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Expedition zu Fledermäusen

Fledermausführung als 1. Preis im Baumwettbewerb "Der alte Baum ist unser Lebensraum" auf dem Ferienhof Wiesbach1

Die Klasse 4a lauschte gebannt den Ausführungen des Fledermausexperten Christian Winkler, der viel über diese nachtaktiven Tierchen zu erzählen wusste.

12.08.2017

Gangkofen. Fast ein Jahr musste sich die Klasse 4a der Grundschule St. Martin in Geisenhausen gedulden, bis sie nun zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Rauschegger den 1. Preis – eine Fledermausführung - des in der 3. Jahrgangsstufe gewonnenen  BN-Wettbewerbes „Der alte Baum ist unser Lebensraum“ einlösen konnte. Die Klasse weilte kurz vor den Sommerferien drei Tage auf dem Ferienhof Wiesbach 1. Hier trafen gegen Abend der Fledermauskenner Christian Winkler, die BN-Kreisvorsitzende Kathy Mühlebach-Sturm und die BN-Geschäftsstellenleiterin Brigitte Englbrecht ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch die BN-Vorsitzende, die die Schüler nochmal für ihren gelungenen Beitrag zum Baumwettbewerb lobte, folgten die Kinder den Ausführungen des Fledermausexperten Christian Winkler. Sie  erfuhren, dass Fledermäuse ausschließlich Insekten fressen und diese des Nachts jagen, wenn Nahrungskonkurrenten wie Schwalben oder Mauersegler bereits Nestruhe haben. „Wie aber kann man im Dunkeln jagen?“ fragte ein wissbegieriger Schüler. „Fledermäuse“, so der Experte, „stoßen Schreie im für den Menschen unhörbaren Ultraschallbereich aus. Stoßen die akustischen Wellen auf ein Hindernis, eine Mauer, ein Baum oder aber auf eine Mücke, so kommt ein Echo zur Fledermaus zurück. Sie verarbeitet diese Signale in ihrem Gehirn so schnell, dass sie die Umgebung dreidimensional „sehen“ kann. So kann sie gefahrlos Hindernisse umgehen und gezielt Mücken, Fliegen, kleine Schmetterlinge oder Käfer fangen“.

Ausgestattet mit vielen Informationen zu den Lebensgewohnheiten der Fledermäuse suchten dann die Kinder im Gelände und an den verschiedenen Gebäuden des Einödhofes Unterschlupf-möglichkeiten für Fledermäuse wie Spalten in der Verkleidung, Deckenelemente mit kleinen Öffnungen oder Einflugmöglichkeiten in den Dachraum. Mit detektivischen Spürsinn fanden ein paar Kinder eine „verdächtige“ Wand und dort kleine Stellen mit Fledermäusekot oder fallengelassenen Flügeln von Schmetterlingen.

Sie müssen also da sein, die Fledermäuse, Sommerquartiere gibt es hier genug! Man brauchte sich an diesem Sommerabend nur noch etwas gedulden, bis es dämmrig wurde, dann würden sie schon ausfliegen. Da, da hörte man ein leises Knattern aus dem Detektor, den Herr Winkler mitgebracht hatte. Mit diesem Detektor werden die Ultraschalllaute der Fledermäuse in hörbare Geräusche umwandelt. Ja, und da, da war ein Flattern, das muss eine Fledermaus gewesen sein. Das Flattern, erklärte nun Herr Winkler, „ist typisch für Fledermäuse. Sie können im Gegensatz zu den Vögeln nicht segeln, sondern sich nur flatternd in der Luft halten.“ Gebannt schauten 25 Augenpaare über die Dachtraufe gegen den noch hellen Horizont. Mit Taschenlampen leuchteten die Kinder die Stelle aus, aus der eben eine Fledermaus geflogen war. Ob sie wohl bald zurückkommt? Das Licht aber hatte sie wohl eher dazu verleitet, an anderer Stelle zu ihrem Quartier zu gelangen, der Lichtkegel blieb leer. Aber immer wieder konnten an verschiedenen Stellen einzelne Schüler im scheidenden Abendlicht die Flattertiere erleben, bis schließlich die Müdigkeit überwog und der Abend seinen Abschluss fand.

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