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Wildbienen brauchen Hilfe

Bund Naturschutz stellt neues Faltblatt zum Schutz der Wildbienen vor

Landshut. „Wildbienen – unersetzlich und stark bedroht“ heißt der Titel eines neuen Faltblattes, das die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut herausgebracht hat. Der Text des 12-seitigen „Ökotipp Wildbienen“ wurde von dem Landshuter Wildbienenkundler Erwin Scheuchl verfasst. Die Fotos von Wildbienenarten stammen von dem Autor und von Johannes Selmansberger aus Vilsheim. Der Wildbienenfachmann informiert in der Broschüre umfassend über die Lebensweise der heimischen Wildbienen, zu denen auch die Hummeln gehören, und hebt ihre enorme Bedeutung für den Naturhaushalt hervor. So bestäuben einige Wildbienenarten und Hummeln Blüten noch bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, wenn Honigbienen den Stock schon längst nicht mehr verlassen. Auch auf die Gefährdung dieser Hautflügler weist Erwin Scheuchl hin. In Bayern waren knapp 520 Arten heimisch, 40 davon sind bereits verschwunden. Insgesamt sind 64 Prozent aller Wildbienenarten in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in Bayern aufgeführt. Eine Ursache dafür sei die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, heißt es in der Broschüre.

Insbesondere der Mangel an geeigneten Nistplätzen mache den Wildbienen zu schaffen. Deshalb wird im „Ökotipp Wildbienen“ in Wort und Bild erklärt, wie Nisthilfen verschiedenster Bauweisen wildbienengerecht selbst gebaut und in Hausgärten und auf Balkonen aufgestellt werden können. Wildbienenschutz bedeute in erster Linie jedoch Schutz ihrer Lebensräume. Neben klimatischen Gegebenheiten stellen Wildbienen an ihr Habitat zwei Hauptbedingungen: Es muss geeignete Nistplätze und ein ausreichendes Angebot an Futterpflanzen enthalten, informiert Scheuchl.

Paul Riederer, Artenschutzbeauftragter der BN-Kreisgruppe, erinnert daran, dass auf  Initiative der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe geeignete Lebensräume für viele, zum Teil sehr seltene Wildbienenarten durch die Ausweisung des ehemaligen Landshuter Truppenübungsplatzes als Naturschutzgebiet erhalten und geschaffen worden seien. Das Naturschutzgebiet habe deshalb als Wildbienen-Habitat sogar landesweite Bedeutung.

Den „Ökotipp Wildbienen“ gibt es kostenlos in der Geschäftsstelle der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut, Altstadt 105 (Nähe Narrenbrunnen); geöffnet Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr.

Die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) lässt sich im eigenen Garten ansiedeln. Sie nistet unter anderem in den Fugen einer Trockensteinmauer oder in Bohrlöchern in Hartholz (Foto: Erwin Scheuchl)