MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Der Bayer als Streithansl: Ein Schild aus Landshut und seine Geschichte

Am 9. und 10. Juni gewährt das Museum der bayerischen Geschichte einen ersten Blick – Exponat aus Landshut dabei

Das Protestschild des Bund Naturschutzes in Landshut dokumentiert, gegen welche Mega-Projekte sich die Naturschützer seit 1980 gewehrt haben. Foto: Museum der Bayerischen Geschichte

06.06.2018

Regensburg/Landshut. Das neue Museum der Bayerischen Geschichte – bis zur Eröffnung im Mai 2019 vergeht noch knapp ein Jahr. Doch einen Blick kann man bereits am Festwochenende, am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juni, in Regensburg erhaschen. Das Gebäude ist fast fertig, die Spannung steigt – auch darauf, was das neue Museum zu bieten haben wird. Mit dabei ist auch ein Ausstellungsstück aus Landshut, eine besondere „Protesttafel“.
Und da haben sich die Verantwortlichen des Museums der Bayerischen Geschichte wirklich was getraut. Denn wer verstaubte Urkunden und Schwerter erwartet, der verkennt das Konzept total. Der Schwerpunkt der Darstellung ist die Geschichte der letzten 200 Jahre – die Zeit davor, zwischen 100 nach Christus, als die Römer im heutigen Bayern bis zur Donau lebten, und 1800, als das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ vor dem Ende stand, wird lediglich in einem beeindruckenden 3D-Panorama dargestellt. Der von vielen Landesausstellungen bereits erprobte berühmte quer-Moderator Christoph Süß wird quasi im Sauseschritt durch 1.700 Jahre Geschichte auf bayerischem Boden führen. Das Konzept für das Museum sieht vielmehr vor, Gegenstände aus ganz Bayern zu zeigen, die gelebte Geschichte und lebendige Geschichten erzählen. Wie sonst wäre es möglich, dass man beispielsweise auch dem FC Bayern München als den bayerischen Verein schlechthin besondere Aufmerksamkeit schenkt?
Auch aus Landshut ist natürlich ein Exponat dabei. Es zeigt, dass sich die Bayern auch mal gegen die Obrigkeit wehren, wenn es um ihr Land geht. Eine Tafel, die von vielen Demos erzählt. Sie wurde von der Kreisgruppe Landshut des Bund Naturschutz in Bayern e.V. seit etwa den 1980er-Jahren auf vielen Demonstrationen verwendet.
Die Tafel spiegelt dabei die Geschichte des Verbands und seine Proteste gegen in seinen Augen unsinnige Projekte in der Region wider. Auf ihrer Rückseite finden sich Protestaufkleber verschiedener Provenienz und Aussage. Diese richteten sich beispielsweise gegen die Nutzung der Atomkraft im Allgemeinen, aber auch gegen konkrete aktuelle infrastrukturelle Projekte wie den (Aus-)Bau der B15 neu oder aber den Bau der dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen. Der Streit und die Diskussion um Waldsterben, WAA und Rhein-Main-Donau-Kanal hatte in den 1980er-Jahren den Naturschutz erstarken lassen. In Bayern hat er eine lange Tradition. Der Bund Naturschutz reicht auf das Jahr 1913 zurück. Hubert Weinzierl, sein langjähriger Vorsitzender, ist auch wesentlich an der Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald 1970 beteiligt – der erste Nationalpark Deutschlands. Das Schild aus Landshut dokumentiert all dies.