gebe, in denen diese vier Arten auf so engem Raum zusammen vorkämen.                                                                                                     

Fließendes Gewässer, das reich an Sauerstoff und flutenden Wasserpflanzen ist, braucht die Gebänderte Prachtlibelle. Beeindruckend war es, Paarung und Eiablage dieser Art beobachten zu können: Weibchen und Männchen bilden ein so genanntes Paarungsrad. Nach der Paarung zeigt das Männchen dem Weibchen die Stelle an einer Wasserpflanze, wo das Weibchen anschließend die Eier unter Wasser ablegt. Auf dem Weg zwischen Isardamm und Sickergraben ließ sich schließlich noch eine Blaugrüne Mosaikjungfer sehen. Diese häufige, auffallend schön gefärbte Libellenart jagt oft auch weitab ihrer Heimatgewässer und konnte den Teilnehmern der Libellen-Exkursion daher auch noch auf ihrem Rückweg von der Isar nach Albing begegnen.

Fließendes, sauerstoffreiches Gewässer mit Wasserpflanzen benötigt die Gebänderte Prachtlibelle – hier ein Männchen – als Lebensraum Foto: Leinsinger

Naturschützer können auch feiern

Traditionelles BN-Sommer- und Kinderfest – 25 Jahre OG Ergoldsbach   

Frohe Stimmung herrschte beim Sommer- und Kinderfest der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe, das in diesem Jahr in Ergoldsbach stattfand. Mit diesem Fest feierte die BN-Ortsgruppe Ergoldsbach-Neufahrn gleichzeitig ihr 25-jähriges Gründungs-Jubiläum. Ein buntes Unterhaltungsprogramm boten die Veranstalter für jung und alt. Nicht nur Tonfiguren formen und Vogelnistkästen bauen konnten die Kinder, sondern auch Büchsenwerfen, Sackhüpfen, Seifenblasen, Weidenflechten und Schminken waren für sie geboten. Die zahlreichen erwachsenen Festbesucher, unter denen sich auch Ergoldsbachs Bürgermeister Ludwig Robold befand, spendeten der Musikgruppe „Liederbayern“ für ihre flotten bayerischen Melodien zahlreichen Beifall. Für das leibliche Wohl war mit Ökospeisen und Getränken bestens gesorgt. An Ständen der Landshuter Energieagentur und der Aktionsgemeinschaft „Zivilcourage“ konnten sich Interessenten über alternative Energien und Energiesparen beziehungsweise über die Gefahren der Agro-Gentechnik und über die Initiative „Gentechnikfreier Landkreis Landshut“ informieren.

Mit Eifer und Kreativität formten die Kinder unter Anleitung von Brigitte Englbrecht (KG Landshut) Tonfiguren
Klaus Bummer (OG Ergoldsbach-Neufahrn) half den jugendlichen „Zimmerern“ beim Zusammenbau von Vogelnistkästen

„Das Landschaftsbild wird zerstört“

Die Vertreter von BN und LBV (von links) Alfons Koller, Paul Riederer, Adolf Warth, Dr. Christian Magerl, Christian Brummer und Kathy Mühlebach-Sturm vor dem geplanten Baugebiet (rechts im Hintergrund)

BN und LBV gegen Bau einer großen Industriehalle im Stünzbachtal

Bei einem Ortstermin waren sich die Vertreter von Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) darin einig, dass die Errichtung einer Altlastenbehandlunganlage mit einer Schüttguthalle mit den Ausmaßen von 80 mal 50 Metern und einer Höhe von rund 16 Metern am verengten Ausgang des Stünzbachtals das schöne Landschaftsbild dieses landschaftlich besonders reizvollen Tales zerstören würde. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch aus weiteren Gründen lehnen BN und LBV dieses Vorhaben in der Gemeinde Buch a. E. an der Schnittstelle der Landkreise Landshut und Freising eindeutig ab.

 Landtagsabgeodneter Dr. Christian Magerl,Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Freising, hob hervor, dass das geplante Bauvorhaben im Außenbereich fernab jeglichen genehmigten Gewerbegebiets liegt. Es würde zu einer weiteren und starken Zersiedelung unserer schönen Kulturlandschaft führen. Zu kritisieren sei auch, dass hier eine Anlage gebaut werden soll, die sinnvollerweise dort errichtet werden sollte, wo das zu recyclende Material auch anfällt. Nur so könne Schwerlastverkehr vermieden werden, der sonst die umliegenden Ortschaften und die Umwelt belasten würde.

