MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

3. Preis "Der alte Baum ist unser Lebensraum"

Die dritte Klasse mit ihrer Klassenlehrerin Christine Brunner, ihrer Fachlehrerin Maria Frank sowie der Vorsitzenden der BN-Ortsgruppe, Frau Lisa Voit vor der Linde im Pausenhof der GS Obersüßbach, Baum des Jahres 2016

Obersüßbach. Einer für alle und alle für einen. Einen Grund zu großer Freude hatte vor Kurzem die dritte Klasse der Grundschule Obersüßbach. Vor der ganzen Schüler- und Lehrerschaft der Schule wurde die Klasse für den dritten Preis beim landkreisweiten Wettbewerb „Der alte Baum ist unser Lebensraum“ der Bund Naturschutz-Kreisgruppe Landshut ausgezeichnet. Neben einer DVD und Stickern konnten die Schüler stolz eine Urkunde in Empfang nehmen. Die Auszeichnung wurde stellvertretend für die Jury von der ersten Vorsitzenden der Ortsgruppe „Holledauer Eck“, Frau Lisa Voit, vorgenommen.
Die Klasse hatte für den Wettbewerb passend zum Schulmotto der GS Obersüßbach „miteinander leben, lernen, lesen“ zusammen mit ihrer Lehrerin Maria Frank fächerverbindend im Heimat- und Sachunterricht und im Kunstunterricht ein Bilderbuch mit dem Namen „Einer für alle und alle für einen“ gestaltet. Hierin geht es um einen Baum, der in seinem Leben schon viel erlebt hat und zahlreichen Tieren Lebensraum gibt. Jedes Tier erzählt, warum der Baum für sein Leben so wertvoll und wichtig ist.  Eines Tages jedoch soll der Baum gefällt werden, da er zu alt ist und im Weg steht. 
Die Tiere formieren sich und bringen die Waldarbeiter mit ihrem Protest für ihren „Freund“, den Baum, doch noch zum Nachdenken. Die Holzfäller sehen schließlich von ihrem Plan, den Baum zu fällen ab und die Tiere und der Baum feiern vor lauter Freude und Erleichterung am Ende des Buches ein großes ausgelassenes Fest! 
Die Klasse hatte bei der Gestaltung des Bilderbuches sehr viel Spaß. Jedes Kind durfte sich gemäß individueller Fähigkeiten an der Gestaltung beteiligen und die Schüler beschäftigten sich so über Wochen hinweg sehr intensiv mit dem Thema „Lebensraum Baum und dessen Bedeutung“. 
Neben der Auszeichnung durch den Bund Naturschutz freuen sich die Kinder vor allem darüber, dass sie als Gemeinschaft ein so schönes Werk geschaffen haben! Der Titel des Buches „Einer für alle und alle für einen“ wurde so auch bei der gemeinsamen Gestaltung des Bilderbuches Wirklichkeit, da ein solches Werk nur entstehen kann, wenn alle tatkräftig zusammenarbeiten und zusammenhelfen.

Das Summen der Bienen darf nicht verstummen

Weihmichl. Die Deutschen lieben Honig. Deshalb ist eines der wichtigsten Nutztiere: Apis mellifera, die Honigbiene. Über sie weiß Johannes Selmansberger, Iangjähriger Imker und Naturschützer aus Vilsheim, viel Eindrucksvolles zu erzählen. Auf Einladung der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Holledauer Eck und des Imkervereins Landshut gab Selmansberger im Gasthaus Lackermeier in Edenland Einblicke in das Leben der Honigbiene. 

Die Biene hat einen Aktionsradius von bis zu 10 Kilometer, hält sich aber am liebsten im Umkreis von bis zu 1,5 Kilometer um den Bienenstock auf. Sie  verbraucht beim Fliegen etwa 100 mg Zucker pro Minute. Je weiter sie fliegen muss, um so stärker verkürzt sich ihr Leben. Ihre Leistungen sind jedoch gewaltig: 80 % der Blütenpflanzen werden von Insekten bestäubt, die Honigbiene trägt 85 % dazu bei. Auch die über 550 Arten Wildbienen in Deutschland haben bedeutenden Anteil  an der Bestäubung von Blütenpflanzen. Wird z.B. ein Drittel einer Anzahl Honigbienen durch Wildbienen ersetzt, steigt die Bestäubungsleistung an. Deren Wert beträgt pro Bienenvolk 800 bis 900 Euro.

