MenuKreisgruppe LandshutBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Biogemüseanbau am Rande der Stadt

Bund Naturschutz und Ökoschule organisierten Besichtigung einer langjährigen Biogärtnerei

Andrea Vaas (Mitte) führte durch die Gärtnerei und erklärte die Methoden des ökologischen Gemüseanbaus; rechts: Martin Lackermeier vom BN

12.08.2017

Landshut. „Der Absatz von gärtnerischen Bioprodukten funktioniert seit Jahren gut. Als kleiner Erzeuger wird es aber immer schwieriger, sich gegen größere Anbieter auf dem Markt zu behaupten.“ Diese Feststellung traf die Biogärtnerin Andrea Vaas bei der Besichtigung der Gärtnerei Siebensee im Landshuter Westen. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Landwirtschaft heute und morgen“, welche in den letzten Monaten von der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) und der Fachschule für ökologischen Landbau in Schönbrunn durchgeführt wurde. Martin Lackermeier von der BN-Kreisgruppe stellte in seiner Einführung fest, dass sich der Öko-Landbau zuletzt nicht nur in der Vermarktung, sondern seit etwa zwei Jahren auch wieder bezüglich der Neuumsteller positiv entwickle. Günstige Rahmenbedingungen führten dazu, dass sich auch in unserer Region eine beträchtliche Anzahl konventioneller Landwirte mit dem Ökolandbau beschäftigten und auch umstellten.

Andrea Vaas stellte eingangs die Gärtnerei vor und ging auch auf deren Geschichte ein. Seit Mitte der 1980er Jahre werde diese ökologisch bewirtschaftet. Sie habe den Betrieb 2014 übernommen und sei inzwischen die dritte Betreiberin. Die landwirtschaftliche Nutzfläche betrage acht Hektar, auf denen sowohl im Freiland als auch in Gewächshäusern und Folientunneln produziert werde. Die Gärtnerei befinde sich auf Isarschwemmland, was sehr unterschiedliche Bodenarten, von sandig bis humos, bedeute, berichtete die Biogärtnerin. Gedüngt werde, so Vaas, mittels Gründüngung, Kompost, zugekauftem Bio-Rindermist und einigen im Ökolandbau zugelassenen Ergänzungsdüngern. Angebaut werde kein Wurzelgemüse, sondern ausschließlich oberirdische Erzeugnisse wie diverse Salate, Tomaten, Gurken, Fenchel, Kohl, Petersilie und Zuchini. Die Befruchtung der Pflanzen in den Gewächshäusern erfolge, so Vaas, durch das Ansiedeln von Hummelvölkern.

Die Vermarktung der Erzeugnisse, fuhr die Gärtnerin fort sei vielschichtig und berücksichtige örtliche Abnehmer, Märkte in der Stadt, die ökologisch betriebene Küche im Kinderkrankenhaus als auch überregionale Öko-Handelsorganisationen. Auch der eigene Hofladen sei regelmäßig geöffnet. Martin Lackermeier wies abschließend darauf hin, dass im November eine neue BN-Veranstaltungsreihe zum ökologischen Landbau beginne. Erster Termin sei der Montag, 13. November, ab 18 Uhr mit einer Besichtigung der Landshuter Meyermühle, dem größten Verarbeiter von Öko-Getreide in Deutschland.