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Zilp-zalp-zelp-zilp-zalp

Stellten am 4. April die „Vogelhotline“ vor (von links): Johann Ritthaler, Stadt Landshut, Gebietsbetreuer Philipp Herrmann, Nachwuchs-Ornithologe Florian Götz und Paul Riederer vom Bund Naturschutz - Foto: Wieslawa Waberski
Der „Vogelstimmen-Butler“ im Landshuter Hofgarten - Foto: Philipp Herrmann

Landshut.Dank einer „Vogelhotline“ lassen sich im Landshuter Hofgarten nun Singvögel bestimmen.

Philipp Herrmann steht am Prantlgarten-Eingang des Hofgartens, lauscht für Sekundenbruchteile und sagt dann: „Rabenkrähe. Mönchsgrasmücke. Blaumeise. Buchfink. Waldbaumläufer. Und ein Kleiber … Moment: Zwei Kleiber.“

Herrmann seines Zeichens Gebietsbetreuer Isartal in Stadt und Landkreis Landshut, kann alle deutschen Singvögel an ihrem Gesang erkennen. Und damit natürlich auch alle, die im Hofgarten tirilieren. Dort wurde jetzt ein Hinweisschild platziert, das auf einen WhatsApp-Service Herrmanns namens „Vogelhotline“ hinweist. Wer möchte, kann nun den ganzen April hindurch Vogelstimmen mit seinem Smartphone aufnehmen und den kurzen Mitschnitt an Philipp Herrmann schicken. Der Idee zum „Vogelstimmen-Butler“, wie Paul Riederer vom Bund Naturschutz den Service nennt, liegt der Gedanke Herrmanns zugrunde, Spaziergängern wieder ein Gefühl für die verschiedenen Vogelarten zu geben, von denen es allein im Hofgarten 40 gibt. „Als kleiner Junge war ich schon immer bei den Vogelführungen von Paul Riederer dabei“, sagt Herrmann. Er kaufte sich Vogelstimmen-CDs und wurde schließlich das, was er heute einen „ausgewachsenen Ornithologen“ nennt. Die Vogelstimmen-Aktion will er erstmal auf den April und auf Landshut begrenzen. „Mal schauen, wie das funktioniert.“ Paul Riederer und der Bund Naturschutz jedenfalls waren begeistert von der Aktion und sofort bereit, das Ganze zu unterstützen – wofür sich dann auch Johann Ritthaler, Leiter des Fachbereichs Naturschutz der Stadt Landshut, herzlich bedankte.

„Zilp-zalp-zelp-zilp-zalp“, tönt es plötzlich. „Ein Zilpzalp“, klärt Herrmann auf. Man hätte eigentlich selbst drauf kommen können. Herrmanns Lieblingsvogelgeräusch macht übrigens nicht der Zilpzalp, sondern: „Der Specht. Ich mag das Spechtgetrommel sehr gerne.“

Von der Vogelstimmenerkennung können im Übrigen nicht nur Hobby-Ornithologen profitieren. Wenn man morgens nämlich von einem besonders lästigen Gezwitscher geweckt wird, könnte das Ganze unter Umständen weniger ärgerlich sein, wenn man weiß, was für ein Kerlchen da so einen Radau macht.

Information:

Die „Vogelhotline“ funktioniert so: 0160/7020981 zu den Kontakten hinzufügen, Gezwitscher aufnehmen, Aufnahme (maximal zehn Sekunden) an die Nummer schicken. Wer kein WhatsApp benutzt, kann die Aufnahme auch an philipp.herrmann@landshut.de schicken.

 

Text-Quelle: Landshuter Zeitung, Uli Karg

Greifvogel-Hasser vergiftet Mäusebussarde

Polizeibeamte beim Abtransport der mit einem hochwirksamen Nervengift zu Tode gequälten Greifvögel.
Mit einem vergifteten Fuchs-Kadaver hat ein unbekannter Täter im Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos Mäusebussarde in eine tödliche Falle gelockt.