Bienen, egal ob domestiziert oder wild, sind vielen Gefährdungen ausgesetzt. Noch im Jahr 1900 gab es in Deutschland etwa 2,6 Mio. Bienenvölker. 2012 waren es nur noch 622.000. Wohl jeder hat schon von der Varroamilbe gehört, die ganze Bienenvölker zugrunde richten kann.  Noch mehr als diese machen den Bienen Gifte, Klimaveränderung und industrielle Landwirtschaft zu schaffen. So können winzige  Mengen Pestizide Bienen im Fluge töten, aber auch chronische Wirkungen in den Insekten entfalten: Missbildungen, gestörtes Lernverhalten oder gar   Navigationsschwierigkeiten können die Folge von Vergiftungen sein. Viele Bienen finden nach dem Besuch der Blüten nicht mehr zum Bienenstock zurück. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen fanden sich im Pollen, dem „Bienenbrot“, durchschnittlich neun verschiedene Pestizide, berichtete Selmansberger.

Auch Nahrungsmangel trägt zum Bienensterben bei. Ist die Rapsblüte vorüber, wird Pollen oft knapp. Blumenwiesen, blühende Feldränder und bienenfreundliche Gärten finden Bienen heute kaum noch. Dabei muss ein Bienenvolk für ein Pfund Honig drei  Millionen Blüten besuchen.Es sei an der Zeit, die Anwendung von bienengefährlichen Pestiziden zu beenden, meint Selmansberger. Gärten und Landschaft müssten wieder natürlich blühen. Große blühende Bäume  wie etwa die Linde sind mit bis zu 2 Kilogramm Nektar pro Tag ein Eldorado für Bienen. Und der Honig braucht für seine bis zu 200 Inhaltsstoffe eine vielfältig blühende Landschaft.

Kräuterwanderung BN OG Holledauer Eck zur 1200-Jahrfeier der Ortschaft Unterneuhausen

Neuhausen feierte am 13. und 14. September sein 1200-jähriges Bestehen. Alle ortsansässigen Vereine beteiligten sich am Veranstaltungs-Programm. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz Holledauer Eck bot eine Kräuterwanderung an.Die ausgebildete Kräuterpädagogin Gaby Sterr, als mittelalterliche „Kräuterhexe“ verkleidet, wusste den Teilnehmern viel Interessantes über die Kräuter zu erzählen, die  in dem besuchten Garten wuchsen. Als Kräutergarten bot sich im Ortskern der Gemüsegarten und eine alte Hofstelle der Familie  Heidenreich an, die die Gruppe gerne willkommen hieß. Man erfuhr, dass so manches unscheinbare „Unkraut“  wie die Vogelmiere vielmehr Vitamin C enthalten  ist als jeder Salat oder manches Obst.  Und dass das Franzosenkraut, ein guter Bodenlockerer, stark eisenhaltig ist. Auch die Vorteile von Brennnessel und das Mädesüß, von vielen Gärtnern  nicht geliebt oder nicht gekannt, brachte Frau Sterr den staunenden Zuhörern näher. 

Der zu Beginn der Führung einsetzende Regen tat dem Interesse der  Teilnehmer keinen Abbruch. Und so vergingen die 1 1/2 Stunden Kräuterkunde wie im Flug.   Frau Sterr schloss mit der Anregung, wieder mehr Kräuter im eigenen Garten zuzulassen, denn deren wertvolle Inhaltsstoffe sind leider schon vielen hochgezüchteten Gemüsesorten weitgehend abhanden gekommen.Deshalb verriet Frau Sterr gern noch einige Kräuterrezepte, nach denen sie selbst immer wieder gerne Essen zubereitet.  

