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„Hände weg von Nestflüchtern“

Bund Naturschutz rät: Jungvögel am Fundort lassen

Der Bund Naturschutz rät: Auf dem Boden sitzende, hilflos wirkende Jungvögel nicht gleich mit nach Hause nehmen.

15.05.2018

Jetzt ist die Brut- und Aufzuchtzeit vieler Vogelarten in vollem Gange. Immer wieder kommt es nun vor, dass einige noch nicht flügge Jungvögel vorzeitig das Nest verlassen. Für diese vorwitzigen Nestflüchter können dann nicht nur natürliche Feinde, sondern auch Menschen gefährlich werden. Wird nämlich ein junger Vogel von besorgten Tierfreunden auf dem Boden sitzend angetroffen, so erregt dieser oft ihr Mitleid. Sie glauben, der Vogel sei aus dem Nest gefallen und werde von den Eltern nicht mehr versorgt. Sie nehmen deshalb den „Findling“ mit nach Hause. Ein solcher Pflegling sei aber meistens ein Todeskandidat, warnt Johannes Selmansberger, stellvertretender Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut. . Aus Unkenntnis über die Vogelart und deren Nahrungsansprüche würden die Jungtiere oft falsch gefüttert.

Alljährlich geschehe es, dass Jungvögel das Nest bereits in einem Entwicklungszustand   verlassen, in dem sie weder sicher fliegen noch selbständig Nahrung finden können. Diese Tiere stünden aber mit ihren Eltern durch Lock- und Bettelrufe in Verbindung und würden von diesen weiter gefüttert, so Serlmansberger. Werde ein solcher, noch unbeholfener Vogel auf dem Boden sitzend aufgefunden, sollte man ihn in der Nähe der Fundstelle auf den Ast eines Strauches oder Baumes setzen und somit in Sicherheit vor Katzen oder anderen Räubern bringen, rät Selmansberger und fügt hinzu, dass von Menschen berührte Vögel in der Regel von ihren Eltern wieder angenommen und auch weiterhin versorgt würden. Selbstverständlich sollen sichtlich verletzte oder eindeutig elternlos gewordene Jungvögel auch in die Hand einer pflegekundigen Person gelangen. Dabei sei die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe behilflich, betont Artenschützer Selmansberger.