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Biobauern mit Leib und Seele

Bund Naturschutz und Ökoschule organisierten Besichtigung eines Biobauernhofes

Großen Zuspruch fand die Veranstaltung des Bundes Naturschutz und der Ökofachschule zum ökologischen Landbau. Vorne links: Vroni Frey.

Irmi und Wolfgang Frey (2. u. 3. v. r.) stellten ihren ökologisch bewirtschafteten Hof vor. Rechts: BN-Fachbeirat Martin Lackermeier.

15.05.2018

„Nur lebendige, aktive Böden garantieren auch gute Erträge.“ Diese Aussage traf Wolfgang Frey, Naturland-Bauer aus Beutelhausen in der Gemeinde Adlkofen. Gemeinsam mit seiner Frau Irmi und der Tochter Vroni stellte er den „Langwiesenthaler Biohof“ einer großen Zahl von Interessenten vor. Die Besichtigung war Teil der Reihe „Landwirtschaft heute und morgen“, die derzeit von der Kreisgruppe Landshut des Bund Naturschutz (BN) und der Fachschule für ökologischen Landbau in Schönbrunn durchgeführt wird.
Wolfgang Frey hat bereits 1988 seinen elterlichen Betrieb in Ergolding auf ökologischen Landbau umgestellt. Nachdem dieser zur Begleichung innerfamiliärer Ansprüche verkauft werden musste, habe er 1998 den Betrieb in Beutelhausen gekauft. Nachdem die landwirtschaftlichen Nutzflächen zur eigenen Bewirtschaftung noch nicht verfügbar waren, habe er ein landwirtschaftliches Lohn- und Transportunternehmen aufgebaut. Seit acht Jahren würden, so Frey, die Flächen wieder selber bewirtschaftet. Ein Problem des Betriebes seien die verstreuten Flächen, da neben dem Langwiesenthaler Hof der elterliche Betrieb der Ehefrau in Unholzing und die Flächen eines Onkels in Essenbach und Dürrenhettenbach bewirtschaftet würden. Die gesamte bewirtschaftete Fläche beträgt 60 Hektar. Der Anbau, fuhr der engagierte Biobauer fort, sei sehr vielfältig und bestehe aus Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Sojabohnen, Ackerbohnen, Kleegras, Kartoffeln, Fenchel, Feldgemüse und Mais. Eine solche Vielfalt sei auch im Ökolandbau nicht selbstverständlich, stellten Besucher erstaunt fest. Der Fenchel werde als Arzneimittel und für Babynahrung verwendet.
Die Maisansaat erfolge, so Frey, aus Gründen der Erosionsvermeidung und der Schonung der Bodenstruktur auf eine besondere Weise. Die Vorfrucht Roggen-Wicken-Gemenge (ausgesät im vorherigen Spätsommer nach Getreide) werde im Frühjahr nicht umgepflügt, sondern etwa sechs Zentimeter tief eingefräst. Danach werde das Maissaatgut in etwa sechs Zentimeter Tiefe auf festen Boden gelegt. In der eingefrästen Zwischenfrucht entstehe eine Fermentation, welche den Auflauf von Beikräutern unterdrücke. Eine Unkrautbekämpfung mit Hacke oder Striegel sei deshalb nicht notwendig. Stattdessen erfolge noch die Einsaat von Weißklee und Weidelgras zur Bodenstabilisierung.
In der Tierhaltung, die von der Tochter Vroni vorgestellt wurde, bevorzugt die Familie Frey seltene und vom Aussterben bedrohte Rassen. Bei der Mutterkuhherde seien dies „Schwarze Pinzgauer“, bei den Schweinen „Bunte Bentheimer“, und beim Geflügel (Legehennen und Masttiere) die Zweinutzungsrasse „Les Bleues“. Bei den Schafen (verschiedene Kreuzungen) sei inzwischen die Stallkapazität ausgeschöpft.
Die Vermarktung erläuterte die Bäuerin Irmi Frey. Neben dem Absatz an größere Abnehmer (beispielsweise Getreide an die Ökomühle Meyermühle) betreibe man auch Direktvermarktung seit etwa einem Jahr in einem eigenen Hofladen. In der Fleischvermarktung arbeite man mit einem Metzger zusammen, der sehr gut auf die Besonderheiten der Direktvermarktung eingehe, so Irmi Frey.
Nachfolgend stellte Wolfgang Frey noch eine große Baumaßnahme vor, in der man gerade stecke. In einer großen Lagerhalle soll künftig das selber erzeugte Getreide gereinigt und eingelagert werden. In einem zweiten Bereich sei ein Kartoffellager mit Kühlung geplant. Dies ermögliche eine qualitativ hochwertige Lagerung der Kartoffeln fast bis zur neuen Ernte. Zum Abschluss der interessanten Führung wurden die Besucher mit selbst erzeugten frischen Kartoffelchips und Biogetränken bewirtet. Martin Lackermeier von der BN-Kreisgruppe bedankte sich bei den Gastgebern und stellte fest, dass man bei der gesamten Familie in jeder Aussage die große Begeisterung und Überzeugung für den ökologischen Landbau spüre. „Die Freys sind Biobauern mit Leib und Seele“. Lackermeier  machte auch noch auf die nächste Veranstaltung aufmerksam: Am 25. Juni ab 19 Uhr kann das Versuchsfeld der Ökofachschule im Agrarbildungszentrum in Landshut-Schönbrunn besichtigt werden.