MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Ein Naturschatz direkt vor der Haustür

Die Wege rund um den Ziegelberg laden mit ihrer vielfältigen Bepflanzung zu jeder Jahreszeit zum
Wandern und Spazieren gehen ein.

Vilsheimer Ziegelberg hat sich durch jahrelange Pflege zu einem artenreichen Biotop entwickelt

Vilsheim. Um artenreiche Natur im Urlaub zu erleben, geht der Blick meistens eher in die Ferne: Hochalpen, Nationalparks oder gleich die afrikanische Savanne. Dass es jedoch auch anders geht, zeigt der Ziegelberg bei Vilsheim. Die kleine Bergkuppe hat sich im Verlauf der Jahre zu einem artenreichen Biotop entwickelt, dass in dieser Form im Landkreis Landshut einzigartig ist. Die mit Wildwiesen, Bäumen und Hecken bewachsene Landschaft ist allerdings nicht durch Zufall entstanden,sondern durch ein jahrzehntelanges Engagement von vielen verschiedenen Seiten. >> Mehr

Quellenhinweis: Landshuter Zeitung vom 02. September 2017

Fotoausstellung " Ziegelberg und Kleine Vils"

Die Bund Naturschutz Ortsgruppe "Kleines Vilstal" sucht Hobby-Fotografen

Vilsheim. Der Weg von Vilsheim nach Altenburg ist bei Spaziergänger, Jogger und Reiter gleichermäßen beliebt.  Sie genießen die  Landschaft des Zieglbergs, der sich gleich hinterm Vilsheimer Fußballplatz am Vilsufer hochzieht. Seine Artenvielfalt verdankt der Zieglberg zum einen den Grundstückseigentümern, die auf eine intensive Bewirtschaftung zugunsten der Schaffung von Lebensräumen für gefährdete Arten verzichten, sowie den jahrelangen Pflanz- und Pflegeaktionen  der Bund Naturschutz Ortsgruppe.  Mit über 2.000 Sträuchern und Bäume haben die Naturschützer die Landschafthier bereichert.

Dieses Gebiet südlich von Vilsheim ist voller Leben.  So konnten dort von Experten anlässlich des "GEO-Tages der Artenvielfalt"  582 verschiedene Spezies an Pflanzen und Tieren bestimmt werden.  

Um diese Landschaft und den Artenreichtum der Öffentlichkeit vorzustellen, plant die Ortsgruppe eine Fotoausstellung, zu deren Beteiligung alle Hobbyfotografen eingeladen sind. Die interessantesten und ansprechendsten Fotografien zum Thema "Lebensraum Zieglberg und Kleine Vils" werden im März 2018 im Ausstellungsraum bei  Getränke-Obermeier in Münchsdorf im Rahmen einer Fotoausstellung zu sehen sein. Von Interesse sind auch historische Aufnahmen ebenso wie Fotos von Pflanzen, Tieren und Landschaften.  Die Fotos sind in digitaler Form bei Gabi Kleindorfer, Dr. Helmut Mauermann oder bei Johannes Selmansberger einzureichen. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2018 - also noch genügend Zeit, um sogar eine Vier-Jahreszeiten-Collage zu erstellen!

Sicherheit der Atommülllager in Bayern muss neu überprüft werden

15.03.2015. Der BUND Naturschutz fordert die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf auf, an den drei Atommüllzwischenlager-Standorten in Bayern unverzüglich Sicherheitsüberprüfungen vorzunehmen.  „Es ist inakzeptabel, wenn das zuständige bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz nach Aufhebung der Genehmigung für eines der Zwischenlager in Brunsbüttel nun so tut, als gäbe es an den bayerischen Standorten in Ohu, Gundremmingen und Grafenrheinfeld keinerlei Sicherheitsprobleme“, kritisiert Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz. „Die Ministerin muss umgehend nachweisen, dass die bayerischen Zwischenlager beispielsweise gegen Terrorattacken und Flugzeugabstürzen umfangreich geschützt sind. Aus unserer Sicht müssen an allen bayerischen Standorten neue Genehmigungen für das Zwischenlagern hoch radioaktiver Brennelemente beantragt werden, die strengeren Sicherheitskriterien genügen als bisher. Bis zur Klärung der offenen Fragen dürfen keine weiteren Castor-Behälter in diese Lager gebracht werden“, sagte Weiger.

Für den BUND Naturschutz nicht glaubhaft ist die Darstellung der Atomaufsicht von Bund und Ländern, es gebe trotz Aufhebung der Genehmigung für das Zwischenlager in Brunsbüttel bei den anderen Atommüll-Lagern in der Bundesrepublik und in Bayern keine Sicherheitsprobleme. Auch wenn das dazugehörende Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig nur die Zwischenlagerung hochradioaktiver Brennelemente in Brunsbüttel betreffe, gingen dessen Folgen weit darüber hinaus. Da alle Zwischenlager nahezu gleichzeitig geplant, genehmigt und gebaut worden seien, bestünden die oder ähnliche Defizite mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an anderen Standorten.

„Die Sicherheitsüberprüfungen müssen an allen bayerischen Atommüll-Zwischenlagern für die Öffentlichkeit und die Gerichte transparent und nachvollziehbar durchgeführt werden. Misslingt dies, dann ist das ein Beleg dafür, dass Atomenergie und Rechtstaat miteinander unvereinbar sind. Dann bleibt als Konsequenz nur das unverzügliche Abschalten der Atomkraftwerke, also auch von Isar 2“, sagte der BUND Naturschutz-Vorsitzende Weiger.

Schulkinder helfen Wildbienen

Die Kinder der vierten Klassen freuen sich mit (von links) Martin Mesner, Sabine Schubart, Johannes Selmansberger und Bürgermeister Georg Spornraft-Penker über die Insektennistwand im Schulgarten

Eine Insektennistwand wurde im Schulgarten errichtet

Vilsheim. Die Kinder der vierten Grundschulklasssen hatten unter der Leitung von Sabine Schubart und Tina Girnghuber das Projekt "Insekten" gestartet, um mehr über Insektenarten zu erfahren und speziell den Wildbienen zu helfen. Unterstützung bekamen sie dabei von Martin Mesner, der sich bereit erklärt hatte, eine Insektennistwand zu zimmern, die von ihm und seinem Enkel an einer südlich exponierten Stelle im Schulgarten aufgestellt wurde. Knapp die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten gelten in ihrem Bestand als gefährdet. Der Grund hierfür sei in erster Linie die Verschlechterung der Lebensräume. Nistplätze und Nahrung seien nicht ausreichend vorhanden, gab Johannes Selmansberger, der Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“, bei der Vorstellung der Insektennistwand zu bedenken.

Kürzlich fand nun die Bestückung der Nistwand statt. Johannes Selmansberger hat sich bereit erklärt, beratend mitzuhelfen. Der Bienenspezialist bedauerte, dass in Deutschland Tausende sogenannter "Insektenhotels" mit viel Arbeit aufgestellt werden, die aufgrund von Baufehlern oft wertlos seien. In einer funktionsfähigen Nistwand werden die Bohrlöcher in den diversen Harthölzern von Mauer-, Scheren- und Blattschneiderbienen bewohnt. Wichtig sei, dass nicht in das Stirnholz gebohrt wird und dass die Bohrungen nicht ausfransen, so Selmansberger. Die Weibchen bauen in den Holzgängen meist mehrere Brutzellen, die durch Lehm oder Blattstückchen abgetrennt sind. Die Zellen werden mit Pollen und Nektar gefüllt, von denen sich dann die heranwachsende Jungbiene ernährt.

Bürgermeister Georg Spornraft-Penker, der an der Vorstellung der Insektennistwand ebenfalls teilnahm, sicherte zu, dass die Gemeinde sich gerne an dem Schulgarten- und Wildbienenprojekt beteiligen werde. Würden doch die Schulkinder eine ganze Reihe von Wildbienenarten durch die Schaffung von Nistmöglichkeiten fördern. Um auch das Nahrungsangebot für die Wildbienen zu bereichern, wollen die Kinder noch Blumen, Stauden und Sträucher im Schulgarten pflanzen. Die Beschäftigung mit Wildbienen sensibilisiere Kinder und Jugendliche für komplexe Beziehungszusammenhänge und schaffe ein Bewusstsein für eigene Verantwortlichkeit, versicherte Selmansberger.

