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Igeln helfen – aber richtig

Der Igel ist ein Wildtier. Wenn die Temperaturen unter Null sinken, geht er in den Winterschlaf

BN gibt Tipps zum Schutz der nützlichen Stacheltiere

Schon jetzt im Frühherbst rufen besorgte Tierschützer beim Bund Naturschutz (BN) an, wie sie einem Igel, den sie auf einem Weg oder im Garten entdeckt haben, helfen können, damit dieser sicher über den Winter kommt. Meist handelt es sich um Jungtiere, die um diese Jahreszeit vereinzelt auch tagsüber zu beobachten sind. Hier erfolgt von den Naturschützern dann der drin­gende Rat, den Igel – außer er befindet sich gerade auf einer vielbefahrenen Straße – an Ort und Stelle zu belas­sen. Denn erst im November oder Dezem­ber, wenn die Bo­dentemperaturen längere Zeit unter Null Grad liegen, su­chen Igel in der Regel ihr Quartier zum Überwintern auf. In einem Laub- oder Reisighaufen, in ei­ner „Igelburg“ aus Moos, schlafen sie die nächsten Monate dem Frühling ent­gegen.

Bevor die nützlichen Stacheltiere, wie einige andere Wild­tiere auch, ihren Winterschlaf antreten, müssen sie sich noch die nötigen Fettreserven anfuttern, um die kalte Jah­reszeit durchstehen zu können. Aus diesem Grund sind meist junge, kleine Igel, die von einem zweiten, nicht übli­chen Wurf im Spätsommer stammen, auch in den Herbst­monaten, bei einigermaßen mildem Wetter sogar noch im November oder Anfang Dezember, verstärkt und sogar tagsüber auf Nahrungssuche unterwegs, macht der Bund Naturschutz aufmerksam.

Zwei Gefahren drohen den beliebten Stacheltieren dabei besonders. Da ist einmal der Straßenverkehr, dem gerade in dieser Jahreszeit viele Igel zum Opfer fallen. Auf der an­deren Seite aber drohe dem Igel auch von überbesorg­ten Tierfreunden Gefahr. Denn immer wieder werden Igel ins warme Haus aufgenommen, um sie „vor dem Verhungern und Er­frieren zu schützen“. Abgesehen davon, dass die Pflege von Igeln viel Erfahrung erfordert, sei letztlich der Erfolg solcher gut gemeinter Aktionen äußerst gering, gibt Paul Riederer, der stellvertretende Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Kreis­gruppe Lands­hut, zu bedenken.

Mehrjährige wissenschaftliche Untersuchungen und prakti­sche Erfahrungen von Wildbiologen hätten nämlich erge­ben, dass Igel als ausgesprochene Wildtiere die häusli­che Überwinterung nur selten schadlos überstehen oder sich im Frühjahr kaum in Wildbestände eingliedern kön­nen. Dies führe dann wiederum zu einer erhöhten Igel­sterblichkeit. Bis in den Spätherbst hinein hätten junge und untergewich­tige Igel noch die Möglichkeit, Energiereserven für eine er­folgreiche Überwinterung in der freien Natur zu speichern, versichert Riederer. Wer „seinem Igel“ beim Endspurt in den Winterschlaf mit etwas Futter helfen will, trifft mit Igelfutter aus dem Zoogeschäft, Katzenfutter, Ba­nanen, hart gekoch­tem Ei und Wasser eine gute Wahl. Keinesfalls sollte Milch bereitgestellt werden, denn diese verursache beim Igel Durchfall. Jeder Gartenbesitzer, so Riederer, könne zudem Hilfe leisten, indem er Laub und etwas Fallobst liegen lässt sowie einen Laub- oder Rei­sighaufen als Unterschlupf er­richtet.

Zum Igelschutz gibt es in der Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz (BN) in Landshut (Altstadt 105, geöff­net Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14.30 bis 17 Uhr) das Faltblatt „Schutz und Hilfe für das Wildtier Igel“ mit Hinweisen auch zur Biologie und Lebensweise dieser nütz­lichen Stacheltiere. Für telefonische Auskünfte ist der BN unter 0871/23748 oder 22390 erreichbar.