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Energiewende

Atomausstieg und Energiewende sind siamesische Zwillinge. Wie wollen eine Energiever-sorgung ohne Kohle und Atom und setzen uns ein für den Umbau in eine dezentrale Energiewirtschaft mit  100% erneuerbarer Energie.

Bürgerenergiegenossenschaften bieten allen Bürgern die Möglichkeit, sich mit ihrer Einlage am Aufbau von dezentralen Anlagen zur Stromerzeugung zu beteiligen.

Um langfristig unabhängig zu werden von allen fossilen Energieträgern (Kohle, Öl, Gas) ist es notwendig, im Alltag Energie bewusster einzusetzen und so ohne Komfortverlust den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Hierzu gibt es viele Tipps zur Einsparung von Wärme-als auch von elektrischer Energie.

Unter Berichte schließlich finden Sie Fotostrecken und Texte zu Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen im Zusammenhang mit der Energiewende und dem Atomausstieg, die die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe durchgeführt oder an denen sie sich beteiligt hat.  

Strommarkt für die Energiewende

Sigmar Gabriel regt als bundesdeutscher Wirtschaftsminister mit einem Grünbuch die Diskussion über einen sogenannten „Strommarkt für die Energiewende“ an. Das ist positiv und notwendig. Erfreulicherweise sind beim künftigen Strommarkt 2.0 Strompreissignale geplant, aber sie sind nicht zu Ende gedacht. Regionale Ansätze fehlen völlig. Bevor nun im Juni das Weißbuch folgt, sollen mit einer Postkartenaktion Nachbesserungen für die Energiewende auf regionaler Ebene eingefordert werden.

Erst ein paar Informationen, um die Zielrichtung und Wichtigkeit der Aktion zu verstehen:

Strompreissignale sinnvoll und regional gestalten

Wie können durch die Strompreise ökonomische und ökologische Vorteile realisiert werden? Zwei wichtige Prinzipien bilden eine Grundlage.

1. Zeitliche Steuerung: Wenn wir die Erneuerbaren Energien zur richtigen Zeit nutzen brauchen wir weniger Speicher und Ausgleichskraftwerke.

2. Räumliche Steuerung: Wenn wir sie am richtigen Ort nutzen, benötigen wir weniger Netzausbau auf allen Ebenen (Vor allem aber im Hochspannungsnetz, der BUND Naturschutz hat sich an der Delegiertenversammlung klar gegen den Bau von Stromtrassen im Hochspannungsbereich ausgesprochen)

Sigmar Gabriel berücksichtigt in seinem Grünbuch zur Energiewende nur die zeitliche Steuerung (Punkt 1). Er möchte Preisanreize setzen und damit die vorhandenen Erneuerbaren Energien besser nutzen. Zeitweise gibt es Strom dann günstig, in der nächsten Stunde kann der Preis schon wieder teurer sein. Darauf reagieren die Verbraucher und nutzen mehr oder weniger Energie.

Allerdings sollen Preisanreize laut Grünbuch deutschlandweit gleich wirken. Bleibt die räumliche Steuerung (Punkt 2) ungenutzt, so führt dies zu Fehlanreizen. Wenn zum Beispiel im Norden Deutschlands wetterbedingt Knappheit herrschen würde, könnten dennoch in anderen Regionen Überschüsse bestehen (z.B. im Süden Deutschlands an einem sonnigen Tag). Nach Gabriels zeitlicher Steuerung würde wegen der Stromknappheit im Norden der Strompreis deutschlandweit steigen und daher - ebenfalls deutschlandweit - Verbraucher vom Netz gehen, obwohl ja im Süden genug Strom vorhanden wäre. Eine solche Situation führt zu höheren Belastungen im Stromnetz und erfordert deshalb dessen weiteren Ausbau.

Hier muss das Bundeswirtschaftsministerium nachbessern. Preissignale müssen regional gesetzt werden oder zumindest dezentrale Komponenten enthalten!

Um das Bundeswirtschaftsministerium zu aktivieren, unterstützen verschiedene Organisationen ( unter anderen die BN-KG Landshut) eine witzige Postkartenaktion, die von „Projekt 21 plus“ ins Leben gerufen wurde. Sie bietet den Bürgern die Möglichkeit, die Stimme für eine volkswirtschaftliche und ökologische Energiewende zu erheben.

Die Aktion kann ein Meilenstein in der dezentralen Verteilung und Nutzung von Erneuerbaren Energien werden, wenn Herr Gabriel viele Postkarten bekommt.

 http://energie-neu-denken.de/hintergrund