Gefahr für Mensch und Tier - Landratsamt schaltet Polizei ein – BN erstattet Strafanzeige

LANDSHUT 20.05.2013. Es ist eine Tierquälerei der übelsten Sorte – und noch dazu in   einem Vogelschutzgebiet: Ein noch Unbekannter hat im Grießenbacher Moos einen vergifteten Fuchs-Kadaver als Köder ausgelegt, drei Greifvögel haben den Kadaver angefressen und sind noch an Ort und Stelle unter furchtbaren Qualen verendet. Das dabei verwendete Gift ist so stark, dass oft selbst Aaskäfer, die an solchen Kadavern nagen, umgehend absterben.  

Die hochgiftige Substanz Carbofuran wirkt nach den Worten des Toxikologen Prof. Dr. Florian Eyer von der Technischen Universität (TU) München ähnlich wie die    berüchtigten Nervenkampfstoffe und stellt natürlich auch eine Gefahr für Menschen und Haustiere dar. Spaziergänger sollten daher aufpassen, dass sie oder ihre Hunde nicht mit etwaigen Giftresten in Berührung kommen: Der Fuchs-Kadaver lag im   Grießenbacher Moos rund 600 Meter nördlich der Autobahn-Raststätte Wörth, also auf der Nordseite der A 92, westlich der Verbindungsstraße zwischen Wörth und  Postau.  

Es war ein aufmerksamer Spaziergänger, der den Fuchs-Kadaver und zwei tote Mäusebussarde entdeckte, die unmittelbar daneben lagen. Die schon etwas zerfledderten Bussarde zeigten eine völlig unnatürliche Haltung – sie hatten sich in den Qualen des Todeskampfes verkrampft und hielten noch Grasbüschel in ihren Klauen. Der Spaziergänger hat das einzige Richtige getan und seine Entdeckung gemeldet: Er hat damit verhindert, dass diese Schandtat noch zu weiteren         schädlichen Folgen führen konnte. Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Landshut war von Paul Riederer vom Bund Naturschutz Landshut über den Fund informiert worden. Sie alarmierte die Polizei, ein Mitarbeiter des Landratsamts barg zusammen mit zwei Beamten der Polizei-Inspektion Landshut die drei Kadaver. Von einem weiteren Greifvogel, ebenfalls einem Mäusebussard, wurden nur noch geringe Überreste gefunden in einer Hecke rund 50 Meter entfernt vom Auffindungsort des Fuchses. Auch der dritte Bussard ist offenkundig Opfer der Giftattacke geworden und in der Hecke „entsorgt“ worden. Bei der Unteren Naturschutzbehörde geht man    davon aus, dass der unbekannte Täter über einen längeren Zeitraum Vögel aufgesammelt hat, die von ihm ausgelegte Giftköder gefressen hatten, und er ihre Kadaver dann im Buschwerk in der näheren Umgebung versteckt hat.

Ein Mitarbeiter des Veterinäramts am Landratsamt brachte die Kadaver umgehend zur Untersuchung nach München. Experten des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität (TU) München erbrachten dann den Beweis – die Tiere sind mit dem hochgiftigen Carbofuran vergiftet worden. Das Insektizid Carbofuran ist seit einigen Jahren aus guten Gründen EU-weit verboten, wird aber in diversen Ländern immer noch in der Landwirtschaft als Mittel zur Saat-Beize eingesetzt. Wie der Internist und Toxikologe Prof. Dr. Eyer vom Klinikum rechts Isar der TU München erläutert, ist Carbofuran ein hoch wirksames Nervengift: Es zählt zu einer Stoffgruppe, in der auch so bekannte Gifte wie E 605 und Sarin zu finden sind.    Carbofuran wird von den Herstellern oft zur Warnung blau oder lila eingefärbt. Die betrauten Fachleute im Landratsamt zeigen sich von diesem Akt der Tierquälerei  erschüttert. „Es ist kein Kavaliersdelikt und auch keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine glatte Straftat“, stellt zum Beispiel Dr. Wolfgang Ullrich fest, der Leiter des Veterinäramts am Landratsamt Landshut.

