MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Wo Natur noch Natur sein darf

Wolfgang Willner (links) und Erwin Scheuchl (Mitte, mit weißer Kappe) gaben Einblicke in die faszinierende Welt der Schmetterlinge und Wildbienen.

Landshut 26.07.2016. Exkursion zu Wildbienen und Tagfalter im Landshuter Naturschutzgebiet

Der Bund Naturschutz (BN) organisierte eine Exkursion zu Tagfalter- und Wildbienenlebensräumen im Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“ und auf angrenzenden, vom BN gepachteten Wiesenflächen. Über 30 interessierte Naturfreunde nahmen an der Exkursion teil, die unter der Führung von Erwin Scheuchl (Wildbienen) und Wolfgang Willner (Tagfalter) stand. Ausgehend vom Parkplatz Hauslehen bei Lernpoint im Süden des Naturschutzgebiets ging es zu ungenutzten beziehungsweise beweideten Flächen, wo Wolfgang Willner auf eine ganze Anzahl von Schmetterlingen, unter anderen Graszünsler, Schornsteinfeger, Ochsenauge und Schachbrettfalter, aufmerksam machen konnte. Generell gelte aber das Jahr 2016 bisher als sehr schlechtes Falterjahr, erklärte der Schmetterlingskundler und Naturfotograf. Weniger auffällig sind Wildbienen, deren Größe von knapp drei Millimetern bis fast drei Zentimetern reicht. Das Naturschutzgebiet zeichne sich durch das Vorkommen zahlreicher, sogar sehr seltener Wildbienenarten aus, informierte Erwin Scheuchl. Viele dieser Arten kommen auf Rohbodenflächen vor. Sie leben meist solitär (lediglich ein Weibchen pro Nest) und nisten je nach Art ober- beziehungsweise unterirdisch. Die notwendigen Lebensräume werden jedoch in erster Linie durch den gravierenden Rückgang an geeigneten Nahrungsquellen und den Mangel an geeigneten Nistmöglichkeiten rar. So sei es für in der Erde nistende Wildbienen kaum möglich, beispielsweise auf intensiv genutzten, dicht bewachsenen Wiesenflächen ihre Brutröhren zu errichten. Und bezüglich der Nahrungsquellen könne ein Großteil der heimischen Wildbienen nur ein relativ enges Spektrum an Nahrungsquellen nutzen. So ist etwa die Grobpunktierte Kleesandbiene, die während der Exkursion zu beobachten war, ganz auf kleinblütige Schmetterlingsblütler spezialisiert. Wo keine derartigen Pflanzen wie Hopfen- oder Hornklee vorkommen, fehlt dieser Bienenart die Existenzgrundlage, gab der Wildbienenspezialist zu bedenken. Abgesehen von wetterbedingten Schwankungen (feuchtes Frühjahr 2016, trockenes Jahr 2015, heiße Sommer) sei festzustellen, dass in den letzten Jahren ein starker Rückgang von Falter- und Wildbienenarten zu verzeichnen war, betonten die Referenten. Die Ursache sei unter anderem der starke Rückgang von blühenden Nahrungspflanzen in der Feldflur. Der hohe Stickstoffeintrag über die Luft durch den zunehmenden Verkehr sowie durch die landwirtschaftliche Düngung und die intensive Bewirtschaftung führen zu nährstoffreichen Böden, auf denen die auf magere Böden angewiesenen Blühpflanzen verdrängt werden. Auch der Klimawandel mache sich bemerkbar, indem beispielsweise wärmeliebende Falter und Wildbienenarten immer weiter nach Norden wandern oder einige südliche Arten in Bayern zuwandern. Der Rückgang der Insektenvielfalt habe auch einen dramatischen Rückgang vieler Vogelarten zur Folge, da die Nahrungsquellen für sie immer weniger würden. Umso wichtiger für die Artenvielfalt seien deshalb Landschaften wie das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz“, wo die Natur noch Natur sein darf und natürliche Lebensräume für zum Teil seltene und bedrohte Pflanzen und Tiere, so auch für Schmetterlinge und Wildbienen, vorhanden sind und erhalten werden, betonten Erwin Scheuchl und Wolfgang Willner, die vor kurzem ein 900-seitiges „Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas“ erarbeitet haben

Quelle: Landshuter Zeitung vom 26.07.2016

10Jahre Naturschutzgebiet Standortübungsplatz Landshut

Auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr im Osten der Stadt Landshut wurden durch langjährige Zusammenarbeit von Bundeswehr und BN-Kreis-gruppe optimale Voraussetzungen geschaffen, dass sich dort eine Vielfalt an Lebensräumen und Strukturen und ein außer-gewöhnlicher Artenreichtum entwickeln konnten. Nach Auflösung der Bundeswehrgarnison wurde auf Antrag des Bundes Naturschutz im September 2001 durch die Regierung von Nieder-bayern das Gebiet mit einer Fläche von 278,5 Hektar zum Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz mit Isarleite“ ausgewiesen. Mit einem Festakt und der Ausstellung „terra incognita“ fand im Januar 2002 eine würdige Feier zur Unterschutzstellung statt, an der die Stadt Landshut, der Bund Naturschutz und 25 Landshuter Künstlerinnen und Künstler beteiligt waren. Zehn Jahre sind nun seit Ausweisung des Naturschutzgebietes vergangen. Und dieses Jubiläum wollen der Bund Naturschutz und die Stadt Landshut feiern. Als Jubiläumsgeschenk stiftet die BN-Kreisgruppe 10 Winterlinden, die im oberen Bereich des NSG, beginnend bei der „Schäferstation“, gepflanzt werden. Bei einer gemeinsamen Feier von Stadt und BN wird um 15:00 Uhr die Abschlusslinde der Baumreihe gepflanzt. Zur Teilnahme an dem kleinen Festakt laden Stadt und Bund Naturschutz herzlich ein. Mit dem Stadtbus (Linie 14 Wolfsteinerau, Haltestelle Duniwang) kann der östliche Zugang zum NSG an der Straße nach Stallwang erreicht werden. Dort besteht auch Parkmöglichkeit.  >> Mehr

Tal Josaphat

Seit dem 23. August 2013 hat das Tal Josaphat den Status „Landschaftsschutzgebiet“. Damit wurde ein über Jahrzehnte geführter Kampf um den Schutzstatus dieses innerstädtischen Naherholungs-gebietes zu einem guten Ende geführt.  >> Mehr