 In die gleiche Kerbe schlägt auch Alfons Koller, Mitglied des Naturschutzbeirats beim Landratsamt Landshut. Der Bau der Halle, so Koller, bedeute ja, dass das angelieferte Material hier aufbereitet und sortiert werden soll. Bestandteile, die wieder verwertet werden können beziehungsweise aufgrund ihrer hohen Belastung hier nicht verfüllt werden dürfen, müssen deshalb wieder weggefahren werden. Für Koller sei es auch unverständlich, dass nach Aussagen des Betreibers einer neben dem geplanten Baugebiet gelegenen Kiesgrube der Abbau in den nächsten 15 bis 20 Jahren möglich sei. Nach Auskunft des zuständigen Landratsamts Freising sei der Abbau jedoch bis Ende 2010 beziehungsweise bis Ende 2014 befristet. Die Rekultivierung sei bis Ende 2010 beziehungsweise 2016 abzuschließen. Da stelle sich die Frage, was nach Ablauf der amtlichen Fristen mit der geplanten Altlastenbehandlungsanlage dann geschehen soll.

 Die Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Landshut, Diplomchemikerin Kathy Mühlebach-Sturm, stellte fest, dass die Verfüllung einer Kiesgrube mit bis zur Einstufung Z-2 belastetem Bauschutt nur in äußerst günstigen hydrogeologischen Verhältnissen möglich sei. Außerdem ist dem Leitfaden „Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen“ des Bayerischen Umweltministeriums vom Jahr 2001 zu entnehmen, dass der Einbau von Bauschutt nur übergangsweise maximal ein Drittel des jährlichen Verfüllvolumens betragen darf. Die Begründung, eine Bauschuttsortieranlage werde sinnvollerweise am Ort der Ablagerung eingerichtet, sei damit hinfällig, so Mühlebach-Sturm. Es bleibe die Frage: Was passiert mit der Halle, wenn nach Ablauf der Übergangszeit ein solcher Einbau wasserrechtlich eventuell nicht mehr genehmigungsfähig ist?

 Problematisch an dem geplanten Standort sei für Christian Brummer, den Vorsitzenden der LBV-Kreisgruppe Landshut, vor allem, dass sich dieser direkt an der Schnittstelle von zwei landschaftlich überaus ansprechenden Landschaftsräumen befinde. Genau hier treffe das ästhetisch sehr ansprechende Stünzbachtal mit seinen zahlreichen naturschutzfachlich bedeutsamen Biotopen auf die als europäisches FFH-Gebiet ausgewiesenen Isarleitenwälder. Gerade in dicht besiedelten Regionen hätten die europäischen Schutzgebiete nicht nur den Erhalt seltener Arten und Lebensräume zum Ziel, sondern auch eine wichtige Funktion als Naherholungsgebiete für die örtliche Bevölkerung. Diese Zielsetzung werde, so Brummer, durch den Bau einer riesigen Industriehalle am Eingang des Stünzbachtales völlig konterkariert.

 Wolfgang Willner, Vorsitzender der Moosburger BN-Ortsgruppe, stellte fest, dass es allem Anschein nach keine Schranken mehr für jegliche Art von Verbauung der letzten Reste freier Landschaft gebe. So soll auch jetzt wieder mitten im Außenbereich eines unserer landschaftlichen Kleinode, das Stünzbachtal, für die Interessen eines Einzelnen geopfert werden, obwohl sogar die Staatsregierung zunehmend einen zurückhaltenden und verantwortungsvollen Umgang mit Flächen- und Landschaftsverbrauch fordere. Werde der Flächenverbrauch von täglich 129 Hektar in der Bundesrepublk nicht gestoppt, werden wir und unsere Kinder in wenigen Jahren in einem einheitlichen Siedlungsbrei leben, in dem die Natur auf einige kleine Flecken zurückgedrängt sein wird, meinte Willners Kollege, Adolf Warth.