Über ihren Anwalt, Dr. Ulrich Kaltenegger, hat die Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz (BN) Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet – und zwar nach Paragraph 329 Absatz 3 Nummer 6 Strafgesetzbuch (StGB), wie Paul Riederer    mitgeteilt hat. Der Tatbestand lautet „Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete durch Tötung besonders geschützter Arten“. Hinzu kämen eklatante Verstöße gegen Naturschutz- und Jagdrecht. „Der Vorgang spielte sich im ausgewiesenen             Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos ab und der Mäusebussard (Buteo buteo) ist eine besonders geschützte Art im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes“, erläutert Rechtsanwalt Kaltenegger dazu. Selbstverständlich sei auch der Tatbestand der Tierquälerei und der Wilderei erfüllt.

Die Polizei-Inspektion Landshut appelliert an die Bevölkerung, Hinweise auf den oder die Täter zu geben – auch anonym übermittelte Informationen werden entgegengenommen unter Telefon 0871/9252-0 oder unter E-Mail pi.landshut@polizei.bayern.de.  Selbstverständlich nehmen auch das Landratsamt Landshut und der Bund Naturschutz Hinweise entgegen: Landratsamt Landshut, Veldener Straße 15, 84036 Landshut, Telefon 0871/408-0, Fax 0871/408-1001,      E-Mail: poststelle@landkreis-landshut.de.  Bund Naturschutz: Telefon: 0871/23748 oder 22390, Fax 0871/374807, E-Mail: bnkgla@landshut.org   

Maßhalten bei der Vogelfütterung

Naturnahe Gärten und artenreiche Feldflur nützen den Vögeln mehr

In der kalten Jahreszeit am Fenster zu sitzen und vom warmen Zimmer aus Vögel am Futterhäuschen zu beobachten, hat seinen besonderen Reiz. Besonders für Kinder kann es interessant sein, lernen sie auf diese Weise doch einige heimische Vogelarten kennen. Meisen, Kleiber, Buchfinken und Amseln, die zu den nicht gefährdeten Vogelarten zählen, nähmen den „gedeckten Tisch“ gerne in Anspruch. Viele Vogelarten, wie beispielsweise Zaunkönig, Eisvogel, Eulen, Greif- und Wasservögel, überleben die kalte Jahreszeit auch ohne menschliche Hilfe, gibt Paul Riederer, stellvertretender Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und Mitglied im BN-Landesarbeitskreis Artenschutz, zu bedenken. Zum Artenschutz trage deshalb die Vogelfütterung wenig bei.

Wer trotzdem Vögel füttern will, sollte das mit Maßen und nur bei wirklich winterlichen Verhältnissen tun. Da der starke Rückgang vieler Vogelarten nicht auf geringeres Nahrungsangebot im Winter sondern auf die Verschlechterung ihrer Lebensräume zurückzuführen ist, rät Riederer, Gärten naturnaher zu gestalten und zu pflegen. So sollte man beispielsweise einen Teil der Staudengewächse während der kalten Jahreszeit stehen und Laub liegen lassen. Außer an Sträuchern und Bäumen fänden Vögel auch hier im Winter natürliche Nahrung.

Tatsächlich stehe es laut Bundesamt für Naturschutz und aus eigenen Beobachtungen um viele Vogelarten schlecht, so Paul Riederer. Insbesondere seien bodenbrütende Arten wie Kiebitz, Feldlerche, Wachtel und Rebhuhn davon betroffen. Aber auch bislang häufige Arten wie der Star und der Bluthänfling seien rückläufig. Ihre Situation werde sich ohne ein entschiedenes Gegensteuern vor allem in der Agrarpolitik weiter verschärfen, gibt Riederer zu bedenken. Durch eine Wiedernutzung stillgelegter Flächen seien wertvolle Rückzugs- und Brutflächen in jüngster Zeit verloren gegangen. Da der Anbau nachwachsender Rohstoffe immer mehr Flächen beanspruchen und zu weiteren Monokulturen führen werde, werden die Lebensräume und Nahrungsquellen für Vögel der Feldflur wie Feldlerche, Grauammer und Stieglitz weiter zurückgehen.

Hier könne auch ein ganzjähriges Füttern der Vögel, wie es in letzter Zeit von einigen Vogelliebhabern immer wieder propagiert wird, keine Abhilfe schaffen. Das nütze zwar der Vogelfutterindustrie, nicht aber dem Arten- und Vogelschutz. Der größte Teil der im Sommer bei uns lebenden Singvogelarten brauche als Nahrung für sich und ihre Jungen Insekten. Deshalb sei es notwendig, dass die natürlichen Strukturen und die Lebensräume für Insekten in der freien Landschaft nicht weiter verschlechtert sondern verbessert werden, stellt Paul Riederer fest.