Auf Naturerkundung mit dem Fahrrad

Unter der mächtigen Gessendorfer Linde legten die „Naturerkundungsradler“ eine Kaffeepause ein

BN-Ortsgruppe organisierte eine Jubiläumsradltour zu geschaffenen Lebensräumen

Vilsheim. Die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe "Kleines Vilstal" feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Im Rahmen ihres Jubiläumsprogramms veranstaltete die Ortsgruppe am 1. Juni 2014 eine Radlfahrt von Vilsheim nach Gessendorf. Johannes Selmansberger, der Vorsitzende der Ortgruppe, führte die rund 50 Radler zu einigen Lebensräumen und Landschaftselementen, die die Ortsgruppe in den letzten 30 Jahren geschaffen und gestaltet hat. In Viehausen wurden Bäume und Hecken sowie eine Bachbepflanzung durchgeführt. Die Jubiläumslinde zum 100jährigen Bestehen des Bundes Naturschutz in Bayern steht ebenfalls in Viehausen. Die Exkursionsteilnehmer konnten feststellen, dass sich die Gehölze zu neuen Lebensräumen für Insekten und Vögel entwickelt haben. In einem Wirtschaftsgebäude hat der Turmfalke in einem von den Naturschützern montierten Nistkasten Einzug gehalten.

Beim nächsten Halt in Gleisenbach wurden vor 15 Jahren ein kleines Feldgehölz und ein Obstgarten gestaltet. Auch dieser neue Lebensraum ist schon von weitem sichtbar und prägt das Landschaftsbild. Hier leben und finden ihre Nahrung neben weiteren Tieren Goldammer, Neuntöter, Turmfalke, Bienen sowie Schmetterlinge. Für viele Teilnehmer waren diese blütenreichen Obstwiesen eine Erinnerung an ihre Kindheit. Die Eigentümerin des Grundstückes ließ es sich nicht nehmen, die Radfahrer mit einem kleinen Imbiss für die Weiterfahrt nach Gessendorf zu stärken. Dort gab es auf einer Obstwiese, die die Ortsgruppe auf einem Grundstück der Gemeinde anlegte, eine ornithologische Rarität zu sehen: Ein Neuntöter konnte beim Jagen von Insekten beobachtet werden. Johannes Selmansberger zeigte zudem die Neuanlage einer Blumenwiese und die optimierten Lebensräume für Zauneidechsen. Bei der mächtigen Linde in Gessendorf, die als Naturdenkmal sicherlich zu den schönsten Bäumen des Landkreises zählt, wurden die Radfahrer zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Für Interessierte gab es noch eine Führung durch Martin Lackermeier in die Gessendorfer Kirche St. Mauritius, einen spätgotischen Bau mit romanischer Apsis. Auch auf diesem Kirchturm installierte die Ortsgruppe einen Nistkasten, den ein Turmfalkenpaar bezogen hat.

Johannes Selmansberger wies abschließend auf die weiteren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der BN-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ hin: Am 28. Juni findet ab 20 Uhr im Schlosspark in Kapfing ein Konzert mit der Gruppe "Luz Amoi" statt. Am 8. November feiern die Naturschützer im Gasthaus Stadler in Vilsheim das runde Jubiläum mit einem Festabend. Für einen Lindenbaum, den die Naturschützer zum Jubiläum pflanzen wollen, wird noch ein geeigneter Standort gesucht.

Hubert Rauscher wurde geehrt

Vilsheim. Hubert Rauscher aus Schweiberg bei Vilsheim wurde für seine Verdienste um den Bund Naturschutz (BN) mit der Vereinsnadel in Gold und Urkunde geehrt. Seit 20 Jahren bekleidet der engagierte Naturschützer das verantwortliche Ehrenamt des Schatzmeisters der BN-Kreisgruppe Landshut. Im Namen des BN-Landesvorstandes nahm Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm die Ehrung vor und übermittelte auch die Dankesworte der Kreisgruppe. 

Jubiläumslinde 100 Jahre Bund Naturschutz in Bayern

Vilsheim. In diesem Jahr feiert der Bund Naturschutz in Bayern sein 100-jähriges Bestehen. Zwischenzeitlich ist es schon Tradition geworden, Jubiläen des Bund Naturschutz mit einer Lindenpflanzung an einer markanten Stelle im Gemeindebereich zu begehen. Dieses Mal hat Dr. Neulinger-Wittmann in Viehausen einen  passenden Platz zur Verfügung gestellt. Es ist schon ein Zufall, dass Dr. Neulinger-Wittmann , den wir vor Jahren als 100. Mitglied in der Ortsgruppe begrüßen konnten, jetzt den Platz für die 100 Jahre Jubiläumslinde zur Verfügung gestellt hat. Gespendet wurde die Linde von UDI, einer Firma aus Nürnberg. „Indem wir Linden pflanzen überwinden wir das Kurzzeitdenken unserer Tage. Der Volksmund sagt, eine Linde kommt 300 Jahre, steht 300 Jahre und geht 300 Jahre“ bemerkte der Vorsitzende Johannes Selmansberger. "Und wenn alles gut geht, dann kann der Baum auch noch das nächste Jahrtausend erleben. Ein Beispiel ist die Gessendorfer Linde. Nach überschlägigen Berechnungen ist die Linde in etwa um die Zeit, in der Kolumbus Amerika entdeckte, in Gessendorf aufgegangen. Und heute steht sie dort noch in voller Pracht." 

Obstgarten und Vogelschutzhecken neu gepflanzt

Justizvollzugsanstalt (JVA) Landshut unterstützte die Naturschützer

Buch am Erlbach, Vilsheim. Kürzlich konnte die Bund Naturschutz Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ mit Unterstützung der Justizvollzugsanstalt Landshut (JVA) eine umfangreiche Biotopneuanlagen durchführen. Das Grundstück am Hartbeckerforst wurde von Familie  Ostermaier zur Verfügung gestellt. „Ein ideales Grundstück“ meint Johannes Selmansberger, der Ortsgruppenvorsitzende und Organisator der Aktion.

Das Grundstück liegt in freier Landschaft und die neuen Heckenpflanzungen werten die Landschaft nicht nur optisch, sondern auch ökologisch deutlich auf.  Entlang der Grundstücksgrenzen wurden Vogelschutzhecken mit Schlehen,  Mairosen, Hundsrosen, Kreuzdorn, Hartriegel, Wolliger Schneeball , Pfaffenhütchen, Faulbaum, Feldahorn, Haselnuss ,Wildbirne, Wildkirsche und Wildapfel gepflanzt. Es wurde darauf geachtet, daß in erster Linie autochtones, aus der Region stammendes,  Pflanzgut verwendet wurde. Bei idealem Pflanzwetter, fanden sich etwa 20 Helfer ein, so konnten bereits am ersten Arbeitstag die Sträucher und Bäume gesetzt werden. Die Naturschützer rechnen damit, dass sich bereits in den nächsten Wochen Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Goldammer sowie verschiedene Meisenarten einfinden. Es ist auch wahrscheinlich, dass sich hier der Neuntöter wieder ansiedelt. In den nächsten Jahren, wenn die Bäume und Stäucher blühen, werden sie auch wichtige Nahrung für unsere Honig- und Wildbienen sein. Gerade die Insektenwelt, die Basis für alles Leben in der Landschaft ist, leidet unter der "Vermaisung" der Landschaft und unter dem Umbruch der letzten Wiesen, betonte Selmansberger. Die Umfangreichen Arbeiten am Wildschutzzaun wurden am darauffolgenden Tag vollendet. Wie schon einige Male zuvor hatte die Justizvollzugsanstalt Landshut wieder einen Trupp Freiwilliger Zusammengestellt, die die Naturschützer fleißig unterstützten. Ohne die Hilfe der JVA, so Selmansberger, wären solche Projekte kaum zu verwirklichen.

Noch am selben Tag wurden 10 neue Obstbäume im Kapfinger Obstgarten gesetzt. Um diesen ortsbildprägenden Garten zu erhalten sind Neupflanzungen sowie Pflegeschnitte für die zum Teil schon vergreisten Bäume dringend notwendig. Die neuen Besitzer des Kapfinger Obstgartens werden hier von der Bund Naturschutz Ortsgruppe tatkräftig unterstützt. Bei der Neupflanzung wurde in erster Linie auf altbewährte Hochstammsorten, die nicht anfällig für den Feuerbrand sind wie, Roter Boskop, Jakob Fischer, Conference oder Korbiniansapfel zurückgegriffen.

