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Besuch bei Brachvogel und Kiebitz

Vogelkundliche Exkursion ins Isarmoos bei Grießenbach

Gerhard Donderer (mit erhobener Hand) führte die zahlreichen Vogelfreunde ins Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos und machte auf die dortige Vogelwelt aufmerksam

07.05.2017

Bund-Naturschutz-Kreisgruppe und BN-Ortsgruppe Essenbach organisierten im Rahmen der bayernweiten Aktion „BayernTourNatur 2017“ eine vogelkundliche Exkursion ins Isarmoos bei Grießenbach

Grießenbach. Unter dem Motto „Natur kennen lernen, erleben und schätzen“ fand bei schönstem Sonnenwetter die traditionelle vogelkundliche 1.-Mai-Exkursion der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut  und der BN-Ortsgruppe Essenbach statt. Zahlreiche Naturinteressierte trafen sich mit dem Vogelexperten Gerhard Donderer im Vogelschutz- und FFH-Gebiet Grießenbacher Moos, um dort vorkommende Vogelarten zu beobachten und ihre Rufe zu hören. Gleich zu Beginn der etwa zweieinhalbstündigen Wanderung begrüßten links und rechts des öffentlichen Weges Feldlerchen im Flug hoch am Himmel die Exkursionsteilnehmer mit ihrem schönen Gesang. Dazu hörte man aus der Ferne einen Kuckuck rufen. Feldlerchen seien Bodenbrüter, so Donderer, die durch ihren trillernden Gesang ihr Revier von der Luft aus abstecken.

Bereits einige Schritte weiter war der bedeutsamste Vogel des Gebietes zu sehen und zu hören: der Große Brachvogel. Ein lautes Trillern war hörbar und mehrere dieser Vögel flogen in respektvoller Entfernung zur Wandergruppe vorbei. Dieser größte Watvogel kann mit seinem langen, gebogenen Schnabel im Boden nach Nahrung stochern und bis zu 30 Jahre alt werden, erklärte der Experte. Die Exkursionsteilnehmer entdeckten mit ihren Ferngläsern bald das äußerst seltene Braunkehlchen, das auf einem Pfahl saß. Dem Weg entlang erfreuten immer wieder Kiebitze mit ihrem gaukelnden Flug die Vogelfreunde. Kiebitze seien ebenso wie der Brachvogel schon sehr selten, gab Donderer zu verstehen, da außerhalb von Schutzgebieten ihr Lebensraum schwindet.

Ein Krächzen im Gebüsch machte auf eine Dorngrasmücke aufmerksam. Dazwischen sang ein Buchfink, der noch häufigste Vogel in Bayern. An seinen weißen Flügelbinden ist er gut erkennbar und sein Gesang endet mit einem unverwechselbaren Schnalzer. Donderer wies auf die Anwesenheit eines Blaukehlchens hin, welches er am Gesang erkannte. Am Himmel attackierten Krähen eine Rohrweihe, um sie aus ihrem Revier zu verscheuchen, und in einiger Entfernung flog ein Schwarm von Lachmöven. Die Exkursionsteilnehmer suchten mit ihren Ferngläsern und Fernrohren eifrig die Umgebung ab und sie entdeckten im nahen Schilf die Rohrammer. In einiger Entfernung standen an einem Teich ein Graureiher und ein Silberreiher in seinem weißen Federkleid. Diese Reihervögel bleiben wegen des durch den Klimawandels kürzeren Winters nun meist das ganze Jahr über am Sommerstandort, vermittelte der Vogelkundler. Während eine Knäckente an einem Teich im Fernrohr gut zu erkennbar war, sang in der Nähe ein Schilfrohrsänger seinen krächzenden Gesang. Beim Rückweg entdeckten die Teilnehmer, unter denen auch interessierte Kinder waren, noch eine Goldammer auf einem Baum und eine Schafstelze auf einer Ackerfläche. Zu guter Letzt machte Donderer auf eine im Gebüsch versteckte Heckenbraunelle aufmerksam.                                     

Alle Teilnehmer waren begeistert von der gefiederten Vielfalt, die im Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos noch vorzufinden ist. Es wäre aber sehr wünschenswert, wenn auch außerhalb von Schutzgebieten in der Kulturlandschaft die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten genügend Lebensraum zur Verfügung hätten und den Menschen durch ihre Anwesenheit Freude bereiten könnten, meinten einige Exkursionsteilnehmer abschließend.