Wer gerne einmal die Kräuterküche ausprobieren möchte, findet über nachfolgenden Link einige Rezepte.

Vom Schaf zur Wolle oder Wie kommt die Milch ins Glas

Ferienprogrammausflug des Bund Naturschutz zum Biolandhof mit Schäferei

Weihmichl. Morgens um 7 Uhr früh standen 16 noch etwas verschlafene Kinder am Dorfplatz in Weihmichl bereit, um auf Einladung der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Holledauer Eck mit Lisa Voit, Birgit Nadler und zwei  hilfsbereiten Müttern zu einem Schafbauernhof in Johannesbrunn zu fahren. Kräuter-pädagogin und Öko-Landwirtin Lisa Fleischmann hatte auf ihrem zertifizierten Bioland-Bauernhof zusammen mit Bella Schäfer das Programm „Vom Schaf zur Wolle“ vorbereitet. Schon bei der Ankunft merkten die Kinder warum tierhaltende Landwirte früh aufstehen müssen: Alle Mutterschafe warteten bereits blökend darauf gemolken zu werden. Bald aber füllte warme Schafmilch die Becher. Dank der geschickten und tatkräftigen Anleitung von Lisa Fleischmann gelang es den meisten Kindern die Scheu vor dem Melken  zu überwinden und ein paar Milchspritzer im Becher landen zu lassen. Nachdem Bella Schäfer die Ernährungsbedürfnisse der Schafe mit einem Körnerquiz erklärt hatte, halfen alle beim Füttern der Schafherde, wobei auch Sturmi, der „Rasen mähende“ Haflinger nicht zu kurz kam. Für die Kinder gab eine Brotzeit mit Schaf-milchverkostung, während die langjährige Ökolandwirtin  das  Konzept ihrer Hofbewirtschaftung, größtmögliche Naturnähe erklärte. Der Hof ist als Arche Bayern - Betrieb ausgezeichnet und bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Frisch gestärkt  konnten die Kinder mit dem Wolle waschen beginnen. Zwei Schubkarrenladungen Schafwolle wurden kräftig in Wannen mit Regenwasser  durchgewalkt. Die Kinder spürten schon bald, wie anstrengend die Vorarbeit per Hand fürs Pulloverstricken ist. Schließlich bastelten alle mit der frisch gewaschenen Wolle lustige Wollschäfchen.  Mit diesen Erinnerungsstücken  an Lisas Schafhof ging`s auch schon wieder heimwärts nach Weihmichl.

Viele Eindrücke vom Besuch zeigt die Bilderstrecke von Heinrich Inkoferer unter https://www.flickr.com/photos/114961713@N07/sets/72157646497502345/

Krötenwanderzeit im Holledauer Eck

Zum Beginn der Krötenwanderzeit hat die Ortsgruppe Holledauer Eck des Bund Naturschutz auch 2014 wieder den Schutzzaun an der viel befahrenen Straße zwischen Furth und Schatzhofen errichtet. Kaum war er aufgestellt, fanden sich schon die ersten Kröten und Frösche in den  im Boden eingelassenen Eimern. Die  Ortsgruppe greift zur Anlage des Krötenzauns gern auf bewährte landwirtschaftliche Gerätschaften  zurück, wie das Foto zeigt. Mit modernem landwirtschaftlichem Gerät wäre die Anlegung des Amphibienschutzzaunes nicht möglich. Gut, dass es noch alte handgeführte Pflüge gibt!Zweimal täglich -morgens und abends nach Einbruch der Dunkelheit -wurde am Zaun von den Helfern überprüft, ob wandernde Frösche, Kröten und Molche in den Eimern darauf warteten, über die Straße zum Laichgewässer gebracht zu werden. 

Die geretteten Tiere werden jährlich vom Bund Naturschutz gezählt. Ihre Anzahl blieb  dieses Jahr hinter dem Vorjahresergebnis  zurück. Als Ursache vermutet die Ortsgruppe das zu trockene Frühjahr oder unbefugte Entnahme von Tieren aus den Eimern durch Spaziergänger. Auch ein 2011 angelegter Abzugsgraben vom  Laichgewässer bis zum Further Bach könnte die Anzahl der lokal wandernden Tiere verringern. Die Ortsgruppe trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, dass  sich der Rückgang der weltweit stark gefährdeten Amphibien bei uns  nicht fortsetzt.