Insgesamt 750 Bäume und Sträucher mussten eingepflanzt und zugeschnitten werden, 190 Posten wurden eingeschlagen und 600m Wildschutzzaun musste aufgebaut werden. Alle Beteiligten sind sich sicher, daß die vielfältigen Strukturen der Neuanlage bald reiches Leben beherbergen werden.

Mobilfunk in der Diskussion

Helga Krause, Kathy Mühlebach-Sturm und Ulrike Kainz (von rechts) befassten sich mit dem Thema Mobilfunk
Großes Interesse von Besuchern aus Nieder- und Oberbayern fand die TETRA-Funk-Veranstaltung

Bund Naturschutz und Bürgerinitiative organisierten Informationstreffen und Vortrag

Vilsheim. Ein Informations- und Diskussionstreffen zum Thema Mobilfunk veranstalteten am 8. August 2011 im Pfarrheim in Vilsheim die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und die Bürgerinitiative „Tetrafunkfreies Vilsheim“. Zu dem Treffen fanden sich auch Vertreter von Bürgerinitiativen gegen TETRA-Funk aus Tiefenbach und Altfraunhofen sowie aus den Landkreisen Freising, Erding, Rottal-Inn, Dingolfing-Landau und dem Berchtesgadener Land ein. Begrüßt werden konnte auch Trudi Christof von „Diagnose Funk“, einer Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung.

In ihrer Einführung sagte BN-Kreisgruppenvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm, dass das für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zur Zeit sich im Aufbau befindende Mobilfunknetz im TETRA-Funkstandard das 14. Netz sei, welches hochfrequente elektromagnetische Felder zur kabelfreien Kommunikation nutze.  Das heißt, so Mühlebach-Sturm weiter, dass die  flächendeckende Zunahme hochfrequenter elektromagnetischer Felder (EMF) ungebremst fortschreite, ungeachtet der eindeutigen Hinweise, dass die daraus entstehende Strahlenbelastung durch mögliche Störungen der biologischen Steuerungssysteme für Mensch, Tier und Pflanze nicht ohne Folgen bleibt. 

Helga Krause, Mobilfunkbeauftragte des Bundes Naturschutz in Bayern, warb daher in ihrem Vortrag für mehr Sensibilität im Umgang mit Mobilfunk und zeigte anhand einiger Fallbeispiele, dass der digitale Behördenfunk im TETRA-Funkstandard speziell bei Groß-ereignissen mit technischen Problemen zu kämpfen habe und die von den Behörden und Hilfsorganisationen erwarteten Leistungen nicht zufriedenstellend erbringen könne. Auch die Finanzierung  des Gesamtprojektes und die Aufteilung der Kosten zwischen Organisationen, Bund und Kommunen seien  bislang unklar. Umfragen unter Maklerorganisationen hätten gezeigt, dass ein Mobilfunksendemast eine deutliche Wertminderung von Immobilien, Bauerwartungsland und Grundbesitz verursacht, so Helga Krause weiter. Auch wies sie darauf hin, dass offensichtlich die Risiken dieser Technik unkalkulierbar seien, weil – wie bei Atomkraftwerken – keine Versicherung bereit sei, mögliche Schadensfälle durch Sendemasten abzudecken. Die Referentin betonte, dass die BOS eine technisch einwandfreie  Funktechnik brauchen, die auch für die Einsatz- und Rettungskräfte gesundheitlich unbedenklich sei.

Nach einem intensiven Erfahrungsaustausch war man sich einig, dass sich die Bürgerinitiativen auf Landkreisebene vernetzen sollten, um mit gebündelter Kraft den weiteren Ausbau des TETRA–Funk-Netzes zu stoppen. Durch ein Moratorium soll erreicht werden, dass die genannten technischen Fragen geklärt und die finanzielle Risiken für alle Beteiligten offen gelegt werden. Auch müssten erst Ergebnisse unabhängiger Studien zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen des Tetrafunk vorliegen, forderte Ulrike Kainz, Sprecherin der Bürgerinitiative „Tetrafunkfreies Vilsheim“. Kathy Mühlebach-Sturm ergänzte, dass Funktechnik in immer mehr Bereichen eingesetzt und genutzt würde und ein Schutz vor elektromagnetischer Strahlung langfristig nur durch ein deutliches Absenken der Grenzwerte für hochfrequente magnetische Felder (EMF) in der Bundesimmissions-schutzverordnung gewährleistet werden könne. Für diese Grenzwertfindung sollten – so die veröffentlichte Meinung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) – die zahlreich vorhandenen Erkenntnisse über nicht-thermische Belastungen von Menschen, Tieren und Pflanzen durch EMF mit einbezogen werden.

Laichgewässer für Amphibien in Vilsheim

Dr. Nikolaus Weber-Henschel (rechts) und Johannes Selmansberger bei Begutachtung der neuen Gewässer.

Vilsheim. Es gibt zu wenig Laichgewässer für Amphibien in Vilsheim. Um diese Situation zu verbessern hat Dr. Nikolaus Weber-Henschel  der Bund Naturschutz Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ ein geeignetes Grundstück unweit von Kapfing zur Verfügung gestellt.  Auf diesem Grundstück konnte kürzlich die Firma Brunner zwei neue Teiche und einige kleinere Bodenmulden, in denen sich Regenwasser sammelt, ausbaggern. Die Tümpel wurden mit verschiedenen Tiefenzonen und flach ausgebildeten Randzonen angelegt. Nachdem vor Jahren bereits vom Vorbesitzer der Fichtenbestand beseitigt wurde, haben sich auf dem Grundstück vielfältige Strukturen entwickelt.  Neben Himbeeren, Holunder, Traubenkirsche, Pfaffenhütchen, Heckenkirsche, Hartriegel, Esche, Erle haben sich am Rand auch Eiche und Vogelkirsche angesiedelt. Auf eine erneute Aufforstung durch Fichten wurde verzichtet. Ein Anliegen von Dr. Nikolaus Weber-Henschel ist es, dass sich hier ein wichtiger Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt entwickelt kann. Damit die Teichfläche nicht beschattet wird, wurden nur wenige Sträucher vom Faulbaum eingesetzt. Nachdem sich auf der Fläche von selber ein vielfältiger Lebensraum entwickelt, wurde auf eine weitere Bepflanzung verzichtet. „Es ist erstaunlich wie schnell dieser neue Lebensraum angenommen wird“ stellte Johannes Selmansberger bei einem Ortstermin mit Dr. Nikolaus Weber-Henschel  fest. Der Blattbauch, eine Libellenart hat die Teiche schon entdeckt. Goldammer, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke und das Rotkehlchen sind im neuen Biotop immer anzutreffen. Die ersten Schwimmkäfer sind auch schon aufgetaucht. Das neue Biotop in unmittelbarer Umgebung zum Schlosspark ist eine deutliche Aufwertung für den ganzen Bereich. Der Vorsitzende bedankte sich recht herzlich bei Dr. Nikolaus Weber-Henschel  , der mit der Neuanlage sichtlich zufrieden war. Aus der Sicht des Naturschutzes ist dies ein Glücksfall, denn es ist nicht selbstverständlich, dass Grundstückseigentümer uneigennützig Flächen für die Natur zur Verfügung stellen.