Übereinstimmung beim Vogelschutz - Forstleute und Naturschützer diskutierten Managementplan für EU-Vogelschutzgebiet

Das EU-Vogelschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“ umfasst den Echinger und den Moosburger Stausee, einen Teil der Isar sowie rund 250 Hektar Auwald in der Bruckberger Au. Für dieses gesamte Gebiet erstellte die Regierung von Niederbayern einen so genannten Managementplan. Auf dem Areal der beiden Stauseen hat der Vogelschutz absoluten Vorrang. Hier ist beispielsweise die Jagd auf Wasservögel ganzjährig untersagt. Um für die Vögel auch im Auwald die Schutzbedingungen zu verbessern, fand kürzlich von Forstleuten und Naturschützern eine gemeinsame Ortsbegehung in der Bruckberger Au statt. Im wesentlichen wurden Inhalte des Managementplan-Entwurfes zur forstlichen Nutzung des Auwaldes von Vertretern der Behörden vorgestellt und gemeinsam mit den Natur- und Vogelschützern diskutiert.                                                   

An dem Ortstermin nahmen von Seiten der forstlichen Grundbesitzer teil Dr. Alfred Fuchs (Bayerische Staatsforsten, Forstbetrieb Freising), Horst Draack und Thomas Peter (Revierförster, Forstbetrieb Freising), H. Barthels (Forstverwaltung der Stadt München) und als Vertreter der Forstbehörden Lothar Zillner (AfL Landshut) und Peter Hirschfelder (AfL Landau/Isar). Den Natur- und Vogelschutz vertraten Dr. Franz Leibl und Wolfgang Lorenz (Sachgebiet Fachfragen Naturschutz, Regierung von Niederbayern), Carolin Seethaler (Untere Naturschutzbehörde, Landratsamt Landshut), Christian Brummer (Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Landshut) sowie Paul Riederer und Klaus Wiedmann (Bund Naturschutz, Kreisgruppe Landshut).

Es wurden verschiedene Stellen im Auwald aufgesucht. Dabei wurde von Seiten der Naturschützer festgestellt, dass die Bestände derzeit aus vogelkundlicher Sicht einen zu geringen Anteil stark dimensionierter Alt- und Biotopbäume aufweisen. Da diese Bestände seit über 30 Jahren nicht genutzt wurden, komme als Erklärung hierfür nur das außergewöhnlich geringe Wachstum der Laubbäume infrage, welches eine Folge ungünstiger Standortbedingungen ist, gab Forstbetriebsleiter Dr. Fuchs zu verstehen. Aus diesem Grund werde auch künftig äußerst zurückhaltend genutzt, so dass sich auch in den kommenden Jahrzehnten Alt- und Biotopbäume sowie Totholz anreichern können. Dr. Fuchs sicherte zu, die besonders wertvollen Altholzbestände mit mächtigen und seltenen Schwarzpappeln bei einer künftigen Fortschreibung der Forsteinrichtungspläne auch formell möglichst vollständig aus der Nutzung zu nehmen.

Dr. Franz Leibl, der Leiter des Sachgebiets Fachfragen Naturschutz bei der Regierung von Niederbayern, regte an, bei der Vergabe von Jagderlaubnisscheinen durch die Bayerische Staatsforstverwaltung auch im Auwald die Jagd auf Federwild herauszunehmen. Da dies im fraglichen Gebiet ohnehin vom Forstbetrieb Freising so gehandhabt wird, war man sich allgemein darüber einig, den Managementplan entsprechend zu ergänzen. Der Forstbetrieb ist ebenfalls bereit, Holzarbeiten durch Selbstwerber im Vogelschutzgebiet soweit wie möglich auf die Zeiten außerhalb der Vogelbrutzeiten vom 15. März bis 15. August zu beschränken. In diesem Zusammenhang wies LBV-Kreisgruppenvorsitzender Christian Brummer auf die Bedeutung des Auwaldes als Lebensraum sogar für seltene und bedrohte Vogelarten, wie Wespenbussard, Grauspecht und Halsbandschnäpper, hin. Der Umbau standortfremder  Nadelholzbestände, die im Besitz der Bayerischen Staatsforsten und der Stadt München sind, soll nach Ansicht aller Teilnehmer fortgesetzt werden. Dieses Vorhaben bedürfe aber speziell bei den noch schwach entwickelten Kiefernbeständen noch längerer Zeiträume.