Ja! zum Nationalpark Steigerwald

BUND-Naturschutz-Ortsgruppe „Holledauer Eck“

Die Ortsgruppe Holledauer Eck wurde 1993 auf Initiative u. a. von Birgit Nadler aus Weihmichl gegründet. Anlass war die drohende Abholzung mehrerer alter Eichen in Weihmichl. Die Eichen konnten damals zwar nicht gerettet werden, aber die Ortsgruppe ist auch nach über 20 Jahren noch aktiv. Das Jubiläum wurde auf der von der OG gepachteten Streuobstwiese mit einem Picknick gefeiert. Die Ortsgruppe erstreckt sich auf das Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Furth mit den Gemeinden Furth, Weihmichl und Obersüßbach. An jedem ersten Freitag im Monat trifft man sich um 20 Uhr im Pfarrheim in Unterneuhausen, um Termine und anstehende Arbeiten zu planen, zu diskutieren und Probleme im Natur- und Artenschutz zu besprechen. Dabei kommt aber auch das Ratschen und der Gedankenaustausch nicht zu kurz. Schon legendär ist das Buffet zum Jahresende, zu dem die Mitglieder leckere Speisen aus Biozutaten - viele davon vegetarisch – mitbringen. Durch das Jahr gibt es feste Aufgaben: Im Frühjahr sind es seit 15 Jahren der Amphibienschutzzaun und die Haus- und Straßensammlung, zu der vor allem die Further Schulen jährlich kräftige Unterstützung leisten. Am Donaufest des Landesverbands, jährlich an Christi Himmelfahrt veranstaltet, nehmen die Mitglieder der OG seit Anbeginn zahlreich teil. Auch zu den Mahnwachen beim AKW Ohu, Demonstrationen in München und Berlin, die der BN mitorganisierte, kamen immer wieder etliche Ortsgruppenmitglieder. Das gemeindliche Ferienprogramm für Kinder wird mit interessanten Veranstaltungen wie z. B. Bachabenteuer oder Ausstellungsbesuchen unterstützt. Vorwiegend im Herbst stehen die Pflegetermine für die Feuchtwiese und die Streuobstwiese in Unterneuhausen an. In Furth und in der Gemeinde Weihmichl nimmt die OG seit etwa 15 Jahren mit einem Stand an den Christkindlmärkten teil, wobei stets Bioessen und heiße Biomaroni angeboten werden. Als besondere Attraktion am BN-Stand an den Märkten – auch beim Biohof Butz in Viehhausen – ist das Quiz zu nennen, bei dem die Teilnehmer ihr Wissen zu einem jährlich anderen Naturthema testen und dabei etwas gewinnen können. Das Thema Gentechnik hat die OG schon seit Ende der 90er Jahre immer wieder beschäftigt, und sei es auch nur durch das Sammeln von Unterschriften. Zum Thema Agrogentechnik bot die OG vor einigen Jahren Vortragsveranstaltungen und einen Filmabend an. Dauerbrenner ist für die OG das FFH-Gebiet Bucher Graben, das z. T. im Gebiet der OG liegt. Dazu gab es bereits diverse Orts- und Behördentermine, schließlich liegt hier ein bedeutendes Bachmuschelvorkommen. Über die Jahre hat die OG auch verschiedene Baum- und Heckenpflanzungen gemacht und einen alten Löschteich in Schatzhofen auf eigene Kosten naturnah wiederherstellen lassen.

Seit 2001 ist Lisa Voit 1.Vorsitzende, Stellvertreterin ist Gaby Sterr, Schatzmeisterin Helga Schiemann und Schriftführerin Maria Spitzer.

Besonders erfreulich ist, dass seit Gründung der Ortsgruppe die sehr aktive Kindergruppe „Die frechen Biber“ von Birgit Nadler betreut wird.