Vogelkundliche Wanderung mit Kindern der Vilsheimer Schule

Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler Laura Fuhrmann, Magdalena Kalb, Michaela Peißinger Theresa Haas, sowie Benedikt Tschimmel, der den 1. Platz belegte mit Ihrer Rektorin und Lehrerinnen Barbara Blunck und Johannes Selmansberger

Vilsheim. Die jährliche vogelkundliche Wanderung durch den Bund Naturschutz mit der 4. Klasse der Grundschule Vilsheim hat zwischenzeitlich schon Tradition. Für den Vorsitzenden Johannes Selmansberger ist diese Wanderung auch immer ein spannendes Erlebnis weil er von der Begeisterungsfähigkeit der Kinder immer wieder angetan ist. Die Kinder lernen den Unterschied zwischen Feld- und Hausspatz. Sie wissen, dass die Türkentaube bei uns eingewandert ist. Die Falkenbeobachtung am Vilsheimer Kirchturm und die Gewölleuntersuchungen gehören schon zum festen Bestandteil der Wanderung. Auf dem Weg zum Ziegelberg lernten die Kinder auch den Gesang verschiedener Vögel kennen. Am Ziegelberg hielt man Ausschau nach eines der Neuntöterpaare, die dort brüten. Nach einer Brotzeit ging es gestärkt wieder zur Schule zurück. Abschließend galt es das erlernte in einem Quiz unter Beweis zu stellen. Die fünf besten werden mit einem Vogelbestimmungsbuch, das die Bund Naturschutz Ortsgruppe spendierte, ausgezeichnet.  Als Zugabe gibt es diesmal einen Aufstieg auf den Vilsheimer Kirchturm. Hier können die Kinder die Glocken aus nächster Nähe beim Geläut erleben. Aus nächster Nähe werden sie auch die fünf jungen Turmfalken, die in einem von der Bund Naturschutz gezimmerten Nistkasten gerade großgezogen werden, aus nächster Nähe beobachten.

Tödliche Fehlkonstruktionen

Johannes Selmansberger mit den durch Stromschlag getöteten Turmfalken

Vilsheim.  Einen traurigen Fund mussten die Gessendorfer wieder machen. Erst vor  Tagen sind die Turmfalken aus dem Winterquartier zurückgekehrt. Sie haben auch gleich den Nistkasten, den die Naturschützer vor Jahren im  Gessendorfer Kirchturm anbrachten, in Beschlag genommen. Nachdem dieses Jahr einige Reparaturmaßnahmen  am Turm anstehen, war  man mit dem Ordinariat im Gespräch um eine ungestörte Brut zu gewährleisten.  Leider hat sich das Problem auf tragische Weise erledigt.  Beide Falken wurden  durch einen Stromschlag getötet.  Johannes Selmansberger, der Vorsitzende der Bund Naturschutz Ortsgruppe ist deshalb so wütend, weil sich diese tödlichen Fehlkonstruktionen im Gemeindegebiet schon seit langem als Vogeltötungsmaschinen darstellen.  Vor Jahren sind vier junge Turmfalken im Vilsheimer Kirchturm verhungert, weil beide Altvögel durch Stromschlag getötet wurden. Letztes Jahr sind zwei junge Waldkäuze in Gessendorf durch Stromschlag ums Leben gekommen. Daraufhin hat die Bund Naturschutz Ortsgruppe im September letzten Jahres die E.ON Bayern schriftlich gebeten, die Strommasten in Gessendorf vogelsicher umzurüsten. Bis heute hat E.ON diese Aufforderung ignoriert. 

Ein Paradies für Tiere und Pflanzen

Das Donaudelta ist Lebensraum von Tausenden der imposanten Pelikane

Jahresmitgliederversammlung der BN-Ortsgruppe – Vortrag über das Donaudelta

Vilsheim. Bei der diesjährigen Jahresmitgliederversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ konnte Vorsitzender Johannes Selmansberger im Gasthaus Stadler wieder auf zahlreiche Aktivitäten der Ortsgruppe zurückblicken. Zu Beginn des Jahres standen Neuwahlen an, bei denen der Vorstand erheblich ausgeweitet wurde. Biotopgestaltungen und Biotoppflege sowie naturkundliche Wanderungen und Vorträge waren die Schwerpunkte in der Naturschutzarbeit.

Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend der Vortrag von Johannes Selmansberger über die Naturparadiese Donaudelta und Dobrudscha. Nach einer knappen Vorstellung des Landes Rumänien, das nur etwa ein Drittel so dicht besiedelt ist wie Deutschland, kam Selmansberger sogleich auf das Donaudelta zu sprechen. Mehr als 2800 Kilometer legt die Donau, der zweitgrößte Fluss Europas zurück, bis er das Delta erreicht. Kurz vor Tulcea teilt sich der Strom in zwei Arme nach Chilia und Tulcea, kurz hinter Tulcea teilt er sich erneut in zwei Arme nach Sulina und Sfântu Gheorghe. Das 5000 Quadratkilometer große, weltweit einmalige Ökosystem ist Europas größtes Feuchtgebiet, es gilt als größtes zusammenhängendes Schilfrohrgebiet der Erde und ist der Lebensraum von über 4000 Tier- und über 1000 Pflanzenarten. Urtümliche Galeriewälder aus Eichen, Weiden und Pappeln säumen die Ufer des Donaudeltas. Über 300 Vogelarten kann man im Delta antreffen, so Selmansberger und etwa 170 Vogelarten brüten im Delta. Als Besonderheit gelten die sogenannten Plaur, schwimmende Inseln, die aus einem Geflecht von 20 Pflanzenarten bestehen. Sie sind bevorzugte Brutplätze für den Rosapelikan. Daneben ist im Delta auch der wesentlich seltenere Krauskopfpelikan anzutreffen. Etwa 7000 Pelikane brüten in dieser Sumpflandschaft. Vogelliebhaber kommen im Donaudelta immer auf ihre Kosten. Selmansberger zeigte mit stimmungsvollen Bildern Silberreiher, Rallenreiher, Nachtreiher, Graureiher, Eisvögel, Blauraken, Bienenfresser, Seeadler, Zwergscharben, Bartmeisen und so manch andere Seltenheit. Viele Landschaftsaufnahmen wurden im stimmungsvollen Abendlicht aufgenommen. Um die Morgenstimmung möglichst naturgetreu zu demonstrieren wurden die Bilder mit Vogelstimmen und einem Froschkonzert unterlegt. Ortschaften im Delta sind oft nur auf dem Wasserwege erreichbar. Der Wasserweg nach Letea ist gesäumt von einem Teppich aus Teich und Seerosen. Einzigartig ist auch der Letea-Wald der mit seinen Lianen, Eichen und Birken als nördlichster tropischer Urwald Europas gilt.

Die zweite rumänische Region, die der Referent vorstellte war die Dobrudscha, eine Steppenregion mit dem Macin Gebirge und ausgedehnten Wäldern. Hauptbaumart ist die Silberlinde. Der Macin-Nationalpark beherbergt einzigartige Flora und Fauna. Am Ende des Vortages zeigte Selmansberger auch noch einige Gefahren auf, die diesen bedeutenden Naturlandschaften drohen. Ziel muss es sein diese grandiosen Landschaften zu erhalten und der Bevölkerung im Delta ein Auskommen zu geben. Ein Baustein dieser Lösung ist sicherlich der Ökotourismus, führte der Referent am Ende seines Vortrages aus.

>> zurück

„Grüne Gentechnik“ im Gespräch

Ortsgruppenvorsitzender Johannes Selmansberger (rechts) und stellv. Kreisgruppenvorsitzender Paul Riederer trafen den kanadischen Farmer Percy Schmeiser (Mitte) auf der BN-Delegiertenversammlung 2010 in Fürth

BN-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ organisierte Info-Veranstaltung zur Agrogentechnik

Vilsheim. Kaum einer will sie. Trotzdem war und ist es immer noch ein schwieriger Kampf, die Ausbreitung der Gentechnik in der Landwirtschaft bei uns zu verhindern. Dies war der einhellige Tenor einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema im Gasthaus Stadler in Vilsheim. Eingeladen hatten zu dieser gut besuchten Veranstaltung die Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ des Bundes Naturschutz (BN), die Ortsverbände Gundihausen, Vilsheim und Ast/Tiefenbach des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), der Gartenbauverein Vilsheim und die Katholische Landvolkbewegung (KLB) „Kleines Vilstal“. Eingangs begrüßte BN-Ortsgruppenvorsitzender Johannes Selmansberger besonders die BBV-Ortsobmänner Wolfgang Dax und Georg Spornraft-Penker, die Vorsitzende des Gartenbauvereins, Bernadett Huber und den KLB-Vorsitzenden Josef Holzinger. Besonders erfreut zeigte sich Selmansberger über die Anwesenheit des Tiefenbacher Bürgermeisters Georg Strasser.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorführung des Dokumentarfilms „Leben außer Kontrolle“, in dem die negativen Auswirkungen und Risiken der „Grünen Gentechnik“ in verschiedenen Regionen der Welt und unterschiedlichen Anwendungsgebieten deutlich aufgezeigt sowie der Kampf des kanadischen Farmers Percy Schmeiser gegen die Agrogentechnik und den Chemiekonzern Monsanto dargestellt wurden. In der anschließenden regen Diskussionsrunde wurde festgestellt, dass sich das vielfältige Engagement gegen die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft bisher absolut gelohnt habe. Die Ausbreitung der Agrogentechnik in Deutschland sei bisher weitgehend verhindert worden. Dies bedeute aber nicht, dass man jetzt die Hände in den Schoß legen könne. Einige große, weltweit tätige Chemieunternehmen übten weiterhin großen Druck auf die politischen Entscheidungsträger aus, um auch auf dem europäischen Markt vorwärts zu kommen. Dem müsse weiterhin entschieden entgegengetreten werden, stellte der landwirtschaftliche Sprecher der BN-Kreisgruppe, Martin Lackermeier, fest.