 Paul Riederer, stellvertretender Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Landshut, wies darauf hin, dass die geplante Baufläche im Umfeld schutzwürdiger Biotope liege. Ein gemäß Arten- und Biotopschutzprogramm für den Landkreis Landshut überregional bedeutsamer Lebensraum befinde sich zu einem Teil auf dem Plangebiet. Westlich davon sei ein für die Landkreise Landshut und Freising wichtiger Lebens- und Fortpflanzungsraum für verschiedene streng geschützte Amphibienarten. Es sei zu befürchten, dass diese Biotope durch die Baumaßnahme und den Betrieb in ihrer Funktion stark beeinträchtigt, ja sogar im Bestand gefährdet werden, gab Riederer zu bedenken.

 Aus all diesen Gründen lehnen die Naturschützer den Bau dieser Bauschutthalle im Stünzbachtal ab und appellieren an die Gemeinderäte von Buch, ihre Entscheidung bei diesem Planungsvorhaben gut abzuwägen. Ein so enormer Verlust von Natur und Landschaft an einer landschaftlich so reizvollen Stelle sei auch durch Gewerbesteuereinnahmen nicht zu rechtfertigen. Schließlich habe man die Verpflichtung, auch für nachkommende Generationen eine lebenswerte Heimat zu bewahren.

Die Mahnungen von BN und LBV wurden Ernst genommen: Der Gemeinderat von Buch am Erlbach lehnte am 22. Juni nach kontroverser Diskussion mit 9:8 Stimmen den Antrag auf Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans zur Ausweisung einer Gewerbefläche im Stünzbachtal und damit den Bau der riesigen Schüttguthalle einer Altlastenfirma ab!

„Ein Mangel an wirklich alten Bäumen“

Der Isarauwald war Thema beim Treffen der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe

Neben Berichten zur Wasserrahmenrichtlinie und zu den Eingriffen im Vogelschutzgebiet Mettenbacher und Grießenbacher Moos durch die Umwandlung von Grünflächen in Ackerflächen  war insbesondere die Bewirtschaftungsweise des Isarauwaldes westlich von Landshut und seine enorme Bedeutung als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, für die Naherholung sowie den Trinkwasser-, Hochwasser- und Klimaschutz Diskussionsthema beim Treffen der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe.  Die Versammlung im Café Himmel stand unter der Leitung von Kathy Mühlebach-Sturm , die kürzlich zur ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Paul Riederer und Klaus Wiedmann berichteten von ihrer Teilnahme an der Auwaldbegehung, die im Rahmen der Woche des Waldes unter dem Motto „Wald und Wasser – Schätze der Natur“ vom Amt für Landwirtschaft und Forsten veranstaltet wurde. Bei diesem Waldbegang, an dem nicht nur Forstleute sondern auch Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes und der Stadtwerke teilnahmen, seien von allen Seiten die wichtigen Funktionen des Auwaldes für Mensch und Natur hervorgehoben worden. Allerdings sei seit der Regulierung der Isar vor rund hundert Jahren der Grundwasserspiegel gesunken und die Au trockener geworden. Das habe sich auch auf das Spektrum der Baumarten des Auwaldes ausgewirkt. Riederer berichtete, dass er deshalb eine vor zehn Jahren vom Wasserwirtschaftsamt durchgeführte und vom Bund Naturschutz begleitete Maßnahme angesprochen habe, bei der der linke Uferdamm auf einer kurzen Strecke abgeflacht und befestigt wurde. Das ermögliche, dass bei einem bestimmten Wasserstand Wasser aus der Isar in den Auwald fließen könne. Er habe angeregt, noch mehrere solcher Überläufe zu schaffen, um den Auwald wieder mehr zu beleben und noch größere Wassermengen bei Hochwasser zurückzuhalten. Die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes hätten zugesagt, dahingehend Planungen anzustellen, sagte stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender Riederer.