Paul Riederer, stellvertretender BN-Kreisgruppenvorsitzender, schlug vor, den Auwald wieder mehr zu vernässen. Wasserausleitungen aus der Isar bei Hochwasser würden sich hier anbieten. Damit könnten die ökologischen Bedingungen im Auwald für Wald, Flora und Fauna wesentlich verbessert werden. Wolfgang Lorenz, der bei der Regierung von Niederbayern für die Natura 2000-Gebiete zuständig ist, informierte, dass im Rahmen des Managementplans diesbezüglich mit dem Wasserwirtschaftsamt Gespräche geführt werden. Am Ende des Treffens zeigten sich alle Teilnehmer über die gemeinsam erarbeiteten Festlegungen zum Managementplan, die sowohl dem Bestand des Auwaldes als auch dem Schutz der Vögel nützen werden, sehr zufrieden.

Die Forstleute und Naturschützer freuen sich über ihre Übereinstimmung beim Vogelschutz im Auwald; von rechts: Horst Draack, Dr. Franz Leibl, H. Barthels, Paul Riederer, Dr. Alfred Fuchs, Wolfgang Lorenz, Klaus Wiedmann, Peter Hirschfelder, Lothar Zillner, Carolin Seethaler und Christian Brummer

Storch durch Stromschlag getötet

Bernd Jochen Lindner-Haag mit dem verunglückten Storch; im Hintergrund der Brauereikamin mit dem Storchennest in Niedereulenbach

Wiederum verunglückte ein Weißstorch an einem Strommasten

In der Nacht vom 5. auf 6. Mai 2008 verunglückte ein Weißstorch an einem ungesicherten Strommasten in der Nähe von Niedereulenbach. Dieser Storch hinterlässt einen Brutpartner mit Gelege, der damit gezwungen sein wird, die Brut aufzugeben, befürchten Franz Gumplinger und Bernd Jochen Lindner-Haag von der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Rottenburg. Seit drei Jahren hofften die Storchenfreunde des Laabertals, dass die vom Landkreis, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Bund Naturschutz auf dem Schornstein der ehemaligen Brauerei errichtete Nishilfe angenommen wird, nachdem die im Laabertalprojekt renaturierte Laabertalaue wieder für die Störche attraktiv geworden ist. Heuer nun nahm ein Storchenpaar zur Freude vieler Vogelfreunde den Horst in Besitz. Das Storchenglück endete jedoch jäh durch den Stromtod eines Partners. Bereits im vorigen Jahr verunglückte ein Storch bei Pfeffenhausen und ein weiterer bei Laaberberg auf die gleiche Weise. Nach dem Gesetz sind die Stromerzeuger jedoch verpflichtet, alle gefährlichen Strommasten umzurüsten, stellt der Bund Naturschutz fest. So sei auch der Stromkonzern E.on im vorigen Jahr von den Natur- und Vogelschützern aufgefordert worden, ihre Masten im Landkreis Landshut umzurüsten. Einige Masten seien zwar gesichert worden, jedoch weitaus nicht alle. Warum gerade in der Nähe von Storchennestern im Laabertal das nicht vollständig geschah, sei für den Bund Naturschutz unverständlich und grob fahrlässig, kritisiert Ortsgruppenvorsitzender Franz Gumplinger. Hier sei auch das bayerische Umweltministerium gefordert, massiven Druck auf die Stromerzeuger auszuüben, damit diese ihren Verpflichtungen gegenüber dem Vogel- und Naturschutz auf schnellstem Wege nachkommen, moniert Paul Riederer, stellv. Kreisgruppenvorsitzender und Beauftragter für den Natur- und Artenschutz.