Diskutiert wurde auch über eine gentechnikfreie Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere. Lackermeier berichtete über ein Gespräch mit einem niederbayerischen Landhändler und engagierten Gegner der Gentechnik. Dieser halte eine Ausweitung des Bezuges von gentechnikfreiem Sojaschrot ohne weiteres für möglich. Interessierte Landwirte sollten hier hartnäckiger auf ihre jeweiligen Landhändler einwirken und sich nicht so schnell von dem Argument des höheren Preises abschrecken lassen. Tatsache sei auch, dass immer mehr große Verarbeiter (beispielsweise Molkereien) von ihren Lieferanten eine gentechnikfreie Fütterung verlangten. Von Landwirtsseite wurde hierzu aber einschränkend festgestellt, eine gentechnikfreie Fütterung sei immer schwieriger, da Vermischungen in der Lieferkette nicht immer ausgeschlossen werden könnten.

Angesprochen wurde auch die immer mehr um sich greifende Praxis großer Firmen, Patente auf tierisches und pflanzliches Leben eintragen zu lassen. Einhellige Meinung der Diskussionsteilnehmer war, dass dies politisch verboten werden müsse. BBV-Ortsobmann Georg Spornraft-Penker wies darauf hin, dass der Bauernverband in dieser Angelegenheit schon mehrfach aktiv geworden sei und Verbote gefordert habe. Da Patentrecht aber EU-Recht sei, sei es gar nicht so einfach, dem entgegenzuwirken. Johannes Selmansberger stellte abschließend fest, dass der Kampf gegen die mächtigen Chemiemultis nur erfolgreich sein könne, wenn hierzu entsprechende Allianzen geschmiedet würden. Er zeigte sich deshalb sehr erfreut darüber, dass diese Veranstaltung zusammen vom Bayerischen Bauernverband und dem Bund Naturschutz durchgeführt werden konnte.

>> zurück

Ehrung für ehrenamtlichen Naturschützer

Stellvertretender Landrat Daniel Sporer (links) übergab Ehrenzeichen und Urkunde des Ministerpräsidenten an Johannes Selmansberger Foto: LRA Landshut/Stöttner

Johannes Selmansberger mit Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten ausgezeichnet

Am 28. Oktober 2010 wurde Johannes Selmansberger, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“, im Landratsamt Landshut mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt ausgezeichnet. Insbesondere galt die Ehrung Selmansbergers für sein jahrzehntelanges Engagement für den Arten- und Naturschutz in seiner Heimatgemeinde Vilsheim und darüber hinaus. An der feierlichen Übergabe der Ehrennadel mit Urkunde nahm auch Vilsheims Bürgermeister Walter Brandlmeier teil. Stellvertretender Landrat Daniel Sporer hielt die Laudatio und ehrte Johannes Selmansberger im Auftrag des Ministerpräsidenten mit folgenden Worten:

„1984 wurde von Ihnen in Vilsheim die Ortsgruppe ,Kleines Vilstal' des Bundes Naturschutz in Bayern gegründet und Sie sind seit der Gründung ihr 1. Vorsitzender. Dass sich im Laufe der vergangenen 26 Jahre das Gesicht der Gemeinde Vilsheim hin zu mehr Grün deutlich verändert hat, daran haben Sie einen maßgeblichen Anteil. Sie führten mit Ihrer Gruppe in diesen Jahren umfangreiche Hecken-, Feldgehölz- und Einzelbaumpflanzungen durch, legten größere Feuchtbiotope an und pflegen zahlreiche wertvolle Biotopflächen verschiedener Art.

Da Sie eine umfangreiche Artenkenntnis besitzen, sind Sie in der Umweltbildung tätig und führen in diesem Zusammenhang alljährlich mehrere naturkundliche Exkursionen mit Schulkindern und Erwachsenen in Ihrer Heimat durch. Mit Vorträgen, insbesondere bei Gartenbauvereinen, werben Sie für den Natur- und Artenschutz. Auf Ihre Initiative hin gibt es innerhalb Ihrer Ortsgruppe drei aktive Kindergruppen. Außerdem sind Sie ein aktiver Förderer und Nutzer der Sonnenenergie.

Was Sie jedoch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt macht, sind Ihre hervorragenden Kenntnisse über die Hornissen. Sie beraten und helfen bei Problemen mit diesen Insekten und haben eine sehenswerte Hornissen-Ausstellung gestaltet, die schon an vielen Orten in Bayern gezeigt wurde. Seit vielen Jahren vertreten Sie als Delegierter die BN-Kreisgruppe Landshut bei der BN-Delegiertenversammlung. Sie waren auch von 1990 bis 2002 Mitglied des Gemeinderates von Vilsheim.“

Hornissen im Vilsheimer Kindergarten

Johannes Selmansberger klärte im Vilsheimer Kindergarten über Biologie und Lebensweise der Hornissen auf

Johannes Selmansberger informierte bei BN-Exkursion über das Leben der Hornissen

Die natur­kundlichen Exkursion mit dem Titel „Hornissen - wie und wo leben sie?“, die von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut und der BN-Orts­gruppe „Kleines Vilstal“ in Vilsheim veranstaltet wurde, fand im Kindergarten in Vilsheim statt. Johannes Selmansberger, Hornissenspezialist und Ortsgruppenvorsitzender, stellte die Lebenswei­se und die Biologie dieser Großinsek­ten vor.Dazu hatte er nicht nur eine informative Ausstellung mit Fotos und zahlreiche Objekte aufgebaut, sondern konnte sogar ein aktives Hornissennest zur Schau stellen.

Einen denkbar ungünstigen Platz hatten sich Hornissen in Vilsheim ausgesucht. Direkt an der Terrasse des Kindergartens bauten sie, hinter einer Balkenkonstruktion, ihr Nest. Die Hauptflugrichtung war, abgehend gleich neben der Terrassentüre, quer über die Terrasse. Die Königin, die still und heimlich schon ab Mai das Nest Stück für Stück aufbaute wurde anfänglich nicht entdeckt. Erst als eine größere Zahl von Arbeiterinnen ihren Flugbetrieb aufnahmen, wurde die Kindergartenleiterin, Karin Prinzhaus, auf die Triere aufmerksam. Ihre Sorge galt der Sicherheit der Kinder. Bei einem Ortstermin durch Johannes Selmansberger wurde schnell klar, dass eine Versetzung des Nestes nicht möglich ist. Nach umfangreicher Aufklärung der Kinder und der Eltern wurde versucht, das Nest auch an dieser kritischen Stelle zu belassen. Bei regelmäßigen Nachfragen bei Karin Prinzhaus wurde bestätigt, dass es zu keinerlei Problemen gekommen sei. Das durchaus friedliche Verhalten konnten den Teilnehmern der Exkursion vor Ort im Kindergarten gezeigt werden.