Klaus Wiedmann, als Beirat für Waldfragen in der BN-Kreisgruppe zuständig, wies darauf hin, dass  der Isarauwald westlich von Landshut in einem FFH-Gebiet liege und eines der ganz wenigen Laubwaldgebiete im sowieso sehr waldarmen Landkreis Landshut sei. Bei diesem Wald handele es sich um eine Waldfläche für die Gesamtökologie, die Biodiversität, den regionalen Klimaschutz, den Hochwasserschutz und die Erholung. Kennzeichnend für die gesamte obere Au sei aber ein eklatanter Mangel an Waldbeständen mit wirklich alten, starken Bäumen und dickem, stehendem Totholz, was jedoch für strukturreiche, naturnahe Wälder mit großer Artenvielfalt von höchster Bedeutung sei, stellte Wiedmann fest. Erfreut berichtete er, dass der Leiter des Forstbetriebs Freising der bayerischen Staatsforsten, Dr. Alfred Fuchs, der für die Bewirtschaftung des Isarauwaldes zuständig ist und ebenfalls an der Waldbegehung teilnahm, versichert habe, dass zukünftig bei Durchforstungsmaßnahmen im Auwald zehn alte Bäume pro Hektar stehen bleiben sollen.

Nach Meinung der Naturschützer sollte nach der jüngsten Durchforstung von gleichalterigen jungen Bäumen, bei der leider auch einige dicke Biotop- und Totholzbäume gefällt wurden, im Naherholungsraum Auwald schon jetzt auf Einschlag und Nutzung verzichtet werden. Wenn Eschen, Ahorne und Eichen zwei-, drei- und vierhundert Jahre alt werden sollen, um dann über Jahrhunderte abzusterben, müssten heute 80- bis 120-jährige Bäume stehen bleiben, gab Wiedmann zu verstehen. Nur ein Wald mit genügend vielen alten und auch absterbenden oder toten Bäumen biete den Lebensraum für die waldtypischen, heute meist bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Da die heutigen Wälder, gerade auch in Bayern, jung sind, seien eben viele Arten wie beispielsweise Vögel, Fledermäuse, Käfer und Pilze in ihrer Vielfalt gefährdet. Das Ökosystem Wald in seinen vielen Varianten könne erst dann seine große natürliche Artenvielfalt entwickeln, wenn Bäume aller Altersstufen – vom kleinen Sämling bis zum Jahrhunderte alten Baumriesen und dessen Zerfallsstadien – gleichzeitig vorhanden sind, gab Klaus Wiedmann zu bedenken.

„Botschafter der Artenvielfalt“

Philipp Herrmann

Philipp Herrmann „Botschafter“ für den Weißstorch

Junge Naturschützer aus ganz Bayern machten beim „Tag der Artenvielfalt“, der in diesem Jahr vom Bund Naturschutz im Nationalpark Bayerischer Wald organisiert wurde, nicht nur auf die Artenvielfalt sondern auch auf den dramatischen Artenverlust in Bayern aufmerksam. Sie präsentierten jeweils einen Landkreis und wiesen als „Botschafter der Artenvielfalt“ auf eine im Landkreis besonders gefährdete Art hin. Philipp Herrmann aus Geisenhausen vertrat als „Botschafter“ den Landkreis Landshut und stellte den Weißstorch als eine im Landkreis gefährdete Art in den Vordergrund.  Störche seien im Landkreisgebiet jährlich meist nicht nur mit einem Brutpaar vertreten, sondern ihr Leben sei wegen ungeschützter Strommasten auch gefährdet. Erfreulicherweise habe sich heuer ein zweites Paar eingefunden und das Nest auf einem ehemaligen Brauereikamin  errichtet. Wie aber schon im vorigen Jahr verunglückte auch heuer wieder ein Storch durch Stromschlag. Sein Partner musste deshalb das Brutgeschäft aufgeben. Die Artenschutz-Aktion im Bayerischen Wald war auch Bestandteil einer zweitägigen Fortbildung, bei der die jungen Naturschützer das Handwerkszeug an die Hand bekamen, um in ihrem Landkreis Veranstaltungen in Schulen oder Kindergärten durchführen zu können. Philipp Herrmann, der erst vor wenigen Tagen sein Studium für Naturschutz und Landschaftsplanung mit dem Diplom abschloss, ist auch in der BN-Kreisgruppe aktiv und begleitete als hervorragender Kenner der heimischen Vogelwelt gemeinsam mit Paul Riederer die diesjährigen vogelkundlichen Wanderungen.