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Bei Großem Brachvogel und Kiebitz

Bund-Naturschutz-Exkursion führte insVogelschutzgebiet Grießenbacher Moos

Bei der vogelkundlichen BN-Exkursion ins Isarmoos bei Grießenbach konnten die zahlreichen Teilnehmer verschiedene Vogelarten beobachten und deren Gesang hören.

15.05.2018

Unter dem Motto „Natur kennen lernen, erleben und schätzen“ fand die zweite vogelkundliche Exkursion der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe statt. Zahlreiche Naturinteressierte trafen sich mit dem Vogelexperten Alexander Scholz vom Landschaftspflegeverband Landshut im Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos, um dort vorkommenden Vögel zu sehen und zu hören.
Scholz ging zu Beginn auf das Vogelschutzgebiet Grießenbacher Moos ein. Er kenne das Gebiet sehr gut, da er seit August 2017 als Gebietsbetreuer im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes hier arbeite. Das Moos sei ein Niedermoor, welches vom Grundwasser gespeist werde. Der Landkreis habe bereits mehrere Flächen gekauft und somit für den Naturschutz gesichert. Das Vogelschutzgebiet „Wiesenbrütergebiete im Unteren Isartal im Landkreis Landshut“ umfasse rund 550 Hektar und beinhaltet die wertvollsten ehemaligen Niedermoorstandorte mit Kalkseggenriedern und Streuwiesen. Diese werden durch Landwirte im Auftrag des Landkreises wiesenbrütergerecht gepflegt, informierte Scholz.  Seine Aufgabe als Gebietsbetreuer sei es unter anderem, die Bestände der Wiesenbrüter durch gezielte Förder- und Schutzmaßnahmen zu betreuen.

Nach kurzer Wanderung ins Moos sichteten die Exkursionsteilnehmer einen fliegenden Turmfalken, der, so Scholz, in einem für Schleiereulen aufgehängten Nistkasten brüte. Links und rechts des Weges begrüßten immer wieder Lerchen in den Lüften die Vogelfreunde mit ihrem Gesang. Lerchen seien Feldbrüter  und grenzen mit ihrem Gesang ihr Revier ab, teilte Scholz mit.
Bald hörte man aus der Ferne auch einen Kuckuck rufen. In größerer Entfernung entdeckten die Teilnehmer mehrere Exemplare des seltenen Großen Brachvogels. Ihr trillernder Gesang war kurz hörbar. Heuer befänden sich etwa 22 Paare des vom Aussterben bedrohten Vogels im Moos, so der Naturexperte. Das Mettenbacher und Grießenbacher Moos sei zusammen mit dem Königsauer Moos bei Dingolfing eines der wichtigsten Brachvogel-Brutgebiete in Bayern. Man versuche, durch großflächige Einzäunung ihrer Gelege mit stromführenden Zäunen Feinde wie Füchse, Marder und Dachse fernzuhalten, und die Verluste von Eiern und Jungtieren zu minimieren, versicherte Scholz.

Es dauerte nicht lange, bis einige Kiebitze gaukelnd durch die Lüfte flogen. Eine Rohrweihe wurde von ihnen angegriffen und vertrieben. Die Gelege der Kiebitze befinden sich ebenso wie beim Brachvogel meist auf extensiven Wiesen. Die Landwirte, die in der Nähe ihre Äcker bewirtschaften, gehen sehr sensibel mit dem Thema Wiesenbrüter um und bemühten sich in lobenswerter Weise, die von ihm ausgesteckten Gelege nicht zu beschädigen, berichtete Scholz. Der Experte machte die Exkursionsteilnehmer auf eine Schafstelze, mit ihrer gelben Unterseite deutlich sichtbar, auf einem Stock sitzend aufmerksam. Und ein zweiter Turmfalke betrachtete argwöhnisch von einer Warte aus die Naturinteressierten.
Der Gesang eines Zilpzalps, der singt, wie sein Name heißt, und immer wieder der Gesang von Feldlerchen begleitete die Teilnehmer bei ihrer Wanderung. Bald saß eine Goldammer in einem Busch. Ihr Kopf und ihre Unterseite sind auffallend gelbfarbig, sie singt gerne auf erhöhten Warten, ihre Nahrung suche sie auf dem Boden, bemerkte Scholz. Die Wandergruppe näherte sich einer Schilffläche, in welcher sich gerne der Schilfrohrsänger und das Blaukehlchen aufhalten. Beide wurden nicht gesehen, der Rohrsänger jedoch krächzte sein Lied. Auch in diesem Bereich werden Elektrozäune aufgestellt, um die Kiebitz- und Rotschenkelgelege zu schützen, die hier vorkommen, teilte der Naturkenner mit. Wenn diese Maßnahmen zum Erfolg führen, sei das sehr erfreulich.

Zu guter Letzt flogen ein Silberreiher und ein Graureiher elegant in das Gebiet ein und eine Rohrweihe mit Beute in den Fängen flog Richtung ihres Brutplatzes. Und dann landete sogar noch ein Schwarm von Kampfläufern in der Nähe. Diese seien Durchzügler und rasten im Moos auf dem Wege nach Osteuropa, Skandinavien oder Russland, bemerkte Alexander Scholz. Während der Wanderung richteten die interessierten Exkursionsteilnehmer viele Fragen zur Lebensweise und zum Verhalten der Vögel an den Referenten, der diese sehr lebendig und versiert zu beantworten wusste.