Die Hornisse ist die größte europäische Faltenwespe und das größte staaten­bildende Insekt der heimischen Tierwelt. Der Hornissenstaat ist einjäh­rig. Das heißt, dass im Spätherbst die Arbeiterinnen und die Männchen sowie die alte Königin sterben. Nur die jungen, voll entwi­ckelten und begatteten Weib­chen überwintern im Erdreich oder in morschem Holz, um dann im nächsten Frühjahr einen neuen Staat zu gründen, informierte Selmansber­ger. Im Mai beginnt, so der Hornissen­spezialist, die junge Hornissenkönigin mit der Gründung eines neuen Volkes. Und es sei immer wieder fas­zinierend, eine junge Hornissen-Königin beim Nestbau zu beobachten. Als morschem Holz baut sie in Baum­höhlen, Vogelnistkästen, auf dem Dachboden oder an Giebelvorsprüngen von Häusern ihr Nest. Sie legt Eier in die noch kleinen Waben, wärmt oder kühlt sie, ver­sorgt die Larven mit Raupen, Fliegen und Wespen. Im Lebenszyklus eines Hornissenvolkes erbeuten die Tiere eine beträchtliche Menge anderer In­sekten. Sie wirken so als bedeutendes Regulativ im Naturhaushalt und sind deshalb für uns Menschen sehr nütz­lich. Hornissen sind Jäger aber auch Beute. So berichtete Selmansberger, dass in Vilsheim am Ziegelberg, wo drei Paar Neuntöter brüten, die Hornissen keine Chance haben einen Staat zu gründen. Die aufmerksamen Vögel starten wie Abfangjäger, sobald sie ein Insekt erspäht haben. Und die großen Königinnen, die ja in den Maiwochen noch alleine den noch kleinen Staat versorgen müssen, sind nicht zu übersehen.

Bis zum Beginn der kalten Jahres­zeit im Oktober wächst das Volk dann auf 300 bis 800 Tiere an, neben den Arbeiterinnen und den Drohnen befinden sich auch eine größere Anzahl junger Königinnen, in dem zu beachtlicher Größe angewachsenem Nest, führte der Referent aus. Dass der Lebenszyklus des Nestes am Kindergarten bald seinen Abschluss finden werde, konnte man an den deutlich verringerten Flugbewegungen schon erkennen. Sobald dann die jungen Hornissen-Königinnen abgeflogen sind, sterben alle anderen Hornissen, die alte Königin, die Arbeiterinnen und Männchen, restlos ab. Leere Hornissennester werden kein zweites Mal benutzt und können in den Winter­monaten abgenommen werden. Dass ein Hornissennest von seiner leichten aber trotzdem stabilen Bauweise her ein wahres Kunstwerk ist, davon konnten sich die Exkursionsteilnehmer, unter denen sich auch mehrere Kinder befanden, überzeugen. Jo­hannes Selmansberger zeigte ein sol­ches Nest in seinem gesamten Auf­bau.

Zur Gefährlichkeit der Hornissen führte der Referent aus, dass die Be­hauptung, sieben Hornissenstiche seien für ein Pferd und drei für einen Menschen tödlich, ein Märchen sei. Selmansberger der auch Hornissen umsiedelt, ist bei diesen Umsetzaktionen schon mehrmals gestochen worden. Als Imker ist er aber an Insektenstichen gewohnt und kann sie leicht wegstecken. Sicherlich sei der Stich einer Hornis­se schmerzlicher als ein Wespen- oder Bienenstich, da Hornissen einen kräftigeren Stachel besitzen und auch einen speziellen Wirkstoff haben, der schmerzauslösend ist. Sollte es zu einem Stich kommen, so sollten die üblichen schmerzlindernden Maßnahmen, wie Aussaugen und kühlen vorgenommen werden. Lediglich bei allergischen Reaktionen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Man brauche keine Angst vor Hornissen zu haben, solange sie in Ruhe gelas­sen werden, Hornissen verhalten sich weit ruhiger und berechenbarer als Bienen und Wespen. Nicht vertragen jedoch können Hornissen panikarti­ges Herumschlagen und Erschütte­rungen des Nestes. In Ausnahmefällen müssen Hornissennester auch versetzt werden, so Selmansberger. Ärgerlich ist dass die Rollokastenbauer anscheinend nicht in der Lage sind, hornissensichere Rollokästen zu bauen. Häufig nisten sich Hornissen aus Mangel an geeigneten Quartieren dort ein. In diesem Fall müssen die Nester umgesiedelt werden. Gerade in den Sommermonaten, so berichtete Selmansberger, ist dies eine schweißtreibende Arbeit. Hornissen können nicht in Rollokäsen belassen werden, weil sie zum einen die Isolierung abnagen und entfernen und weil die Ausscheidungen mit der Zeit fürchterlich zu stinken beginnen.

Das grundsätzlich friedliche Ver­halten der Hornissen gebe also kei­nen Anlass zu Bekämpfungsmaßnahmen, stellte der Hornissenspezialist fest. Früher seien Hornissen mit allen möglichen Mitteln unerbittlich ver­folgt und getötet worden. Aus diesem Grund gerieten sie schließlich auf die Liste der vom Aussterben bedrohter Tiere und wurden deshalb unter be­sonders strengen Schutz gestellt. Die Hornissenbestände hätten sich in den vergangen Jahren landesweit nicht nur deswegen wieder sichtlich erholt, sondern auch weil durch intensive Aufklärungsarbeit – insbesondere auch durch den Bund Naturschutz – weite Kreise der Bevölkerung für den Schutz der Hornissen sensibilisiert worden seien. Die Hornissen erfahren so bei den Menschen immer mehr Toleranz, freute sich Johannes Selmansberger. Ein besonderes Lob sprach er in diesem Zusammenhang der Leiterin des Kindergartens, Karin Prinzhaus, der Gemeinde und den Eltern und Kindern aus, die durch besonnenes Verhalten das Überleben des Hornissenstaates am Kindergarten ermöglicht haben. Für Selmansberger war es schon erstaunlich, dass die dicken Brummer im Kindergarten keine größere Diskussion ausgelöst haben. Als besondere Attraktion präsentierte der Naturschützer ein Hornissennest in einem Motorradhelm,

Während am Ende seiner Ausfüh­rungen der Referent noch zahlreiche Fragen zu beantworten hatte, durften die Kinder lebende Hornissen in die Hand nehmen und ihr Verhalten ge­nau beobachten. Allerdings handelte es sich bei diesen Hornissen um Männchen, die bekanntlich keinen Stachel haben.

Vogelkundliche Wanderung 2010

Die ausgezeichneten Schüler mit Ihren Lehrerinnen Frau Johanna Seitz und Eleonore Resch

Vilsheim. Die jährliche vogelkundliche Wanderung durch den Bund Naturschutz mit der 4. Klasse der Grundschule Vilsheim hat zwischenzeitlich schon Tradition. Für den Vorsitzenden Johannes Selmansberger ist diese Wanderung auch immer ein spannendes Erlebnis weil er von der Begeisterungsfähigkeit der Kinder immer wieder angetan ist. Die Kinder lernen den Unterschied zwischen Feld- und Hausspatz. Sie wissen, dass die Türkentaube bei uns eingewandert ist. Die Falkenbeobachtung am Vilsheimer Kirchturm und die Gewölleuntersuchungen gehören schon zum festen Bestandteil der Wanderung. Auf dem Weg zum Ziegelberg lernen die Kinder auch den Gesang verschiedener Vögel kennen.
Am Ziegelberg angekommen konnte man eines der Neuntöterpaare, die dort brüten, zu entdecken. Nach einer Pause geht es gestärkt wieder zur Schule zurück. Abschließend gilt es das erlernte in einem Quiz unter Beweis zu stellen. Die besten werden mit einem Vogelbestimmungsbuch ausgezeichnet.  Als Zugabe gab es diesmal einen Aufstieg auf den Vilsheimer Kirchturm. Hier konnten die Kinder nicht nur die Glocken aus nächster N#he beim Geläut erleben, sondern auch die fünf jungen Turmfalken in einem von der Bund Naturschutz gezimmerten Nistkasten erleben. Am Schluss waren sich die Kinder einig: Das war eine einmaliges Erlebnis.

Wassergräben voller Leben

Bertram Peters (rechts) zeigt kleine Wassertiere, anhand deren sich die Gewässergüte eines Wassergrabens feststellen lässt

Gewässerkundliche BN-Exkursion an ein Grabensystem bei Vilsheim

Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut und die BN-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ boten am 4. Juli 2009 mit einer gewässerkundlichen Exkursion in der Nähe der Vils bei Vilsheim die Möglichkeit, das Leben in einem typischen Wiesengraben aus aller Nähe kennen zu lernen. Schon auf dem Weg zum Ziegelberg erklärte BN-Ortsgruppenvorsitzender Johannes Selmansberger einzelne Besonderheiten entlang des Weges. Das Gebiet rund um den Ziegelberg und entlang der Kleinen Vils ist aufgrund der vielfältigen Strukturen besonders wertvoll. Trockene Standorte sowie extensiv bewirtschaftete Wiesen im Tal und auf der Anhöhe weisen eine hohe Artenvielfalt auf, informierte Selmansberger. Besonders wies er auf den Neuntöter hin, der aufgrund der Bemühungen seiner Ortsgruppe wieder eine Heimat gefunden hat und inzwischen mit mehreren Brutpaaren heimisch geworden ist.

An einem Wiesengraben, nahe der Weiher, die die BN-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ vor einigen Jahren anlegte, trafen die interessierten Exkursionsteilnehmer auf Bertram Peters, Gewässerbiologe am Wasserwirtschaftsamt Landshut. Zunächst erklärte Peters, wie es möglich ist, anhand der Organismen, die man in einem Fließgewässer antrifft, die Gewässergüte festzustellen. Jedes Lebewesen stellt an seinen Lebensraum bestimmte Ansprüche. Im Gewässer sind dies vor allem die Sauberkeit und die Struktur des Ufers und besonders der Sohle. So gibt es Arten, die auf besonders sauberes und sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind, aber auch solche, die nur dort vorkommen, wo eine starke Verschmutzung vorhanden ist. Indem sie diese Schmutzstoffe aufnehmen und verarbeiten, die Abbauprodukte wieder von anderen Arten verwertet und abgebaut werden, wird das Gewässer wieder sauber. Man bezeichnet das als die Selbstreinigungskraft des Gewässers. Viele Arten benötigen eine lockere, kiesige Gewässersohle, wo die Jugendstadien aufwachsen und auch viele Fischarten ihre Eier ablegen. Diese Zustände finde man leider immer weniger, gab Peters zu verstehen.

In dem untersuchten Graben stellte der Gewässerbiologe eine sehr artenreiche Lebensgemeinschaft fest. Es fanden sich neben vielen Molchen verschiedene Arten von Wasserkäfern, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven, Rückenschwimmer, Strudelwürmer, Egel, Fliegen- und Mückenlarven, Wasserasseln und Libellenlarven. Am Ufer flogen Prachtlibellen und Azurjungfern. Diese vielen Arten deuten auf einen intakten Lebensraum hin, der aber immer wieder einer vorsichtigen Pflege bedarf, informierte Peters die Exkursionsteilnehmer.

Festliches Konzert auf Schloss Kapfing

Mit einem festlichen Konzert auf Schloss Kapfing konnte kürzlich die Bund Naturschutz (BN) Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Im neu renovierten Lichthof des Schosses konnte der Vorsitzende der Ortsgruppe Johannes Selmansberger vor ausverkauftem Haus zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Walter Brandlmeier, den 2. Vorsitzenden der BN Kreisgruppe Landshut Paul Riederer besonders begrüßen. Besonders bedankte sich Selmansberger auch bei der Familie Weber-Henschel, die den Innenhof mit seiner besonderen Atmosphäre und Akustik zur Verfügung gestellt hatten. Vor über 20 Jahren gegründet hat das Ensemble „Die Kammervirtuosen“ sich bald im französischen und süddeutschen Raum einen Namen gemacht. Mit Stücken von W.A.Mozart, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Luigi Boccherini, und Franz Danzi begeisterten die „Kammervirtuosen“ die über 170 Besucher. Die „Kammervirtuosen“, Stefan Mutz, Flöte, Heike Fischer Violine, Evi Flassig-Will Viola und Fred Flassig Cello ernteten stürmischen Beifall für die professionell vorgetragenen Stücke. Bei anregenden Gesprächen an den verschiedenen Feuerkörben ließ man den Abend ausklingen. Und am Schluss waren sich alle einig: Das war ein schöner Abend.

Vogelkundliche Wanderung mit der 4. Klasse der Grundschule Vilsheim

Die jährliche vogelkundliche Wanderung durch den Bund Naturschutz mit der 4. Klasse der Grundschule Vilsheim hat zwischenzeitlich schon Tradition. Für den Vorsitzenden Johannes Selmansberger ist diese Wanderung auch immer ein spannendes Erlebnis weil er von der Begeisterungsfähigkeit der Kinder immer wieder angetan ist. Die Kinder lernen den Unterschied zwischen Feld- und Hausspatz. Sie wissen, dass die Türkentaube bei uns eingewandert ist. Die Falkenbeobachtung am Vilsheimer Kirchturm und die Gewölleuntersuchungen gehören schon zum festen Bestandteil der Wanderung. Auf dem Weg zum Ziegelberg lernen die Kinder auch den Gesang verschiedener Vögel kennen.
Am Ziegelberg angekommen versucht man eines der Neuntöterpaare, die dort brüten, zu entdecken. Nach einer Pause geht es gestärkt wieder zur Schule zurück. Abschließend gilt es das erlernte in einem Quiz unter Beweis zu stellen. Eigentlich wollte die Ortsgruppe die drei Besten mit einem Buchpreis auszuzeichnen. Nachdem aber fünf Kinder alle Fragen richtig beantwortet haben, hat man sich entschlossen auch fünf Buchpreise zu vergeben.

Entdeckungen an Teichen und Gräben

Ralf Thannemann zeigte den Exkursionsteilnehmern verschiedene Wassertiere, die in Tümpeln und Wassergräben leben

Gewässerkundliche Exkursion zu Still- und Fließgewässern

Umweltbildung in der freien Natur boten die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut und die BN-Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ mit ihrer gewässerkundlichen Exkursion im Raum Vilsheim. Schon auf dem Weg zum Ziegelberg und zur Kleinen Vils erklärte BN-Ortsgruppenvorsitzender Johannes Selmansberger einzelne Besonderheiten entlang des Weges. Das Gebiet rund um den Ziegelberg und entlang der Kleinen Vils sei aufgrund der vielfältign Strukturen aus der Sicht des Naturschutzes besonders wertvoll. Trockene Standorte sowie extensiv bewirtschaftete Wiesen im Tal und auf der Anhöhe weisen eine hohe Artenvielfalt auf, informierte Selmansberger.

Bei der Exkursion, die von Ralf Thannemann, Gewässerbiologe am Wasserwirtschaftsamt Landshut, geleitet wurde, war das Hauptaugenmerk jedoch auf zwei vom Bund Naturschutz angelegten Tümpel und auf Wiesengräben nahe der Kleinen Vils gerichtet. Es war deutlich zu sehen, dass die beiden Stillgewässer eine unterschiedliche Biologie aufweisen. Beim einem Tümpel macht sich der starke Erlenaufwuchs durch Beschattung und Laubwurf bemerkbar. Der Gewässerbiologe riet, hier die Ufer etwas auszulichten. An beiden Gewässern konnte der Referent eine große Anzahl verschiedener Kleinlibellenlarven , Schwimmkäfer sowie Molchlarven vorzeigen. Natürlich war in diesen Tümpeln der Rückenschwimmer häufig anzutreffen. Eine Besonderheit bei den Rückenschwimmern sei, so der Referent, dass diese Wasserinsekten mit ihren großen Augen sowohl über als auch unter Wasser hervorragend sehen können.

Auch in den Wiesengräben, die zur kleinen Vils führen, konnte Ralf Thannemann viele Kleinlebewesen nachweisen und vorzeigen, die auf eine gute Wasserqualität schließen lassen. Neben Wasserfröschen konnten die interessierten Exkursionsteilnehmer hier auch Posthornschnecken beobachten. Um in diesem Gebiet weiterhin eine artenreiche Vielfalt an Wassertieren aber auch an Wasserpflanzen zu sichern, sei es notwendig, diese Lebensräume zu erhalten, war das Fazit der gewässerkundlichen Exkursion.

Hornissen zu Unrecht verfolgt

Johannes Selmansberger informierte bei BN-Exkursion über das Leben der Hornissen

Das große Interesse an der naturkundlichen Exkursion mit dem Titel „Hornissen zu Unrecht verfolgt“, die von der Bund Naturschutz Kreisgruppe Landshut und der BN-OrtsGruppe „Kleines Vilstal“ in Vilsheim veranstaltet wurde, zeigte, dass Hornissen bei vielen Menschen ein Thema sind. Johannes Selmansberger Hornissenspezialist und Ortsgruppenvorsitzender stellte die Lebensweise und die Biologie dieser Großinsekten vor. Dazu hatte, er nicht nur eine informative Ausstellung mit Fotos und zahlreiche Objekte aufgebaut, sondern sogar lebende Hornissen — eine Königin, Arbeiterinnen und Drohnen — zur Schau gestellt.

Hornissen gehören zur Familie der Echten oder Faltenwespen. Die Hornisse ist die größte europäische Faltenwespe und das größte Staaten bildende Insekt der heimischen Tierwelt. Der Hornissenstaat ist einjährig. Das heißt, dass im Spätherbst die Arbeiterinnen und die Männchen sowie die alte Königin sterben. Nur die jungen, voll entwickelten und begatteten Weibchen überwintern im Erdreich oder in morschem Holz, um dann im nächsten Frühjahr einen neuen Staat zu gründen, informierte Selmansberger.

Im Mai beginnt, so der Hornissenspezialist, die junge Hornissen-Königin mit der Gründung eines neuen Volkes. Und es sei immer wieder faszinierend eine junge Hornissen-Königin beim Nestbau zu beobachten. Als morschem Holz baut sie in Baumhöhlen, Vogelnistkästen, auf dem Dachboden oder an Giebelvorsprüngen von Häusern ihr Nest. Sie legt Eier in die noch kleinen Waben, wärmt oder kühlt sie, versorgt die Larven mit Raupen, Fliegen und Wespen. Im Lebenszyklus eines Hornissenvolkes erbeuten die Tiere eine beträchtliche Menge anderer Insekten. Sie wirken so als bedeutendes Regulativ im Naturhaushalt und sind deshalb für uns Menschen sehr nützlich. Hornissen sind Jäger aber auch Beute. So berichtete Selmansberger, dass in Vilsheim am Ziegelberg, wo drei Paar Neuntöter brüten, die Hornissen keine Chance haben einen Staat zu gründen. Die aufmerksamen Neuntöter starten wie Abfangjäger sobald sie ein Insekt erspäht haben. Und die großen Königinnen, die ja in den Maiwochen noch alleine den noch kleinen Staat versorgen müssen, sind nicht zu übersehen.

Bis zum Beginn der kalten Jahreszeit im Oktober wächst das Volk dann auf 300 bis 800 Tiere an, neben den Arbeiterinnen und den Drohnen befinden sich auch mehrere junge Königinnen in dem zu beachtlicher Größe angewachsenem Nest, führte der Referent aus. Sobald dann die jungen Hornissen-Königinnen abgeflogen sind, sterben alle anderen Hornissen restlos. Weil das leere Nest von den Hornissen kein, zweites Mal benutzt wird, könne es in den Wintermonaten abgenommen werden. Dass ein Hornissennest von seiner leichten aber trotzdem stabilen Bauweise her ein wahres Kunstwerk ist, davon konnten sich die Exkursionsteilnehmer, unter denen sich auch mehrere Kinder befanden, überzeugen. Johannes Selmansberger zeigte ein solches Nest in seinem gesamten Aufbau.

Zur Gefährlichkeit der Hornissen führte der Referent aus, dass die Behauptung, sieben Hornissenstiche seien für ein Pferd und drei für einen Menschen tödlich, ein Märchen sei. Selmansberger ist einige Stunden vor der Hornissenführung, beim einsammeln von Material zweimal gestochen worden. Die Teilnehmer der Führung konnten sich persönlich überzeugen, dass dieses Stiche am Ohr und am Nacken kaum Spuren hinterließen. Johannes Selmansberger ist auch Imker und kann somit Stiche leicht wegstecken. Sicherlich sei der Stich einer Hornisse schmerzlicher als ein Wespen- oder Bienenstich, da Hornissen einen kräftigeren Stachel besitzen und auch einen speziellen Wirkstoff haben, der schmerz auslösend ist. Sollte es zu einem Stich kommen, so sollten die üblichen schmerzlindernden Maßnahmen, wie Aussaugen und kühlen vorgenommen werden. Lediglich bei allergischen Reaktionen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Man brauche keine Angst vor Hornissen zu haben, solange sie in Ruhe gelassen werden, Hornissen verhalten sich weit ruhiger und berechenbarer als Bienen und Wespen. Nicht vertragen jedoch können Hornissen panikartiges Herumschlagen und Erschütterungen des Nestes. In Ausnahmefällen müssen Hornissennester auch versetzt werden, so Selmansberger. Ärgerlich ist dass die Rollokastenbauer anscheinend nicht in der Lage sind hornissensichere Rollokästen zu bauen. Häufig nisten sich Hornissen aus Mangel an geeigneten Quartieren dort ein. In diesem Fall müssen die Nester umgesiedelt werden. Gerade in den Sommermonaten, so berichtete Selmansberger, ist dies eine schweißtreibende Arbeit. Hornissen können nicht in Rollokäsen belassen werden, weil sie zum einen die Isolierung abnagen und entfernen und weil die Ausscheidungen mit der Zeit fürchterlich zu stinken beginnen.

Das grundsätzlich friedliche Verhalten der Hornissen gebe also keinen Anlass zu Bekämpfungsmaßnahmen, stellte der Hornissenspezialist fest. Früher seien Hornissen mit allen möglichen Mitteln unerbittlich verfolgt und getötet worden. Aus diesem Grund gerieten sie schließlich auf die Liste der vom Aussterben bedrohter Tiere und wurden deshalb unter besonders strengen Schutz gestellt. Die Hornissenbestände hätten sich in den vergangen Jahren landesweit nicht nur deswegen wieder sichtlich erholt, sondern auch weil durch intensive Aufklärungsarbeit — insbesondere auch durch den Bund Naturschutz, weite Kreise der Bevölkerung für den Schutz der Hornissen sensibilisiert worden seien. Die Hornissen erfahren so bei den Menschen immer mehr Toleranz, freute sich Johannes Selmansberger.

Als besondere Attraktion präsentierte der Naturschützer ein Hornissennest in einem Motorradhelm,

Während am Ende seiner Ausführungen der Referent noch zahlreiche Fragen zu beantworten hatte, durften die Kinder lebende Hornissen in die Hand nehmen und ihr Verhalten genau beobachten. Allerdings handelte es sich bei diesen Hornissen um Männchen, die bekanntlich keinen Stachel haben.

Neuer Teich in Vilsheim

Paul Kainz und Johannes Selmansberger bei Begutachtung des neuen Teiches

Es gibt zu wenig Laichgewässer im Vilstal. Um diese Situation zu verbessern hat Paul Kainz der Bund Naturschutz Ortsgruppe „Kleines Vilstal“ ein geeignetes Grundstück unweit der Kleinen Vils zur Verfügung gestellt. Angrenzend an der alten Vils wurden zwei Kopfweiden gesetzt. Auf der Fläche haben sich ein Schilfbestand und Seggen entwickelt. Zwischenzeitlich hat sich die Fläche zu einem wichtigen Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt entwickelt. An der westlichen Randzone wurde nun ein Teich mit verschiedenen Tiefenzonen und flach ausgebildeten Randzonen angelegt. Damit die Teichfläche nicht beschattet wird, wurden nur wenige Sträucher wie Faulbaum, Pfaffenhütchen und Traubenkirsche eingesetzt. „Es ist erstaunlich wie schnell dieser neue Lebensraum angenommen wird“ stellte Johannes Selmansberger bei einem Ortstermin mit Paul Kainz fest. Im Schilfbestand hat sich die Rohrammer niedergelassen. Die Zaunpfosten nutzen Eulen als Sitzwarten und die Rehe benutzen den Teich als Tränke. Die ersten Schwimmkäfer und Libellen sind auch schon aufgetaucht. Das neue Biotop in unmittelbarer Umgebung zum Ziegelberg ist eine deutliche Aufwertung für den ganzen Bereich. Der Vorsitzende bedankte sich recht herzlich bei Paul Kainz, der mit der Neuanlage sichtlich zufrieden war. Aus der Sicht des Naturschutzes ist dies ein Glücksfall, denn es ist nicht selbstverständlich, dass Leute, die nicht einmal im Gemeindegebiet wohnen uneigennützig Flächen für die Natur zur Verfügung stellen.